Wallbox und Photovoltaik: Überschussladen, Förderung und Auswahl
Bild: KI-generiert
Geschrieben von Michael Radtke · Zuletzt aktualisiert: 24. August 2026

Wallbox und Photovoltaik: Überschussladen, Förderung und Auswahl

Wallbox und Photovoltaik gehören besonders dann zusammen, wenn du dein Elektroauto gezielt mit eigenem Solarstrom laden willst. Eine Wallbox lädt schneller und sicherer als die Haushaltssteckdose – und entfaltet ihren vollen Wert erst zusammen mit einer Solaranlage. Mit Überschussladen tankst du genau den Sonnenstrom, den du sonst zu einem geringeren Wert ins Netz geben würdest. Dieser Ratgeber erklärt, wie das PV-Überschussladen technisch funktioniert, worauf du bei der Auswahl der Wallbox achtest, was bei Anschluss, Anmeldung und Förderung wichtig ist – und woran das Überschussladen in der Praxis am häufigsten scheitert.

Kurz beantwortet: Überschussladen funktioniert, wenn drei Dinge zusammenkommen: eine Messung, die den freien Solarstrom am Netzanschlusspunkt erkennt, eine Wallbox, die ihre Ladeleistung dynamisch regeln kann, und eine Steuerung, die beides verbindet. Fehlt eines davon, lädt das Auto zwar – aber nicht gezielt mit Sonnenstrom.

Für die Auswahl heißt das: Nicht jede Wallbox eignet sich, und nicht jede Kombination aus Wechselrichter, Zähler und Ladepunkt spricht dieselbe Sprache. Wer beides zusammen plant, spart sich das teure Nachrüsten. Die folgenden Anbieter decken die beiden Seiten ab – Technik und Installation.

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Warum eine Wallbox statt Steckdose?

Das Laden an der normalen Schukosteckdose ist langsam und für Dauerlast nicht ausgelegt – die Leitung und die Steckverbindung können sich erwärmen. Eine Wallbox lädt mit deutlich höherer Leistung, überwacht den Ladevorgang und ist als feste Installation genau für diese Belastung gebaut. Für alle, die regelmäßig zu Hause laden, ist sie die sichere und komfortable Lösung.

Der zweite Grund wird meist erst später wichtig: Eine Wallbox lässt sich steuern. Sie kann ihre Leistung anpassen, sich an ein Lastmanagement anschließen und mit der Solaranlage sprechen. Genau das kann eine Steckdose nicht – dort fließt entweder Strom oder nicht. Ohne diese Regelbarkeit gibt es kein Überschussladen.

Und drittens die Zeit: Über Nacht ist der Unterschied zwischen Steckdose und Wallbox für viele Fahrprofile egal. Sobald aber zwischendurch nachgeladen werden soll oder der Wagen mittags in der Sonne steht, wird aus einem Ladevorgang über viele Stunden einer über wenige.

Wie Überschussladen mit PV funktioniert

Der eigentliche Clou entsteht mit einer Solaranlage: Beim Überschussladen erkennt das System, wie viel Strom gerade übrig ist, und lädt das Auto genau mit diesem Überschuss. Statt den Sonnenstrom zu einem vergleichsweise geringen Wert einzuspeisen, steckst du ihn in die eigene Batterie auf Rädern.

Technisch läuft das in einer Schleife ab. Ein Zähler oder der Wechselrichter misst am Netzanschlusspunkt, ob gerade Strom ins Netz fließt. Fließt Strom hinaus, ist Überschuss vorhanden. Die Steuerung meldet der Wallbox, wie viel sie davon verwenden darf, und die Wallbox regelt ihre Ladeleistung entsprechend hoch oder herunter. Zieht im Haus jemand den Wasserkocher an, sinkt der Überschuss, und die Ladeleistung geht in denselben Sekunden zurück.

Daraus ergeben sich zwei praktische Konsequenzen. Erstens braucht das Auto nicht ständig zu laden – an einem wechselhaften Tag startet und pausiert der Vorgang mehrfach. Zweitens ist die Ladung nie so schnell wie am Netz, weil sie sich nach der Sonne richtet und nicht nach dem Terminkalender. Wer beides weiß, ist von den ersten Wochen nicht enttäuscht.

