Coldcard-Entropiefehler nach 594-BTC-Diebstahl: Welche Seeds bei Mk2, Mk3, Mk4, Mk5 und Q betroffen sind und wie die Migration abläuft
Am 30. Juli 2026 wurden innerhalb von 25 Minuten rund 594 Bitcoin in etwa 500 Transaktionen aus Hunderten Adressen abgezogen. Der Hersteller Coinkite veröffentlichte am selben Tag eine Sicherheitswarnung für seine Coldcard-Hardware-Wallets: Ein Fehler in der Firmware führte dazu, dass bei der Erzeugung der Seed-Phrase nicht der Hardware-Zufallsgenerator arbeitete, sondern ein vorhersagbarer Software-Generator. Betroffen sind Seeds, die seit März 2021 auf diesen Geräten erzeugt wurden. Und anders als die erste Kurzmeldung nahelegte, betrifft das nicht nur die alte Mk3. Das Finanzunternehmen Block, das den Fehler unabhängig untersucht hat, spricht ausdrücklich von laufender Ausnutzung. Hier steht, welche Geräte in welchem Ausmaß betroffen sind, warum ein Firmware-Update allein nichts rettet, und wie die Migration Schritt für Schritt abläuft.
Am 30. Juli 2026 zwischen 01:31 und 01:56 UTC wurden 1.324 Bitcoin-Beträge in rund 500 Transaktionen bewegt – innerhalb von drei Blöcken, ausschließlich von Einzelsignatur-Adressen. Danach wurden 562 BTC auf einer einzigen Adresse gebündelt.
Coinkite nennt vorläufig rund 40 Bit. Block widerspricht: Bei bekannter Gerätekennung, bekanntem Zeitgeberstand und bekannter Aufrufhistorie ist die Erzeugung deterministisch – dann gibt es nichts mehr zu raten. Betroffen ist die Firmware-Reihe 4.x.
Coinkite nennt vorläufig rund 72 Bit. Block zeigt: Aus den Sicherheitschips gelangen nur vier Byte, also 32 Bit, in die Nachsaat. Mehr als rund 4 Milliarden unterscheidbare Varianten gibt es damit nicht – und das ist keine kryptografische Sicherheit von 72 Bit.
Version 4.2.0 für die Mk3, Version 5.6.0 für Mk4 und Mk5, Version 1.5.0Q für die Q. Sie erzeugt neue Seeds wieder korrekt. Ein bereits vorhandener Seed wird dadurch nicht repariert – er muss neu erzeugt und das Guthaben umgezogen werden.
Was am 30. Juli passiert ist
Zuerst fiel die Blockchain auf, nicht der Hersteller. In den frühen Morgenstunden des 30. Juli 2026 begannen jahrelang unbewegte Adressen gleichzeitig, ihre Bestände abzugeben. Rob Hamilton, Chef des Bitcoin-Unternehmens AnchorWatch, veröffentlichte die erste Analyse: 1.324 Beträge, verteilt auf rund 500 Transaktionen, alle innerhalb eines Zeitfensters von drei Blöcken. Jede geleerte Adresse war eine Einzelsignatur-Adresse, jede enthielt mehr als 0,15 BTC, keine einzige war eine Taproot-Adresse. Die Coins stammten aus den Jahren 2021 bis 2026. Wie viele Personen dahinterstehen, lässt sich daraus nicht ablesen – eine Wallet kann viele Adressen führen.
Dieses Muster ist der eigentliche Hinweis. Ein Angreifer, der einzelne Nutzer über Phishing hereinlegt, trifft sie nicht alle in derselben Viertelstunde. Dass Hunderte Adressen in einem eng begrenzten Zeitfenster geleert wurden, deutet auf einen gemeinsamen technischen Angriffsweg hin und nicht auf einzelne, voneinander unabhängige Phishingfälle. Wenige Stunden später veröffentlichte Coinkite die Sicherheitswarnung, kurz darauf einen ausführlichen Technikbeitrag.
Was ausdrücklich noch offen ist: Coinkite hat den Zusammenhang zwischen diesem Diebstahl und dem Entropiefehler bis jetzt nicht offiziell bestätigt. Zeitpunkt, Adressmuster und der Zeitraum der betroffenen Coins passen zusammen, ein technischer Nachweis der Verbindung steht aber aus. Die Sicherheitswarnung selbst gilt unabhängig davon.
Der Fehler: die falsche Zufallsfunktion im Programm
Eine Seed-Phrase ist nur so gut wie der Zufall, aus dem sie entsteht. Zwölf oder vierundzwanzig Wörter, die aus echtem Zufall stammen, sind nicht zu erraten. Zwölf Wörter, die aus einem berechenbaren Muster stammen, sind nachbaubar – von jedem, der das Muster kennt.
