growney nachhaltig investieren: ETF-Portfolios mit Nachhaltigkeitsfilter – wie die grünen Anlagestrategien aufgebaut sind und was sie ehrlich leisten können
Bild: KI-generiert
Geschrieben von Michael Radtke · Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2026

growney nachhaltig investieren: ETF-Portfolios mit Nachhaltigkeitsfilter – wie die grünen Anlagestrategien aufgebaut sind und was sie ehrlich leisten können

Nachhaltig anlegen ist zum Standardwunsch geworden und gleichzeitig zum unklarsten Begriff der ganzen Finanzbranche. Zwischen einem Fonds, der nur die schlimmsten Geschäftsfelder ausschließt, und einem, der gezielt Wirkung erzeugen will, liegen Welten – beide dürfen sich nachhaltig nennen. growney bietet für seine ETF-Strategien nachhaltige Varianten an. Dieser Beitrag erklärt, wie solche Portfolios aufgebaut sind, welche Filter üblich sind, was Nachhaltigkeit für Rendite und Risiko bedeutet, woran du Greenwashing erkennst – und wie du prüfst, ob eine grüne Anlagestrategie zu dem passt, was du dir darunter vorstellst.

Kurz beantwortet: Die nachhaltigen Strategien von growney folgen demselben passiven Prinzip wie die klassischen: breit gestreute ETFs auf Aktien und Anleihen, aufgeteilt nach Risikoneigung und automatisch zurückgesetzt. Der Unterschied liegt in den zugrunde liegenden Indizes, die nach Nachhaltigkeitskriterien gefiltert sind. Wichtig zu verstehen: Ein Filter schließt Unternehmen aus oder gewichtet sie anders – er verwandelt ein Portfolio nicht in ein Wirkungsprojekt. Was genau gefiltert wird, steht in den Produktunterlagen und sollte vor der Anlage gelesen werden.

Was nachhaltige Geldanlage überhaupt bedeutet

Der Begriff Nachhaltigkeit ist im Anlagekontext kein geschützter Qualitätsbegriff, sondern ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Ansätze. In der Praxis begegnen dir vor allem drei Bauprinzipien, die sich kombinieren lassen.

AnsatzWie er funktioniertWas er leistet – und was nicht
Ausschlusskriterienbestimmte Geschäftsfelder werden ausgeschlosseneinfach nachvollziehbar; sagt aber nichts darüber, wie gut die übrigen Unternehmen sind
Best-in-Classje Branche die vergleichsweise besseren Unternehmenhält die Streuung breit; kann auch Firmen aus kritischen Branchen enthalten
Normbasierte PrüfungVerstöße gegen internationale Standards führen zum Ausschlussgreift bei klaren Regelbrüchen; setzt verlässliche Datenlage voraus

Die meisten nachhaltigen ETF-Portfolios beruhen auf gefilterten Indizes, die diese Prinzipien kombinieren. Das Ergebnis ist ein Portfolio, das der klassischen Variante ähnelt, aber bestimmte Unternehmen nicht oder geringer gewichtet enthält. Was es nicht ist: ein Direktinvestment in Klimaprojekte. Wer Wirkung im engeren Sinne sucht, muss anders vorgehen – und sollte das vorher wissen, statt es später enttäuscht festzustellen.

Die Frage, die du dir zuerst stellen solltest: Willst du vor allem vermeiden, an bestimmten Geschäftsfeldern beteiligt zu sein? Dann sind Ausschlusskriterien der passende Hebel und ein gefiltertes ETF-Portfolio eine gute Lösung. Oder willst du gezielt etwas bewirken? Dann ist ein breit gestreutes Indexportfolio das falsche Werkzeug, egal welches Etikett darauf klebt.

Wie die nachhaltigen Strategien aufgebaut sind

Der Aufbau folgt derselben Logik wie bei den klassischen Portfolios: Du wählst eine Strategie entsprechend deiner Risikoneigung, die Aufteilung zwischen Aktien- und Anleihe-ETFs richtet sich danach, und das Portfolio wird automatisch überwacht und turnusmäßig zurückgesetzt. Ersetzt werden lediglich die zugrunde liegenden Indizes durch nachhaltig gefilterte Varianten.

