Digitale Sicherheit, Krypto-Schutz und digitale Selbstbestimmung
Bild: KI-generiert
Geschrieben von Michael Radtke · Zuletzt aktualisiert: 15. August 2026
KI-Prompts · Trading · Aktienanalyse

KI-Prompts für Trading, Aktienanalyse und Investment

Praxisnahes Handbuch mit Prompt-Vorlagen für Marktanalyse, Unternehmensbewertung, Risikoprüfung und Trading-Mindset – weitgehend modellübergreifend und aktualisiert für 2026.

Michael Radtke Stand: August 2026 5 Teile · 15 Kapitel

Vorwort

Künstliche Intelligenz ist im Finanzbereich nur dann nützlich, wenn sie klar geführt und mit belastbaren Daten versorgt wird. Wer unscharfe Fragen stellt, bekommt unscharfe Antworten. Wer Ziel, Datenbasis, Stichtag, Aufgabe, Grenzen und Ausgabeformat festlegt, erhält deutlich brauchbarere Ergebnisse.

Moderne Reasoning-Modelle brauchen keine komplizierten Zauberformeln. Entscheidend sind direkte Anweisungen, sauber getrennte Eingabedaten, verlässliche Quellen und eine sichtbare Qualitätskontrolle. Bei aktuellen Kursen, Kennzahlen oder Nachrichten muss die KI entweder auf geeignete Werkzeuge und Quellen zugreifen oder Datenlücken ausdrücklich benennen.

Dieses Handbuch richtet sich an Anleger und Trader, die KI-Prompts für Trading, Aktienanalyse und Investment-Recherche als Arbeitsmethode nutzen wollen. Ziel sind keine schnellen Kauf- oder Verkaufstipps, sondern strukturierte Analysen, überprüfbare Annahmen, klare Risiken und ein wiederholbarer Entscheidungsprozess.

Update 2026Die Vorlagen wurden weitgehend modellübergreifend überarbeitet. Im Mittelpunkt stehen Quellenangaben, Datenstichtage, prüfbare Begründungen, klare Ausgabeformate und der saubere Einsatz von Websuche, Dokumenten und Rechenwerkzeugen.

Grundlagen

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Kapitel 1: Warum Finance-Prompts scheitern

Die häufigsten Fehler und wie man sie vermeidet

Die meisten Finance-Prompts scheitern nicht an fehlender Rechenleistung, sondern an einer schlechten Aufgabenstellung. Fehlen Zeitraum, Datenstand, Ziel oder Risikorahmen, produziert die KI oft eine sprachlich saubere, aber analytisch wertlose Antwort.

„Analysiere Aktie X“ ist deshalb kein brauchbarer Prompt. Eine belastbare Aktienanalyse mit KI braucht mindestens das Unternehmen, den Bewertungsstichtag, den Anlagehorizont, die gewünschten Kennzahlen, zugelassene Quellen und ein festes Ausgabeformat. Wie der Ablauf vom Research bis zur Order aussieht, steht in Aktien kaufen: der Ablauf und die Fallen.

Hinzu kommen Halluzinationen und veraltete Finanzdaten. Professionelle Prompts müssen deshalb ausdrücklich verbieten, fehlende Zahlen zu erfinden. Statt interner Gedankengänge sollte die Ausgabe die verwendeten Quellen, zentralen Annahmen, Rechenschritte und Unsicherheiten knapp dokumentieren.

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Die GrundregelEin guter Finance-Prompt beantwortet sechs Fragen: Was ist das Ziel? Welche Daten gelten? Was soll geprüft werden? Welche Grenzen gelten? Wie soll die Antwort aussehen? Wie wird das Ergebnis kontrolliert?

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Kapitel 2: Moderne Prompt-Strukturen UPDATE 2026

Ein weitgehend modellübergreifender Aufbau für Research, Aktienanalyse und Trading

Es gibt kein belastbares Spezial-Framework, das automatisch nur für ein bestimmtes KI-Modell funktioniert. ChatGPT, Claude, Gemini und andere moderne Assistenten profitieren grundsätzlich von denselben Kernelementen: einer klaren Aufgabe, relevantem Kontext, getrennten Daten, eindeutigen Grenzen und einem überprüfbaren Ausgabeformat.