Genau das ist passiert. Die Coldcard besitzt einen echten Hardware-Zufallsgenerator, und Coinkite hatte dafür eigenen Code geschrieben. Beim Zusammenbauen der Firmware wurde jedoch eine gleichnamige Funktion aus einer fremden Programmbibliothek eingebunden – ein reiner Software-Zufallsgenerator, der aus Gerätekennung und Zeitgeberwerten gespeist wird. Beide Funktionen hießen gleich und sahen für den Übersetzer identisch aus, deshalb fiel der Tausch nicht auf.
Eine Sicherung dagegen gab es sogar. Sie prüfte allerdings nur, ob ein bestimmter Schalter im Programm gesetzt ist, nicht ob er auf „ein“ steht. Coinkite hatte ihn auf null gesetzt, weil man beide Varianten nicht zu brauchen glaubte. Die Sicherung sah einen gesetzten Schalter, meldete nichts, und der Bau lief durch. In die Erzeugung der Seed-Phrasen kam dieser Fehler mit einer Code-Umstellung im März 2021. Coinkite nennt in seiner Warnung Version 4.0.1, Block weist den fehlerhaften Pfad bereits in Version 4.0.0 nach. Praktisch muss deshalb die gesamte Firmware-Reihe 4.x als betroffen gelten.
In einem Satz: Das Gerät hat jahrelang so getan, als würfle es – tatsächlich hat es gerechnet. Und was gerechnet wird, lässt sich nachrechnen.
Welche Geräte betroffen sind – und in welchem Ausmaß
Hier weichen die meisten Meldungen von der Faktenlage ab. Coinkites erste, kurze Warnung nannte ausdrücklich nur die Mk3 und erklärte Mk4, Q und Mk5 nach früher Analyse für nicht betroffen. Der eigene Technikbeitrag vom selben Tag korrigiert das: Auch diese Modelle zogen den Großteil ihrer Zufallswerte aus derselben fehlerhaften Quelle. Bei ihrer Entwicklung war zusätzlich Zufall aus den beiden Sicherheitschips beigemischt worden – als Rückversicherung der Rückversicherung. Diese Beimischung verbessert die Lage erheblich, hebt sie aber nicht auf das angestrebte Niveau.
| Gerät | Firmware bei der Seed-Erzeugung | Bewertung | Was zu tun ist |
|---|---|---|---|
| Mk1 | alle Versionen bis 3.0.6 | außerhalb des Fehlers | Von diesem Fehler nicht betroffen |
| Mk2 und Mk3 | bis 3.2.2 | nutzt den echten Hardware-Zufallsgenerator | Von diesem Fehler nicht betroffen |
| Mk2 und Mk3 | 4.0.0 bis 4.1.9 | bestätigt betroffen, keine sichere Nachsaat | Firmware 4.2.0 oder neuer für die Mk3, danach neuen Seed erzeugen und migrieren. Den vorhandenen Seed als kompromittiert behandeln |
| Mk4 | ab Serienversion 5.0.0 | betroffen, Nachsaat auf 32 Bit begrenzt | Firmware 5.6.0 oder neuer, danach neuen Seed erzeugen und migrieren |
| Q | alle Serienversionen | gleiche Konstruktion wie Mk4 | Firmware 1.5.0Q oder neuer, danach neuen Seed erzeugen und migrieren |
| Mk5 | alle Serienversionen | gleiche Konstruktion wie Mk4 | Firmware 5.6.0 oder neuer, danach neuen Seed erzeugen und migrieren |
| Opendime, Tapsigner, Satscard | – | andere Codebasis | Von diesem Fehler nicht betroffen |
Zur Versionsangabe gibt es eine Unstimmigkeit, die man kennen sollte. Coinkite warnt in der Kurzwarnung ab Version 4.0.1 und nennt dort 5.0.3 als letzte Mk3-Version; in derselben Warnung wird für den Würfelweg aber eine Mk3 mit 4.1.9 beschrieben, und Block ordnet den fehlerhaften Pfad bereits Version 4.0.0 vom 17. März 2021 zu und führt 4.1.9 als letzte betroffene Mk2- und Mk3-Version. Praktisch heißt das: Wurde der Seed auf einer Mk2 oder Mk3 mit einer Firmware der Reihe 4.x erzeugt, gilt er als betroffen.
Bei den Sicherheitszahlen gehen Hersteller und unabhängige Prüfer auseinander, und der Unterschied ist wichtig. Coinkite nennt vorläufig rund 40 Bit für Mk2 und Mk3 und rund 72 Bit für die neueren Geräte. Block kommt zu einer nüchterneren Lesart.
