Indien klagt 8 Personen im 20-Mio.-Dollar-Betrugsfall mit Coinbase-Bezug an
Bild: KI-generiert
Geschrieben von Michael Radtke · Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026

Indien klagt 8 Personen im 20-Mio.-Dollar-Betrugsfall mit Coinbase-Bezug an

Indiens Finanzermittlungsbehörde hat im Juni 2026 Anklage gegen acht Beschuldigte erhoben, die über gefälschte Coinbase-Websites mehr als 20 Millionen Dollar in Kryptowährungen erbeutet haben sollen. Die Masche ist ein Lehrstück über die häufigste Gefahr im Krypto-Alltag: nicht der gehackte Tresor, sondern die täuschend echte Fälschung, auf der Nutzer freiwillig ihre Zugangsdaten und sogar ihre Zwei-Faktor-Codes eingeben. Was passiert ist – und vor allem, wie du dich genau davor schützt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Indiens Enforcement Directorate hat acht Beschuldigte (sechs Personen, zwei Firmen) angeklagt.
  • Über gefälschte Coinbase-Websites wurden Zugangsdaten und 2FA-Codes abgegriffen.
  • Mehr als 20 Mio. Dollar wurden von Hunderten Opfern gestohlen und über Krypto und P2P gewaschen.
  • Vermögen im Wert von rund 6,8 Mio. Dollar wurde vorläufig beschlagnahmt; es gilt die Unschuldsvermutung.
  • Wie du dich vor genau dieser Masche schützt, zeigt der Leitfaden Krypto-Vermögen schützen.

Was passiert ist

Indiens Enforcement Directorate (ED) hat vor einem Sondergericht in Neu-Delhi eine Anklageschrift nach dem Geldwäschegesetz eingereicht. Genannt werden der Hauptbeschuldigte Chirag Tomar, fünf weitere Personen sowie zwei Firmen – insgesamt acht Beschuldigte. Tomar, ein indischer Staatsbürger, wurde bereits in den USA festgenommen und dort zu 60 Monaten Haft verurteilt; die indischen Ermittler sicherten Beweise über internationale Rechtshilfekanäle und verfolgen den Fall nun mit Blick auf Geldwäsche und die Rückgewinnung von Vermögenswerten. Vorläufig wurden Vermögen im Wert von rund 6,8 Millionen Dollar beschlagnahmt. Für die in Indien Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

8Beschuldigte (6 Personen, 2 Firmen)
20+ Mio. $gestohlene Kryptowerte
~6,8 Mio. $Vermögen beschlagnahmt
Hundertegeschädigte Opfer

Wie die Masche funktionierte

Der Fall zeigt exemplarisch, wie eine professionelle Phishing-Operation aufgebaut ist – Schritt für Schritt.

Die Angriffskette in vereinfachter Form:
  1. Die Täter bauten täuschend echte Kopien der Coinbase-Seite (samt gefälschter „Coinbase Pro"-Version) und lockten Nutzer teils über manipulierte Suchergebnisse dorthin.
  2. Auf der Fake-Seite gaben Opfer Zugangsdaten und 2FA-Codes ein – die direkt bei den Tätern landeten.
  3. Teils gaben sich die Täter als Coinbase-Support aus und ließen sich per Fernwartungssoftware Zugriff auf die Geräte der Opfer geben.
  4. Mit dem Zugang wurden die Kryptobestände abgezogen, über viele Wallets verschleiert, per P2P in Rupien getauscht und in Autos und Immobilien umgewandelt.

Besonders bitter: Selbst die Zwei-Faktor-Authentifizierung schützte hier nicht, weil die Opfer ihren Code direkt auf der gefälschten Seite eingaben und die Täter ihn in Echtzeit weiterverwendeten. Wie solche Maschen aussehen, zeigt Krypto-Scams erkennen, und wie man gefälschte Seiten und Apps enttarnt, erklärt Gefälschte Wallet-App erkennen.

Warum das jeden treffen kann

Gefälschte Börsen-Seiten und falscher Support gehören zu den häufigsten und erfolgreichsten Krypto-Angriffen überhaupt – gerade weil sie keine technische Schwachstelle ausnutzen, sondern das Vertrauen der Nutzer. Eine Suche nach „Coinbase Login", ein Klick auf das vermeintlich richtige Ergebnis, und schon ist man auf einer Fälschung. Wie gefälschte Börsen-Warnungen per SMS und Telefon dazukommen, zeigt Krypto-Phishing per SMS und Telefon. Und durch KI werden diese Fälschungen immer überzeugender – Hintergrund in KI-Betrug und Krypto-Betrug 2026. Der wichtigste Punkt: Die größte Schwachstelle sitzt oft zwischen Bildschirm und Stuhl – also bei uns selbst.

So schützt du dich vor gefälschten Börsen-Seiten

Konkrete Maßnahmen gegen genau diese Masche:
  • Nie über Links oder Suchergebnisse einloggen – die echte Börse immer über ein selbst gesetztes Lesezeichen oder die offizielle App aufrufen.
  • URL prüfen – Schreibweise, Domain und Verschlüsselung kontrollieren, bevor du irgendetwas eingibst.
  • 2FA per Sicherheitsschlüssel oder App statt SMS und einen Anti-Phishing-Code aktivieren – siehe Börsenkonto absichern und SIM-Swapping und 2FA.
  • Niemals Fernzugriff gewähren – kein echter Support lässt sich per Fernwartung auf dein Gerät schalten.
  • Falscher Support ist Betrug – echter Support fragt nie nach Seed-Phrase, Passwort oder 2FA-Code.
  • Den Kern selbst verwahren – was in deiner eigenen Cold Storage liegt, kann keine Fake-Login-Seite abgreifen.

