IG Erfahrungen: Wertpapiere handeln, Kontoarten, Kosten und Risiken beim Anbieter aus Frankfurt
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Geschrieben von Michael Radtke · Zuletzt aktualisiert: 4. August 2026

IG Erfahrungen: CFDs, Knock-Outs, Optionen, Plattformen, Kosten und Risiken

Risikohinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 72 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Knock-Out-Zertifikate und Optionen sind komplexe Finanzinstrumente und gehen ebenfalls mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Bei professionellen Kunden können Verluste die Einlagen übersteigen.

IG taucht in fast jeder Broker-Liste auf, aber selten mit einer klaren Antwort auf die entscheidende Frage: Was genau handelt man dort eigentlich? Diese Frage ist wichtiger, als sie klingt, denn über die deutsche Gesellschaft läuft kein klassisches Depot, sondern der Handel mit Hebelprodukten. Dieser Überblick ordnet das Unternehmen ein, beantwortet, ob IG seriös und reguliert ist, und erklärt Produkttypen, Kontoarten, Plattformen, Handelszeiten, Kostenarten, Ein- und Auszahlung sowie die Schutzmechanismen – samt der Stellen, an denen viele Interessenten etwas anderes erwarten, als sie bekommen.

Kurz beantwortet: IG gehört zur börsennotierten britischen IG Group. Kundinnen und Kunden aus Deutschland werden über die IG Europe GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main betreut, ein von der BaFin und der Deutschen Bundesbank beaufsichtigtes Wertpapierinstitut. Gehandelt werden dort vor allem CFDs, Knock-Out-Zertifikate, Barriers und Optionen auf Aktienkurse, Indizes, Währungen, Rohstoffe und Kryptowerte. Wichtig: Bei Aktien- und ETF-CFDs sowie bei Knock-Outs besitzt du die zugrunde liegenden Aktien oder Fondsanteile nicht. Ein klassisches Depot für langfristigen Aktien- und ETF-Besitz ist das nicht.

Wer hinter IG steckt

Die IG Group wurde in den siebziger Jahren in London gegründet und gehört damit zu den ältesten Häusern im Geschäft mit gehebelten Finanzprodukten. Das Unternehmen ist an der Londoner Börse notiert, veröffentlicht regelmäßig Geschäftszahlen und unterliegt den Berichtspflichten eines gelisteten Konzerns. Für Anleger ist das ein handfester Unterschied gegenüber Anbietern, deren Eigentümerstruktur sich nicht nachvollziehen lässt.

Das Europageschäft läuft seit dem Brexit über die IG Europe GmbH mit Sitz am Westhafenplatz in Frankfurt am Main, eingetragen im dortigen Handelsregister. Diese Gesellschaft ist als Wertpapierinstitut zugelassen und wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Deutschen Bundesbank beaufsichtigt. Für dich bedeutet das deutsches Aufsichtsrecht, deutschsprachige Vertragsunterlagen und einen Beschwerdeweg, der nicht über eine Behörde am Rand Europas führt. Wer bei der Anbieterauswahl nur auf die Oberfläche der App schaut, übersieht genau diesen Punkt.

Erste Prüffrage bei jedem Anbieter: Welche Gesellschaft ist dein Vertragspartner, wo sitzt sie, und welche Behörde beaufsichtigt sie? Steht diese Information nicht binnen einer Minute auffindbar auf der Website, ist das kein Schönheitsfehler, sondern ein Ausschlusskriterium. Seriöse Häuser verstecken ihre Regulierung nicht – sie werben damit.

Ist IG seriös? Woran sich das prüfen lässt

Die Frage ist IG seriös gehört zu den meistgestellten überhaupt, und sie ist berechtigt: Im Umfeld gehebelter Produkte tummeln sich neben beaufsichtigten Häusern auch reine Betrugsplattformen. Seriosität lässt sich aber nicht erfühlen, sondern prüfen – an fünf Punkten, die du bei jedem Anbieter durchgehen kannst.