Baustein Leitfrage Nutzen Beispiel
Ziel Welche Entscheidung soll vorbereitet werden? Verhindert allgemeine Antworten Geschäftsqualität einer Aktie prüfen
Daten Welche Quellen und welcher Stichtag gelten? Reduziert veraltete oder erfundene Zahlen Geschäftsbericht, 10-K, Quartalszahlen
Aufgabe Welche Kriterien sind nacheinander zu prüfen? Macht die Analyse vollständig Bilanz, Wachstum, Bewertung, Risiken
Kontrolle Wie werden Fehler und Unsicherheit sichtbar? Erleichtert die eigene Nachprüfung Quellen, Annahmen, Datenlücken, Gegenargumente
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Prüfbare Begründung statt GedankenprotokollVerlange keine vollständige interne Gedankenkette. Bitte stattdessen um eine kurze Begründung, die wichtigsten Annahmen, verwendete Quellen, nachvollziehbare Berechnungen und klar markierte Unsicherheiten.

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Kapitel 3: Qualitätsregeln für professionelle Prompts

7 Regeln, die den Unterschied machen

  • 1
    Eine klar abgegrenzte Hauptaufgabe pro PromptKein gleichzeitiges Research, Bewertung und Strategie in einem unklaren Mischtext. Komplexe Aufgaben in nachvollziehbare Teilschritte zerlegen oder auf mehrere Prompts verteilen. Klare Trennung erhöht die Qualität.
  • 2
    Kontext vollständig angebenTicker, Zeithorizont, Risikoprofil, Zielsetzung – ohne diese Parameter arbeitet die KI zu allgemein.
  • 3
    Ausgabeformat klar definierenTabelle, Scorecard, Rangfolge oder Kurzfazit – wer das Format vorgibt, bekommt nützlichere Antworten.
  • 4
    Begründung und Prüfschritte verlangenQuellen, Annahmen, Berechnungen und Datenlücken knapp dokumentieren lassen – ohne ein vollständiges Gedankenprotokoll zu verlangen.
  • 5
    Keine Floskeln, keine HypespracheNüchterne, faktenbasierte Sprache verlangen. Schicke Formulierungen liefern selten substanzielle Ergebnisse.
  • 6
    Datenbasis und Stichtag festlegenQuellen, Berichtsperiode, Währung und Bewertungsdatum ausdrücklich nennen. Ohne aktuellen Datenzugriff dürfen keine Zahlen erfunden werden.
  • 7
    Fehlergrenzen definierenWas darf nicht passieren? Keine Kursziele ohne nachvollziehbare Methode und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung allein aus dem Modelloutput. Risiken, Gegenargumente und Unsicherheiten immer separat ausweisen.

Analyse-Prompts

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Kapitel 4: Zukunftsszenarien und Thesenbildung

Langfristige Trends früh erkennen und in belastbare Thesen übersetzen

Dieses Modul dient dazu, langfristige Trends früh zu erkennen. Die KI soll nicht einfach Branchen aufzählen, sondern ein Muster erkennen und in eine belastbare These übersetzen. Wichtig: keine fertige Anlageempfehlung, sondern eine saubere Vorstufe – Thema, Kernproblem, Lösung, mögliche Profiteure und erste Signale.

Master-Prompt · Quellenbasierte Thesenanalyse
Context: Wir befinden uns im Jahr 2026. Fokus auf Investitionen bis 2032 in: Materialwissenschaften, Biotechnologie, Quantentechnologien, Supply-Chain-Innovation. // Ausschlüsse: reine KI-Themen, Erneuerbare Energien, Krypto Objective: Identifiziere 3 unterschätzte Markttrends mit hohem langfristigem Potenzial. Prüfung: Untersuche für jeden Trend nacheinander: 1. Was ist das Kernproblem heute (2026)? 2. Wie sieht die technische/wirtschaftliche Lösung aus? 3. Wer sind potenzielle Marktführer (Ticker + Börse)? 4. Welche 3 Frühindikatoren deuten auf die Entwicklung hin? Datenregeln: Nutze aktuelle, nachvollziehbare Quellen und nenne den Datenstand. Erfinde keine Ticker, Kennzahlen oder Marktgrößen. Ausgabe: Tabelle + max. 120 Wörter Analyse pro Trend. Markiere Unsicherheiten und Adoptionshürden deutlich.

EinsatzIdeal für Wochenroutinen und Ideenentwicklung. Zuerst die These bilden, dann erst die Detailanalyse starten.

📊

Kapitel 5: Unternehmens- und Aktienanalyse

Systematische Bewertung von Geschäftsqualität, Bilanz und Bewertung

Hier geht es um die Bewertung einer einzelnen Aktie oder eines Unternehmens. Der Fokus liegt auf Qualität, Profitabilität, Bilanzstärke und Bewertung. Die KI soll nicht spekulieren, sondern ein Unternehmen systematisch bewerten.