| Gerät | Coinkite, vorläufig | Block, unabhängige Analyse |
|---|---|---|
| Mk2 und Mk3 mit 4.x | rund 40 Bit | Bei bekannter Gerätekennung, Zeitgeberstand und Aufrufhistorie deterministisch. Sind die Zeitgeberwerte unbekannt, liegt die Obergrenze bei etwa 2 hoch 40,7 – eine Obergrenze, keine Sicherheit |
| Mk4, Mk5 und Q | rund 72 Bit | Höchstens 2 hoch 32 sicher unterscheidbare Varianten, im Mittel rund 2 hoch 31 Versuche. Der Wert von etwa 73 Bit ist nur eine großzügige Obergrenze und ausdrücklich keine kryptografische Sicherheit |
Warum die Bit-Angaben nicht beruhigen dürfen: 128 Bit gelten als praktisch unangreifbar. Die genannten Zahlen sind keine erreichte Sicherheit, sondern Obergrenzen unter günstigen Annahmen. Aus den Sicherheitschips gelangen bei den neueren Geräten nur vier Byte in die Nachsaat – gut vier Milliarden Möglichkeiten. Wie aufwendig ein Angriff tatsächlich ist, hängt davon ab, wie genau ein Angreifer Gerätekennung, Startzeitpunkt und Aufrufhistorie eingrenzen kann. Block betont ausdrücklich, dass daraus nicht folgt, dass jeder Angreifer sofort jeden Seed wiederherstellt – und dass ein vollständiger praktischer Durchlauf nicht vorgelegt wurde. Ersetzt werden müssen die Seeds trotzdem, auf allen betroffenen Geräten.
Bin ich betroffen? Die vier Fragen
Geh die Fragen der Reihe nach durch. Sie entscheiden, wie eilig es ist.
- Auf welchem Gerät wurde die Seed-Phrase erzeugt? Entscheidend ist nicht, wo die Coins heute liegen, sondern auf welchem Gerät die Wörter entstanden sind. Eine auf einer Mk3 erzeugte Seed-Phrase bleibt gefährdet, auch wenn du sie längst in ein anderes Wallet eingetragen hast.
- Welche Firmware lief damals? Wurde die Seed-Phrase vor Firmware 4.0.0 erzeugt, also vor März 2021, bist du von diesem Fehler nicht betroffen.
- Hast du eine starke und einzigartige BIP-39-Passphrase verwendet? Gemeint ist das zusätzliche Wort, oft „25. Wort“ genannt – nicht die PIN des Geräts. Eine lange, zufällige, nirgendwo sonst verwendete Passphrase bildet eine eigene Barriere; Coinkite stuft das Risiko dann als gering ein. Ein einzelnes Wort, ein Name, ein Zitat, eine vertraute Redewendung oder ein wiederverwendetes Passwort zählt ausdrücklich nicht – solche Passphrasen lassen sich mitraten. Coinkite empfiehlt die Migration auch mit Passphrase.
- Hast du beim Erzeugen gewürfelt? Wer damals mindestens 50 unabhängige, private Würfe eines fairen Würfels eingebracht hat, hat Zufall von außen zugeführt, den das Gerät nicht schwächen konnte. Coinkite sieht solche Seeds durch diesen Fehler allein nicht als gefährdet an.
Bleibt nach diesen vier Fragen ein Ja beim Gerät und ein Nein bei Passphrase und Würfeln, dann gilt: Seed-Phrase als kompromittiert behandeln und migrieren. Nicht abwarten, ob etwas passiert.
Wenn die Mk3 dein einziges Gerät ist: Seit dem 31. Juli 2026 gibt es auch für dieses Modell eine korrigierte Firmware – Version 4.2.0 oder neuer. Der Weg lautet damit: aktualisieren, danach einen vollständig neuen Seed erzeugen und das Guthaben umziehen. Das Update allein reicht nicht, der alte Seed bleibt schwach. Wenn die Migration nicht sofort möglich ist, beschreibt Coinkite als Zwischenschritt eine starke, einzigartige Passphrase auf der Mk3, in deren Wallet die Mittel bewegt werden – als Überbrückung, nicht als Lösung. Als fortgeschrittene Alternative gibt es auf einer leeren Mk3 den Weg Import Existing > Dice Rolls mit mindestens 99 unabhängigen Würfen eines fairen Würfels. Dieser Weg verrechnet die Wurffolge direkt und umgeht den Gerätegenerator vollständig. Wichtig: nicht den normalen Weg über „New Wallet“ nehmen, der nutzt den fehlerhaften Generator. Die Wurffolge ist Schlüsselmaterial – niemals fotografieren, digital speichern oder an einem vernetzten Rechner eingeben.
Aktualisiert am 31. Juli 2026: Coinkite hat seine Sicherheitswarnung im Tagesverlauf ergänzt. Korrigierte Firmware liegt jetzt für alle betroffenen Modellreihen vor – Version 4.2.0 oder neuer für die Mk3, 5.6.0 oder neuer für Mk4 und Mk5, 1.5.0Q oder neuer für die Q. Für den älteren Mk2 nennt der Hersteller keine eigene Version. An der Kernaussage ändert das nichts: Ein Update repariert keinen Seed, der mit betroffener Firmware erzeugt wurde.
Warum das Firmware-Update allein nichts rettet
Das ist der Punkt, an dem die meisten Leser aussteigen – und der teuerste, wenn man ihn überliest. Coinkite hat eine Notfall-Firmware veröffentlicht: zunächst Version 5.6.0 für Mk4 und Mk5 sowie Version 1.5.0Q für die Q, im Lauf des 31. Juli 2026 nachgereicht auch Version 4.2.0 für die Mk3. Diese Firmware erzeugt neue Seed-Phrasen wieder korrekt.