PrüfpunktWas bei IG gilt
VertragsgesellschaftIG Europe GmbH, Westhafenplatz, Frankfurt am Main, im Handelsregister eingetragen
Aufsichtzugelassenes Wertpapierinstitut unter Aufsicht von BaFin und Deutscher Bundesbank
UnternehmensstrukturMuttergesellschaft an der Londoner Börse notiert, mit veröffentlichten Geschäftszahlen
Kundengeldergetrennt vom Betriebsvermögen zu führen
Pflichtangabenstandardisierter Risikohinweis mit ausgewiesener Verlustquote, hier 72 %

Umgekehrt gilt: Ein regulierter Anbieter ist kein Erfolgsversprechen. Die Aufsicht sorgt dafür, dass Kundengelder getrennt geführt, Risiken offengelegt und Schutzregeln eingehalten werden. Sie schützt dich nicht davor, mit gehebelten Produkten Geld zu verlieren – genau das tut die Mehrheit der Konten.

Was du dort handelst – und was du dabei nicht besitzt

Der Punkt, an dem die meisten Erwartungen kippen: Über die deutsche Gesellschaft handelst du Kursbewegungen, keine Wertpapiere zum Halten. Aktien und ETFs erscheinen zwar in der Suche, du erwirbst sie aber nicht – du positionierst dich auf ihren Kurs.

Basiswert oder MarktZugang bei IG EuropeEigentum am Basiswert
AktienCFDs und Knock-Out-Produkte auf Aktienkursenein
ETFsCFDs auf ETF-Kursenein
IndizesCFDs, Knock-Outs und Optionennein
DevisenCFDs, Knock-Outs und Optionennein
RohstoffeCFDs, Knock-Outs und Optionennein
KryptowerteCFDs und weitere Derivate, je nach aktuellem Angebotnein
Anleihen und ZinsenCFDsnein

Daraus folgt die wichtigste Abgrenzung dieser Seite: Wer Aktien oder ETFs kaufen und über Jahre halten möchte, braucht ein klassisches Wertpapierdepot bei einem Depotanbieter. Wer dagegen kurzfristig auf Kursbewegungen setzen oder ein bestehendes Portfolio absichern will, ist bei einem Anbieter für Hebelprodukte richtig. Wie der Handel auf Aktienkurse dort praktisch abläuft, steht in unserem Beitrag zum Aktienhandel bei IG; die Mechanik der Differenzkontrakte erklärt unser Grundlagenbeitrag zum CFD Trading.

CFDs, Knock-Out-Zertifikate, Barriers und Optionen im Vergleich

Vier Produkttypen stehen zur Wahl, und sie werden regelmäßig durcheinandergebracht. Alle bilden Kursbewegungen ab, unterscheiden sich aber in Konstruktion, Kostenlogik und Verlustmechanik.

ProduktWie es funktioniertWorauf du achten musst
CFDDifferenzkontrakt auf den Kurs, Margin statt vollem Einsatzbei Kassa-CFDs Übernachtfinanzierung; bei CFD-Futures ist sie in Preis und Spread eingerechnet; Close-out bei zu geringer Margin
Knock-Out-ZertifikatHebelprodukt mit fester Knock-Out-Schwelle, rechtlich ein übertragbares Wertpapierwird die Schwelle berührt, verfällt das Produkt; das Risiko ist auf den gezahlten Preis begrenzt
BarrierProdukt mit eingebauter Schwelle und begrenztem RisikoKonstruktion und Kostenbestandteile vor dem Kauf in den Produktangaben nachlesen
OptionRecht, aber keine Pflicht, zu einem festgelegten Kurs zu handelnZeitwert und Schwankungsbreite wirken zusätzlich zum Kurs auf den Preis

Ein wichtiger Hinweis zur Einordnung: Dass ein Knock-Out-Zertifikat rechtlich ein übertragbares Wertpapier ist, bedeutet nicht, dass du die zugrunde liegende Aktie oder den Index besitzt. Du hältst ein Papier, dessen Wert vom Kurs eines anderen Werts abhängt. Bei CFDs und außerbörslichen Optionen hältst du ausschließlich die jeweilige vertragliche Position.