Master-Prompt · Strukturierte Aktienanalyse
<role> Senior Portfolio Manager, Fokus Quality Growth. Stil: klar, sachlich, faktenorientiert. </role> <context> Unternehmen: [TICKER] Anlagehorizont: [3–10 Jahre] Risikoprofil: [konservativ / ausgewogen / wachstum] Region: [global / USA / Europa / Asien] Datenstichtag: [DATUM] | Berichtswährung: [WÄHRUNG] </context> <task> Bewerte systematisch: Wettbewerbsvorteil, Kapitalrentabilität, Bilanzqualität, Wachstumspotenzial, Bewertung, Managementqualität, Optionalität. </task> <constraints> Bevorzuge Primärquellen: Geschäftsberichte, Filings, Investor Relations. Quellen und Datenstand nennen. Datenlücken offen benennen. Keine Kurs- oder Fair-Value-Angabe ohne Methode und Annahmen. </constraints> <output> Investment-These (max. 4 Sätze) + Kriterien-Tabelle mit Score + 3 Hauptrisiken + 3 Killerfragen. Optional: Fair-Value-Spanne mit Methode, Annahmen und Sensitivität. </output>
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Kapitel 6: Makro- und Sektorprofiteure

Aus einer übergeordneten Marktthese konkrete Gewinner ableiten

Dieses Modul dient dazu, aus einer übergeordneten Marktthese konkrete Gewinner abzuleiten. Ein guter Makro-Prompt beginnt nicht mit einem Unternehmen, sondern mit einer Entwicklung – einem Zinsumfeld, einer geopolitischen Verschiebung oder einem strukturellen Umbau. Erst danach wird geprüft, welche börsennotierten Firmen davon am stärksten profitieren.

Master-Prompt · Research-Analyst Makro
Rolle: Research-Analyst, makroökonomischer Fokus, Bottom-up-Denkweise. Kontext: Makrothese: [hier deine These einfügen] Anlagehorizont: 3–5 Jahre | Region: [USA/Europa/Asien/global] Mindest-Marktkapitalisierung: 1 Mrd. USD Aufgabe: 1. Identifiziere 5 börsennotierte Profiteure (Tabelle: Ticker, Börse, Marktkapitalisierung, Bewertung, Begründung). 2. Nenne 2 weniger offensichtliche Kandidaten und erkläre je Fall, warum der Zusammenhang mit der These nicht unmittelbar erkennbar ist. 3. Nenne 3 Risiken, die die These scheitern lassen könnten. // Keine Pauschalaussagen. Wenn die These nicht trägt, klar sagen.
📊

Kapitel 7: ETF- und Portfolio-Systeme

Core-Satellite-Struktur statt loser ETF-Liste

Dieses Modul richtet sich an alle, die langfristig Vermögen aufbauen und dabei mit ETFs arbeiten. Der Unterschied zwischen einer brauchbaren und einer wertlosen Antwort liegt fast immer in der Zielsetzung: Vermögensaufbau, Rentenstrategie und Einkommensorientierung führen zu völlig verschiedenen Portfolios.

Ein Robo-Advisor kann eine Alternative sein, wenn du Auswahl und Rebalancing nicht selbst übernehmen willst. Ebenso wichtig ist die Trennung zwischen Basisbausteinen und thematischen Satelliten. Ohne sie liefert die KI eine Aufzählung von Produkten statt einer Struktur. Für Anleger in Deutschland gehören zusätzlich UCITS-Konformität, Handelbarkeit und die steuerliche Behandlung in den Prompt.