Sie repariert aber keine bestehende Seed-Phrase. Die Wörter, die dein Gerät vor Monaten oder Jahren ausgegeben hat, sind bereits entstanden. Ein Update ändert daran nichts, so wenig wie ein neues Schloss den Schlüssel ändert, den schon jemand nachgemacht hat. Wer nach dem Update einfach weitermacht, hat ein aktuelles Gerät mit einem alten, geschwächten Geheimnis.
Ebenso wenig hilft es, die Seed-Phrase in ein anderes Wallet zu übertragen. Der Seed ist das Problem, nicht das Gerät, das ihn anzeigt. Er bleibt in jeder Software und auf jeder Hardware derselbe schwache Seed.
Der einzige verlässliche Weg: ein komplett neuer Seed, erzeugt auf einem Gerät mit korrigierter Firmware oder auf einem nicht betroffenen Gerät – und danach das Guthaben von der alten auf die neue Wallet überweisen. Alles andere ist Kosmetik.
Was Passphrase und Würfel wirklich ändern
Zwei Nutzergewohnheiten haben sich in diesem Fall ausgezahlt, und beide sind es wert, künftig zur Regel zu werden.
Die BIP-39-Passphrase ist ein zusätzliches, frei gewähltes Wort oder eine Zeichenfolge, die zu den Seed-Wörtern hinzukommt. Sie erzeugt eine völlig andere Wallet. Wer den Seed kennt, aber die Passphrase nicht, steht vor einer leeren Hülle. Coinkite stuft das Risiko für solche Nutzer als gering ein. Wichtig ist dabei zweierlei: Die Passphrase gehört getrennt von den Seed-Wörtern aufbewahrt, und jede Passphrase erzeugt eine gültige Wallet – auch eine mit Tippfehler. Deshalb vor jeder Einzahlung den Wallet-Fingerabdruck prüfen.
Eigene Würfelwürfe bringen Zufall von außen ins Gerät, den keine fehlerhafte Software wegrechnen kann. Coinkite nennt mindestens 50 unabhängige, private Würfe als Schwelle, ab der ein so erzeugter alter Seed durch diesen Fehler allein nicht als gefährdet gilt, und empfiehlt für neu erzeugte Seeds mindestens 99 Würfe. Das dauert ein paar Minuten und ist die billigste Versicherung gegen genau diese Art von Fehler.
Beide Verfahren haben denselben Kern: Sie machen dich unabhängig davon, ob der Hersteller alles richtig gemacht hat. Und genau darum geht es bei Selbstverwahrung.
Die Migration Schritt für Schritt
Ruhig arbeiten, jeden Schritt prüfen, erst mit einem kleinen Betrag testen. Der häufigste Schaden nach so einer Meldung entsteht nicht durch den Angreifer, sondern durch Hektik.
- Zielgerät festlegen. Entweder eine Coldcard mit der Notfall-Firmware oder ein Gerät eines anderen Herstellers. Wer dem Hersteller nach diesem Vorfall nicht mehr vertrauen will, wechselt – das ist eine legitime Entscheidung und kein Vertrauensbruch am Bitcoin-Prinzip.
- Falls Coldcard bleibt: zuerst die Firmware aktualisieren. Version 4.2.0 oder neuer für die Mk3, Version 5.6.0 oder neuer für Mk4 und Mk5, Version 1.5.0Q oder neuer für die Q. Erst danach einen Seed erzeugen, nie vorher.
- Neuen Seed erzeugen. Auf dem aktualisierten oder neuen Gerät. Empfohlen ist zusätzlich eine starke, eindeutige BIP-39-Passphrase. Sofern das gewählte Gerät eine dokumentierte und sichere Beimischung eigener Entropie unterstützt, können außerdem mindestens 99 private Würfelwürfe verwendet werden – das ist nicht bei jedem Hersteller vorgesehen.
- Seed und Passphrase getrennt sichern. Die Wörter gehören auf Papier oder besser auf Metall, die Passphrase an einen anderen Ort. Niemals beides zusammen, niemals als Foto, niemals in einer Notiz-App oder Cloud.
- Gerät neu starten und prüfen. Fingerabdruck der Wallet und eine Empfangsadresse kontrollieren. Bei Passphrasen ist dieser Schritt Pflicht, weil ein Tippfehler stillschweigend eine andere Wallet erzeugt.
- Kleine Testüberweisung. Erst einen kleinen Betrag auf die neue Wallet schicken, Empfang bestätigen, dann erst den Rest.
- Guthaben umziehen. Von der alten auf die neue Wallet. Bei größeren Beständen in mehreren Schritten, damit ein Fehler nicht alles trifft.
- Alte Sicherungen behalten, bis alles bestätigt ist. Erst wenn die neue Wallet nachweislich funktioniert und das Guthaben angekommen ist, die alten Unterlagen vernichten.