Das hat einen praktischen Vorteil, der oft übersehen wird: Du musst dich nicht zwischen Nachhaltigkeit und Systematik entscheiden. Der Anlageprozess bleibt derselbe, prognosefrei und breit gestreut. Genau das unterscheidet einen gefilterten Indexansatz von aktiv gemanagten Themenfonds, die auf einzelne Zukunftsbranchen setzen und dadurch deutlich schwankungsanfälliger sind.

Ein Effekt bleibt trotzdem: Jeder Filter reduziert die Zahl der enthaltenen Unternehmen. Das Portfolio ist damit etwas weniger breit gestreut als das ungefilterte Gegenstück und kann in einzelnen Jahren merklich anders laufen – mal besser, mal schlechter. Wer Nachhaltigkeit wählt, sollte diese Abweichung als Teil der Entscheidung akzeptieren und nicht jedes Jahr mit dem Weltindex vergleichen.

Kostet Nachhaltigkeit Rendite?

Die ehrliche Antwort lautet: Das weiß niemand vorher. Es gibt Untersuchungen, die keinen systematischen Renditenachteil finden, und es gibt Phasen, in denen gefilterte Portfolios spürbar zurückliegen – etwa wenn ausgeschlossene Branchen gerade besonders gut laufen. Umgekehrt gibt es Phasen, in denen der Filter hilft.

Was sich seriös sagen lässt: Der größte Renditehebel ist nicht der Nachhaltigkeitsfilter, sondern die Aktienquote, die Kosten und die Frage, ob du langfristig investiert bleibst. Wer wegen einer schwachen Dreijahresphase aussteigt, verliert deutlich mehr, als jeder Filter je kosten könnte. Wähle die nachhaltige Variante also, weil du sie willst – nicht, weil du dir davon Mehrrendite versprichst.

Nachhaltigkeit und Regulierung: was die Kennzeichnung aussagt

Seit einigen Jahren müssen Finanzprodukte in der EU offenlegen, wie sie Nachhaltigkeit berücksichtigen. Fonds werden dabei in Kategorien eingeordnet, die beschreiben, ob Nachhaltigkeit lediglich mitberücksichtigt wird, ob damit ökologische oder soziale Merkmale beworben werden oder ob eine nachhaltige Investition ausdrücklich das Anlageziel ist. Diese Einordnung ist keine Note und keine Rangfolge, sondern eine Auskunftspflicht.

Für dich als Anlegerin oder Anleger heißt das zweierlei. Erstens: Die Kategorie allein sagt wenig darüber, wie streng gefiltert wird – zwei Produkte derselben Kategorie können sich deutlich unterscheiden. Zweitens: Es gibt eine verbindliche Stelle, an der du nachlesen kannst, was der Anbieter zusagt. Genau dort lohnt der Blick, statt sich auf Broschürensprache zu verlassen.

Zusätzlich wirst du bei der Anlage nach deinen Nachhaltigkeitspräferenzen gefragt. Nimm diese Frage ernst und beantworte sie so, wie du es meinst – sie steuert, welche Strategien dir überhaupt angeboten werden. Wer hier pauschal alles ankreuzt, bekommt am Ende ein Portfolio, das er nicht versteht.

Greenwashing erkennen

Weil der Begriff nicht geschützt ist, lohnt ein prüfender Blick. Diese Fragen bringen dich in wenigen Minuten weiter, als jedes Werbeversprechen es könnte.

  • Welche Kriterien genau? Konkret benannte Ausschlüsse sind ein gutes Zeichen, vage Begriffe wie verantwortungsvoll ohne Definition ein schlechtes.
  • Wer prüft die Daten? Nachhaltigkeitsbewertungen kommen von Datenanbietern; die Methodik sollte nachlesbar sein.
  • Was ist tatsächlich enthalten? Ein Blick in die größten Positionen des zugrunde liegenden Index beantwortet mehr Fragen als jede Broschüre.
  • Wie streng ist der Filter? Ein Best-in-Class-Ansatz kann Unternehmen enthalten, die du nicht erwartest.
  • Wird Wirkung versprochen? Ein Indexportfolio kauft bestehende Wertpapiere am Markt. Wer daraus direkte Wirkung ableitet, überdehnt den Begriff.

Was ein Nachhaltigkeitsfilter nicht ändert: Auch ein grünes Aktienportfolio schwankt und kann über Jahre im Minus stehen. Der Filter verändert die Zusammensetzung, nicht die Natur der Anlage. Lege deshalb auch hier nur Geld an, das du über viele Jahre nicht brauchst, und halte deinen Notgroschen strikt getrennt.