etf-portfolio-prompt.txt
Rolle: ETF-Stratege mit Fokus auf deutsche Privatanleger. Stil: sachlich, steuerbewusst, praxisnah. Kontext: Anlagehorizont: [10–20 Jahre] | Einmalanlage: [Betrag] | Sparrate: [monatlich] Risikoprofil: [konservativ / ausgewogen / wachstum] Bestehende ETFs: [ISINs oder keine] | Ausschlüsse: [z. B. Rüstung] Ziel: [Vermögensaufbau / Rente / Einkommen] Harte Kriterien: UCITS-konform und in Deutschland handelbar. Replikationsmethode angeben. Auswahlpräferenzen (optional, keine allgemeinen Voraussetzungen): Ertragsverwendung: [thesaurierend / ausschüttend – passend zum Anlageziel] niedrige Gesamtkosten im Core · ausreichendes Fondsvolumen · Mindesthistorie: [z. B. 3 Jahre] Aufgabe: Erstelle ein Portfolio nach Core-Satellite-Logik. Output: Tabelle Core · Tabelle Satellite · je Position TER, Tracking-Differenz, Tracking Error, Spread/Liquidität, Fondsvolumen und Replikationsmethode · gewichtete Gesamtkosten · Rebalancing-Vorschlag · kurzer Hinweis auf steuerliche Aspekte. Qualitätsregeln: Keine erfundenen ISINs. Kein Widerspruch zwischen Risikoprofil und Satelliten. Konzentrationsrisiken offen benennen. Nur reale, überprüfbare ETFs verwenden. Das Ergebnis ist eine Research- und Modellstruktur, keine individuelle Anlageempfehlung. Produktdaten, Steuerfolgen und Eignung sind selbst zu prüfen.
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Wofür sich das Modul eignetAsset-Allocation, Sparplanaufbau und Portfolio-Review. Es zwingt die KI dazu, eine funktionierende Struktur zu liefern statt einer losen Produktsammlung. Welche Kosten beim Depot tatsächlich anfallen, klärt vorher Depotkosten und Handelsplätze. Prüfe ISINs, Kosten und Fondsvolumen anschließend selbst – erfundene Kennungen sind der häufigste Fehler in KI-Antworten zu ETFs. Und schau nicht nur auf die TER: Die Tracking-Differenz zeigt, wie weit ein ETF in der Praxis tatsächlich vom Index abweicht.

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Kapitel 8: Second-Order-Effekte

Die übersehene Nebenwirkung statt des offensichtlichen Gewinners

Direkte Profiteure eines Trends sind meist offensichtlicher und stehen schneller im Fokus. Zusätzliche Research-Ideen liefern häufig die Folgen zweiter und dritter Ordnung: Unternehmen und Bereiche, die auf den ersten Blick gar nichts mit dem Thema zu tun haben.

Das Modul zwingt dazu, Kausalketten zu formulieren, statt Schlagworte zu wiederholen. Genau darin liegt der Nutzen – nicht die offensichtliche Konsequenz ist investierbar, sondern die übersehene Nebenwirkung.

second-order-prompt.txt
Rolle: Investment-Stratege mit Schwerpunkt auf Kausalketten und Second-Order-Denken. Kontext: Trend: [Trend einfügen] | Zeithorizont: [3–5 Jahre] | Region: [global / USA / Europa / Asien] Aufgabe: Analysiere den Trend in vier Ebenen: 1. Direkte, offensichtliche Profiteure 2. Indirekte Profiteure mit Verzögerungseffekt 3. Indirekte Verlierer oder Belastete 4. Dritte Ordnung: regulatorische oder gesellschaftliche Reaktionen Zusatz: Pro Ebene mindestens eine konkrete Kausalkette. Mindestens eine Verbindung soll nicht offensichtlich sein. Wenn möglich, Unternehmen mit Ticker nennen. Output: Analyse in vier Abschnitten · Tabelle Chancen/Risiken · drei qualitative und drei quantitative Filter für Second-Order-Gewinner. Qualitätsregeln: Keine tautologischen Aussagen, keine bloßen Schlagworte. Jede Kette logisch erklären. Ist ein Zusammenhang schwach, offen sagen.
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Warum das Modul nützlich istSecond-Order-Denken verhindert oberflächliche Trendanalyse. Es hilft, bessere Fragen zu stellen, statt dem ersten Reflex zu folgen – und liefert Kandidaten, die bei einer reinen Schlagwortsuche gar nicht auftauchen.

Trading-Prompts

📈

Kapitel 9: Konfluenz- und Setup-Analyse

Mehrere Faktoren systematisch prüfen, bevor ein Trade platziert wird

Dieses Modul ist für Trader gedacht, die nicht blind jedem Signal folgen wollen. Es geht darum, verschiedene Faktoren (Konfluenz) zu prüfen, bevor ein Trade platziert wird. Ein guter Konfluenz-Prompt muss klar zwischen Analyse und Entscheidung trennen.

