Knock-outs und Optionsscheine handeln welcher Broker passt und worauf du achten musst
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Geschrieben von Michael Radtke · Zuletzt aktualisiert: 9. August 2026

Knock-outs und Optionsscheine handeln: welcher Broker passt und worauf du achten musst

Wer Knock-outs und Optionsscheine handeln will, braucht kein CFD-Konto und keine Terminhandelsfreigabe – ein normales Wertpapierdepot reicht. Entscheidend sind drei Dinge: welche Emittenten angebunden sind, wie günstig der Direkthandel läuft und ob du die Produktmerkmale verstehst. Denn beim Hebelzertifikat steckt der Hebel im Papier, nicht im Konto.

Der wichtigste Unterschied zu CFDs und Futures: Bei verbrieften Hebelprodukten ist dein Verlust auf den Kaufbetrag begrenzt, eine Nachschusspflicht gibt es nicht. Dafür kommen zwei andere Risiken hinzu: die Knock-out-Schwelle, bei deren Berührung das Papier vorzeitig endet, und das Emittentenrisiko – du trägst das Ausfallrisiko des Herausgebers.

Knock-outs und Optionsscheine handeln: die Anbieter im Vergleich

Bei einem Broker für Turbo-Zertifikate und Optionsscheine zählt nicht nur die Ordergebühr, sondern vor allem die Auswahl der Emittenten und Handelswege. Keine Preistabellen – Konditionen ändern sich. Entscheidend ist, welche Emittenten angebunden sind und wie der Direkthandel abgerechnet wird.

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AnbieterSchwerpunkt bei HebelproduktenFür wen
Smartbroker+Rund 30 Handelsplätze für Aktien, Derivate und Zertifikate mit breiter Emittentenanbindung. Der Anbieter wirbt mit dem Kostensieger-Ergebnis von Finanztest 12/2025 in den getesteten Depotgrößen. Unser TestWer aus einer großen Auswahl an Emittenten das passende Papier suchtZu Smartbroker+
Traders PlaceRund 40 Handelsplätze für Aktien sowie börsliche und außerbörsliche Derivate, optional ein Wertpapierkredit. Unser TestWer untertägig handelt und zwischen Börse und Direkthandel wählen willZu Traders Place
Trade RepublicDerivate über wenige Emittenten, Handel über App und Webzugang, Broker und Bank aus einer Hand. Unser TestWer gelegentlich ein Hebelpapier kauft und einfache Bedienung schätztZu Trade Republic

Die Buttons führen zu den jeweiligen Anbietern. Kommt darüber ein Abschluss zustande, erhält alarm.de eine Vergütung – für dich ohne Mehrkosten. Welche Emittenten angebunden sind und wie der Direkthandel abgerechnet wird, prüfst du vor der Eröffnung beim Anbieter.

Knock-out, Optionsschein, Faktor-Zertifikat

Drei Produktfamilien, die im Alltag durcheinandergehen und sich in einem entscheidenden Punkt unterscheiden: wie der Hebel zustande kommt.

ProduktWie der Hebel entstehtWas das Papier beenden kann
Knock-outÜber den Abstand zwischen Kurs und Basispreis – je näher, desto größer der HebelBerühren der Knock-out-Schwelle, teils zusätzlich eine Laufzeit
Klassischer OptionsscheinÜber die Optionsmechanik mit Basispreis, Laufzeit und VolatilitätEnde der Laufzeit ohne inneren Wert
Faktor-ZertifikatÜber einen festen täglichen Faktor auf die TagesveränderungAnpassungsschwelle bei starken Bewegungen, keine feste Laufzeit

Für die Praxis heißt das: Der Knock-out bildet Kursbewegungen fast eins zu eins mit Hebel ab und ist deshalb leicht zu rechnen – dafür ist er sofort wertlos oder auf einen Restwert reduziert, wenn die Schwelle fällt. Der klassische Optionsschein reagiert komplexer, hat aber keine solche Barriere. Das Faktor-Zertifikat eignet sich für kurze Zeiträume, weil sich die tägliche Neuberechnung über längere Phasen von der Entwicklung des Basiswerts entfernt.