Wenn ein neues Gerät her muss, ist die Auswahl der eigentliche Punkt – nicht die Marke, sondern die Frage, wie das Gerät seinen Zufall erzeugt. Die folgenden Geräte sind von diesem Coldcard-Fehler nicht betroffen. Ihre Verfahren zur Zufallsgewinnung unterscheiden sich allerdings deutlich. Prüfe vor dem Kauf, welche unabhängigen Quellen das jeweilige Modell kombiniert und ob eine eigene Eingabe von Zufall, etwa per Würfel, überhaupt vorgesehen ist – bei manchen Herstellern ist das ein Verfahren für Fortgeschrittene und kein Standardweg.
Trezor: Geräte im Herstellershop Modelle, Ausführungen und Verfügbarkeit direkt beim Hersteller prüfen · Anzeige Foundation Passport: air-gapped, offene Firmware Ausstattung und Lieferbarkeit beim Hersteller prüfen · Anzeige ERA Wallet: Kartenformat mit fünf Zufallsquellen Ausführungen und Lieferumfang beim Hersteller prüfen · AnzeigeWer bei Coldcard bleiben will
Für einen Wechsel spricht das verlorene Vertrauen. Für das Bleiben spricht, wie Coinkite mit dem Fall umgegangen ist: Die Warnung stand innerhalb von Stunden öffentlich auf der eigenen Downloadseite, der Technikbeitrag benennt den Fehler bis in die Zeile, die Notfall-Firmware kam am selben Tag, und die unabhängige Analyse eines Wettbewerbers wird im eigenen Beitrag verlinkt. Das ist mehr Offenheit, als viele Hersteller nach einem solchen Vorfall zeigen.
Wer bleibt, sollte allerdings ein Gerät mit aktueller Firmware nehmen und den neuen Seed mit eigenen Würfelwürfen erzeugen. Die aktuellen Modelle sind die Mk5 und die Q; die Mk4 ist der ältere, kompaktere Vorgänger, die Mk3 gilt als Auslaufmodell, hat aber am 31. Juli 2026 noch eine korrigierte Firmware erhalten.
Bezug über den deutschen Fachhändler. Coinkite betreibt kein eigenes Partnerprogramm; wir verlinken deshalb auf einen deutschen Fachhändler, der seine Geräte nach eigenen Angaben direkt vom Hersteller oder über offizielle Distributoren bezieht. Bei Hardware-Wallets ist die Bezugsquelle der wichtigere Punkt als der Preis. Mit dem Gutscheincode alarm im Bestellvorgang bekommst du fünf Prozent Rabatt.
Der neue Seed braucht eine Sicherung, die das überlebt
Bei der Migration entsteht eine neue Seed-Phrase, und die wird meistens dort notiert, wo gerade Papier liegt. Das ist der Moment, in dem viele den zweiten Fehler nach dem ersten machen. Papier überlebt keinen Wasserschaden und keinen Brand, und ein Foto der Wörter macht aus einem Hardware-Wallet ein Online-Wallet.
Eine Metallsicherung kostet einmalig etwas und löst das Problem dauerhaft. Sie ist außerdem der Teil der Ausstattung, der herstellerunabhängig funktioniert: Wenn du in fünf Jahren das Gerät wechselst, bleiben die eingestanzten Wörter lesbar.
Für die neue Seed-Phrase ist eine feuer- und wasserfeste Metallsicherung die sinnvollste Ergänzung. Sie wird einmal beschriftet und danach nie wieder angefasst – anders als Papier, das man irgendwann „sicherheitshalber“ abfotografiert.
Trezor Keep Metal: Seed-Sicherung aus Metall Ausführungen und Verfügbarkeit beim Hersteller prüfen · AnzeigeNicht nur die Seed-Phrase: was sonst noch aus derselben Quelle kommt
Dieser Teil steht in kaum einer Meldung, ist aber für manche Nutzer der wichtigere. Derselbe fehlerhafte Zufallsstrom versorgte laut Blocks Analyse nicht nur die Erzeugung der Wallet, sondern auch mehrere Nebenfunktionen des Geräts.
- Papier-Wallets. Hier wird der Zufallswert direkt als privater Schlüssel verwendet, ohne Umweg über Seed-Wörter. Die zugehörige öffentliche Adresse erlaubt es einem Angreifer, Kandidaten durchzuprobieren, bis die Adresse passt. Die Variante mit Würfeln umgeht diesen Weg.
- Zufällige Seed-XOR-Aufteilungen. Wer seinen Seed per Zufallsmaske in Teile zerlegt hat, sollte wissen: Die Maske stammt aus derselben Quelle. Die voreingestellte deterministische Aufteilung ist davon nicht betroffen.
- Klonen und verschlüsselte USB-Verbindungen. Die dafür erzeugten kurzlebigen Schlüssel stammen ebenfalls aus diesem Strom.