Praktisch heißt das: Ein Knock-Out hat ein klar definiertes Maximalrisiko, dafür ein hartes Ende an der Schwelle. Ein CFD läuft weiter; bei Kassa-CFDs entsteht beim Überschreiten des täglichen Abrechnungszeitpunkts je nach Markt und Positionsrichtung eine Finanzierungsbelastung oder -gutschrift. Optionen bringen mit dem Zeitwert eine dritte Größe ins Spiel, die Einsteiger regelmäßig unterschätzen. Wer nur eines dieser Produkte verstanden hat, sollte auch nur dieses handeln.

Die Kontoarten – und warum die Wahl wichtiger ist als der Anbieter

Die Kontoart entscheidet, welche Produkte dir überhaupt zur Verfügung stehen. Kläre vor der Eröffnung, was du vorhast, und wähle danach.

KontoartWas du damit handelstWorauf du achten musst
Handelskonto für CFDsDifferenzkontrakte auf alle angebotenen MärkteMargin, bei Kassapositionen Übernachtfinanzierung, automatische Schließung möglich
Konto für Knock-Out-ProdukteKnock-Out-Zertifikate mit fester SchwelleRisiko auf den gezahlten Preis begrenzt, dafür Totalverlust bei Berührung der Schwelle
Konto für Barriers und OptionenBarriers und klassische OptionenPrämie, Zeitwert und Volatilität als zusätzliche Preisfaktoren
Professionelles Kontodieselben Produkte, andere SchutzregelnVerzicht auf zentrale Privatkundenrechte – siehe unten
Demokontoalles mit virtuellem GuthabenAusführung, Slippage und Marginbehandlung können vom Livekonto abweichen

Vor der Freischaltung gehebelter Produkte steht eine gesetzlich vorgeschriebene Angemessenheitsprüfung. Du beantwortest Fragen zu Kenntnissen, Erfahrung und beruflichem Hintergrund. Fällt das Ergebnis negativ aus, kann dir ein Produkt verweigert werden. Diese Prüfung ist kein Hindernis, das man geschickt umgehen sollte, sondern eine Information über dich selbst.

Der Punkt, der am meisten kostet: Du kannst dich als professioneller Kunde einstufen lassen. Das klingt nach Aufwertung, bedeutet aber den Verzicht auf mehrere zentrale Schutzmechanismen für Privatkunden – insbesondere auf die regulären Hebelbegrenzungen und den verpflichtenden Negativsaldoschutz. Bei professionellen Kunden können Verluste die Einlagen übersteigen. Welche weiteren Unterschiede gelten, steht in den konkreten Vertragsbedingungen. Für private Anleger gibt es dafür praktisch nie einen guten Grund.

Plattform, App und Werkzeuge

Auf der technischen Seite gehört IG traditionell zu den besser ausgestatteten Anbietern. Es gibt eine Weboberfläche und eine Trading-App, dazu Charts mit umfangreicher Indikatorauswahl, Kurs- und Ereignisalarme sowie einen Wirtschafts- und Trading-Kalender. Wer mit externer Software arbeitet, findet Anbindungen an MetaTrader 4, ProRealTime und TradingView; für algorithmischen Handel gibt es eine Programmierschnittstelle.

Für erfahrene Trader bietet IG bei bestimmten CFDs direkten Marktzugang. Dabei interagiert deine Order mit dem Orderbuch des zugrunde liegenden Marktes, und statt eines Spreads fällt eine Kommission an. Rechtlich bleibt deine Position jedoch ein CFD; ein Eigentum an der Aktie entsteht dadurch nicht. Das ist ein starkes Werkzeug – und eines, das Erfahrung voraussetzt, weil du Orderbuchtiefe und Ausführung selbst beurteilen musst.