Der letzte Punkt ist der wirksamste: Wer seine langfristigen Bestände in Selbstverwahrung hält, entzieht sie dem Zugriff jeder gefälschten Börsen-Seite – das ist der Kern von Not your keys, not your coins und Wer seine Coins auf Börsen lagert. Woran du erkennst, dass doch etwas schiefgelaufen ist, zeigt die Warnzeichen einer kompromittierten Wallet, und wie alle Bausteine zusammenwirken, beschreibt Das vollständige Sicherheitssystem.

Wenn du betroffen bist: Trenne das Gerät vom Netz, sichere – soweit noch möglich – verbliebene Bestände auf eine sichere, neue Wallet, ändere Passwörter von einem sauberen Gerät aus, kontaktiere die echte Börse nur über offizielle Wege und erstatte Anzeige. Hüte dich danach vor Recovery-Scams, bei denen angebliche Retter ein zweites Mal abkassieren. Und behalte im Blick, dass gestohlene Daten oft für weitere Angriffe genutzt werden – Stichwort Identitätsdiebstahl.

Mach dich zum schlechtesten Ziel für solche Maschen

Dieser Fall zeigt, wie schnell ein einziger Login auf der falschen Seite ein ganzes Vermögen kostet. Der Leitfaden „Krypto-Vermögen schützen" zeigt dir Schritt für Schritt, wie du Phishing erkennst, deine Konten absicherst und deine Coins so verwahrst, dass keine gefälschte Seite, kein falscher Support und kein Fernzugriff sie je erreicht.

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Häufige Fragen zum Coinbase-Betrugsfall

Was genau wirft Indien den Beschuldigten vor?
Die Enforcement Directorate hat acht Beschuldigte – sechs Personen und zwei Firmen – im Zusammenhang mit einem Betrug über gefälschte Coinbase-Websites angeklagt, bei dem mehr als 20 Millionen Dollar gestohlen worden sein sollen. Es handelt sich um eine Anklage nach dem Geldwäschegesetz; es gilt die Unschuldsvermutung.
Wurde echtes Coinbase gehackt?
Nein. Die Täter haben nicht Coinbase selbst gehackt, sondern täuschend echte Kopien der Website gebaut, um Nutzer zur Eingabe ihrer Zugangsdaten und 2FA-Codes zu verleiten. Der Angriff zielte auf die Nutzer, nicht auf die Börse.
Wie kamen die Täter an die Coins der Opfer?
Über gefälschte Login-Seiten griffen sie Zugangsdaten und Zwei-Faktor-Codes ab, teils gaben sie sich als Support aus und nutzten Fernwartungssoftware. Mit diesem Zugang zogen sie die Bestände ab und wuschen sie über viele Wallets und P2P-Tausch.
Warum half die Zwei-Faktor-Authentifizierung nicht?
Weil die Opfer ihren 2FA-Code direkt auf der gefälschten Seite eingaben und die Täter ihn in Echtzeit weiterverwendeten. Gegen solche Echtzeit-Phishing-Seiten schützt vor allem ein Hardware-Sicherheitsschlüssel und das Prinzip, nie über Links einzuloggen.
Wie erkenne ich eine gefälschte Börsen-Seite?
Prüfe die genaue Schreibweise der Domain und die Verschlüsselung, miss Suchergebnissen und Links nicht blind Vertrauen und rufe die Börse nur über ein selbst gesetztes Lesezeichen oder die offizielle App auf. Im Zweifel: nichts eingeben.
Was ist das größte Warnsignal bei falschem Support?
Jede Aufforderung, deine Seed-Phrase, dein Passwort oder einen 2FA-Code preiszugeben oder Fernzugriff auf dein Gerät zu gewähren. Echter Support verlangt das nie. Solche Bitten bedeuten praktisch immer Betrug.
Schützt Selbstverwahrung vor dieser Masche?
Sie schützt deinen langfristigen Kern: Coins in deiner eigenen Cold Storage können nicht über eine gefälschte Börsen-Login-Seite abgegriffen werden. Wichtig bleibt, beim Signieren von Transaktionen ebenso wachsam zu sein und nie blind zu bestätigen.
Was bedeutet die Vermögensbeschlagnahme?
Indische Behörden haben Vermögen im Wert von rund 6,8 Millionen Dollar vorläufig sichergestellt, das mit den mutmaßlichen Taterträgen in Verbindung steht. Das soll verhindern, dass die Werte verschoben werden, und kann später der Rückführung dienen.
Was kann ich tun, wenn ich Opfer wurde?
Trenne das Gerät vom Netz, sichere verbliebene Bestände auf eine neue, saubere Wallet, ändere Passwörter von einem sauberen Gerät, kontaktiere die echte Börse über offizielle Wege und erstatte Anzeige. Hüte dich danach vor Recovery-Scams.
Bedeutet die Anklage, dass alle schuldig sind?
Nein. Eine Anklageschrift ist keine Verurteilung. Der Hauptbeschuldigte wurde zwar in den USA bereits verurteilt, für die in Indien Beschuldigten gilt jedoch bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.
Wie schütze ich mein Krypto-Vermögen grundsätzlich?
Indem du nie über Links einloggst, starke 2FA nutzt, niemals Fernzugriff gewährst, falschen Support erkennst und deinen langfristigen Bestand in Selbstverwahrung hältst. Einen vollständigen Plan dafür bündelt der Leitfaden „Krypto-Vermögen schützen".

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Quellen: Berichterstattung von The Block, crypto.news, MEXC und CoinLaw zur Anklageschrift der indischen Enforcement Directorate gegen Chirag Tomar und weitere Beschuldigte im Coinbase-Spoofing-Fall, ergänzt um US-Gerichtsangaben. Stand: Juni 2026. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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