Tangem Wallet Sicherheit 2026: Laser-Angriff erklärt – Was Krypto-Nutzer jetzt wissen müssen
Forscher demonstrieren einen physischen Angriff auf Tangem-Karten. Wir erklären, wie der Angriff funktioniert, wie hoch das reale Risiko für Sie ist und was Sie jetzt tun sollten.
Die Sicherheit von Hardware-Wallets steht im Mittelpunkt jeder ernsthaften Krypto-Strategie. Wer digitale Vermögenswerte langfristig und sicher verwahren möchte, kommt an der Frage der Krypto-Selbstverwahrung (Self-Custody) nicht vorbei. Jüngste Forschungsergebnisse haben nun die Aufmerksamkeit auf ein spezifisches Sicherheitsproblem bei der Tangem Wallet gelenkt: Sicherheitsexperten der Donjon-Security haben einen sogenannten Laser-Angriff demonstriert, der es ermöglicht, die PIN einer Tangem-Karte zurückzusetzen – ohne die alte PIN zu kennen und ohne eine zweite Karte aus dem Backup-Set zu benötigen.
Für Krypto-Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz stellt sich nun die drängende Frage: Ist die Tangem Karte noch sicher, und was bedeutet dieser Vorfall für die eigene Krypto-Verwahrung? Dieser Beitrag beleuchtet die technischen Hintergründe, ordnet das tatsächliche Risiko realistisch ein und gibt klare Handlungsempfehlungen.
Dieser Angriff erfordert zwingend physischen Zugriff auf die Karte sowie spezialisierte Laborausrüstung. Ein Remote-Hack über das Internet ist vollständig ausgeschlossen. Für die meisten Nutzer bleibt das Risiko im Alltag sehr gering.
Was ist der Laser-Angriff auf Tangem-Karten?
Sicherheitsforscher der Donjon-Security – einem auf Hardware-Sicherheit spezialisierten Team – haben nachgewiesen, dass sich die Zugangsdaten einer Tangem-Karte durch einen präzise getimten Laserimpuls manipulieren lassen. Das Kernproblem liegt in einem Timing-Fehler im sogenannten Recovery-Mode-Check des Chips: Wird der Secure-Element-Chip der Karte zum exakt richtigen Zeitpunkt mit Laserenergie gestört, interpretiert die interne Logik den aktuellen Zustand fälschlicherweise als Wiederherstellungsmodus. Dadurch kann die PIN zurückgesetzt werden, ohne dass die üblichen Sicherheitsmechanismen greifen.
Das Ergebnis ist gravierend: Jede Person, die die Karte nach einem erfolgreichen Angriff in der Hand hält, kann theoretisch den Wallet-Inhalt auslesen und transferieren. Der Angriff hebelt dabei auch das Pairing-Konzept von Tangem aus, das normalerweise eine zweite Karte aus dem Set erfordert.
| Merkmal des Angriffs | Beschreibung |
|---|---|
| Angriffsvektor | Physischer Laser-Angriff auf den Secure-Element-Chip (Fault Injection) |
| Voraussetzung | Physischer Besitz der Karte + Öffnen der Karte + Freilegen des Chips |
| Technischer Aufwand | Sehr hoch (Laser-Rig, Kalibriertechnik, ca. 2 Stunden pro Karte) |
| Remote-Gefahr | Ausgeschlossen – kein Hack über das Internet möglich |
| Betroffener Chip | Samsung S3D232A (Secure Element, EAL6+-zertifiziert) |
| Patchbarkeit | Nicht möglich – Tangem-Firmware ist bewusst unveränderlich |
Technischer Hintergrund: Wie funktioniert der Angriff?
Tangem setzt auf einen Secure-Element-Chip (Samsung S3D232A), der eine Sicherheitszertifizierung nach EAL6+ aufweist. Dieser Chip ist als isolierte Vertrauensbasis konzipiert und schützt die kryptografischen Schlüssel vor externem Zugriff. Er hält die Schlüsselmaterialien für die Kryptofunktionen und gibt sie unter normalen Umständen nicht nach außen.
