Kann man mit Trading Geld verdienen? Was die Zahlen sagen und was realistisch ist
Die ehrliche Antwort auf die Frage, ob man mit Trading Geld verdienen kann, steht in den Pflichthinweisen der Anbieter selbst: Bei den hier verglichenen CFD-Brokern verlieren zwischen 57,9 und 77 Prozent der Kleinanlegerkonten Geld. Das heißt nicht, dass es unmöglich ist – es heißt, dass die Mehrheit scheitert und du wissen solltest, woran, bevor du anfängst.
Was diese Zahlen bedeuten und was nicht: Sie sind gesetzlich vorgeschrieben, stammen vom jeweiligen Anbieter und beziehen sich auf CFD-Konten in einem bestimmten Zeitraum. Sie sagen nichts über einzelne Personen und nichts über ungehebelten Wertpapierhandel. Sie sagen aber sehr deutlich: Trading ist kein Nebenverdienst, der sich nebenbei einstellt.
Erst testen, dann einzahlen
Wer wissen will, ob Trading für ihn funktioniert, sollte das herausfinden, bevor Geld im Spiel ist. Diese Anbieter haben einen Testzugang.
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Risikohinweis XTB: CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 77 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.
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Angaben nach Anbieterinformationen, Stand August 2026. Keine Gewähr für Aktualität und Vollständigkeit. Die grünen Buttons sind Werbelinks: Kommt darüber ein Abschluss zustande, erhält alarm.de eine Vergütung, für dich ohne Mehrkosten.
Der ungehebelte Weg
Die Verlustquoten in den Pflichthinweisen beziehen sich auf CFD-Konten. Wer echte Wertpapiere kauft und hält, bewegt sich in einer anderen Risikoklasse – langsamer, aber ohne Hebelwirkung und ohne laufende Finanzierung.
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Angaben nach Anbieterinformationen, Stand August 2026. Keine Gewähr für Aktualität und Vollständigkeit.
Was die Zahlen wirklich sagen
Die Verlustquoten in den CFD-Risikohinweisen sind die belastbarste Zahl, die es zu dieser Frage gibt – weil sie nicht aus einer Umfrage stammt, sondern aus den Konten der Anbieter selbst.
Sie sind vorgeschrieben, anbieterbezogen und werden regelmäßig aktualisiert. Bei den hier verglichenen Anbietern liegen sie zwischen 57,9 und 77 Prozent.
Was sie nicht sagen: wie hoch die Verluste ausfallen, über welchen Zeitraum gehandelt wurde und wie viele der Betroffenen nach kurzer Zeit wieder aufgehört haben. Auch sagen sie nichts über ungehebelten Aktien- oder ETF-Handel – dort gibt es diese Kennzahl gar nicht.
Was sie sehr wohl sagen: Wer ein CFD-Konto eröffnet, gehört statistisch eher zur verlierenden als zur gewinnenden Gruppe. Wer das für sich ausschließt, sollte begründen können, warum.
Warum die Mehrheit verliert
Die Gründe sind selten Wissenslücken. Fünf Muster tauchen immer wieder auf.
- Zu große Positionen. Wer je Trade zu viel riskiert, übersteht keine normale Verlustserie – zehn Verluste in Folge sind bei jedem Ansatz möglich.
- Kosten unterschätzt. Bei hoher Frequenz entscheidet die Summe aus Spread und Gebühren, nicht die Trefferquote.
- Verluste laufen lassen, Gewinne früh mitnehmen. Das Muster fühlt sich richtig an und ist die Umkehrung dessen, was funktionieren würde.
- Nach Verlusten größer werden. Der Versuch, schnell zurückzuholen, verdoppelt das Risiko in der schlechtesten Phase.
- Keine Regeln oder keine Aufzeichnung. Wer nicht notiert, wiederholt dieselben Fehler, ohne sie zu bemerken.
Auffällig ist, was nicht in dieser Liste steht: die Marktmeinung. Die meisten scheitern nicht daran, dass sie den Kurs falsch einschätzen, sondern daran, wie viel sie darauf setzen und wie sie mit dem Ergebnis umgehen. Mehr dazu im Ratgeber Trading lernen.