- Key Teleport und Web2FA. Auch hier werden temporäre Schlüssel und Kennwörter aus derselben Quelle gezogen.
- Erzeugte Kennwörter in den Secure Notes. Zweimaliges Erzeugen verdoppelt die Stärke nicht, weil beide Ergebnisse aus demselben kleinen Zustand stammen.
Nicht jede dieser Funktionen ist gleich kritisch, und selbst eingegebene Kennwörter sind nicht betroffen. Wer eine dieser Funktionen aber ernsthaft genutzt hat, sollte die damit erzeugten Geheimnisse genauso behandeln wie den Seed: ersetzen.
Was der Fall über „air-gapped“ sagt
Die Coldcard wird seit Jahren als besonders sicheres Gerät beworben, weil sie ohne Netzverbindung arbeitet. Das stimmt auch – und hat hier nichts genützt. Kein Angreifer musste ins Gerät hinein. Es hat sein Geheimnis von sich aus vorhersagbar erzeugt.
Das ist die Lehre, die über diesen Hersteller hinausreicht: Air-gapped beschreibt, wie ein Gerät kommuniziert, nicht wie gut es rechnet. Die Trennung vom Netz schützt gegen einen ganzen Angriffsweg, aber nicht gegen Fehler in der Erzeugung von Schlüsseln, nicht gegen manipulierte Lieferketten und nicht gegen den Nutzer, der die Wörter abfotografiert. Wer Sicherheit an einem einzigen Merkmal festmacht, hat immer eine offene Flanke.
Ebenso ernüchternd ist der Punkt „offener Quellcode“. Der Coldcard-Code war die ganze Zeit öffentlich einsehbar. Der Fehler steckte trotzdem über vier Jahre unentdeckt darin, weil niemand die eine unscheinbare Stelle prüfte, an der zwei gleichnamige Funktionen um denselben Platz konkurrierten. Offener Code macht Prüfung möglich, er ersetzt sie nicht.
Der KI-Aspekt, den Coinkite selbst anspricht
Bemerkenswert offen äußert sich der Hersteller zur Frage, wie der Fehler gefunden wurde. Coinkite schreibt, man habe von dem Fehler bis zu diesem Tag nichts gewusst; da der Quellcode immer öffentlich war, müsse man annehmen, dass jemand ältere Firmware-Versionen mit Hilfe von KI durchgesehen und die Stelle dabei gefunden hat. Und weiter: Wenige Wochen zuvor habe man selbst eines der besten verfügbaren KI-Modelle auf den eigenen Code angesetzt, um Sicherheitsprobleme zu finden – dieser Fehler war nicht darunter.
Warum das über diesen Fall hinausweist: Angreifer und Verteidiger haben dieselben Werkzeuge. Was sich verschiebt, ist der Aufwand: Alten, offen liegenden Code systematisch nach subtilen Fehlern zu durchsuchen, war früher Spezialistenarbeit über Wochen. Für jedes Projekt, dessen Quellcode öffentlich liegt, heißt das: Der Bestand an unentdeckten Altlasten wird gerade neu durchgekämmt – von beiden Seiten.
Die Fehler, die jetzt richtig teuer werden
Nach einer Meldung dieser Größe folgt regelmäßig eine zweite Angriffswelle, die nichts mehr mit der ursprünglichen Lücke zu tun hat. Sie richtet sich an verunsicherte Nutzer.
- Angebliche Support-Mails oder Anrufe. Kein seriöser Hersteller fragt nach deiner Seed-Phrase, nie, unter keinem Vorwand. Auch nicht zur „Prüfung, ob du betroffen bist“.
- Gefälschte Prüf-Werkzeuge. Webseiten, die anbieten, deine Seed-Phrase oder deinen Fingerabdruck „auf Betroffenheit zu testen“, sind der Angriff. Es gibt keinen Grund, Seed-Wörter irgendwo einzugeben.
- Hektische Migration auf ein gebrauchtes Gerät. Wer jetzt schnell ein günstiges Gerät aus zweiter Hand nimmt, tauscht ein bekanntes Risiko gegen ein unbekanntes. Hardware-Wallets werden ausschließlich neu und aus geschlossener Lieferkette gekauft.
- Die Passphrase mit auf denselben Zettel schreiben. Damit ist sie keine zweite Sicherung mehr, sondern nur ein längerer erster Schlüssel.
- Firmware aus einer Suchmaschinenanzeige laden. Firmware kommt vom Hersteller und wird vor dem Einspielen geprüft, nicht aus dem erstbesten Suchergebnis.
Was das für Selbstverwahrung insgesamt bedeutet
Es wäre die falsche Schlussfolgerung, Bitcoin jetzt zurück auf eine Börse zu schieben. Der Vorfall betrifft eine Firmware-Reihe eines Herstellers, nicht das Prinzip, eigene Schlüssel zu halten. Wer sein Guthaben einer Handelsplattform überlässt, tauscht ein kalkulierbares technisches Risiko gegen ein Gegenparteirisiko, und die Geschichte der Branche ist bei diesem Tausch nicht freundlich.