Wichtig zu wissen: Viele Anlagen kennen mehrere Betriebsarten. Reines Überschussladen nutzt ausschließlich Sonnenstrom und pausiert, wenn er nicht reicht. Ein Mischbetrieb füllt bis zu einer eingestellten Mindestleistung mit Netzstrom auf, damit der Wagen bis zur Abfahrt sicher fertig wird. Welche Variante die richtige ist, hängt davon ab, wie planbar deine Fahrten sind.

Voraussetzungen für PV-Überschussladen

Damit das Zusammenspiel klappt, müssen drei Bausteine zueinander passen. Sie sind der eigentliche Kern der Kaufentscheidung – wichtiger als jedes Datenblatt.

BausteinAufgabeWorauf du achten solltest
Messungerkennt am Netzanschlusspunkt, wie viel Strom gerade übrig istEin zusätzlicher Zähler oder ein passender Wechselrichter muss die Werte laufend liefern
Steuerbare Wallboxregelt die Ladeleistung dynamisch nach dem verfügbaren ÜberschussFeste Ladeleistung ohne Regelung reicht nicht; ausreichend ist ein Regelbereich in Stromstufen, Phasenumschaltung erweitert den nutzbaren Bereich
Energiemanagementverbindet beides und legt Prioritäten zwischen Haus, Speicher und Auto festHerstellersoftware oder offene Lösung – entscheidend ist, dass beide Geräte dieselbe Schnittstelle sprechen

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Der häufigste Stolperstein steckt in der letzten Spalte: Wallbox und Wechselrichter stammen von verschiedenen Herstellern und verstehen sich nicht oder nur eingeschränkt. Dann bleibt entweder eine Zusatzbox als Übersetzer oder der Verzicht auf die Automatik. Wer Geräte aus einer Produktwelt wählt oder vor dem Kauf die Kompatibilitätsliste prüft, erspart sich diesen Umweg.

Warum die Mindestladeleistung so oft im Weg steht

Ein Elektroauto nimmt Strom erst ab einer bestimmten Leistung an. Lädt die Wallbox dreiphasig, liegt diese Schwelle deutlich höher als einphasig – an einem trüben Tag oder am späten Nachmittag reicht der Überschuss dann schlicht nicht, um überhaupt zu starten. Wallboxen mit automatischer Phasenumschaltung lösen genau das: Sie beginnen einphasig, sobald ein kleiner Überschuss da ist, und schalten bei mehr Sonne auf drei Phasen hoch.

Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt von der Anlagengröße und vom Fahrprofil ab. Bei einer großen Anlage und einem Auto, das ohnehin meist nachts lädt, fällt es kaum ins Gewicht. Bei einer kleineren Anlage und einem Wagen, der tagsüber zu Hause steht, entscheidet die Umschaltung darüber, ob das Überschussladen an vielen Tagen überhaupt anspringt.

11 oder 22 kW?

Die meisten Privathaushalte fahren mit der kleineren Variante gut – sie lädt über Nacht locker voll und ist unkompliziert anzumelden. Ladeeinrichtungen sind vor Inbetriebnahme beim Netzbetreiber anzumelden. Überschreitet die Leistungsinanspruchnahme 12 kVA beziehungsweise ungefähr 11 kW, ist zusätzlich die vorherige Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich. Eine typische 11-kW-Wallbox ist daher anmeldepflichtig; eine 22-kW-Wallbox benötigt vorher die Zustimmung.

FrageKleinere VarianteGrößere Variante
Nutzt mein Auto die Leistung?bei den meisten Modellen janur bei Fahrzeugen mit entsprechendem Bordlader
Netzbetreiberanmeldepflichtig vor Inbetriebnahmezusätzlich vorherige Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich
Hausanschlussmeist unproblematischmuss die Leistung tatsächlich hergeben
Überschussladengut regelbargleicher Nutzen, höhere Einstiegsschwelle
Typischer FallLaden über Nacht oder tagsüber mit Sonnenstromkurze Standzeiten, mehrere Fahrzeuge, gewerbliche Nutzung

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Für das Überschussladen ist die Maximalleistung ohnehin zweitrangig. Entscheidend ist, wie weit die Wallbox nach unten regeln kann – denn dort spielt sich der Alltag ab, wenn Wolken ziehen und der Überschuss schwankt.