Master-Prompt · Strukturierte Setup-Analyse
Datenbasis: Ticker: [TICKER] | Kurs: [Kurs] | Zeitpunkt: [DATUM/UHRZEIT] Volumen: [hoch/niedrig] | Katalysator: [Earnings/Makro/News] Chart: [Screenshot oder Beschreibung] Optionskette: [Datenanbieter / eingefügte Daten / nicht verfügbar] Aufgabe: 1. Technik: Trend, Marktphase, Schlüssel-Level 2. Setup, Risiko und Invalidierungs-Level // Phasen 3 und 4 nur ausführen, wenn eine aktuelle Optionskette vorliegt. // Andernfalls ausschließlich Technik, Setup, Risiko und Invalidierung analysieren. 3. Volatilität: IV-Kontext, erwartete Range 4. Strategiewahl und Handelsplan: Laufzeit, Strikes, Greeks, CRV Grenzen: Keine Strategie ohne Volatilitätsbegründung. Keine Position ohne klare Risikokennzahlen. Fehlende Echtzeitdaten offen nennen; keine Kursmarken erfinden. Ausgabe: Konfluenz-Score 0–10 + Checkliste + Invalidierungs-Level. Score-Berechnung (je 0–2 Punkte): Trend · Schlüssel-Level · Volumen · Katalysator · Chance-Risiko-Verhältnis // Der Score ist eine heuristische Zusammenfassung, keine Erfolgswahrscheinlichkeit. Datenregel: Liegt keine aktuelle Optionskette mit Verfallsterminen, Strikes, Bid/Ask und IV je Kontrakt vor: keine Strikes, Prämien, Greeks oder konkrete Optionsstrategie erzeugen. Dann auf die Setup- und Chartanalyse begrenzen.
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Kapitel 10: Options- und Volatilitätsstrategien

Technik, Volatilität und Handelsplan sauber getrennt

Optionen und andere Hebelprodukte sind der Bereich, in dem unstrukturierte KI-Antworten am wenigsten wert sind – und der teuerste, wenn man sich irrt. Warum ein großer Anteil der Retail-CFD-Konten Verluste macht, steht in CFD-Trading: was es kostet. Ohne Angaben zu Kurs, Volatilitätsumfeld und Zielsetzung bleibt die Antwort theoretisch und zählt am Ende nur Strategien auf.

Das Modul trennt deshalb vier Phasen: Technik, Volatilität, Strategiewahl und Handelsplan. Erst diese Trennung macht aus einer Strategieliste einen überprüfbaren Plan mit Risikokennzahlen.

optionen-volatilitaet-prompt.txt
Rolle: Options-Stratege mit Fokus auf Volatilität, Struktur und präzise Ausführung. Kontext: Ticker: [Ticker] | Aktueller Kurs: [Kurs] | IV-Rang: [0–100] Zeithorizont: [täglich / wöchentlich / mehrwöchig] Ziel: [Stillhalter / Spekulation / Hedge / Income] | Chart: [Screenshot oder Beschreibung] Optionskette: [Datenanbieter / eingefügte Daten / nicht verfügbar] Aufgabe: Entwickle einen vollständigen Options-Handelsplan in vier Phasen. 1. Technik: Trend, Marktphase, Schlüssel-Level 2. Volatilität: IV-Kontext, erwartete Range, Marktthese 3. Strategiewahl: die zwei passendsten Strategien 4. Handelsplan: Laufzeit, Strikes, Greeks, Gewinn, Verlust, Break-even, Ziel, Stop Qualitätsregeln: Keine Strategie ohne Volatilitätsbegründung. Keine Position ohne klare Risikokennzahlen. Bei unklarem Chart nachfragen statt raten. Greeks nachvollziehbar angeben. Liegt keine aktuelle Optionskette mit Verfallsterminen, Strikes, Bid/Ask und IV je Kontrakt vor: keine Strikes, Prämien oder Greeks erfinden und keinen konkreten Optionsplan ausgeben. Ergebnis ist dann eine Methodik, keine Orderempfehlung.
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Wichtig vor dem EinsatzBei gekauften Optionen kann die gezahlte Prämie vollständig verloren gehen. Bei ungedeckten verkauften Optionen können die Verluste über die vereinnahmte Prämie hinausgehen – beim ungedeckten Call ist der Verlust theoretisch unbegrenzt. Und ohne aktuelle Optionskette kann kein Modell belastbare Strikes, Prämien oder Greeks liefern. Neue Strategien gehören deshalb zuerst in ein Demokonto, nicht ins Echtgeldkonto. Der Prompt ersetzt weder eine eigene Risikorechnung noch die Prüfung, ob die Strategie zum Depot passt.