Diese Tiefe hat eine Kehrseite: Wer zum ersten Mal überhaupt handelt, findet eine schlichte Oberfläche angenehmer als eine Profiplattform mit Dutzenden Einstellungen. Die Werkzeuge sind ein Vorteil für Menschen, die sie tatsächlich benutzen – und Ballast für alle anderen.

Unterschätzt wird das Demokonto. Es kostet nichts und beantwortet in zwei Abenden Fragen, die dich sonst echtes Geld kosten. Wie du diese Übungsphase aufbaust und wo ein Demokonto ein zu freundliches Bild zeichnet, steht im Beitrag zum IG Demokonto.

Handelszeiten: außerbörslich und am Wochenende

Ein Merkmal, das dieses Haus von vielen Anbietern unterscheidet, sind die erweiterten Handelszeiten. Ausgewählte Aktienmärkte lassen sich vor- und nachbörslich handeln, also außerhalb der regulären Börsensitzung; für einzelne Märkte gibt es zusätzlich ein Wochenendangebot.

Praktisch ist das, wenn Unternehmensergebnisse oder Konjunkturdaten außerhalb der Handelszeiten veröffentlicht werden. Es hat aber zwei Haken: Außerhalb der Haupthandelszeiten ist weniger Liquidität im Markt, die Spreads sind entsprechend breiter. Und der Eröffnungskurs am nächsten Handelstag kann deutlich vom außerbörslichen Kurs abweichen. Für Kassapositionen, die über Nacht offen bleiben, fällt zudem eine Übernachtfinanzierung an. Die genauen Zeiten je Markt stehen in der Instrumentenübersicht des Anbieters.

Ausbildung und Analyse – ehrlich eingeordnet

Der Anbieter betreibt eine eigene Lernplattform mit kostenfreien Kursen, dazu Webinare, Marktkommentare und Analysen. Das Material ist handwerklich ordentlich und für Einsteiger nützlich, um Grundbegriffe zu sortieren: Orderarten, Absicherung, Positionsgröße, Marktmechanik.

Trotzdem gilt eine einfache Regel, die für jeden Anbieter gilt: Bildungsmaterial eines Hauses, das an deinem Handel verdient, ist nie neutral. Es erklärt das Wie sehr gut und das Ob eher selten. Nutze es für Technik und Begriffe, aber hole dir die Frage, ob ein Produkt überhaupt zu deiner Situation passt, von einer Quelle ohne wirtschaftliches Interesse an deiner Aktivität.

Welche Kosten entstehen

Konkrete Beträge nennen wir bewusst nicht, weil sie sich ändern und je nach Markt, Produkt und Kontoart unterschiedlich ausfallen. Entscheidend ist, dass du die Kostenarten kennst und weißt, welche davon bei deinem Handelsverhalten überhaupt ins Gewicht fällt.

KostenartWo sie anfälltWorauf du achten musst
Spreadbei den meisten CFD-MärktenDifferenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs; verändert sich mit Marktzeit, Liquidität und Volatilität
Kommissionbei Aktien-CFDs und beim direkten Marktzugangtritt dort an die Stelle eines zusätzlichen Spreads des Anbieters
Übernachtfinanzierungbei Kassa-CFDs über den täglichen Abrechnungszeitpunkt hinausje nach Markt und Richtung Belastung oder Gutschrift; bei CFD-Futures bereits eingerechnet
Knock-Outs und Barriersbeim Öffnen, Schließen und gegebenenfalls bei Haltung über NachtOptionsprämie inklusive Spread und Knock-Out-Prämie, zusätzliche Kommission pro Lot sowie mögliche Finanzierungskosten
Vanilla-Optionsprämiebeim Kauf oder Verkauf einer Vanilla OptionPreis wird unter anderem von Basiswert, Ausübungspreis, Laufzeit und Volatilität beeinflusst; der Zeitwert nimmt grundsätzlich bis zum Verfall ab
Währungsumrechnungbei Geschäften und Erträgen in Fremdwährungbetrifft Ein- und Ausstieg gleichermaßen
Echtzeitdaten und Plattformkostenbei Kursdaten und Profi-Softwarefür Gelegenheitsnutzer meist verzichtbar, für aktive Trader real
Inaktivitätbei längerer Nichtnutzung des Kontostypische Klausel im Trading-Bereich, Fristen in den Bedingungen nachlesen