Wallbox auswählen: die Kriterien, die wirklich zählen

Datenblätter sind lang, die Entscheidung hängt aber an wenigen Punkten. Diese sechs Fragen führen zuverlässig zur passenden Wallbox:

  • Lässt sie sich dynamisch regeln? Ohne Regelbarkeit kein Überschussladen, egal was der Prospekt verspricht.
  • Beherrscht sie Phasenumschaltung? Der Unterschied zwischen „lädt an vielen Tagen“ und „lädt nur bei voller Sonne“.
  • Passt die Schnittstelle zu deinem Wechselrichter? Vor dem Kauf prüfen, nicht danach.
  • Fest angeschlagenes Kabel oder Steckdose? Kabel ist bequemer, die Buchse flexibler bei wechselnden Fahrzeugen.
  • Zugangsschutz nötig? Bei frei zugänglichem Stellplatz oder mehreren Nutzern eine echte Anforderung, sonst Beiwerk.
  • Wo steht sie? Außenmontage braucht Wetterschutz, Tiefgarage oft eine längere Zuleitung und ein Lastmanagement.

Was du dagegen getrost ignorieren kannst: bunte Apps mit Statistiken, die du nach drei Wochen nicht mehr öffnest. Sie ersetzen keine funktionierende Regelung.

Anschluss, Anmeldung und Genehmigung

Die Installation an der elektrischen Anlage muss durch ein Installationsunternehmen erfolgen, das in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Der Betrieb beurteilt dabei mehr als nur die Wandhalterung: Er prüft den Zustand der Verteilung, die Absicherung, den Fehlerstromschutz und den Weg der Zuleitung. Die Meldung beim Netzbetreiber beziehungsweise das Netzanschlussbegehren kann dagegen grundsätzlich auch der Anschlussnehmer oder Anschlussnutzer selbst stellen; zwingend ist ein eingetragener Installateur dafür nicht.

Praktisch läuft es meist so ab: Der Betrieb sieht sich die Situation an, meldet die Ladeeinrichtung beim Netzbetreiber an, installiert und nimmt in Betrieb. Bei Mietwohnungen muss die bauliche Veränderung mit dem Vermieter abgestimmt werden. Mieter können nach § 554 BGB grundsätzlich verlangen, dass ihnen eine angemessene bauliche Veränderung zum Laden eines Elektrofahrzeugs erlaubt wird; eine Ablehnung kommt insbesondere bei Unzumutbarkeit in Betracht. Wohnungseigentümer können nach § 20 Abs. 2 WEG angemessene bauliche Veränderungen zum Laden eines Elektrofahrzeugs verlangen; über die konkrete Durchführung wird im Rahmen der Gemeinschaft entschieden. Das ist der Punkt, an dem die meiste Zeit verlorengeht, wenn man ihn zu spät angeht.

Netzorientierte Steuerung nach § 14a EnWG

Für neu in Betrieb genommene private Wallboxen mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung gilt die verpflichtende Teilnahme an der netzorientierten Steuerung. Die Wallbox muss dem Netzbetreiber gemeldet werden; dieser kann bei einem lokalen Netzengpass den Netzbezug der steuerbaren Verbrauchseinrichtung zeitweise reduzieren.

Für eine einzelne Wallbox bleiben dabei grundsätzlich mindestens 4,2 kW Netzbezug verfügbar; der normale Haushaltsstrom wird nicht gedimmt. Im Gegenzug gibt es eine Netzentgeltreduzierung. Für das Überschussladen ändert sich dadurch wenig, weil dort ohnehin überwiegend eigener Solarstrom und nicht Netzbezug genutzt wird.

Reihenfolge, die sich bewährt hat: erst Stellplatz und Leitungsweg klären, dann Zustimmung einholen, danach Angebote einholen, anschließend Förderung prüfen und beantragen, und erst dann bestellen. Wer in dieser Reihenfolge bleibt, verschenkt weder Zuschüsse noch Zeit.

Förderung für Wallbox und Photovoltaik

Förderungen für Wallbox und PV wechseln je nach Region und Programm – Förderprogramme können je nach Zeitpunkt auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene sowie bei einzelnen Energieversorgern verfügbar sein. Ob aktuell ein passendes Programm offen ist, muss vor Bestellung beziehungsweise Vertragsabschluss geprüft werden.