Trading oder Investieren: zwei verschiedene Fragen
Die Frage nach dem Geldverdienen wird oft in einen Topf geworfen, obwohl zwei völlig unterschiedliche Ansätze gemeint sind.
| Trading | Investieren | |
|---|---|---|
| Haltedauer | Minuten bis Wochen | Jahre bis Jahrzehnte |
| Ertragsquelle | Kursbewegungen, aktiv gehandelt | Unternehmensgewinne, Dividenden, Zeit |
| Aufwand | Laufend, mit fester Routine | Gering, oft automatisiert |
| Kostenanteil | Hoch, weil häufig gehandelt wird | Niedrig, weil selten gehandelt wird |
| Wer verliert | Bei CFDs die Mehrheit, laut Pflichthinweisen | Vor allem, wer bei Rückgängen verkauft |
Für die meisten, die „mit Trading Geld verdienen“ googeln, ist der zweite Weg der passendere – auch wenn er langweiliger klingt. Wer trotzdem handeln will, sollte beides trennen: ein Depot für langfristige Anlagen, ein separater Betrag zum Handeln.
Vom Trading leben: die Rechnung
Der Traum hinter der Frage lautet meistens nicht „ein bisschen dazuverdienen“, sondern „davon leben“. Diese Rechnung lässt sich aufmachen – sie fällt nur anders aus als erhofft.
Wer monatlich einen bestimmten Betrag entnehmen will, braucht eine Rendite auf sein Handelskapital, die diesen Betrag hergibt – und zwar nach Kosten und Steuern, und in schlechten Monaten ebenso wie in guten.
Ein Rechenbeispiel, keine Prognose: Wer 2.000 Euro im Monat entnehmen will, braucht 24.000 Euro im Jahr. Bei einem Handelskapital von 100.000 Euro entspricht das 24 Prozent jährlich – nach Kosten und Steuern. Bei 50.000 Euro Kapital wären es 48 Prozent. Solche Renditen sind über einzelne Jahre möglich, aber niemand kann sie planbar wiederholen.
Der zweite Haken: Entnahmen in Verlustmonaten verkleinern das Kapital – und damit die Basis für die nächste Rendite. Wer vom Handeln leben will, braucht deshalb entweder ein deutlich größeres Kapital oder eine zweite Einkommensquelle, die die schlechten Monate trägt.
Was Kosten und Steuern übrig lassen
Zwischen Bruttogewinn und dem, was ankommt, liegen zwei Blöcke, die in jeder Erfolgsgeschichte fehlen.
Handelskosten. Spread bei jedem Trade, dazu je nach Modell Kommission oder feste Abwicklungskosten für Einstieg und Ausstieg. Bei gehebelten Positionen über Nacht kommen Finanzierungskosten hinzu. Was das im Einzelnen ausmacht, steht im Überblick zu Broker Kosten und Gebühren.
Steuern. Gewinne aus Kapitalvermögen unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bei Anbietern ohne deutschen Steuerabzug musst du sie selbst erklären. Ein Viertel des Gewinns ist damit von vornherein weg – in jeder Rechnung, die vom Traden leben will. Details im Ratgeber zu Trading und Steuern.
Warum Renditeversprechen unseriös sind
„Zehn Prozent im Monat“ klingt bescheiden und ist es nicht: Zehn Prozent monatlich wären über ein Jahr eine Verdreifachung des Kapitals. Wer das dauerhaft könnte, müsste keine Kurse verkaufen.
Genau darin liegt der Test für jedes Angebot: Wenn eine Methode zuverlässig funktioniert, ist der Verkauf der Methode das schlechtere Geschäft als ihre Anwendung. Wer trotzdem verkauft, verdient am Verkauf – nicht am Handeln.
Dazu kommt ein Auswahleffekt: Screenshots zeigen immer die guten Trades. Ein Konto, das nach zwei Monaten leer war, taucht in keiner Werbung auf. Aus einzelnen sichtbaren Erfolgen lässt sich nicht schließen, wie viele es versucht haben.
Woran du Blender erkennst
- Feste Renditeangaben pro Monat oder Jahr. Seriöse Anbieter versprechen keine Erträge.
- Gewinn-Screenshots ohne Gesamtbild. Einzelne Trades sagen nichts über den Verlauf.
- Zeitdruck. Ablaufende Rabatte und begrenzte Plätze gehören nicht zu einem Lerninhalt.
- Signale statt Erklärung. Wer nur sagt, was zu kaufen ist, macht dich abhängig.
- Ansprache über soziale Netzwerke oder Messenger. Besonders, wenn gleich eine Plattform empfohlen wird.