Die Produktmerkmale, die du kennen musst

Jedes Papier hat ein Datenblatt. Fünf Angaben entscheiden über Chance und Risiko.

  • Basispreis. Der Bezugspunkt des Papiers. Beim Knock-out bestimmt der Abstand zum aktuellen Kurs den Hebel.
  • Bezugsverhältnis. Wie viele Papiere du für eine Einheit des Basiswerts brauchst – wichtig, um den Preis richtig einzuordnen.
  • Knock-out-Schwelle oder Barriere. Der Kurs, bei dessen Berühren das Papier endet. Bei manchen Produkten liegt sie auf dem Basispreis, bei anderen davor.
  • Laufzeit und Restlaufzeit. Open End oder befristet mit Fälligkeit. Befristete Papiere verlieren zum Ende hin Zeitwert.
  • Emittent. Wer das Papier herausgibt – und damit, wessen Zahlungsfähigkeit du vertraust.

Diese Angaben stehen im Basisinformationsblatt und in der Produktübersicht des Emittenten. Wer sie nicht prüft, kauft ein Papier, dessen Verhalten er nicht vorhersagen kann.

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Zuerst die Emittentenauswahl prüfen

Ein Broker mit wenigen angebundenen Emittenten schränkt deine Auswahl an Basispreisen und Laufzeiten deutlich ein. Prüfe das vor der Kontoeröffnung.

Die Knock-out-Schwelle

Das Merkmal, das Knock-outs von allen anderen Hebelprodukten unterscheidet – und das die meisten Verluste erklärt.

Wird die Schwelle während der Laufzeit berührt, endet das Papier vorzeitig. Was du dann bekommst, hängt vom Produkttyp ab: Bei vielen Knock-outs ist der Verlust vollständig, bei Varianten mit vorgelagerter Stop-Loss-Schwelle wird ein Restwert ermittelt und ausgezahlt. Ob und wie viel, steht in den Produktbedingungen.

Drei Punkte, die in der Praxis zählen. Erstens richtet sich nach den Produktbedingungen, wann die Knock-out-Barriere beobachtet wird. Die Knock-out-Zeiten können über deine eigenen Handelsmöglichkeiten hinausgehen; ein Knock-out kann deshalb auch eintreten, während du das Papier über deinen Broker gerade nicht handeln kannst. Zweitens genügt eine kurze Berührung; ein sofortiges Zurücklaufen des Kurses hilft nicht mehr. Drittens wächst der Hebel, je näher der Kurs an die Schwelle rückt – das Papier wird also genau dann empfindlicher, wenn es gefährlicher wird.

Der Denkfehler, der teuer wird: Ein Knock-out mit sehr hohem Hebel wirkt günstig, weil er wenig kostet. Tatsächlich liegt seine Schwelle dicht am aktuellen Kurs – schon eine normale Tagesschwankung kann ihn beenden. Der Preis eines Papiers sagt nichts über sein Risiko; entscheidend ist der Abstand zur Schwelle im Verhältnis zur üblichen Bewegung des Basiswerts.

Zeitwert und Volatilität beim Optionsschein

Klassische Optionsscheine haben keine Knock-out-Barriere, dafür zwei Einflüsse, die Einsteiger regelmäßig überraschen.

Der Zeitwert. Bei ansonsten unveränderten Bedingungen nimmt er mit näher rückendem Verfall typischerweise ab. Ein Optionsschein kann also an Wert verlieren, obwohl sich der Basiswert nicht bewegt hat – und dieser Verlust beschleunigt sich zum Laufzeitende hin.

Die erwartete Schwankungsbreite. Steigt sie, werden Optionsscheine tendenziell teurer, fällt sie, günstiger. Wer kurz vor einem erwarteten Ereignis kauft, zahlt oft eine hohe Erwartung mit – und sieht danach einen Preisrückgang, selbst wenn die Richtung stimmte.

Wie stark ein Optionsschein auf eine Kursbewegung reagiert, beschreibt das Delta; die Kombination aus Delta und Hebel wird als Omega bezeichnet. Beide Kennzahlen stehen im Datenblatt und sagen mehr über das tatsächliche Verhalten aus als der einfache Hebel.