Drei Punkte tauchen dabei fast immer auf. Erstens die Reihenfolge: Viele Programme verlangen den Antrag vor der Bestellung, ein nachträglicher Antrag geht dann ins Leere. Zweitens die Kombination: Manche Zuschüsse setzen voraus, dass die Wallbox mit eigenem Solarstrom betrieben wird, andere schließen eine Doppelförderung mit anderen Programmen aus. Drittens die Nachweise: Rechnung, Fachbetriebsbestätigung und die Anmeldung beim Netzbetreiber gehören meist dazu.

Weil sich die Programme laufend ändern, nennen wir hier bewusst keine Beträge. Maßgeblich sind die Bedingungen, die zum Zeitpunkt deines Antrags gelten.

Typische Fehler beim Überschussladen

Auf diese Punkte solltest du besonders achten:

  1. Wallbox ohne Regelbarkeit kaufen. Sie lädt zuverlässig – aber eben mit fester Leistung und damit auch aus dem Netz.
  2. Kompatibilität erst nach dem Kauf prüfen. Wenn Wechselrichter und Wallbox nicht miteinander reden, hilft nur eine Zusatzkomponente oder ein Tausch.
  3. Die Mindestladeleistung übersehen. Ohne Phasenumschaltung bleibt die Wallbox an schwächeren Tagen aus, obwohl Sonne da ist.
  4. Alle Verbraucher gleichzeitig bedienen wollen. Auto, Wärmepumpe und Speicher konkurrieren um denselben Überschuss – ohne Priorisierung gewinnt der Zufall.
  5. Zuerst bestellen, dann Förderung suchen. Die meisten Programme verlangen die umgekehrte Reihenfolge.

So sieht ein Ladetag mit Sonnenstrom aus

Vormittags läuft die Waschmaschine, die Anlage produziert mehr, als das Haus braucht. Die Wallbox startet einphasig mit kleiner Leistung. Gegen Mittag zieht die Sonne durch, der Überschuss wächst, die Wallbox schaltet auf drei Phasen hoch und lädt mit voller Kraft.

Am Nachmittag ziehen Wolken auf, die Leistung geht zurück, der Ladevorgang pausiert kurz und läuft danach weiter. Du merkst davon nichts, weil die Steuerung das ohne dein Zutun regelt. Am Abend steht im Zähler weniger eingespeiste Energie – und im Auto mehr Reichweite, die dich nichts zusätzlich gekostet hat.

An einem grauen Novembertag passiert dagegen wenig. Dann lädst du abends aus dem Netz oder stellst auf Mischbetrieb um. Genau deshalb ist Überschussladen kein Ersatz für eine normale Ladelösung, sondern ihre Verlängerung: Es holt an guten Tagen heraus, was ohne Automatik ungenutzt bliebe.

Schritt für Schritt zur eigenen Wallbox

  1. Stellplatz und Leitungsweg festlegen. Wo steht das Auto, wo ist der Verteiler, wie lang wird die Zuleitung? Das bestimmt einen großen Teil des Aufwands.
  2. Bestandsanlage aufnehmen. Welcher Wechselrichter, welcher Zähler, gibt es einen Speicher? Diese Angaben brauchst du für jedes Angebot.
  3. Zustimmung klären. In der Mietwohnung die bauliche Veränderung mit dem Vermieter abstimmen (§ 554 BGB), in der Eigentümergemeinschaft den Beschluss über die Durchführung herbeiführen (§ 20 Abs. 2 WEG). Früh angehen, das dauert am längsten.
  4. Fachbetriebe anfragen. Mehrere Angebote einholen und dabei ausdrücklich nach der Überschussfunktion und der Kompatibilität fragen.
  5. Förderung prüfen und beantragen. Vor der Bestellung, weil viele Programme das verlangen.
  6. Installieren, anmelden, einstellen. Nach der Inbetriebnahme die Betriebsart wählen und ein paar Tage beobachten, bevor du nachjustierst.
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Häufige Fragen

Warum eine Wallbox statt der Steckdose?