Merke dir vor allem die Übernachtfinanzierung. Bei Kassa-CFDs läuft sie für jede Nacht, in der die Position offen bleibt – je nach Markt und Richtung als Belastung oder als Gutschrift. Eine Idee, die sich „erst noch entwickeln muss“, kann damit von Tag zu Tag teurer werden. Bei CFD-Futures ist die Finanzierung dagegen bereits in Preis und Spread eingerechnet, dafür haben sie einen Verfallstermin.

Konto eröffnen, einzahlen, auszahlen

Die Kontoeröffnung läuft online. Dazu gehören die Identitätsprüfung nach den Geldwäschevorschriften und der Fragebogen zu Kenntnissen und Erfahrung. Wie lange die Freischaltung dauert, hängt davon ab, wie schnell die Legitimation durchläuft.

Bei Ein- und Auszahlungen gelten drei Punkte, die überall im Trading-Bereich gleich sind und trotzdem regelmäßig für Ärger sorgen. Erstens: Auszahlungen gehen grundsätzlich auf ein Konto, das auf denselben Namen lautet; Bankkonto oder Karte müssen dafür gegebenenfalls verifiziert sein. Zweitens: Bei Einzahlungen per Karte oder Zahlungsdienstleister wird üblicherweise zunächst auf demselben Weg zurückgezahlt. Drittens: Auszahlbar ist nur das freie Guthaben, nicht das Kapital, das als Margin in offenen Positionen gebunden ist. Wer das nicht bedenkt, hält eine ganz normale Marginbindung für ein Auszahlungsproblem.

Sicherheit: Regulierung, Kundengelder und Entschädigung

Wertpapierinstitute müssen Kundengelder getrennt vom eigenen Betriebsvermögen führen. Für Forderungen aus Wertpapiergeschäften greift in Deutschland zusätzlich die gesetzliche Anlegerentschädigung über die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen: Sie deckt 90 Prozent der berechtigten Forderung ab, höchstens jedoch 20.000 Euro. Das ist eine andere Systematik als die Einlagensicherung von 100.000 Euro, die für Guthaben bei Banken gilt.

Ein Detail gehört zur ehrlichen Darstellung: Bei IG gehandelte Knock-Out-Zertifikate können rechtlich übertragbare Wertpapiere sein. Das darf nicht mit dem Besitz der zugrunde liegenden Aktie, des ETFs oder eines anderen Basiswerts verwechselt werden. Bei CFDs und außerbörslichen Optionen hältst du grundsätzlich nur die jeweilige vertragliche Position.

Und der zweite Teil des Satzes ist der wichtigere: Keine dieser Sicherungen deckt Kursverluste ab. Sie greifen bei einer Insolvenz des Instituts, nicht bei einer Fehlentscheidung im Markt. Wer beides verwechselt, wiegt sich in einer Sicherheit, die es nicht gibt.

Die realistischere Gefahr: Anleger verlieren bei regulierten Anbietern selten Geld durch Insolvenz, sondern durch übernommene Zugänge. Aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung, nutze ein eigenes Passwort, das nirgendwo sonst verwendet wird, und öffne keine Links aus Mails, die zu einer angeblich dringenden Anmeldung drängen. Echte Anbieter fordern dich nie per Mail zur sofortigen Eingabe von Zugangsdaten auf.

Stärken und mögliche Nachteile

Statt Sternebewertungen hilft eine nüchterne Gegenüberstellung dessen, was das Angebot objektiv mitbringt und was es nicht leistet.