Der Hebel und was er wirklich sagt

Der Hebel ist die meistgenannte Kennzahl bei diesen Produkten – und die am häufigsten missverstandene.

Beim Knock-out ist er vergleichsweise ehrlich: Er beschreibt, um wie viel Prozent sich das Papier bewegt, wenn sich der Basiswert um ein Prozent bewegt. Weil das Papier den Basiswert weitgehend linear abbildet, trifft das in der Praxis meist zu.

Beim Optionsschein ist der einfache Hebel dagegen nur eine Rechengröße. Die tatsächliche Reaktion hängt vom Delta ab, dazu kommen Zeitwert und Volatilität. Deshalb ist dort Omega die aussagekräftigere Kennzahl.

Und in beiden Fällen gilt: Ein höherer Hebel bedeutet stärkere prozentuale Ausschläge in beide Richtungen. Anders als bei marginbasierten Produkten steckt er hier im Papier – du kannst ihn nicht über die Positionsgröße steuern, sondern nur über die Auswahl. Wie sich das von CFDs und Futures unterscheidet, steht im Ratgeber zu Hebel und Margin.

Emittentenrisiko

Der Punkt, der bei diesen Produkten am leichtesten übersehen wird, weil er im normalen Verlauf nie sichtbar ist.

Ein Knock-out oder Optionsschein ist rechtlich eine Schuldverschreibung des Herausgebers. Anders als bei einer Aktie besitzt du keinen Anteil an einem Unternehmen, sondern hast eine Forderung. Wird der Emittent zahlungsunfähig, kann das Papier wertlos werden – unabhängig davon, wie sich der Basiswert entwickelt hat.

Das ist kein theoretisches Risiko: Bei der Insolvenz einer großen Investmentbank im Jahr 2008 verloren Zertifikateanleger genau auf diesem Weg Geld. Für die Praxis heißt das: Achte darauf, wer das Papier herausgibt, und streue über mehrere Emittenten, wenn du größere Beträge einsetzt.

Zum Vergleich: Bei einer im Depot verwahrten Aktie besteht dieses Risiko nicht, weil du Eigentümer bist. Der Unterschied zwischen beiden Welten steht im Vergleich der Broker für aktiven Aktienhandel.

Wo du handelst: Börse oder Emittent

Hebelprodukte lassen sich auf zwei Wegen kaufen, und der Unterschied wirkt sich direkt auf deine Kosten aus.

Im Direkthandel handelst du unmittelbar mit dem Emittenten. Er stellt An- und Verkaufskurs, du siehst vor dem Abschluss einen konkreten Preis und kannst ihn annehmen oder ablehnen. Das ist schnell, funktioniert über lange Zeiten und ist bei vielen Brokern günstig angebunden.

An der Börse – etwa an den auf Derivate spezialisierten Handelsplätzen – läuft der Handel über ein Orderbuch, in dem der Emittent als Market Maker Kurse stellt. Vorteil: Börsenaufsicht und geregelte Handelsüberwachung. Nachteil: Es kann ein Handelsplatzentgelt anfallen.

Praktisch entscheidend ist der Spread, also die Geld-Brief-Spanne zwischen An- und Verkaufskurs. Sie wird vom Emittenten gestellt und ist bei diesen Produkten der wichtigste Kostenblock – wichtiger als die Ordergebühr.

Was der Handel kostet

  • Der Spread des Emittenten. Keine Gebühr, aber der Posten, der auf Ein- und Ausstieg wirkt. Sie unterscheidet sich je Emittent und Produkt deutlich.
  • Ordergebühr und Handelsplatzentgelt. Je nach Broker und gewähltem Weg; im Direkthandel oft günstiger als über die Börse.
  • Das Aufgeld. Bei Optionsscheinen der Betrag, den du über den inneren Wert hinaus zahlst – er baut sich bis zum Laufzeitende ab.
  • Finanzierungskosten im Papier. Bei Knock-outs ohne feste Laufzeit passt der Emittent Basispreis und Schwelle laufend an; darin steckt die Finanzierung.
  • Währungsrisiko. Bei nicht währungsgesicherten Papieren auf Basiswerte in Fremdwährung beeinflusst der Wechselkurs den Produktwert beziehungsweise Auszahlungsbetrag.