Die Haushaltssteckdose ist für langsames Gelegenheitsladen gedacht, nicht für stundenlange Dauerlast. Eine Wallbox lädt mit höherer Leistung, überwacht den Ladevorgang und ist als feste Installation für diese Belastung ausgelegt.

Was ist Überschussladen?

Beim Überschussladen lädt die Wallbox das Auto gezielt mit dem Solarstrom, der gerade nicht im Haus gebraucht wird. So nutzt du deinen Sonnenstrom selbst, statt ihn einzuspeisen. Dafür müssen Wallbox, Wechselrichter beziehungsweise Zähler und ein Energiemanagement zusammenspielen.

Was brauche ich technisch für PV-Überschussladen?

Drei Bausteine: eine Messung, die den Überschuss am Netzanschlusspunkt erkennt, eine steuerbare Wallbox, die ihre Ladeleistung dynamisch regeln kann, und eine Steuerung, die beides verbindet. Fehlt eines davon, lädt die Wallbox nur mit fester Leistung.

Funktioniert Überschussladen auch ohne Speicher?

Ja. Der Speicher ist keine Voraussetzung, er verändert nur die Prioritäten: Ohne Speicher geht der Überschuss direkt ins Auto, mit Speicher entscheidet die Steuerung, was zuerst bedient wird.

Was ist Phasenumschaltung und warum ist sie wichtig?

Eine dreiphasig ladende Wallbox braucht eine gewisse Mindestleistung, damit sie überhaupt startet. Kann sie auf eine Phase umschalten, sinkt diese Schwelle, und der Ladevorgang beginnt schon bei kleinerem Überschuss. Ohne Umschaltung bleibt die Wallbox an schwachen Tagen aus.

11 oder 22 kW – was ist besser?

Für die meisten Haushalte reicht die kleinere Variante: Sie lädt über Nacht voll und ist lediglich anmeldepflichtig. Eine 22-kW-Wallbox überschreitet 12 kVA beziehungsweise ungefähr 11 kW und benötigt deshalb vorher die Zustimmung des Netzbetreibers. Sie lohnt sich nur, wenn Fahrzeug und Hausanschluss die Leistung tatsächlich nutzen können.

Kann jedes Auto Überschussladen?

Die Steuerung übernimmt die Wallbox, nicht das Auto. Entscheidend ist, ob dein Fahrzeug einphasig oder dreiphasig lädt und ab welcher Leistung es den Ladevorgang annimmt. Das begrenzt, wie fein sich der Überschuss ausnutzen lässt.

Brauche ich einen Elektriker für die Wallbox?

Die Installation an der elektrischen Anlage muss durch ein Installationsunternehmen erfolgen, das in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Die Meldung beim Netzbetreiber kann dagegen grundsätzlich auch der Anschlussnehmer oder Anschlussnutzer selbst stellen.

Muss ich die Wallbox anmelden?

Ja, Ladeeinrichtungen sind vor Inbetriebnahme beim Netzbetreiber anzumelden. Überschreitet die Leistungsinanspruchnahme 12 kVA beziehungsweise ungefähr 11 kW, ist zusätzlich die vorherige Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich. Welche Formulare gelten, hängt vom jeweiligen Netzbetreiber ab.

Kann ich eine Wallbox nachträglich an eine bestehende PV-Anlage anschließen?

In vielen Fällen ja. Voraussetzung ist, dass sich der Überschuss messen lässt und Wallbox und Steuerung miteinander kommunizieren können. Ob dafür ein zusätzlicher Zähler oder ein Energiemanager nötig ist, klärt der Fachbetrieb anhand deiner Anlage.

Lohnt sich eine Wallbox ohne Photovoltaik?

Auch ohne Solaranlage ist sie schneller und für Dauerlast ausgelegt. Der wirtschaftliche Vorteil des Eigenverbrauchs entfällt dann allerdings; es bleibt der Komfort und die geeignete Installation.

Gibt es Förderung für Wallboxen?

Förderprogramme wechseln je nach Bund, Land, Kommune und Energieversorger und laufen teilweise nur zeitlich begrenzt. Prüfe den aktuellen Stand vor dem Kauf, weil viele Programme eine Antragstellung vor der Bestellung verlangen.

Kann ich die Förderung nachträglich beantragen?