Erkennbare StärkenMögliche Nachteile
deutsche Vertragsgesellschaft unter BaFin-Aufsichtkein klassisches Depot für Aktien- und ETF-Besitz
vier Produkttypen und sehr breite Marktauswahlhohe Komplexität für Einsteiger
Plattform mit Anbindung an MetaTrader 4, ProRealTime und TradingViewmögliche Kosten für Echtzeitdaten und Profi-Software
erweiterte Handelszeiten und Wochenendangebotdort breitere Spreads und geringere Liquidität
kostenloses Demokonto ohne ZeitdruckInaktivitätsgebühr nach den geltenden Bedingungen

Unser Fazit lautet deshalb nicht „gut“ oder „schlecht“, sondern: passend oder unpassend. Ein Anbieter für gehebelten Handel ist für aktive Trader eine ernstzunehmende Adresse und für Sparplan-Anleger die falsche – unabhängig davon, wie viele Sterne irgendwo stehen.

Für wen der Anbieter passt – und für wen nicht

Passt gut zuPasst eher nicht zu
aktiven Tradern, die kurzfristig auf Kurse setzenMenschen, die zum ersten Mal überhaupt investieren
Nutzern, die professionelle Chart- und Analysewerkzeuge brauchenallen, die Aktien und ETFs besitzen und halten wollen
Anlegern, die auch auf fallende Kurse setzen wollenSparplan-Anlegern mit Buy-and-hold-Ansatz
wer ein bestehendes Portfolio absichern möchteallen, die das eingesetzte Kapital kurzfristig wieder brauchen

Und eine Selbsteinschätzung, die mehr wert ist als jeder Testbericht: Wenn du beim Abschnitt über Margin und automatische Schließung das Gefühl hattest, das später noch einmal nachlesen zu müssen, dann ist der gehebelte Handel heute noch nichts für dich. Die Produkte laufen dir nicht weg.

Sechs Fragen, die du vor der Eröffnung klären solltest

  1. Will ich besitzen oder positionieren? Wer Anteile halten möchte, braucht ein Depot bei einem Depotanbieter. Wer auf Kurse setzt, ist hier richtig. Diese Frage entscheidet alles Weitere.
  2. Welches Produkt passt zu meinem Vorhaben? CFD, Knock-Out, Barrier oder Option unterscheiden sich in Risikoprofil und Kostenlogik deutlich.
  3. Welche Märkte brauche ich wirklich? Ein großer Katalog nützt nichts, wenn dein Wunschmarkt fehlt oder zu ungünstigen Zeiten handelbar ist.
  4. Welche Kostenart trifft mich? Wer über Nacht hält, zahlt anders als jemand, der Positionen am selben Tag schließt.
  5. Wie sieht die Steuerseite aus? Kläre, ob die Kapitalertragsteuer einbehalten wird oder ob du die Erträge selbst erklären musst. Davon hängt ab, ob ein Freistellungsauftrag überhaupt wirken kann.
  6. Habe ich im Demokonto geübt? Zwei ruhige Abende dort ersparen erfahrungsgemäß mehr, als jeder Ratgeber vermitteln kann.

Häufige Fragen

Ist IG in Deutschland reguliert?

Das Geschäft im Europäischen Wirtschaftsraum läuft über die IG Europe GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main. Diese Gesellschaft ist als Wertpapierinstitut zugelassen und wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Deutschen Bundesbank beaufsichtigt. Damit gelten deutsches Aufsichtsrecht und deutschsprachige Vertragsunterlagen.

Ist IG seriös?

Prüfbar ist es an harten Merkmalen: eine benannte Vertragsgesellschaft mit Sitz in Frankfurt, Zulassung als Wertpapierinstitut, Aufsicht durch BaFin und Deutsche Bundesbank, eine börsennotierte Muttergesellschaft mit veröffentlichten Zahlen und der vorgeschriebene Risikohinweis mit ausgewiesener Verlustquote. Seriosität bedeutet aber nicht Erfolgsaussicht: 72 % der Kleinanlegerkonten verlieren beim CFD-Handel mit diesem Anbieter Geld.

Kann ich bei IG Europe echte Aktien und ETFs kaufen?