Die Rechnung ist einfacher als bei CFDs, weil es keine tägliche Abrechnung gibt – die Kosten stecken im Preis. Genau deshalb lohnt der Vergleich mehrerer Papiere auf denselben Basiswert: Bei gleichem Hebel können sich Spanne und Aufgeld deutlich unterscheiden. Die übrigen Kostenblöcke im Überblick stehen unter Broker Kosten und Gebühren.

Handelszeiten

Hebelprodukte sind meist deutlich länger handelbar als der zugrunde liegende Basiswert – im Direkthandel häufig vom frühen Morgen bis in den späten Abend.

Das ist praktisch, hat aber eine Kehrseite: Außerhalb der Handelszeit des Basiswerts stellt der Emittent seine Kurse auf Basis von Referenzmärkten oder Terminkontrakten. Die Spanne wird dann breiter, und der Preis kann sich von dem entfernen, was der Basiswert später bei Handelsbeginn zeigt.

Wichtig: Wann die Knock-out-Barriere beobachtet wird, richtet sich nach den Produktbedingungen. Die Knock-out-Zeiten können über deine eigenen Handelsmöglichkeiten hinausgehen. Ein Knock-out kann deshalb auch eintreten, während du das Papier über deinen Broker gerade nicht handeln kannst – etwa abends bei einem Papier auf einen US-Wert.

Währungsrisiko und Quanto

Bei Basiswerten in fremder Währung wirkt neben dem Kurs auch der Wechselkurs auf dein Ergebnis. Zwei Varianten gibt es.

Ohne Währungsschutz schlägt der Wechselkurs voll durch. Ein steigender Basiswert kann durch eine ungünstige Währungsentwicklung teilweise aufgezehrt werden – oder umgekehrt.

Mit Währungsschutz, im Produktnamen meist als Quanto gekennzeichnet, wird das Währungsrisiko nach der im Produkt festgelegten Methode ausgeschaltet oder begrenzt. Dafür können im Produkt Kosten beziehungsweise ein anpassbarer Quanto-Satz berücksichtigt werden; die genaue Berechnung steht in den Produktbedingungen.

Für kurze Haltedauern spielt der Unterschied meist eine kleine Rolle, für längere eine größere. Prüfe im Datenblatt, welche Variante du vor dir hast.

Das passende Papier finden

Auf einen einzigen Basiswert gibt es oft Hunderte Papiere. Die Auswahl läuft in vier Schritten.

  1. Richtung und Zeitraum festlegen. Steigend oder fallend, Tage oder Wochen? Daraus folgt die Produktfamilie.
  2. Abstand zur Schwelle wählen. Beim Knock-out: Wie weit darf der Kurs gegen dich laufen, ohne dass das Papier endet? Dieser Abstand bestimmt den Hebel, nicht umgekehrt.
  3. Papiere vergleichen. Bei ähnlichem Hebel die Spanne, das Aufgeld und den Emittenten gegenüberstellen.
  4. Datenblatt prüfen. Bezugsverhältnis, Laufzeit, Währungsschutz und die genaue Definition der Schwelle.

Die Suche läuft über die Produktsuche des Brokers oder die Seiten der Emittenten, jeweils über WKN oder ISIN. Ein Hinweis aus der Praxis: Notiere die Kennnummer vor dem Kauf – bei Hunderten ähnlicher Papiere ist die Verwechslungsgefahr real.

Steuern

Gewinne aus Knock-outs, Optionsscheinen und Zertifikaten zählen zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Maßgeblich für den automatischen Abzug ist, ob eine inländische auszahlende Stelle den deutschen Kapitalertragsteuerabzug vornimmt. Fehlt sie, wird die Steuer in der Regel nicht automatisch einbehalten, und die Erträge müssen grundsätzlich in der Einkommensteuererklärung angegeben werden.

Für Termingeschäfte gab es bis 2024 besondere Verlustverrechnungsgrenzen; diese Sonderregel wurde aufgehoben, aktuell gelten insoweit grundsätzlich die allgemeinen Regeln für Verluste aus Kapitalvermögen. Weil die steuerliche Einordnung einzelner Produkttypen unterschiedlich ausfallen kann, gehört sie bei nennenswerten Volumina in steuerliche Beratung.

Call und Put, Long und Short

Die Richtung steckt im Produkt, nicht in der Order. Wer auf fallende Kurse setzen will, kauft kein Papier leer, sondern kauft ein Papier, das fallende Kurse abbildet.

ErwartungOptionsscheinKnock-out
Steigende KurseCall-OptionsscheinKnock-out Long, oft als Bull oder Turbo Call bezeichnet
Fallende KursePut-OptionsscheinKnock-out Short, oft als Bear oder Turbo Put bezeichnet

Das ist einer der praktischen Vorteile dieser Produkte: Du kannst auf fallende Kurse setzen, ohne eine Wertpapierleihe, ohne Margin-Konto und ohne Nachschussrisiko. Der Einsatz bleibt der Kaufbetrag.

Ein Punkt, der beim Short verwirrt: Beim Knock-out Short liegt die Schwelle über dem aktuellen Kurs. Steigt der Basiswert bis dorthin, endet das Papier. Und weil ein Kurs theoretisch beliebig steigen kann, ist die Bewegungsrichtung nach oben rechnerisch nicht begrenzt – im Papier ist dein Verlust trotzdem auf den Kaufbetrag gedeckelt.

Turbo, Mini Future und Open End

Die Bezeichnungen sind zwischen den Emittenten nicht einheitlich. Begriffe wie Turbo, Open End Turbo, Unlimited Turbo und Mini Future können unterschiedliche Ausgestaltungen bezeichnen. Entscheidend sind deshalb nicht allein der Produktname, sondern Laufzeit, Verhältnis von Basispreis und Knock-out-Barriere sowie die Regel für einen möglichen Restwert.

  • Turbo-Zertifikat. Verbreitete Bezeichnung für Knock-outs; je nach Ausgestaltung mit fester Laufzeit und einer Barriere, die häufig auf dem Basispreis liegt.
  • Mini Future. Häufig ein Knock-out ohne feste Laufzeit, bei dem die Barriere je nach Ausgestaltung vor dem Basispreis liegt; wird sie berührt, kann ein Restwert ermittelt werden.
  • Open End Turbo oder Unlimited Turbo. Bezeichnungen für Varianten ohne festes Laufzeitende; Basispreis und Barriere werden nach den Produktbedingungen laufend angepasst.
  • Faktor-Zertifikat. Kein Knock-out im engeren Sinn, sondern ein fester Faktor auf die Tagesveränderung.

Auch innerhalb eines Emittenten gibt es unterschiedliche Varianten. Maßgeblich sind deshalb drei Fragen aus den Produktbedingungen: Gibt es eine feste Laufzeit? Liegt die Barriere auf dem Basispreis oder davor? Und was passiert bei Berührung – Totalverlust oder Restwert?

Innerer Wert und Aufgeld

Der Preis eines Hebelpapiers besteht aus zwei Teilen. Wer sie trennt, sieht sofort, wofür er zahlt.

Der innere Wert – oft auch als innerer Wert eines Optionsscheins bezeichnet – ist der Betrag, den das Papier bei sofortiger Fälligkeit einbringen würde – also der Abstand zwischen Kurs und Basispreis, umgerechnet über das Bezugsverhältnis. Beim Knock-out macht er fast den gesamten Preis aus.

Das Aufgeld ist der Betrag darüber hinaus. Beim Optionsschein steckt darin der Zeitwert – die Bezahlung dafür, dass bis zum Verfall noch etwas passieren kann. Beim Knock-out ohne feste Laufzeit sind es im Wesentlichen die eingerechneten Finanzierungskosten.

Die praktische Konsequenz: Bei zwei Papieren mit ähnlichem Hebel entscheidet das Aufgeld über die Kosten. Es baut sich bis zum Laufzeitende ab – bei einem Optionsschein, den du bis zum Verfall hältst, vollständig. Wer kurzfristig handelt, sollte deshalb Papiere mit niedrigem Aufgeld bevorzugen; wer Zeit braucht, zahlt es bewusst für die längere Restlaufzeit.

Die Kennzahlen im Datenblatt

Bei Optionsscheinen stehen im Datenblatt Kennzahlen, die das Verhalten des Papiers beschreiben. Vier davon lohnen den Blick.

KennzahlWas sie beschreibtWarum sie zählt
DeltaWie stark der Preis auf eine Bewegung des Basiswerts reagiertZeigt, ob das Papier die Bewegung überhaupt mitmacht
OmegaDelta multipliziert mit dem einfachen HebelDie realistischere Hebelangabe beim Optionsschein
ThetaDer Zeitwertverlust je TagZeigt, was Warten kostet
VegaDie Reaktion auf Veränderungen der erwarteten SchwankungsbreiteErklärt Preisbewegungen ohne Kursbewegung

Bei Knock-outs sind diese Kennzahlen weniger wichtig, weil das Papier den Basiswert weitgehend linear abbildet. Dort zählen stattdessen der Abstand zur Schwelle und die Frage, wie stark der Basiswert üblicherweise an einem Tag schwankt.

Orderarten und Positionsgröße

Weil diese Papiere im normalen Depot laufen, stehen dir die gewohnten Orderarten zur Verfügung – mit zwei Besonderheiten.

Limit statt Market. Die Geld-Brief-Spanne wird vom Emittenten gestellt und kann sich schnell ändern, besonders in Randzeiten. Ein Limit schützt davor, zu einem Kurs zu kaufen, den es Sekunden später nicht mehr gab.

Stop Loss mit Vorsicht. Ein Stop im Depot bezieht sich auf den Kurs des Papiers, nicht auf den Basiswert. In dünnen Phasen kann er durch eine kurzzeitig breitere Spanne ausgelöst werden, ohne dass sich der Basiswert nennenswert bewegt hat. Wer damit arbeitet, setzt ihn entsprechend weiter.

Zur Positionsgröße: Weil der Verlust auf den Kaufbetrag begrenzt ist, ist die Rechnung einfacher als bei Margin-Produkten. Die sinnvolle Frage lautet: Wie viel darf dieses Papier kosten, wenn es wertlos endet? Bei Knock-outs mit engem Abstand zur Schwelle ist genau das ein realistisches Szenario – entsprechend klein sollte die Position sein. Zur Risikostreuung gehört außerdem, nicht alles auf ein Papier und einen Emittenten zu setzen.

Kapitalmaßnahmen und Anpassungen

Was mit dem Basiswert passiert, wirkt sich auf dein Papier aus – und das läuft nicht immer so, wie man es erwartet.

Dividenden. Am Ex-Tag wird die Referenznotierung des Basiswerts rechnerisch vermindert. Bei Knock-outs auf Einzelaktien passt der Emittent Basispreis und Schwelle in der Regel entsprechend an – die genaue Regel steht in den Produktbedingungen.

Aktiensplits und Zusammenlegungen. Hier werden Bezugsverhältnis und Basispreis angepasst, damit der wirtschaftliche Gehalt gleich bleibt.

Übernahmen und Delistings. Verschwindet der Basiswert, kann der Emittent das Papier vorzeitig fällig stellen. Was du dann bekommst, richtet sich nach den Bedingungen.

Für die Praxis heißt das: Bei Papieren auf Einzelaktien lohnt der Blick auf anstehende Termine. Und nach einer Anpassung solltest du das Datenblatt erneut prüfen – Basispreis und Schwelle können andere sein als beim Kauf.