- Unklarer Anbieter. Fehlendes oder unvollständiges Impressum ist ein klares Warnsignal; bei erlaubnispflichtigen Finanzdienstleistungen oder persönlicher Anlageberatung muss die Erlaubnis überprüfbar sein.
Wie professionell aufgezogene Betrugsmaschen ablaufen, steht ausführlich im Beitrag zu Anlagebetrug und Fake-Brokern.
Was die Ausdauernden anders machen
Wer über Jahre dabeibleibt, unterscheidet sich weniger durch bessere Prognosen als durch nüchterne Nebenbedingungen.
- Kleines Risiko je Trade. Ein bis zwei Prozent des Kontos, damit eine Verlustserie nicht existenzbedrohend wird.
- Regeln, die vor dem Trade feststehen. Einstieg, Stop, Ziel und Positionsgröße werden nicht im Moment entschieden.
- Aufzeichnung jedes Trades. Nicht das Ergebnis zählt zuerst, sondern ob die eigene Regel eingehalten wurde.
- Ein Ansatz, viele Wiederholungen. Statt nach drei Verlusten die Methode zu wechseln.
- Getrenntes Geld. Handelskapital, das nicht für Miete, Rücklage oder Kredit gebraucht wird.
- Realistische Zeiterwartung. Die ersten Monate dienen dem Lernen, nicht dem Ertrag.
Ein realistischer Erwartungsrahmen
Wer anfängt, sollte drei Dinge als normal einplanen – dann führt keines davon zu Panikentscheidungen.
Die erste Phase kostet Geld. Nicht als Verlust im engeren Sinn, sondern als Lehrgeld: Bedienfehler, zu große Positionen, Kosten, die man nicht eingerechnet hatte.
Verlustserien gehören dazu. Auch ein funktionierender Ansatz hat Phasen mit mehreren Verlusten hintereinander. Wer damit nicht rechnet, wechselt die Methode genau dann, wenn er sie durchhalten müsste.
Der Ertrag ist nicht monatlich planbar. Trading liefert keine gleichmäßigen Erträge. Wer eine feste monatliche Summe braucht, sollte sie nicht aus dem Handelskonto entnehmen.
Wenn du es trotzdem versuchst
Nichts an den Zahlen verbietet den Versuch – sie sagen nur, wie du ihn anlegen solltest.
- Betrag festlegen, dessen Verlust nichts ändert. Keine Rücklage, kein Kredit, kein Dispo.
- Ungehebelt anfangen. Erst den Ablauf beherrschen, dann über Hebel nachdenken.
- Im Testzugang die Bedienung üben. Mit dem Guthaben, das du später wirklich einzahlst, soweit der Anbieter das zulässt.
- Klein starten und alles notieren. Die ersten Trades sind Ausbildung, nicht Ertrag.
- Nach einigen Monaten auswerten. Nicht den Kontostand, sondern die Regeltreue.
- Ehrlich entscheiden. Wenn es nicht funktioniert, ist Aufhören eine gute Entscheidung, keine Niederlage.
Wie viel Startkapital dafür sinnvoll ist, steht im Ratgeber Wie viel Geld braucht man zum Traden. Welcher Anbieter zum Einstieg passt, im Vergleich der Broker für Trading-Anfänger. Und wie du Positionsgröße und Risiko je Trade berechnest, im Ratgeber zu Hebel und Margin.
Typische Fehler bei der Erwartung
- Trading als Einkommensersatz planen. Die Erträge sind nicht monatlich planbar.
- Von Erfolgsgeschichten auf die eigene Chance schließen. Die gescheiterten Konten sind nicht sichtbar.
- Mit Hebel ausgleichen wollen, was an Kapital fehlt. Das erhöht das Risiko, nicht die Erfolgsaussicht.
- Kosten und Steuern aus der Rechnung lassen. Beides schmälert jeden Bruttogewinn erheblich.
- Nach Verlusten nachschießen. Der Einsatz steigt genau dann, wenn es nicht läuft.
- Zu früh aufgeben oder zu spät. Beides passiert – deshalb vorher festlegen, woran du es misst.
Häufige Fragen
Kann man mit Trading wirklich Geld verdienen?