Nein. Deutsche Kunden handeln über IG Europe die Kursbewegungen von Aktien und ETFs mit CFDs, Knock-Out-Produkten oder anderen Derivaten. Die zugrunde liegenden Aktien beziehungsweise ETF-Anteile werden dabei nicht erworben. Wer Anteile besitzen und halten möchte, braucht ein klassisches Wertpapierdepot bei einem Depotanbieter.

Gibt es Aktien- oder ETF-Sparpläne?

Nein. Das europäische Angebot besteht aus Handelskonten für CFDs, Knock-Out-Produkte, Barriers und Optionen. Klassische Sparpläne auf Aktien oder ETFs, bei denen regelmäßig Anteile gekauft und gehalten werden, gehören nicht dazu.

Was ist der Unterschied zwischen CFD, Knock-Out, Barrier und Option?

Der CFD bildet die Kursbewegung über einen Differenzkontrakt ab; bei Kassapositionen fällt eine Übernachtfinanzierung an. Das Knock-Out-Zertifikat hat eine feste Schwelle: Wird sie berührt, verfällt das Produkt, das Risiko ist auf den gezahlten Preis begrenzt. Barriers arbeiten ebenfalls mit einer eingebauten Schwelle. Optionen geben ein Recht, aber keine Pflicht, und werden zusätzlich vom Zeitwert und der Schwankungsbreite beeinflusst.

Besitze ich ein Knock-Out-Zertifikat wirklich?

Ein Knock-Out-Zertifikat kann rechtlich ein übertragbares Wertpapier sein. Das bedeutet aber nicht, dass du die zugrunde liegende Aktie oder den Index besitzt – du hältst ein Papier, dessen Wert vom Kurs eines anderen Werts abhängt.

Welche Plattformen und Apps gibt es?

Eine Weboberfläche und eine Trading-App, dazu Anbindungen an MetaTrader 4, ProRealTime und TradingView sowie eine Programmierschnittstelle für algorithmischen Handel. Für erfahrene Nutzer gibt es bei bestimmten CFDs direkten Marktzugang, bei dem statt eines Spreads eine Kommission anfällt.

Kann ich außerhalb der Börsenzeiten handeln?

Für ausgewählte Märkte gibt es vor- und nachbörsliche Handelszeiten, für einzelne Märkte zusätzlich ein Wochenendangebot. Außerhalb der Haupthandelszeiten ist weniger Liquidität im Markt, die Spreads sind breiter, und der Eröffnungskurs am nächsten Handelstag kann abweichen.

Wie funktioniert die Auszahlung?

Auszahlungen gehen grundsätzlich auf ein Konto, das auf denselben Namen lautet; bei Einzahlungen per Karte oder Zahlungsdienstleister wird üblicherweise zunächst auf demselben Weg zurückgezahlt. Auszahlbar ist nur das freie Guthaben – Kapital, das als Margin in offenen Positionen gebunden ist, lässt sich nicht abziehen.

Was bedeutet die Einstufung als professioneller Kunde?

Sie bedeutet den Verzicht auf mehrere zentrale Schutzmechanismen für Privatkunden, insbesondere die regulären Hebelbegrenzungen und den verpflichtenden Negativsaldoschutz. Bei professionellen Kunden können Verluste die Einlagen übersteigen. Für private Anleger ist dieser Status in aller Regel ein schlechtes Geschäft, auch wenn er nach Aufwertung klingt.

Kann ich mehr verlieren, als ich eingezahlt habe?

Für Privatkunden im Europäischen Wirtschaftsraum ist eine Nachschusspflicht ausgeschlossen. Du kannst also nicht mehr verlieren als das Guthaben auf dem Handelskonto. Dieses Guthaben kann bei gehebelten Positionen allerdings sehr schnell vollständig aufgebraucht sein.

Wie sicher ist mein Geld?

Kundengelder werden getrennt vom Firmenvermögen geführt. Für berechtigte Forderungen aus Wertpapiergeschäften greift zusätzlich die gesetzliche Anlegerentschädigung mit 90 Prozent der Forderung, höchstens 20.000 Euro. Kursverluste deckt keine dieser Sicherungen ab.