Typische Fehler

  • Den Hebel als Auswahlkriterium nehmen. Er ergibt sich aus dem Abstand zur Schwelle – dieser Abstand gehört zuerst festgelegt.
  • Ein billiges Papier für ein risikoarmes halten. Ein niedriger Preis bedeutet meist eine nahe Schwelle.
  • Den Emittenten ignorieren. Du hältst eine Forderung, keinen Unternehmensanteil.
  • Zeitwertverlust unterschätzen. Ein Optionsschein verliert bei unverändertem Basiswert typischerweise Wert.
  • In Randzeiten und am Wochenende kaufen. Dort ist der Spread des Emittenten breiter, weil der Basiswert nicht gehandelt wird.
  • Faktor-Zertifikate lange halten. Die tägliche Neuberechnung entfernt sie über Zeit von der Entwicklung des Basiswerts.
  • Knock-out-Zeiten nicht prüfen. Sie stehen in den Produktbedingungen und können über deine eigenen Handelsmöglichkeiten hinausgehen.

Wer noch nicht sicher ist, welche Kontoart überhaupt zu seinem Vorhaben passt, findet die Einordnung in unserer Übersicht über Brokerarten, Kosten und Warnsignale.

Alternativen: gehebelt handeln mit Margin

Du willst die Positionsgröße frei wählen, auf Kursbewegungen ohne Emittentenrisiko setzen oder mit engeren Spannen arbeiten? Dann kommen marginbasierte Produkte infrage – mit anderer Kosten- und Risikostruktur.

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Auch hier gilt: Die Buttons führen zu den Anbietern, bei einem Abschluss erhält alarm.de eine Vergütung.

Häufige Fragen zu Knock-outs und Optionsscheinen

Was ist der Unterschied zwischen Knock-out und Optionsschein?

Beim Knock-out entsteht der Hebel über den Abstand zwischen Kurs und Basispreis; wird die Barriere berührt, endet das Papier vorzeitig. Der klassische Optionsschein arbeitet mit Optionsmechanik, hat keine solche Barriere, verliert dafür Zeitwert und reagiert auf Veränderungen der erwarteten Schwankungsbreite.

Brauche ich ein besonderes Konto?

Ein separates CFD- oder Terminkonto ist nicht erforderlich. Knock-outs, Optionsscheine und Zertifikate werden über ein normales Wertpapierdepot gehandelt. Je nach Produkt kann dein Broker vor dem Kauf zusätzliche Angaben zu deinen Kenntnissen verlangen.

Kann ich mehr verlieren als den Kaufbetrag?

Nein. Bei verbrieften Hebelprodukten ist der Verlust auf den eingesetzten Kaufbetrag begrenzt, eine Nachschusspflicht besteht nicht. Dafür kommen Knock-out-Schwelle und Emittentenrisiko hinzu.

Was passiert beim Knock-out?

Das Papier endet vorzeitig. Bei vielen Produkten ist der Verlust vollständig; bei Varianten mit vorgelagerter Stop-Loss-Schwelle wird ein Restwert ermittelt und ausgezahlt. Was gilt, steht in den Produktbedingungen.

Gilt die Knock-out-Schwelle auch nachts?

Wann die Knock-out-Barriere beobachtet wird, richtet sich nach den Produktbedingungen. Die Knock-out-Zeiten können über deine eigenen Handelsmöglichkeiten hinausgehen. Ein Knock-out kann deshalb auch eintreten, während du das Papier über deinen Broker gerade nicht handeln kannst.

Was ist das Emittentenrisiko?

Ein Knock-out oder Optionsschein ist eine Schuldverschreibung des Herausgebers. Du hältst eine Forderung, keinen Unternehmensanteil. Wird der Emittent zahlungsunfähig, kann das Papier wertlos werden – unabhängig vom Basiswert.

Warum verliert mein Optionsschein an Wert, obwohl sich nichts bewegt?

Wegen des Zeitwerts: Bei ansonsten unveränderten Bedingungen nimmt er mit näher rückendem Verfall typischerweise ab. Zusätzlich kann ein Rückgang der erwarteten Schwankungsbreite den Preis drücken.

Was sagt der Hebel aus?

Beim Knock-out beschreibt er die prozentuale Reaktion auf eine Bewegung des Basiswerts recht zuverlässig. Beim Optionsschein ist er nur eine Rechengröße – dort sind Delta und Omega aussagekräftiger, weil Zeitwert und Volatilität mitwirken.

