Kollisionsprüfung in Kanzlei und Notariat mit KI: KolliAI von AIGENTICX prüft Interessenkollision und Vorbefassung lokal
Bild: KI-generiert
Geschrieben von Michael Radtke · Zuletzt aktualisiert: 28. September 2026

Kollisionsprüfung in Kanzlei und Notariat mit KI: KolliAI von AIGENTICX prüft Interessenkollision und Vorbefassung lokal

Vor jeder Mandatsannahme steht dieselbe Frage: Hat die Kanzlei schon einmal für die Gegenseite gearbeitet? Die Kollisionsprüfung in der Kanzlei ist Pflicht, doch in vielen Büros besteht sie aus einer Namenssuche in der Aktenverwaltung. Die findet den Mandanten „Müller GmbH“, aber nicht die Tochtergesellschaft, den früheren Geschäftsführer oder das Grundstück, um das es schon einmal ging. KolliAI von AIGENTICX setzt genau dort an: eine KI-gestützte Kollisionsprüfung für Kanzlei und Notariat, die laut Anbieter über die Namenssuche hinausgeht, das Ergebnis als Ampel mit Begründung ausgibt und lokal betrieben werden kann. Wir erklären, was eine Kollisionsprüfung leisten muss, wo die klassische Suche an Grenzen stößt und was KolliAI verspricht.

KolliAI auf einen Blick

  • Zweck: KI-gestützte Kollisionsprüfung für Anwaltskanzleien und Notariate, also die Prüfung auf Interessenkollision und Vorbefassung vor der Mandats- oder Amtsübernahme.
  • Ergebnis: laut Anbieter eine Ampel mit Begründung statt einer bloßen Trefferliste.
  • Prüfstufen: nach der Darstellung des Anbieters Namen und Register, Beziehungen und eine inhaltliche Prüfung.
  • Dokumentation: Das Prüfprotokoll wird laut Anbieter automatisch und unveränderlich archiviert.
  • Betrieb: laut Anbieter lokal auf einer eigenen Workstation als Standard; daneben wird auch eine Cloud-Option genannt.

Das Wichtigste vorweg: Anwälte dürfen nicht tätig werden, wenn sie in derselben Rechtssache bereits im widerstreitenden Interesse beraten oder vertreten haben; das Verbot erstreckt sich auf die ganze Berufsausübungsgesellschaft. Notare haben eigene Mitwirkungsverbote, etwa bei Vorbefassung. Eine Kollisionsprüfung muss deshalb mehr erkennen als identische Namen. KI kann helfen, Verbindungen zu finden, die eine Namenssuche übersieht. Die Entscheidung über die Mandatsannahme bleibt beim Berufsträger – eine Ampel ersetzt keine Prüfung, sie macht sie gründlicher.

KolliAI ist ein Fachprodukt von AIGENTICX, einem Anbieter lokaler KI für Kanzleien, Praxen und kleine Unternehmen. Wie die lokale KI-Technik dahinter funktioniert, was eine KI-Workstation leistet und welche Funktionen Daten nach außen geben, haben wir ausführlich in einem eigenen Beitrag beschrieben.

Was ist eine Kollisionsprüfung in der Kanzlei?

Die Kollisionsprüfung – in großen Kanzleien oft Conflict Check oder Konfliktprüfung genannt – ist die Kontrolle vor der Annahme eines neuen Mandats: Hat die Kanzlei den Gegner, einen Beteiligten oder die Sache selbst schon einmal auf der anderen Seite betreut? Ergibt sich ein Interessenkonflikt, darf das Mandat nicht angenommen werden, oder es müssen bestehende Mandate beendet werden.

Der Begriff ist nicht zu verwechseln mit der Kollisionsprüfung im Bauwesen, bei der Planungsmodelle auf Überschneidungen geprüft werden. In Kanzlei und Notariat geht es um Personen, Unternehmen und Sachverhalte – und um die Frage, ob eine frühere Tätigkeit eine neue ausschließt.

Für die Kanzlei ist die Kollisionsprüfung kein Formalakt. Eine übersehene Interessenkollision kann berufsrechtliche Folgen haben, Vergütungsansprüche kosten und im schlimmsten Fall strafrechtlich relevant werden. Gleichzeitig muss die Prüfung schnell gehen, denn der neue Mandant wartet.

Interessenkollision: was das Berufsrecht verlangt

Anwälte: § 43a Abs. 4 BRAO und § 3 BORA

Seit der großen BRAO-Reform, die am 1. August 2022 in Kraft trat, ist das Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen ausführlich in § 43a Abs. 4 bis 6 BRAO geregelt. Kern ist der Satz: Der Rechtsanwalt darf nicht tätig werden, wenn er einen anderen Mandanten in derselben Rechtssache bereits im widerstreitenden Interesse beraten oder vertreten hat. Das Verbot erstreckt sich grundsätzlich auf die Berufsausübungsgesellschaft, also auf die Kolleginnen und Kollegen in derselben Kanzlei. Ergänzt wird die Regelung durch § 3 BORA.

Wer widerstreitende Interessen in derselben Rechtssache vertritt, riskiert neben berufsrechtlichen Folgen auch den Vorwurf des Parteiverrats nach § 356 StGB. Deshalb gehört eine sorgfältige Prüfung zu den wichtigsten Grundpflichten der Anwaltschaft – neben der Verschwiegenheit. Für die Prüfung selbst lässt das Gesetz einen notwendigen Austausch von Informationen innerhalb der Kanzlei zu.

Notare: Vorbefassung und Mitwirkungsverbote

Im Notariat heißt die entsprechende Pflicht Vorbefassungsprüfung. Nach dem Beurkundungsgesetz soll ein Notar unter anderem nicht mitwirken, wenn er oder eine mit ihm verbundene Person in derselben Angelegenheit bereits außerhalb der Amtstätigkeit tätig war (§ 3 Abs. 1 Nr. 7 BeurkG). Die Bundesnotarordnung verlangt zudem Vorkehrungen, mit denen die Einhaltung der Mitwirkungsverbote sichergestellt wird (§ 28 BNotO). AIGENTICX betont in seinem Ratgeber, dass es sich um eine persönliche Amtspflicht handelt.

Dieser Abschnitt ist eine vereinfachte Einordnung. Maßgeblich sind der Gesetzestext, die Berufsordnungen und die Hinweise der zuständigen Kammer. Er ersetzt keine Rechtsberatung.

Warum eine reine Namenssuche nicht reicht

Die meisten Kanzleiprogramme bieten eine Kollisionsprüfung als Suche in den Namen von Mandanten und Gegnern. Das ist schnell und findet exakte Treffer. Die Schwierigkeit liegt bei allem, was nicht exakt gleich heißt.

KonstellationFindet die Namenssuche das?Warum es schwierig ist
Gleicher Name, gleiche Schreibweisejaexakter Treffer
Abweichende Schreibweise, Tippfehler, Namensänderungteilweisehängt von der Fehlertoleranz der Suche ab
Tochter-, Mutter- oder Schwestergesellschaftoft nichtanderer Name, gleiche wirtschaftliche Einheit
Geschäftsführer, Gesellschafter, Ehepartneroft nichtPerson taucht in der Akte nur im Text auf
Dasselbe Grundstück oder Objekt in einer älteren Akteoft nichtVerbindung liegt im Sachverhalt, nicht im Namen

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Vereinfachte Übersicht typischer Konstellationen. Die Leistung einzelner Kanzleiprogramme unterscheidet sich.

Genau diese Lücke beschreibt AIGENTICX als Anlass für KolliAI: Eine Kollisionsprüfung soll finden, was die Namenssuche übersieht. Im Beispielprotokoll des Anbieters wird etwa eine Anfrage gelb markiert, weil dasselbe Objekt – eine Adresse – bereits Gegenstand einer älteren Akte war. Ein Name hätte hier keinen Treffer geliefert.

So arbeitet KolliAI nach Angaben von AIGENTICX

Nach der Darstellung des Anbieters läuft die Prüfung in drei Stufen. Wir geben sie so wieder, wie AIGENTICX sie beschreibt; einen eigenen Test haben wir nicht durchgeführt.

  1. Namen und Register: die klassische Suche nach Personen und Unternehmen in den vorhandenen Daten.
  2. Beziehungen: ein Beziehungsgraph, der Verbindungen zwischen Personen, Unternehmen und Akten sichtbar machen soll.
  3. Inhaltliche Prüfung: ein Abgleich der Sachverhalte, etwa ob dasselbe Objekt schon in einer anderen Akte vorkam.

Das Ergebnis gibt KolliAI als Ampel mit Begründung aus: grün, gelb oder rot, jeweils mit dem Hinweis, warum die Stufe angeschlagen hat. Im Beispiel des Anbieters ist hinterlegt, nach welchem Regelwerk geprüft wurde – etwa einem Regelwerk für Notare. Das Prüfprotokoll wird laut Anbieter automatisch und unveränderlich archiviert. Für eine Kanzlei ist das wertvoll, weil sich später nachweisen lässt, wann was geprüft wurde.

Wichtig ist die Einordnung der Ampel: Gelb bedeutet „Klärung erforderlich“, nicht „Mandat verboten“. Die KI weist auf eine mögliche Verbindung hin, die ein Mensch bewerten muss. Genau darin liegt der Nutzen – mehr Treffer, die sonst unentdeckt blieben, mit einer Begründung, die die Bewertung beschleunigt.

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KolliAI für Kanzlei und Notariat

Die Produktseite beschreibt Prüfstufen, Ampel und Protokoll im Detail.

Warum die Kollisionsprüfung lokal laufen sollte

Eine Kollisionsprüfung arbeitet mit dem sensibelsten Bestand einer Kanzlei: der Liste aller Mandanten, Gegner und Sachverhalte. Diese Daten an einen Cloud-Dienst zu übergeben, würde die Fragen der anwaltlichen Verschwiegenheit und der Einschaltung externer Dienstleister nach § 43e BRAO aufwerfen. AIGENTICX beschreibt KolliAI als lokal betreibbare Lösung und nennt eine eigene Workstation als Standard. Auf der Produktseite wird zugleich eine Cloud-Option erwähnt. Vor dem Einsatz mit Mandatsdaten ist deshalb für das konkrete Angebot schriftlich zu klären, wo Prüfung, Speicherung, Sicherung und Fernzugriff stattfinden und wer Zugriff erhält. Nur bei einer tatsächlich lokal konfigurierten Installation bleiben die Mandatsdaten im Kernbetrieb im Haus.

Wie das technisch umgesetzt ist – auf einer KI-Workstation von AIGENTICX oder auf vorhandener Hardware der Kanzlei –, solltest du im Erstgespräch klären. Ebenso, ob Zusatzfunktionen wie Fernzugriff oder Updates Verbindungen nach außen benötigen.

Datenhoheit statt Datenabgabe – für eine Kanzlei ist die Kontrolle über Mandatsdaten keine Frage des Geschmacks, sondern Berufspflicht. Unser Beitrag zeigt, an welchen Stellen bei der KI-Nutzung Daten abfließen können. Er erklärt, welche Stellschrauben es gibt, um das zu begrenzen. Eine lokale KI ist dabei der konsequenteste Weg. Das gilt für die Kollisionsprüfung ganz besonders.

KI für Kanzlei und Notariat – die Kollisionsprüfung ist nur ein Anwendungsfall. Unser Beitrag zeigt, wofür Kanzleien, Notariate und Steuerkanzleien lokale KI sonst einsetzen können, von Schriftsätzen bis zur Mandantenkorrespondenz. Er erklärt die anwaltliche Verschwiegenheit und die Regeln des § 43e BRAO für externe Dienstleister. Dazu kommt eine Prüfliste für den Test mit fiktiven Fällen. So entsteht ein Gesamtbild, bevor du eine einzelne Lösung auswählst.

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Lokale KI für die ganze Kanzlei

Neben KolliAI bietet AIGENTICX lokale KI für Schriftsätze, Aktenrecherche und Korrespondenz an.

Kollisionsprüfung: manuell, Kanzleisoftware oder KI?

WegStärkeGrenze
Manuelle PrüfungErfahrung und Kontextwissen der Berufsträgerzeitaufwendig, hängt vom Gedächtnis einzelner ab
Namenssuche in der Kanzleisoftwareschnell, in vielen Programmen vorhandenfindet vor allem exakte oder ähnliche Namen
KI-gestützte Kollisionsprüfungkann Beziehungen und Sachverhalte einbeziehen, begründet TrefferErgebnis muss bewertet werden; Qualität hängt von den Daten ab

← Tabelle seitlich scrollen →

Eigene Einordnung. Kein unabhängiger Leistungstest.

In der Praxis ergänzen sich die Wege. Die Kanzleisoftware bleibt das Register, die KI-Kollisionsprüfung erweitert die Suche, und die Bewertung bleibt beim Menschen. Wer eine Software für die Kollisionsprüfung auswählt, sollte deshalb nicht nur auf die Suchfunktion achten, sondern auf die Datenbasis. Ob KolliAI mit deiner Kanzleisoftware zusammenarbeitet und wie die Daten hineinkommen, ist eine der wichtigsten Fragen für das Erstgespräch.

Grenzen einer KI-Kollisionsprüfung

Die Ampel ersetzt keine Entscheidung: Eine KI-gestützte Kollisionsprüfung liefert Hinweise, keine rechtliche Bewertung. Ob eine Interessenkollision oder Vorbefassung vorliegt, entscheidet der Berufsträger. Umgekehrt ist eine grüne Ampel kein Beweis, dass keine Kollision besteht – die Prüfung kann nur finden, was in den Daten steht.

Zwei weitere Punkte gehören zur ehrlichen Einordnung. Erstens hängt die Qualität jeder Kollisionsprüfung von den Daten ab: Sind alte Akten unvollständig erfasst, fehlen Beteiligte oder Adressen, kann auch eine KI keine Verbindung herstellen. Zweitens ist KolliAI ein junges Produkt eines spezialisierten Anbieters. Unabhängige Testberichte haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden; die Beschreibung auf dieser Seite beruht auf den Angaben von AIGENTICX.

Warum Sprachmodelle selbstbewusst irren – wer eine KI-Begründung liest, sollte wissen, dass Sprachmodelle Zusammenhänge auch falsch darstellen können. Das gilt für Chat-Anwendungen ebenso wie für Fachprodukte, die mit Sprachmodellen arbeiten. Unser Beitrag erklärt verständlich, woher solche Fehler kommen. Er hilft, Ampel-Begründungen richtig zu lesen. So bleibt die KI ein Werkzeug und wird nicht zur Instanz.

KI-Haftung: wer haftet, wenn KI Schaden anrichtet – übersieht eine Software eine Kollision, stellt sich die Frage nach der Verantwortung. Unser Beitrag ordnet ein, wie sie zwischen Anbieter, Betreiber und Nutzer verteilt sein kann. Für Kanzleien ist die Antwort in der Regel klar: Die Pflicht zur Prüfung bleibt beim Berufsträger. Umso wichtiger ist ein dokumentierter Prüfweg. Der Beitrag hilft, ihn sinnvoll aufzusetzen.

Vorbefassungsprüfung im Notariat mit KI

Für Notare ist die Vorbefassungsprüfung eine persönliche Amtspflicht, und sie betrifft nicht nur die eigene Person, sondern auch verbundene Personen. Gerade bei Grundstücksgeschäften wiederholen sich Objekte, Beteiligte und Finanzierer über Jahre. Eine Prüfung, die Sachverhalte wie dieselbe Adresse erkennt, passt deshalb besonders gut zum Notariat.

AIGENTICX führt im Beispielprotokoll ausdrücklich ein Regelwerk für Notare und hat mit einem Vollzugsmonitor ein weiteres Produkt für Notariate vorgestellt. Der Vollzugsmonitor soll laut Anbieter den Stand jeder Vollzugsvoraussetzung aus dem Kaufvertrag festhalten und täglich mitrechnen, ob die Fälligkeit erreichbar ist. Beide Produkte zeigen dieselbe Richtung: KI für die wiederkehrenden, fehleranfälligen Pflichtaufgaben im Notariat.

KolliAI einführen: Fragen für das Erstgespräch

AIGENTICX bietet ein kostenfreies Erstgespräch an. Für eine Kollisionsprüfung-Software solltest du dort gezielt nachfragen, denn die Einführung hängt stark von deiner vorhandenen Infrastruktur ab.

  • Datenquelle: Wie kommen Mandanten, Gegner und Akten in KolliAI – aus der Kanzleisoftware, per Export oder manuell?
  • Lokaler Betrieb: Auf welcher Hardware läuft die Prüfung, und welche Verbindungen nach außen gibt es?
  • Regelwerke: Welche Regelwerke sind hinterlegt, für Anwälte, für Notare, für gemischte Berufsausübungsgesellschaften?
  • Protokoll: Wie wird archiviert, und wie lässt sich ein Protokoll später abrufen?
  • Fehlalarme und übersehene Fälle: Wie oft meldet die Prüfung Verbindungen, die keine Kollision sind, und wie werden übersehene Fälle erkannt? Anbieterangaben zur Trefferqualität sind kein unabhängiger Leistungsnachweis.
  • Datenimport: Wie vollständig kommen Altakten, Beteiligte und Objekte in das System?
  • