Anker SOLIX Solarbank oder Growatt NOAH? Der Vergleich, der nicht bei den Preisen aufhört
Bild: KI-generiert
Geschrieben von Michael Radtke · Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026

Energie · Balkonspeicher · Direktvergleich

Anker SOLIX Solarbank oder Growatt NOAH? Der Vergleich, der nicht bei den Preisen aufhört

Alle vergleichen die Preisschilder – und übersehen dabei die drei Punkte, die tatsächlich entscheiden: Ob ein Wechselrichter dabei ist, ob du im Blackout Strom hast, und ob der Speicher im Januar überhaupt noch lädt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Preisvergleich ist irreführend. Die Anker Solarbank hat den Wechselrichter integriert. Beim Growatt NOAH kommt einer obendrauf. Wer Sticker-Preise vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen.
  • Anker kann Notstrom. Die Solarbank hat eine Blackout-Steckdose – bei Balkonspeichern die Ausnahme, nicht die Regel.
  • Growatt kann Winter. Der NOAH bringt einen Heizmodus zum Frostschutz mit. Warum das entscheidend ist, steht weiter unten – und es ist der Punkt, den fast alle übersehen.
  • Beide sind stapelbar. Beide wachsen mit. Die Frage ist nicht, welcher „besser“ ist, sondern welcher zu deinem Balkon, deinem Winter und deinem Notfallplan passt.

Der Fehler, den fast jeder Vergleich macht

Du liest zwei Preise und hältst den niedrigeren für das bessere Angebot. Nur misst du damit nicht dasselbe.

Die Anker SOLIX Solarbank ist ein Komplettsystem: Der Wechselrichter steckt bereits im Gehäuse. Du brauchst keinen separaten kaufen, keinen zusätzlichen montieren, keinen weiteren ins WLAN bringen.

Der Growatt NOAH ist ein reiner Speicher. Der Wechselrichter kommt dazu – als eigenes Gerät, mit eigenem Preis. In den Komplettsets ist er meist enthalten, beim Einzelkauf des Speichers nicht.

Rechne deshalb immer den Systempreis, nie den Gerätepreis. Ein günstiger Speicher, zu dem ein Wechselrichter fehlt, ist kein günstiger Speicher. Und umgekehrt: Ein höherer Preis mit integriertem Wechselrichter kann unterm Strich das billigere System sein. Vergleich Sets mit Sets – nicht Kartons mit Kartons.

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Wechselrichter integriert · Blackout-Steckdose

⭐ Der Punkt, den kein Preisvergleich nennt: Dein Akku lädt im Winter nicht

Das ist der wichtigste Absatz auf dieser Seite, und du wirst ihn woanders kaum finden.

Lithium-Akkus lassen sich unter null Grad nicht laden. Das ist keine Marotte einzelner Hersteller, sondern Chemie: Wird eine Lithiumzelle bei Minusgraden geladen, lagert sich metallisches Lithium an der Anode ab statt sich einzulagern. Das zerstört die Zelle dauerhaft – und kann sie im schlimmsten Fall gefährlich machen. Deshalb verweigert ein vernünftiges Batteriemanagement bei Frost schlicht den Ladevorgang.

Was das für dich heißt: Ein Balkonspeicher, der draußen hängt, hört im Januar auf zu laden. Die Sonne scheint, die Module liefern – und der Akku nimmt nichts an. Genau in dem Monat, in dem dein Strom am teuersten und dein Ertrag am knappsten ist.

Die Lösung ist eine Heizfunktion. Der Growatt NOAH bringt einen Heizmodus zum Frostschutz mit: Die Zellen werden auf Betriebstemperatur gebracht, bevor geladen wird. Das kostet ein wenig Energie – und rettet dir den ganzen Winter.

Frag dich deshalb zuerst: Wo steht das Ding eigentlich?

  • Draußen am Balkon, ungeschützt: Du brauchst eine Heizfunktion. Ohne sie kaufst du einen Speicher, der ein Viertel des Jahres pausiert.
  • Im Keller, im Flur, in der Abstellkammer: Kein Thema. Dort wird es nicht frostig, und du kannst frei wählen.
  • Auf dem geschützten Balkon, unter Dach: Grenzfall. Prüf nach, ab welcher Temperatur dein Wunschgerät das Laden einstellt – die Herstellerangabe steht im Datenblatt, nicht im Werbetext.

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Heizmodus für Frostschutz · IP66 · stapelbar

Der zweite Punkt: Hast du im Blackout Strom?

Die meisten Balkonspeicher sind netzgekoppelt – fällt das Netz aus, schalten sie ab. Voller Akku, dunkle Wohnung. Warum das so ist und warum es Vorschrift ist, haben wir in unserem Beitrag zum Notstrom bei Blackout ausführlich erklärt.

Die Anker Solarbank ist hier eine der Ausnahmen: Sie hat eine Notstrom-Steckdose, an der du im Stromausfall direkt Verbraucher anschließen kannst. Kein ganzes Haus – aber Kühlschrank, Router, Licht und Ladegeräte.

Ehrliche Einordnung: Das ist eine Steckdose, keine Ersatzstromversorgung. Dein Haus läuft nicht einfach weiter – du steckst bewusst um. Für ein paar hundert Euro Aufpreis ist das trotzdem die günstigste Blackout-Vorsorge, die du bekommen kannst. Und sie ist ohne Elektriker nutzbar, was man von einer echten Ersatzstromanlage nicht sagen kann.

Wenn Notstrom für dich ein Kaufgrund ist, ist das ein starkes Argument für Anker. Wenn nicht – sei ehrlich zu dir selbst und zahl nicht dafür.

Die harten Unterschiede im Überblick

 Anker SOLIX SolarbankGrowatt NOAH
WechselrichterIntegriert. Kein Zusatzgerät nötig.Separat. Kommt beim Einzelkauf dazu.
NotstromJa – Blackout-Steckdose am Gerät.Nicht als Standard.
FrostschutzHerstellerangabe prüfen.Heizmodus zum Frostschutz.
AußeneinsatzJe nach Modell – Schutzklasse prüfen.Auf robusten Außeneinsatz ausgelegt (IP66).
ErweiterungModular stapelbar, mehrstufig.Modular stapelbar – Batterien werden schlicht übereinandergesetzt.
MPP-TrackerMehrere (Pro-Modelle) – erlaubt Module in verschiedenen Ausrichtungen.Mehrere – ebenfalls für geteilte Ausrichtungen geeignet.
Typischer EinstiegEtwas höher – dafür Komplettsystem.Günstiger – Wechselrichter noch dazurechnen.

Modellpflege ist bei beiden Herstellern schnell. Prüf die konkreten Werte deiner Wunschgeneration im Datenblatt – wir nennen hier bewusst keine Zahlen, die in drei Monaten falsch sind.

Der dritte Punkt: Wie viele MPP-Tracker brauchst du?

Ein unterschätztes Kriterium, das darüber entscheidet, ob dein Balkon überhaupt taugt.

Wenn deine Module in dieselbe Richtung zeigen, ist ein Tracker genug. Sobald du aber Module auf zwei Seiten hängst – etwa Ost und West, um Morgen- und Abendsonne mitzunehmen – brauchst du getrennte Regelkreise. Sonst zieht die schwächere Seite die stärkere mit nach unten.

Beide Systeme bieten in ihren größeren Varianten mehrere Tracker. Wenn du eine geteilte Ausrichtung planst – und für Berufstätige ist Ost/West oft die klügere Wahl als reines Süd – dann ist das ein Ausstattungsmerkmal, an dem du nicht sparen solltest.

Wo kaufen – und worauf du beim Preis achten musst

Vorsicht bei Rabattcodes. Beide Systeme werden ständig mit wechselnden Aktionscodes beworben. Diese Codes laufen aus, ändern sich monatlich und gelten oft nur für bestimmte Sets. Ein Preis, den du in einem Artikel liest, ist morgen falsch – auch in diesem hier würden wir keinen nennen, weil er dich in die Irre führen würde.

Was du stattdessen tust: Vergleich zwei, drei Händler am selben Tag, mit demselben Set-Zuschnitt, inklusive Versand. Und rechne den Wechselrichter mit ein, wenn er nicht dabei ist.

Ein Detail, das gerne untergeht: Versandkosten. Ein Speicher ist schwer, und der Versand schlägt spürbar zu Buche. Manche Händler bieten Selbstabholung an mehreren Standorten an – wer in der Nähe wohnt, spart die Versandkosten komplett. Das kann den Preisvorteil zwischen zwei Anbietern kippen.

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Anker, Growatt, EcoFlow & TSUN · Abholung an mehreren Standorten möglich

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Zweiter Händler · immer am selben Tag vergleichen

Unsere Empfehlung – nach Situation, nicht nach Marke

Nimm die Anker Solarbank, wenn: Der Speicher geschützt steht (Keller, Flur, überdachter Balkon), du Notstrom willst, und du ein System ohne Bastelei suchst. Der integrierte Wechselrichter macht die Installation deutlich einfacher – und der Systempreis ist näher am Growatt, als die Zahlen auf den ersten Blick suggerieren.

Nimm den Growatt NOAH, wenn: Der Speicher draußen steht und dem Winter ausgesetzt ist. Der Heizmodus ist dann kein Komfortmerkmal, sondern die Voraussetzung dafür, dass das Gerät im Januar überhaupt arbeitet. Auch wenn du bereits einen passenden Wechselrichter hast, verschiebt sich die Rechnung klar zu seinen Gunsten.

Und wenn du unsicher bist: Klär zuerst den Standort. Diese eine Frage entscheidet mehr als jeder Preisvergleich. Erst wenn du weißt, wo der Speicher steht, weißt du, welche Ausstattung du brauchst – und erst dann lohnt sich der Blick aufs Preisschild.

Häufige Fragen

Lädt ein Balkonspeicher auch im Winter?

Nur bedingt. Lithium-Akkus lassen sich unter dem Gefrierpunkt nicht laden – das Batteriemanagement verweigert den Ladevorgang, weil sonst die Zellen dauerhaft geschädigt würden. Ein Speicher, der ungeschützt draußen steht, pausiert deshalb bei Frost. Abhilfe schafft eine Heizfunktion, die die Zellen vor dem Laden auf Betriebstemperatur bringt – der Growatt NOAH bringt einen solchen Frostschutz mit.

Braucht die Anker Solarbank einen separaten Wechselrichter?

Nein. Bei der Anker SOLIX Solarbank ist der Wechselrichter bereits im Gerät integriert. Beim Growatt NOAH ist er ein eigenes Gerät und muss beim Einzelkauf des Speichers zusätzlich eingerechnet werden. Deshalb sind reine Gerätepreise zwischen beiden Systemen nicht direkt vergleichbar.

Habe ich mit einem Balkonspeicher Strom bei Stromausfall?

Nur wenn der Speicher eine ausdrückliche Notstromfunktion hat. Die meisten Systeme sind netzgekoppelt und schalten bei Netzausfall ab – auch bei vollem Akku. Die Anker Solarbank gehört zu den Ausnahmen und bietet eine Notstrom-Steckdose, an der sich einzelne Verbraucher betreiben lassen. Ein vollwertiger Ersatzstrombetrieb für das ganze Haus ist das jedoch nicht.

Kann ich beide Speicher erweitern?

Ja, beide Systeme sind modular aufgebaut und lassen sich durch zusätzliche Batteriemodule vergrößern. Wichtig ist, vorab zu prüfen, bis zu welcher Gesamtkapazität die jeweilige Generation ausgelegt ist – und ob die Erweiterungsmodule zur vorhandenen Basiseinheit passen.

Wie viele MPP-Tracker brauche ich?

Zeigen alle Module in dieselbe Richtung, genügt ein Tracker. Werden Module unterschiedlich ausgerichtet – etwa nach Osten und Westen – sind mehrere getrennte Regelkreise nötig, damit die schwächere Seite die stärkere nicht ausbremst.

Weiterlesen

Dieser Beitrag stellt zwei Systeme gegenüber. Wenn du das Feld breiter aufziehen willst, hilft der große Balkonkraftwerk-Speicher-Vergleich zwischen EcoFlow, Anker SOLIX, Growatt und TSUN weiter. Dort geht es nicht nur um zwei Kandidaten, sondern um die vier Systeme, die den deutschen Markt derzeit prägen. Vor allem die Kapazitätsfrage wird dort ausführlicher behandelt: Die verbreitete Faustregel, sich am Jahresverbrauch zu orientieren, führt bei Balkonspeichern regelmäßig zu überdimensionierten und damit unwirtschaftlichen Geräten. Maßgeblich ist stattdessen dein Abendverbrauch, also die Strommenge, die du nach Sonnenuntergang tatsächlich noch abrufst. Wer diese Zahl kennt, trifft die Kaufentscheidung deutlich sicherer.

Die Notstromfunktion der Anker Solarbank ist ein starkes Argument, sie wird aber oft missverstanden. Warum eine ganz normale Solaranlage bei einem Stromausfall trotzdem abschaltet, erklären wir in einem eigenen Beitrag ausführlich. Der Grund ist der gesetzlich vorgeschriebene Netz- und Anlagenschutz, der Rückspeisung ins tote Netz verhindert und damit Monteure schützt. Eine Blackout-Steckdose am Speicher umgeht dieses Problem nur für die Geräte, die du bewusst dort einsteckst. Wer dagegen möchte, dass das Haus im Stromausfall weiterläuft, braucht eine echte Ersatzstromlösung mit Netztrennung, und die gehört zwingend in die Hand einer Elektrofachkraft.

Beide Systeme werden häufig am Balkon montiert, und genau dort beginnen die praktischen Probleme. Für Mietwohnungen haben wir deshalb eine eigene Anleitung zum Balkonkraftwerk ohne Bohren und ohne Streit mit dem Vermieter geschrieben. Sie erklärt, welche Halterungen ohne Dachdurchdringung und ohne Eingriff in die Bausubstanz auskommen und warum das Gewicht der Module am Geländer wichtiger ist als die Wattzahl auf dem Datenblatt. Außerdem findest du dort einen Formulierungsvorschlag für das Gespräch mit dem Vermieter, der die typischen Einwände vorwegnimmt. Gerade wenn der Speicher später noch dazukommen soll, lohnt es sich, die Statik von Anfang an mitzudenken.

Bevor du dich für ein konkretes Modell entscheidest, solltest du die grundsätzliche Frage klären, ob sich ein Speicher bei dir überhaupt rechnet. Unsere Kaufberatung zum Balkonkraftwerk mit Speicher samt Wirtschaftlichkeitsrechnung geht genau dieser Frage nach. Ein Speicher kostet Geld, verliert bei jeder Ladung und Entladung Energie und amortisiert sich nur dann, wenn du den gespeicherten Strom auch wirklich abrufst. Bei Haushalten, die tagsüber ohnehin viel Strom verbrauchen, kann der Speicher sogar die schlechtere Investition sein als ein zusätzliches Modul. Diese Rechnung solltest du einmal für deinen Haushalt gemacht haben, bevor du dreistellige Beträge in Akkukapazität steckst.

Und noch ein Schritt davor: Du kannst deinen Speicher nicht sinnvoll dimensionieren, wenn du deinen eigenen Verbrauch nicht kennst. Wie du ihn misst, zeigen wir im Beitrag zu smarten Steckdosen mit Energiemonitoring. Eine Messsteckdose für wenige Euro verrät dir binnen weniger Tage, welche Geräte deine Grundlast erzeugen und wie viel Strom abends tatsächlich fließt. Häufig sind es Kühlschrank, Router und Standby-Verbraucher, die den Sockel bilden, an dem sich die Speichergröße orientieren sollte. Diese Messung kostet dich fast nichts und verhindert, dass du für Kapazität bezahlst, die nie genutzt wird.

Alle weiteren Beiträge rund um Photovoltaik, Speicher, Notstrom und Stromkosten findest du gebündelt in unserer Rubrik Energie.

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Wechselrichter integriert · Notstrom-Steckdose

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Frostschutz-Heizmodus · für den Außeneinsatz

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Einordnung und ersetzt keine individuelle Beratung. Angaben zu Ausstattung und Funktionen beruhen auf Herstellerangaben und können sich zwischen Modellgenerationen unterscheiden – prüfe Notstromfunktion, Frostschutz, Schutzklasse und Erweiterbarkeit vor dem Kauf im Datenblatt deines konkreten Modells. Preise und Aktionscodes ändern sich laufend und werden hier bewusst nicht genannt. Die Anmeldung im Marktstammdatenregister bleibt verpflichtend.

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