Sollte ich an der Börse oder im Direkthandel kaufen?

Im Direkthandel siehst du vor dem Abschluss einen konkreten Preis des Emittenten, und es entfällt häufig das Handelsplatzentgelt. An der Börse profitierst du von Handelsüberwachung und Orderbuch. Entscheidend ist in beiden Fällen die Spanne des Emittenten.

Was bedeutet Quanto?

Einen eingebauten Währungsschutz bei Basiswerten in fremder Währung. Das Währungsrisiko wird nach der im Produkt festgelegten Methode ausgeschaltet oder begrenzt; dafür können im Produkt Kosten beziehungsweise ein anpassbarer Quanto-Satz berücksichtigt werden. Die genaue Berechnung steht in den Produktbedingungen.

Eignen sich Faktor-Zertifikate für längere Zeiträume?

Eher nicht. Der Faktor bezieht sich auf die tägliche Veränderung, weshalb sich die Entwicklung über längere Phasen von der des Basiswerts entfernen kann – besonders in schwankenden Seitwärtsmärkten.

Wie finde ich das passende Papier?

Erst Richtung und Zeitraum festlegen, dann den Abstand zur Schwelle wählen – daraus ergibt sich der Hebel. Anschließend Papiere mit ähnlichem Hebel nach Spanne, Aufgeld und Emittent vergleichen und das Datenblatt prüfen. Die Suche läuft über WKN oder ISIN.

Wie setze ich auf fallende Kurse?

Über einen Put-Optionsschein oder einen Knock-out Short, teils als Bear oder Turbo Put bezeichnet. Du kaufst das Papier ganz normal – eine Wertpapierleihe, ein Margin-Konto und ein Nachschussrisiko entfallen. Beim Knock-out Short liegt die Schwelle über dem aktuellen Kurs.

Was ist der Unterschied zwischen Turbo, Mini Future und Open End Turbo?

Die Bezeichnungen sind zwischen den Emittenten nicht einheitlich und können unterschiedliche Ausgestaltungen meinen. Maßgeblich sind drei Fragen aus den Produktbedingungen: feste Laufzeit oder nicht, Barriere auf dem Basispreis oder davor, und bei Berührung Totalverlust oder Restwert.

Was bedeutet Aufgeld?

Den Teil des Preises, der über den inneren Wert hinausgeht. Beim Optionsschein steckt darin der Zeitwert, beim Knock-out ohne feste Laufzeit im Wesentlichen die eingerechneten Finanzierungskosten. Bei ähnlichem Hebel entscheidet das Aufgeld über die Kosten.

Was sagen Delta, Omega, Theta und Vega?

Delta beschreibt die Reaktion auf eine Bewegung des Basiswerts, Omega ist Delta mal Hebel und damit die realistischere Hebelangabe, Theta den Zeitwertverlust je Tag und Vega die Reaktion auf Veränderungen der erwarteten Schwankungsbreite.

Sollte ich mit Limit oder Market kaufen?

Mit Limit. Der Spread wird vom Emittenten gestellt und kann sich schnell ändern, besonders in Randzeiten. Ein Stop Loss bezieht sich zudem auf den Kurs des Papiers, nicht auf den Basiswert – in dünnen Phasen kann er durch eine kurzzeitig breitere Spanne ausgelöst werden.

Was passiert bei Dividenden und Aktiensplits?

Der Emittent passt in der Regel Basispreis, Schwelle oder Bezugsverhältnis an, damit der wirtschaftliche Gehalt gleich bleibt; die genauen Regeln stehen in den Produktbedingungen. Bei Übernahmen oder Delistings kann das Papier vorzeitig fällig gestellt werden.

Risikohinweis: Knock-outs, Optionsscheine und Hebelzertifikate sind komplexe Finanzinstrumente mit hohem Verlustrisiko. Das eingesetzte Kapital kann vollständig verloren gehen – beim Knock-out auch durch Berühren der Schwelle sowie bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten. Eine Nachschusspflicht besteht dagegen nicht. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Einzelne Links sind Werbelinks – klickst du darauf und schließt ab, erhalten wir eine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.

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