Brauche ich Vorkenntnisse für die Kontoeröffnung?

Für gehebelte Produkte ist eine Angemessenheitsprüfung gesetzlich vorgeschrieben. Du beantwortest Fragen zu Kenntnissen und Erfahrung, und das Ergebnis kann dazu führen, dass dir bestimmte Produkte nicht angeboten werden. Beantworte sie ehrlich – die Prüfung schützt dich.

Für wen lohnt sich der Anbieter am wenigsten?

Für alle, die Aktien oder ETFs kaufen und über Jahre halten wollen, und für Einsteiger, die einmalig investieren und danach nichts mehr tun möchten. Die Stärken des Hauses liegen bei Produktvielfalt und Werkzeugen für aktiven Handel – beides bringt nichts, wenn man es nicht nutzt.

Weiterlesen

Wie die gehebelte Seite dieses Angebots im Detail funktioniert, steht in unserem Grundlagenbeitrag zum CFD Trading: Margin und Hebel, die Kostenarten, die Schutzregeln für Privatkunden, die Steuerbehandlung und die strukturellen Gründe für die hohe Verlustquote. Wer erwägt, hier ein Konto zu eröffnen, sollte diesen Text vorher gelesen haben. Er beantwortet auch, wann ein Produkt mit Verfallstermin die passendere Wahl ist als ein Kassa-CFD.

Wie der Handel auf Aktienkurse bei diesem Anbieter praktisch abläuft, beschreibt unser Beitrag zum Aktienhandel bei IG. Und bevor echtes Geld fließt, lohnt der Blick auf das IG Demokonto samt Vier-Wochen-Übungsplan und den Stellen, an denen ein Demokonto ein zu freundliches Bild zeichnet.

Wer nach diesem Überblick zu dem Schluss kommt, dass aktiver Handel nichts für ihn ist, findet in unserem Text zu Robo-Advisorn und der Frage, wofür du dort wirklich zahlst den entgegengesetzten Weg beschrieben. Statt selbst zu entscheiden, gibst du die Umsetzung ab und zahlst dafür eine laufende Vergütung. Ob sich das rechnet, hängt weniger von der Rendite ab als davon, ob du sonst gar nicht erst anfangen würdest.

Bevor du dich überhaupt auf ein Haus festlegst, lohnt der Schritt zurück auf die Grundsatzfrage: Unser Leitfaden dazu, welcher Broker wirklich zu dir passt und was er tatsächlich kostet, geht die Auswahlkriterien der Reihe nach durch. Dort steht auch, woran du unseriöse Anbieter erkennst, bevor Geld geflossen ist. Weil sich Handelsplattformen optisch stark ähneln, entscheidet meist erst der zweite Blick auf Zulassung, Kostenmodell und Produktpalette.

Für alle, die tatsächlich Anteile besitzen wollen, ist unser Beitrag zum Thema Aktien kaufen die passende Grundlage: von der Depotwahl über die Orderarten bis zu den Fehlern, die beim ersten Auftrag typisch sind. Welche Gebührenart bei welchem Handelsverhalten ins Gewicht fällt, klärt die Übersicht zu Depotkosten, Handelsplätzen und den Fragen vor der Eröffnung.

Für den Gesamtüberblick führt unsere Sammelseite Tagesgeld, Festgeld, Depot und Broker im Vergleich die Anbieter des Bereichs an einem Ort zusammen. Besonders hilfreich ist das, wenn du Handelskonto und ruhige Rücklage voneinander trennen willst – eine Aufteilung, die sich in der Praxis fast immer bewährt. Wer den Notgroschen vom Handelskonto trennt, trifft im Zweifel ruhigere Entscheidungen.

Risikohinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 72 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Knock-Out-Zertifikate und Optionen sind komplexe Finanzinstrumente und gehen ebenfalls mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Bei professionellen Kunden können Verluste die Einlagen übersteigen. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Anlage- oder Steuerberatung. Prüfe Angebote und Bedingungen immer selbst beim jeweiligen Anbieter.

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