Die richtige Schlussfolgerung ist eine andere: Verlass dich nicht auf ein einzelnes Bauteil und nicht auf einen einzelnen Hersteller. Gegen genau diesen Fehler hätten zwei Dinge geholfen: eigener Zufall bei der Erzeugung, also Würfelwürfe, und eine starke, einzigartige Passphrase. Beide kosten nur Zeit. Eine getestete Sicherung gehört ebenfalls zur Grundausstattung, hätte hier aber nichts verhindert – sie schützt gegen Verlust, nicht gegen einen berechenbaren Schlüssel.
Und ein praktischer Punkt zum Schluss: Alle geleerten Adressen waren Einzelsignatur-Adressen. Eine Multisig-Konstruktion kann hier schützen – aber nur, wenn das nötige Quorum aus Schlüsseln besteht, die nicht betroffen sind. Block stellt ausdrücklich klar: Sind in einer Multisig-Konstruktion ausschließlich betroffene Geräte im Einsatz, bleibt das Problem bestehen. Der Schutz entsteht durch ein ausreichendes Quorum unabhängig erzeugter Schlüssel, die nicht alle von derselben Schwachstelle betroffen sind. Geräte verschiedener Hersteller verringern zusätzlich das Risiko, dass ein gemeinsamer Firmware- oder Konstruktionsfehler alle Schlüssel auf einmal trifft.
Ehrlich dazugehört auch die Kehrseite: Multisig kostet zusätzliche Geräte und damit Geld, und die Anforderungen an Sicherung und Wiederherstellung steigen deutlich. Für kleinere Bestände ist das Verhältnis oft nicht sinnvoll – dort tragen Würfelzufall, Passphrase und ein sauberes Backup den größten Teil der Sicherheit.
Transparenz und Quellen: Die technischen Angaben stammen aus der Sicherheitswarnung von Coinkite und dem ausführlichen Technikbeitrag zum Entropiefehler, beide vom 30. Juli 2026, sowie aus der unabhängigen Analyse von Block. Die Angaben zum Ablauf des Diebstahls beruhen auf der öffentlichen On-Chain-Auswertung von Rob Hamilton (AnchorWatch) und der Berichterstattung darüber; die zugrunde liegenden Transaktionen sind in der Bitcoin-Blockchain öffentlich nachprüfbar. Wo Coinkite und Block unterschiedliche Einschätzungen abgeben, sind beide genannt. Stand: 31. Juli 2026 – die Untersuchung läuft, einzelne Angaben können sich ändern. Die mit „Anzeige“ gekennzeichneten Verweise sind Partnerlinks: Kaufst du darüber, erhalten wir eine Provision, für dich ändert sich nichts. Preise und Verfügbarkeit stehen beim jeweiligen Anbieter und sind dort tagesaktuell und verbindlich.
Häufige Fragen zum Coldcard-Entropiefehler
Ist meine Coldcard betroffen?
Betroffen sind Seed-Phrasen, die seit März 2021 auf einer Coldcard erzeugt wurden. Bei Mk2 und Mk3 gilt die Firmware-Reihe 4.x als betroffen – Coinkite warnt ab 4.0.1, Block sieht den fehlerhaften Pfad schon in 4.0.0, letzte Version dieser Geräte war 4.1.9. Mk4, Mk5 und Q sind ebenfalls betroffen, dort ist die zusätzliche Absicherung auf 32 Bit begrenzt. Seeds, die auf Mk2 oder Mk3 mit Version 3.2.2 oder älter entstanden sind, nutzen den echten Hardware-Zufallsgenerator und sind nicht betroffen.
Sind Mk4, Mk5 und Q nun betroffen oder nicht?
Ja, sie sind betroffen. Die erste Kurzwarnung von Coinkite nannte sie nach früher Analyse unbetroffen; der ausführliche Technikbeitrag des Herstellers vom selben Tag korrigiert das. Aus den Sicherheitschips gelangen nur vier Byte in die Nachsaat, also höchstens rund vier Milliarden unterscheidbare Varianten. Das ist besser als bei Mk2 und Mk3, aber weit von den angestrebten 128 Bit entfernt. Für diese Geräte gibt es eine Notfall-Firmware, und die Seeds müssen trotzdem ersetzt werden.
Reicht es, die Firmware zu aktualisieren?
Nein. Die Notfall-Firmware – 5.6.0 für Mk4 und Mk5, 1.5.0Q für die Q – erzeugt neue Seed-Phrasen wieder korrekt, repariert eine bestehende aber nicht. Wer betroffen ist, muss einen komplett neuen Seed erzeugen und das Guthaben dorthin umziehen.
Hilft es, die Seed-Phrase in ein anderes Wallet zu übertragen?
Nein. Der Seed selbst ist das Problem. Er bleibt in jeder anderen Software und auf jeder anderen Hardware derselbe geschwächte Seed. Nur ein neu erzeugter Seed löst das.
Was ist, wenn ich eine Passphrase benutze?
Das hängt von der Passphrase ab. Eine lange, zufällige, nirgendwo sonst verwendete Passphrase senkt das Risiko nach der frühen Analyse von Coinkite deutlich. Ein einzelnes Wort, ein Name, ein Zitat, eine bekannte Redewendung oder ein wiederverwendetes Passwort reicht ausdrücklich nicht – so etwas lässt sich mitraten. Gemeint ist immer die BIP-39-Passphrase, nicht die Geräte-PIN. Sie gehört getrennt von den Seed-Wörtern aufbewahrt und darf niemals auf einer Webseite oder einem fremden Gerät eingegeben werden. Coinkite empfiehlt die Migration auch dann.
Sind Opendime, Tapsigner und Satscard betroffen?
Nein. Diese Coinkite-Produkte nutzen eine andere Codebasis und sind von diesem Fehler nicht betroffen.
Wie viel wurde gestohlen und hängt das sicher mit dem Fehler zusammen?
Am 30. Juli 2026 wurden zwischen 01:31 und 01:56 UTC rund 594 BTC in etwa 500 Transaktionen aus Hunderten Einzelsignatur-Adressen abgezogen. Wie viele Personen dahinterstehen, lässt sich aus den Blockchain-Daten nicht ableiten. Coinkite hat den technischen Zusammenhang zwischen diesem Diebstahl und dem Entropiefehler bislang nicht offiziell bestätigt; Block spricht in seiner Analyse von laufender Ausnutzung der Schwachstelle.
Sollte ich meine Bitcoin jetzt lieber auf eine Börse legen?
Das wäre der falsche Schluss. Der Fehler betrifft eine Firmware-Reihe eines Herstellers, nicht das Prinzip der Selbstverwahrung. Wer auf eine Handelsplattform ausweicht, tauscht ein technisches Risiko gegen das Risiko, dass die Gegenseite ausfällt. Sinnvoller sind eigene Würfelwürfe bei der Erzeugung, eine Passphrase, eine getestete Sicherung und bei größeren Beträgen eine Multisig-Konstruktion über verschiedene Gerätetypen.
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Die Passphrase als 25. Wort – in diesem Fall war sie der Unterschied zwischen Totalverlust und Schulterzucken, und trotzdem verzichten die meisten Nutzer darauf. Dort steht, wie eine Passphrase technisch wirkt, warum jede Eingabe eine gültige Wallet erzeugt und was passiert, wenn man sie vergisst. Genau diese Kehrseite ist der Grund, warum sie nicht für jeden geeignet ist. Wer sie einsetzt, sollte die Aufbewahrung vorher durchdacht haben.
Firmware sicher aktualisieren – die Notfall-Version muss auf das Gerät, bevor ein neuer Seed entsteht, und genau dieser Schritt ist der Moment, in dem gefälschte Updates ihr Ziel finden. Dort steht, woher Firmware kommen darf, wie sich die Echtheit prüfen lässt und woran man untergeschobene Dateien erkennt. Nach einer öffentlichen Sicherheitsmeldung steigt die Zahl solcher Fälschungen erfahrungsgemäß deutlich.
Das Backup testen, bevor es zählt – bei der Migration entsteht eine neue Seed-Phrase, und ob sie funktioniert, weiß man erst, wenn man sie einmal zurückgespielt hat. Dort ist beschrieben, wie eine Wiederherstellungsprobe abläuft, ohne dass dabei Guthaben in Gefahr gerät. Das ist der Schritt, den fast alle auslassen und den fast alle brauchen, sobald ein Gerät ausfällt.
Offener oder geschlossener Quellcode – der Coldcard-Code lag jahrelang öffentlich, und der Fehler blieb trotzdem unentdeckt. Das ist kein Argument gegen offenen Code, aber eines gegen die Annahme, dass Offenheit automatisch Prüfung bedeutet. Dort steht, was offener Quellcode tatsächlich leistet, wo seine Grenzen liegen und welche Fragen man einem Hersteller unabhängig davon stellen sollte.
Air-gapped erklärt – die Trennung vom Netz hat in diesem Fall nichts genützt, weil das Gerät sein Geheimnis von sich aus vorhersagbar erzeugt hat. Dort wird erklärt, wogegen ein Luftspalt wirklich schützt, welche Angriffswege er offen lässt und warum er ein Baustein ist und keine Gesamtlösung. Diese Unterscheidung entscheidet darüber, wie viel Vertrauen ein Werbeversprechen verdient.
Das vollständige Sicherheitssystem für Selbstverwahrung – alle geleerten Adressen waren Einzelsignatur-Adressen, und genau daran hängt die wichtigste Lehre für größere Bestände. Dort ist beschrieben, wie Gerät, Sicherung, Passphrase und Multisig zusammenspielen und ab welcher Summe sich der Mehraufwand lohnt. Wer diesen Aufbau einmal sauber einrichtet, ist beim nächsten Herstellerfehler nur Zuschauer.