📰

Kapitel 11: Tägliche Marktübersicht

Kompaktes, vollständiges Briefing für den Handelstag

Dieses Modul ist für den täglichen Blick auf Märkte, Daten und Ereignisse gedacht. Der Prompt soll nicht nur Daten auflisten, sondern sie gewichten. Am Ende soll eine konkrete Marktidee stehen oder zumindest eine klare Risikoeinschätzung.

Master-Prompt · Tägliches Marktbriefing
Rolle: Chefstratege eines globalen Makro-Hedgefonds. Stil: ruhig, faktenbasiert, risikoorientiert. Kontext: Datum: [Datum] | Uhrzeit/Zeitzone: [Uhrzeit] Fokus-Assets: [S&P 500, DAX, EUR/USD, Gold] Quellen: [Websuche / Datenanbieter / eingefügte Daten] Aufgabe – 8 Kernblöcke: 1. Executive Summary 2. Wirtschaftsdaten des Tages 3. Earnings des Tages 4. Markt-Sentiment 5. Sektor-Leader & Laggards 6. Geopolitik & Politik 7. Risiko-Barometer 8. Beobachtungskandidat mit Pro- und Contra-Argumenten // Jede aktuelle Zahl mit Quelle und Zeitstempel versehen. // Ohne aktuellen Datenzugriff keine Kurse, Termine oder Nachrichten erfinden. // Keine Handelsentscheidung allein aus dem Briefing ableiten.

Psychologie & Mindset

🧘

Kapitel 12: Behavioral Edge und Mindset

Eigene Denkfehler, Bias und Reaktionsmuster sichtbar machen

Dieses Modul ist für die Selbstreflexion gedacht. Gerade im Trading scheitern viele Entscheidungen nicht an fehlender Information, sondern an Emotion, Bias und mangelnder Disziplin. Wer seine Bias kennt, trifft bessere Entscheidungen.

Master-Prompt · Behavioral Coaching
Rolle: Coach für Verhaltensökonomie und Trading-Psychologie. Stil: warm, direkt, analytisch. Kontext: Erfahrungslevel: [Anfänger / Fortgeschritten / Profi] Größter Schmerzpunkt: [z. B. Verluste nicht aushalten] Vorgehen (4 Phasen, sequenziell): 1. Gewinne & Verluste 2. Volatilität & Hype 3. Kauf & Verkauf 4. Glaubenssätze // Pro Phase: 1 offene Frage → Antwort abwarten → Spiegeln // → mögliche kognitive Verzerrung als Hypothese benennen und begründen // → Feedback → nächste Frage Output: Arbeitsprofil: 3 mögliche Stärken + 3 mögliche Fallstricke + 3 Übungen (Wochenplan). // Keine psychologische Diagnose, sondern eine Arbeitshypothese zur Selbstprüfung.
🔍

Kapitel 13: Prompt-Audit und Verbesserung

Eigene Prompts systematisch bewerten und optimieren

Dieses Modul ist ein Werkzeug zur Selbstkontrolle. Es hilft dabei, eigene Prompts zu bewerten und systematisch zu verbessern. Der Prompt soll nicht nur Schwächen benennen, sondern auch eine verbesserte Version liefern.

Master-Prompt · Prompt-Audit
Rolle: Senior Prompt Engineer, Spezialisierung LLM-Optimierung. Eingabe: [Hier den zu analysierenden Prompt einfügen] Analysiere nach 7 Kriterien: 1. Rollenklarheit 2. Kontext-Vollständigkeit 3. Aufgaben-Präzision 4. Strukturierung 5. Output-Spezifikation 6. Constraints 7. Robustheit Output: Gesamtscore + 3 Stärken + 3 Schwächen + optimierte Version. Test statt Selbstbenotung: Teste die ursprüngliche und die optimierte Fassung an 3 repräsentativen Aufgaben. Vergleiche, welche Sollkriterien jeweils erfüllt wurden und wo Fehler oder Auslassungen auftreten. Erst dieser Vergleich macht den Score belastbar. // Keine Schönfärberei. Schwächen klar benennen.

Workflows für den Alltag

Kapitel 14: Praxisworkflows

Feste Abläufe, in denen mehrere Prompts nacheinander eingesetzt werden

Workflow 1: Morgenroutine

1
Marktbriefing lesen

Tägliche Marktübersicht mit dem Briefing-Prompt erstellen lassen.

2
Beobachtungskandidaten auswählen

Einen Kandidaten für die vertiefte Prüfung identifizieren, ohne daraus bereits einen Trade abzuleiten.

3
Konfluenz prüfen

Setup mit dem Konfluenz-Prompt analysieren und bewerten.

4
Entscheidung separat prüfen

Positionsgröße, Verlustgrenze, Liquidität und eigene Risikoregeln außerhalb der KI-Antwort kontrollieren. Ein hoher Score allein ist kein Handelssignal.

Workflow 2: Themenrecherche (Wochenroutine)

1
Zukunftsszenarien analysieren

Langfristige Trends und Thesen mit dem Szenario-Prompt entwickeln.

2
Makro-Profiteure ableiten

Aus der These konkrete Unternehmen und Sektoren identifizieren.

3
Aktienanalyse durchführen

Einzelne Kandidaten systematisch mit dem Aktienanalyse-Prompt bewerten.

Workflow 3: Sonntags-Review

1
Behavioral Audit

Eigene Entscheidungen der Woche mit dem Mindset-Prompt reflektieren.

2
Prompt-Audit

Verwendete Prompts der Woche bewerten und verbessern.

3
Erkenntnisse festhalten

Journal aktualisieren und Übungen für die nächste Woche ableiten.

Workflow 4: Quartals-Review für ETF-Depots

1
Portfolio prüfen

Bestand, Gewichtung und Kosten mit dem ETF-Modul gegen die ursprüngliche Zielstruktur halten.

2
Abweichungen bewerten

Prüfen, welche Positionen durch Kursentwicklung aus der Zielgewichtung gelaufen sind.

3
Rebalancing entscheiden

Selbst entscheiden, ob und wie umgeschichtet wird – Kosten und Steuerfolgen gehören in diese Rechnung.

4
Satelliten nur mit Begründung

Neue thematische Positionen nur aufnehmen, wenn eine schriftliche These dahintersteht. Sonst driftet das Depot unkontrolliert.

🗂️

Kapitel 15: Fehlervermeidung und Versionierung

Wie aus einer Sammlung ein System wird

Ein professionelles Prompt-System entwickelt sich weiter. Gute Prompts zu schreiben reicht nicht – sie müssen gepflegt, dokumentiert und angepasst werden. Wer das nicht tut, bleibt auf dem Stand einzelner Versuche stehen.

  • 1Keine offenen Mehrfachaufträge in einem Prompt.
  • 2Keine unklare Zielsetzung – jede Aufgabe hat ein benanntes Ergebnis.
  • 3Keine fehlenden Parameter wie Zeitraum, Datenstand oder Risikoprofil.
  • 4Keine unkontrollierten Formatwechsel mitten in der Ausgabe.
  • 5Keine Verwendung ohne Prüfung der Datenbasis.

Dazu kommt die Versionierung. Jeder Prompt bekommt eine Nummer, damit Verbesserungen nachvollziehbar bleiben: 1.0 die erste brauchbare Fassung, 1.1 eine bessere Struktur, 1.2 präzisere Qualitätsregeln, 2.0 eine neue Logik oder ein neuer Einsatzzweck. So entsteht ein System statt einer zufälligen Sammlung.

💡

Praktischer HinweisNotiere zu jeder Version in einem Satz, warum du sie geändert hast. Ohne diesen Satz weißt du nach drei Monaten nicht mehr, welche Fassung besser war und woran das lag.

Kurzreferenz

📌

Die wichtigsten Prinzipien auf einen Blick

Zum Ausdrucken und Aufhängen

KategoriePrinzip
AufbauZiel · Datenbasis · Aufgabe · Grenzen · Ausgabe · Kontrolle
DatenQuelle → Stichtag → Währung → Datenlücken → Aktualitätsprüfung
QualitätKlare Hauptaufgabe · Teilschritte · Quellen · Annahmen · Gegenargumente
MindsetAnalyse ≠ Entscheidung · Unsicherheit markieren · Bias kennen

Häufige Fragen zu KI-Prompts für Trading und Aktienanalyse

Welche KI eignet sich für Aktienanalysen?

Entscheidend ist weniger der Markenname als der verfügbare Datenzugriff und die Qualität des Prompts. Für aktuelle Analysen braucht das Modell verlässliche Quellen, einen klaren Datenstichtag und Regeln gegen erfundene Kennzahlen.

Können ChatGPT Trading Prompts Echtzeitkurse liefern?