Viele Programme setzen den Antrag vor Kauf oder Installation voraus. Wer erst bestellt und dann beantragt, geht deshalb häufig leer aus. Die Reihenfolge steht in den jeweiligen Förderbedingungen.

Was kostet eine Wallbox mit Installation?

Das hängt von Gerät, Leitungsweg, Absicherung und Aufwand vor Ort ab und lässt sich nicht pauschal beziffern. Mehrere Angebote von Fachbetrieben zeigen die Spanne für deine Situation.

Wallbox und Wärmepumpe gleichzeitig - geht das?

Technisch ja, wirtschaftlich konkurrieren beide um denselben Überschuss. Ein Energiemanagement legt fest, welcher Verbraucher Vorrang hat, damit sich die Geräte nicht gegenseitig ausbremsen.

Was ist bidirektionales Laden?

Dabei kann Energie nicht nur ins Auto fließen, sondern auch wieder heraus, etwa ins Haus. Für bidirektionales Laden müssen Fahrzeug und Ladeeinrichtung dafür ausgelegt sein. Bei einer Rückspeisung ins öffentliche Netz gelten zusätzlich die einschlägigen Netzanschluss-, Mess- und technischen Anforderungen; für rückspeisefähige Ladeeinrichtungen sind die geltenden technischen Anschlussregeln und Nachweisverfahren zu beachten.

Glossar: die wichtigsten Begriffe

Die Fachbegriffe rund um Wallbox und Überschussladen in je einem Satz:

Wallbox

Fest installierte Ladeeinrichtung für Elektroautos, ausgelegt auf regelmäßiges Laden über mehrere Stunden.

Überschussladen

Laden mit dem Teil des Solarstroms, der im Haus gerade nicht gebraucht wird und sonst eingespeist würde.

Eigenverbrauch

Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, den du selbst nutzt statt ihn ins Netz zu geben.

Einspeisung

Abgabe des nicht selbst genutzten Solarstroms ins öffentliche Netz.

Energiemanagement

Steuerung, die Erzeugung und Verbrauch abgleicht und entscheidet, welcher Verbraucher wann Strom bekommt.

Netzanschlusspunkt

Übergabestelle zwischen Hausinstallation und öffentlichem Netz. Dort wird gemessen, ob gerade Überschuss vorhanden ist.

Smart Meter

Digitaler Zähler mit Kommunikationsanbindung, der Verbrauchs- und Einspeisewerte laufend bereitstellt.

Phasenumschaltung

Fähigkeit einer Wallbox, zwischen ein- und dreiphasigem Laden zu wechseln, damit sie auch bei kleinem Überschuss lädt.

Ladeleistung

Leistung, mit der das Auto geladen wird. Beim Überschussladen wird sie laufend an den verfügbaren Solarstrom angepasst.

Netzorientierte Steuerung (§ 14a EnWG)

Pflicht zur Teilnahme für neue private Wallboxen über 4,2 kW. Der Netzbetreiber kann den Netzbezug bei Engpass zeitweise reduzieren; mindestens 4,2 kW bleiben verfügbar.

Lastmanagement

Verteilung der verfügbaren Anschlussleistung auf mehrere Verbraucher oder Ladepunkte, damit die Grenze nicht überschritten wird.

Wechselrichter

Wandelt den Gleichstrom der Solarmodule in Wechselstrom um und liefert die Daten, aus denen sich der Überschuss ableiten lässt.

Anmeldung beim Netzbetreiber

Meldung der Ladeeinrichtung vor Inbetriebnahme. Über 12 kVA beziehungsweise ungefähr 11 kW ist zusätzlich die vorherige Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich.

Eingetragenes Installationsunternehmen

Betrieb, der in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist und deshalb an der elektrischen Anlage arbeiten darf.

Bidirektionales Laden

Zweiwegbetrieb, bei dem Energie auch aus der Fahrzeugbatterie zurückfließen kann. Fahrzeug und Ladeeinrichtung müssen dafür ausgelegt sein; bei Rückspeisung ins Netz gelten zusätzliche technische Anforderungen.

Ladekabel Typ 2

In Europa übliche Steckverbindung für das Laden an Wallbox und öffentlicher Ladesäule.

Zuleitung

Elektrische Verbindung vom Verteiler zur Wallbox. Länge und Ausführung bestimmen einen großen Teil des Installationsaufwands.

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