Was der Filter mit der Streuung macht

Jede Auswahl reduziert die Zahl der enthaltenen Unternehmen – das ist der Preis jedes Nachhaltigkeitsfilters und er ist unvermeidbar. Interessant ist die Frage, wie stark dieser Effekt ausfällt. Bei einem breit angelegten Ausschluss einzelner Geschäftsfelder bleibt der ganz überwiegende Teil des Marktes enthalten; die Abweichung zum ungefilterten Index ist überschaubar. Bei sehr strengen Filtern kann sich die Zusammensetzung dagegen deutlich verschieben, etwa weil ganze Branchen wegfallen.

Praktisch bedeutet das zweierlei. Erstens: Ein gefiltertes Portfolio bleibt in aller Regel breit gestreut genug, um das Grundprinzip der Risikoverteilung zu erfüllen. Zweitens: Es läuft nicht synchron zum Weltindex. In Jahren, in denen ausgeschlossene Branchen den Markt tragen, bleibt die nachhaltige Variante zurück; in anderen Jahren ist es umgekehrt. Wer das nicht einkalkuliert, zweifelt beim ersten Rückstand an seiner Entscheidung.

Deshalb lohnt es sich, den Vergleichsmaßstab bewusst zu setzen. Miss eine nachhaltige Strategie an ihrem eigenen gefilterten Index und an deinem Anlageziel – nicht an einem Weltindex, den du bewusst nicht kaufen wolltest. Das ist kein Trick, sondern schlicht der faire Vergleich.

Nachhaltigkeit und Risiko: zwei Paar Schuhe

Ein verbreitetes Missverständnis lautet, nachhaltige Geldanlage sei automatisch die sicherere Variante. Das stimmt nicht. Nachhaltigkeit beschreibt, in welche Unternehmen investiert wird, Risiko beschreibt die Schwankungsbreite deines Portfolios. Beides hat miteinander wenig zu tun.

Was tatsächlich über deine Schwankung entscheidet, ist die Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen. Eine nachhaltige Strategie mit hohem Aktienanteil schwankt stärker als eine klassische mit hohem Anleiheanteil – und zwar deutlich. Wähle also zuerst die Risikostufe, die zu deinem Horizont passt, und danach die Frage klassisch oder nachhaltig. Diese Reihenfolge verhindert die häufigste Fehlentscheidung in diesem Bereich.

Für wen die nachhaltige Variante passt

Passt gutPasst eher nicht
wer bestimmte Geschäftsfelder im Depot vermeiden willwer messbare Wirkung im Sinne von Projektfinanzierung sucht
wer den passiven Ansatz beibehalten möchtewer gezielt auf einzelne Zukunftsbranchen setzt
wer Abweichungen vom Weltindex aushältwer jedes Jahr mit dem Standardindex vergleicht
wer die Kriterien vorher liestwer sich auf das Etikett verlässt
  1. Eigenes Ziel klären. Vermeiden oder bewirken – das sind zwei verschiedene Dinge.
  2. Kriterien lesen. Welche Ausschlüsse gelten konkret, welche Methodik steckt dahinter.
  3. Größte Positionen ansehen. Der schnellste Realitätscheck für jedes grüne Portfolio.
  4. Risikoprofil ehrlich wählen. Die Aktienquote entscheidet über die Schwankung, nicht der Filter.
  5. Vergleichsmaßstab festlegen. Miss die nachhaltige Strategie an ihrem eigenen Index, nicht am Weltindex.
  6. Durchhalten planen. Lege fest, was du bei einer schwachen Phase tust – bevor sie eintritt.

Häufige Fragen zum nachhaltigen Anlegen

Was unterscheidet die nachhaltigen von den klassischen Strategien?

Der Anlageprozess ist identisch: passiv, breit gestreut, mit automatischem Rebalancing. Ersetzt werden die zugrunde liegenden Indizes durch nachhaltig gefilterte Varianten. Die Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen richtet sich weiterhin nach deiner Risikoneigung.

Nach welchen Kriterien wird gefiltert?

Üblich sind Ausschlusskriterien für bestimmte Geschäftsfelder, normbasierte Prüfungen und Best-in-Class-Ansätze. Welche Kriterien konkret gelten, steht in den Produktunterlagen des Anbieters – lies sie vor der Anlage, nicht danach.