Der Angriff nutzt eine Technik namens Laser Fault Injection: Durch einen präzise getimten Laserimpuls wird der Chip während des PIN-Setzens gestört. Die Logik des Chips interpretiert diesen manipulierten Zustand fälschlicherweise als Recovery-Modus, was den PIN-Reset ohne die übliche Authentifizierung ermöglicht. Ein EAL6+-Zertifikat belegt primär die Härtung der Chipbasis selbst – nicht automatisch die vollständige Sicherheit der gesamten Systemkette, die ein Wallet-Hersteller darüber aufbaut.
Vergleichbare Laser-Fault-Injection-Angriffe wurden im selben Zeitraum auch für andere Hardware-Wallet-Chips untersucht. Beim Trezor Safe 7 beispielsweise gelang es trotz ähnlicher Angriffstechnik, die PIN-schutzbedingten Schritte zu verteidigen – was zeigt, dass die konkrete Implementierung der Sicherheitslogik entscheidend ist.
Das Problem der fehlenden Firmware-Updates
Ein zentrales Merkmal der Tangem-Architektur ist die Unveränderlichkeit der Firmware. Tangem argumentiert, dass eine fehlende Update-Fähigkeit ein Sicherheitsgewinn sei: Wenn die Firmware nicht geändert werden kann, gibt es keinen entfernten Angriffsweg über kompromittierte Software-Updates. Im Fall des Laser-Angriffs kehrt sich dieses Argument jedoch um: Da die Schwachstelle in der chipnahen Logik liegt und die Firmware nicht gepatcht werden kann, bleiben bereits ausgelieferte Karten dauerhaft für diesen spezifischen physischen Angriff verwundbar. Ein nachträgliches Firmware-Update zur Behebung der Schwachstelle ist nicht möglich.
Einordnung: Aus der Stabilität wird eine langfristige Last. Was als Sicherheitsvorteil konzipiert wurde, verhindert nun die Behebung einer bekannten Schwachstelle. Für Nutzer bedeutet das: Das Verhalten beim Verlust oder Diebstahl der Karte wird noch wichtiger.
Bin ich als Tangem-Nutzer in Deutschland betroffen?
Für den durchschnittlichen Krypto-Anleger im DACH-Raum ist das Risiko eines solchen Angriffs äußerst gering. Solange sich die Tangem-Karte in Ihrem physischen Besitz befindet und an einem sicheren Ort verwahrt wird, besteht keine unmittelbare Gefahr. Der Angriff erfordert, dass ein Dieb die Karte entwendet, sie in ein spezialisiertes Labor bringt, physisch öffnet und den Chip gezielt stört – ein Aufwand, der für normale Diebstähle oder Verlustszenarien unrealistisch ist.
Die Situation ändert sich jedoch grundlegend, wenn die Karte verloren geht oder gestohlen wird und auf der Wallet ein erheblicher Betrag liegt. In einem solchen Fall sollten Sie sofort handeln, da die PIN-Absicherung der entwendeten Karte durch den Laser-Angriff theoretisch umgangen werden könnte – besonders wenn ein motivierter Angreifer mit entsprechenden Ressourcen hinter dem Diebstahl steckt.
Handlungsempfehlungen: Was Sie jetzt tun sollten
Wenn Sie eine Tangem Wallet nutzen, sollten Sie die folgenden Maßnahmen in Ihre Sicherheitsstrategie integrieren:
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Physische Sicherheit gewährleisten Bewahren Sie Ihre Tangem-Karten an sicheren, voneinander getrennten Orten auf – idealerweise in einem Tresor. Die physische Kontrolle über die Karte ist der wirksamste Schutz gegen diesen Angriff.
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Sofortiges Handeln bei Verlust oder Diebstahl Sollten Sie eine Karte verlieren oder sollte sie gestohlen werden, zögern Sie nicht. Nutzen Sie eine Ihrer Backup-Karten, um Ihr gesamtes Krypto-Guthaben umgehend auf eine neue Wallet oder eine andere Adresse zu transferieren. Vertrauen Sie nicht darauf, dass die PIN den Dieb dauerhaft aufhält.
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Backup-Strategie mit mehreren Karten Stellen Sie sicher, dass Sie immer Zugriff auf mindestens eine Backup-Karte haben. Das empfohlene 3er-Set bietet die größte Flexibilität: eine Hauptkarte für den Alltag, zwei Backup-Karten an getrennten sicheren Orten (z. B. Tresor, Eltern).