Websuche und börsenechte Realtime-Kurse sind zweierlei. Eine Websuche liefert aktuelle öffentlich verfügbare Informationen, deren Kurse aber verzögert sein können. Echte Realtime-Kurse brauchen einen Markt- oder Broker-Datenfeed. Ohne solchen Zugriff müssen Kurse, Nachrichten und Termine vom Nutzer bereitgestellt oder ausdrücklich als nicht verfügbar markiert werden.

Was gehört in einen guten Prompt für eine Aktienanalyse?

Mindestens Ticker, Datenstichtag, Anlagehorizont, Risikoprofil, gewünschte Prüfkriterien, zugelassene Quellen, Ausgabeformat und die Anweisung, Datenlücken sowie Gegenargumente offen zu nennen.

Kann KI einen Trade zuverlässig empfehlen?

Nein. KI kann Daten strukturieren, Szenarien vergleichen und Risiken sichtbar machen. Sie kennt aber nicht automatisch deine finanzielle Situation, hat möglicherweise keine Echtzeitdaten und kann Fehler produzieren. Die Entscheidung und Risikokontrolle bleiben beim Nutzer.

Warum sollte man keine vollständige Chain of Thought verlangen?

Für die Prüfung reicht eine kompakte Begründung mit Quellen, Annahmen, Berechnungen und Unsicherheiten. Ein vollständiges internes Gedankenprotokoll brauchst du für die Qualitätsprüfung nicht, und moderne Reasoning-Systeme geben ihr internes Vorgehen ohnehin nicht als frei steuerbares Protokoll aus.

Welche Angaben braucht ein ETF-Prompt?

Anlagehorizont, Sparrate oder Einmalanlage, Risikoprofil, bestehende Positionen, Ausschlüsse und das Ziel – Vermögensaufbau, Rente oder Einkommen. Ohne Ziel liefert die KI eine Produktliste statt einer Portfolio-Struktur.

Warum erfinden Sprachmodelle ISINs und Kennzahlen?

Sprachmodelle können plausible, aber falsche Zahlen und Kennungen erzeugen, besonders wenn ihnen keine belastbare Datenquelle zur Verfügung steht. Mit Websuche, Dokumenten oder Datenbanken lässt sich eine Antwort fundieren, garantiert ist das aber nicht. Deshalb gehört in jeden Finance-Prompt die ausdrückliche Regel, fehlende Daten offen zu benennen statt sie zu ergänzen. Prüfen musst du sie trotzdem.

Was ist ein Second-Order-Effekt?

Die indirekte Folge eines Trends. Direkte Gewinner sind oft offensichtlicher; Second-Order-Effekte betrachten die mittelbaren Folgen – Unternehmen, die erst über eine Kausalkette profitieren, oder Bereiche, die unter dem Trend leiden.

Taugen KI-Prompts für Optionsstrategien?

Für die Struktur ja, für die Entscheidung nein. Ohne Kurs, IV-Kontext und Ziel bleibt die Antwort theoretisch. Und selbst ein sauberer Plan ersetzt weder die eigene Risikorechnung noch die Prüfung, ob die Strategie zum Depot passt.

Wie oft sollte ich meine Prompts überarbeiten?

Nicht schon nach einer einzelnen enttäuschenden Antwort, denn Ergebnisse schwanken. Teste den Prompt an mehreren repräsentativen Fällen und versioniere erst dann. Mit einer Versionsnummer und einem Satz zur Begründung bleibt nachvollziehbar, welche Fassung besser war und warum.

Kann ich diese Prompts mit jedem Modell nutzen?

Weitgehend ja. Die fünf Schichten aus Rolle, Kontext, Aufgabe, Format und Qualitätskontrolle sind übertragbar. Unterschiede bleiben trotzdem: Reasoning-Modelle und klassische Modelle reagieren verschieden auf ausführliche Denkanweisungen, und Datenzugriff wie verarbeitbare Länge unterscheiden sich ohnehin.

Wie erkenne ich, dass eine KI-Antwort unbrauchbar ist?

An drei Signalen: Es fehlen Quellen und Annahmen, die Antwort vermeidet Zahlen oder liefert sie ohne Stichtag, und Gegenargumente kommen gar nicht vor. Eine Analyse ohne Gegenposition ist meist nur eine Bestätigung deiner Ausgangsfrage.

Ersetzen Prompt-Systeme eine eigene Strategie?

Nein. Sie strukturieren Recherche und Analyse und machen Entscheidungen wiederholbar. Die Strategie, die Risikogrenzen und die Verantwortung bleiben bei dir.

Prompt Systems for Trading, Investment Mindset
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