Möglich ist es, aber die vorgeschriebenen Risikohinweise der CFD-Anbieter zeigen, dass ein hoher Anteil der Kleinanlegerkonten Geld verliert – bei den hier verglichenen Anbietern zwischen 57,9 und 77 Prozent. Wer es versucht, sollte mit Geld arbeiten, dessen Verlust er tragen kann.
Wie viel Prozent der Trader verlieren Geld?
Für CFD-Konten nennen die Anbieter selbst anbieterbezogene Quoten, die regelmäßig aktualisiert werden. Sie beziehen sich auf Konten in einem bestimmten Zeitraum und sagen nichts über Höhe der Verluste oder über ungehebelten Wertpapierhandel.
Kann man vom Trading leben?
Rechnerisch braucht es dafür ein Handelskapital, dessen Rendite nach Kosten und Steuern die gewünschte Entnahme trägt – und zwar auch in schlechten Monaten. Wer 2.000 Euro monatlich entnehmen will, bräuchte bei 100.000 Euro Kapital 24 Prozent jährlich nach Kosten. Solche Renditen sind einzelne Jahre lang möglich, aber nicht planbar wiederholbar.
Warum verlieren so viele beim Trading?
Selten wegen falscher Marktmeinung. Häufiger wegen zu großer Positionen, unterschätzter Kosten, des Musters „Verluste laufen lassen, Gewinne früh mitnehmen“, größer werdender Einsätze nach Verlusten und fehlender Aufzeichnung.
Ist Investieren besser als Trading?
Für die meisten ja – nicht weil Trading unmöglich wäre, sondern weil Investieren weniger Aufwand, geringere Kosten und keine Hebelwirkung mit sich bringt. Wer beides will, sollte es trennen: ein Depot für langfristige Anlagen, ein separater Betrag zum Handeln.
Wie viel Rendite ist beim Trading realistisch?
Eine seriöse Zahl gibt es nicht, weil das Ergebnis von Ansatz, Kapital, Kosten und Marktphase abhängt. Wer feste Monatsrenditen verspricht, verdient am Verkauf des Versprechens. Realistisch ist, die erste Zeit als Ausbildung zu betrachten und nicht als Ertragsquelle.
Wie lange dauert es, bis Trading funktioniert?
Das Handwerk ist in Wochen erlernbar, eine Methode braucht Monate mit Wiederholung, und die eigenen Regeln unter Druck einzuhalten bleibt dauerhaft Arbeit. Wer eine feste Zahl nennt, meint meistens nur den ersten Teil.
Schmälern Steuern den Gewinn stark?
Ja. Auf Gewinne aus Kapitalvermögen fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an. Bei Anbietern ohne deutschen Steuerabzug musst du die Erträge zusätzlich selbst erklären.
Woran erkenne ich unseriöse Trading-Angebote?
An festen Renditeversprechen, Gewinn-Screenshots ohne Gesamtbild, künstlichem Zeitdruck, reinen Signalen ohne Erklärung und Ansprache über soziale Netzwerke oder Messenger. Fehlendes Impressum ist ein klares Warnsignal.
Sollte ich mit einem Demokonto anfangen?
Ja, um Plattform und Abläufe kennenzulernen. Stelle das virtuelle Guthaben, sofern der Anbieter das zulässt, auf den Betrag ein, den du wirklich einzahlen wirst. Die eigene Reaktion auf echte Verluste zeigt ein Testzugang nicht.
Was mache ich, wenn es nicht funktioniert?
Aufhören ist eine gute Entscheidung, keine Niederlage. Sinnvoll ist, vorher festzulegen, woran du es misst – etwa an der Regeltreue über eine bestimmte Zahl von Trades statt am Kontostand nach wenigen Wochen.
Ist Copy Trading ein einfacherer Weg?
Nein. Wer nicht versteht, warum eine Position eröffnet wurde, kann auch nicht beurteilen, wann er aussteigen sollte. Das Risiko bleibt in jedem Fall bei dir.
Risikohinweis: Der Handel mit Wertpapieren ist mit erheblichen Verlustrisiken verbunden; das eingesetzte Kapital kann vollständig verloren gehen. Bei gehebelten Produkten wie CFDs sind die Verlustquoten von Privatanlegern hoch. Die Rechenbeispiele in diesem Beitrag dienen der Veranschaulichung und sind keine Prognose; frühere Ergebnisse lassen keinen Schluss auf künftige zu. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Einzelne Links sind Werbelinks – klickst du darauf und schließt ab, erhalten wir eine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.