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Seed Phrase als zusätzliche Absicherung erwägen Tangem bietet die Möglichkeit, optional eine klassische Seed Phrase einzurichten. Wenn Sie sich damit sicherer fühlen, können Sie diese Option aktivieren – müssen dann aber auch für die sichere, offline Verwahrung der Seed Phrase sorgen.
Tangem Wallet: Trotzdem eine gute Wahl für Self-Custody?
Trotz der Erkenntnisse rund um den Laser-Angriff bleibt die Tangem Wallet eine der zugänglichsten und innovativsten Lösungen für die Krypto-Selbstverwahrung. Ihre Stärken liegen in der extrem einfachen Bedienung via NFC, dem Verzicht auf fehleranfällige Kabel und Akkus sowie der außergewöhnlichen Robustheit der Karte (wasser- und staubdicht nach IP69K, Temperaturen von −25 °C bis +50 °C).
Besonders für Einsteiger, die den Umgang mit komplexen Hardware-Wallets und Seed Phrases scheuen, senkt Tangem die Hürde für echtes Self-Custody enorm. Der private Schlüssel wird direkt auf dem Chip der Karte erzeugt und verlässt ihn niemals. Die Kommunikation mit dem Smartphone erfolgt verschlüsselt. Wer die physischen Grenzen der Karte respektiert und bei Verlust schnell reagiert, findet in Tangem eine alltagstaugliche Cold-Wallet-Lösung.
Zertifizierter Samsung Secure Element – höchste Sicherheitsstufe der Branche.
Einfach Karte ans Smartphone halten. Keine Verbindungsprobleme, keine Ladezyklen.
Wasser- und staubdicht. 25 Jahre Garantie auf den Chip.
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Fazit: Sicherheit ist ein Prozess, keine Eigenschaft
Der Laser-Angriff auf Tangem-Karten zeigt eindrucksvoll: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht – selbst bei EAL6+-zertifizierten Chips. Hardware-Wallets sind sicherheitskritische Finanzinstrumente, deren Schutz immer auch von der physischen Kontrolle und dem Verhalten des Nutzers abhängt. Die Tangem Wallet bleibt eine hervorragende Wahl für alle, die eine einfache und robuste Krypto-Verwahrung suchen, erfordert aber – wie jede Wallet – einen verantwortungsvollen Umgang mit den physischen Geräten.
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Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Laser-Angriff auf Tangem-Karten?
Forscher haben gezeigt, dass sich die PIN einer Tangem-Karte durch einen präzise getimten Laserimpuls auf den Secure-Element-Chip zurücksetzen lässt, ohne die alte PIN zu kennen. Der Angriff nutzt einen Timing-Fehler im Recovery-Mode-Check des Chips aus und erfordert physischen Zugriff sowie spezialisierte Laborausrüstung.
Kann meine Tangem Wallet aus der Ferne gehackt werden?
Nein. Der Angriff erfordert zwingend physischen Zugriff auf die Karte, das physische Öffnen der Karte sowie aufwendige Laborausrüstung (Laser-Rig, Kalibriertechnik). Ein Remote-Hack über das Internet ist vollständig ausgeschlossen.
Was muss ich tun, wenn meine Tangem-Karte gestohlen wird?
Da ein Dieb die PIN theoretisch durch den Laser-Angriff umgehen könnte, sollten Sie sofort handeln: Nutzen Sie eine Ihrer Backup-Karten, um Ihr gesamtes Guthaben auf eine neue Wallet oder Adresse zu transferieren. Warten Sie nicht ab – je schneller Sie reagieren, desto sicherer sind Ihre Coins.
Warum behebt Tangem diese Schwachstelle nicht durch ein Firmware-Update?
Die Firmware der Tangem-Karten ist bewusst unveränderlich gestaltet, um Remote-Angriffe über kompromittierte Software-Updates zu verhindern. Das bedeutet jedoch auch, dass diese spezifische Hardware-Schwachstelle bei bereits ausgelieferten Karten nicht durch ein Patch behoben werden kann.
Ist die Tangem Wallet trotz des Laser-Angriffs noch sicher?
Ja, solange Sie die physische Kontrolle über Ihre Karten haben. Für den Alltag und die sichere Verwahrung zu Hause bietet Tangem weiterhin ein sehr hohes Sicherheitsniveau bei extrem einfacher Bedienung. Der Angriff ist nur für Szenarien relevant, in denen die Karte in fremde Hände gerät.
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