Kostet nachhaltiges Anlegen Rendite?

Ein systematischer Nachteil lässt sich nicht seriös behaupten, ein Vorteil ebenso wenig. Sicher ist nur: Ein gefiltertes Portfolio läuft anders als das ungefilterte – in manchen Jahren besser, in anderen schlechter.

Ist nachhaltig gleich sicher?

Nein. Ein Nachhaltigkeitsfilter verändert die Zusammensetzung, nicht das Kursrisiko. Auch grüne Aktienportfolios können über Jahre im Minus stehen.

Wie erkenne ich Greenwashing?

An fehlender Konkretheit. Werden Ausschlüsse und Methodik klar benannt und lässt sich die Zusammensetzung nachvollziehen, ist das ein gutes Zeichen. Vage Begriffe ohne Definition sind ein Warnsignal.

Kann ich später zwischen klassisch und nachhaltig wechseln?

Ein Strategiewechsel ist bei digitalen Vermögensverwaltungen üblicherweise möglich. Beachte, dass beim Umschichten Verkäufe anfallen können, die steuerlich relevant sind – kläre das vorher beim Anbieter.

Enthalten die Portfolios Rohstoffe oder Immobilien?

Nach Anbieterangaben setzen die Strategien auf Aktien- und Anleihe-ETFs; Rohstoffe und Immobilienfonds gehören nicht dazu. Das gilt für die nachhaltigen Varianten ebenso.

Reicht ein grünes Portfolio, um etwas zu bewirken?

Ein Indexportfolio kauft bestehende Wertpapiere am Sekundärmarkt. Es verändert also vor allem, woran du beteiligt bist – nicht unmittelbar, welche Projekte finanziert werden. Wer Wirkung im engeren Sinne sucht, braucht andere Instrumente.

Weiterlesen

Wer versteht, was in einem ETF steckt, durchschaut auch einen Nachhaltigkeitsfilter schneller. Unser Beitrag zu ETFs, ihrer Auswahl und den Fehlern, die Rendite kosten, erklärt Indexlogik, Streuung, Ausschüttungsarten und die Frage, wie viele Positionen ein Portfolio wirklich braucht. Genau diese Grundlagen brauchst du, um zu beurteilen, wie stark ein Filter dein Depot verändert.

Ob eine Vermögensverwaltung überhaupt der richtige Weg ist, klärt unser Text zu Robo-Advisorn und der Frage, wofür du dort wirklich zahlst. Er rechnet die Verwaltungsgebühr gegen den Eigenbau und benennt die Fälle, in denen sich die Dienstleistung lohnt – unabhängig davon, ob du klassisch oder nachhaltig anlegst.

Wie die Strategien technisch aufgebaut sind, unabhängig vom Filter, steht in unserem Beitrag zum Anlagekonzept von growney: Streuung, feste Aufteilung nach Risikoklasse und automatisches Rebalancing. Wer das Grundgerüst verstanden hat, beurteilt anschließend jede grüne Variante deutlich schneller.

Für den Gesamtblick auf den Anbieter empfiehlt sich unser ausführlicher Überblick zu growney mit Unternehmen, Regulierung, Kostenebenen und der Frage, für wen sich eine digitale Vermögensverwaltung überhaupt lohnt. Die Nachhaltigkeitsfrage ist am Ende nur eine von mehreren Entscheidungen.

Und wenn du wissen willst, welche Risikostufe zu deinem Ziel passt, hilft unser Text zum growney Anlageplaner. Er zeigt, welche Eingaben das Ergebnis bewegen – und warum die Aktienquote wichtiger ist als die Frage, ob das Portfolio gefiltert ist oder nicht.

Und weil auch die beste Strategie an der falschen Reihenfolge scheitert: Geld anlegen und die Reihenfolge, die über den Erfolg entscheidet geht die Schritte durch, die vor jeder Depoteröffnung stehen. Reserve zuerst, teure Schulden zuerst, dann investieren – auch und gerade bei grünen Portfolios.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Anlage- oder Steuerberatung. Kapitalanlagen unterliegen Kursschwankungen bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals. Angaben zu Konditionen, Strategien und Auszeichnungen können sich ändern – maßgeblich sind allein die Angaben des Anbieters. Pruefe alles Wesentliche vor einer Entscheidung selbst nach.

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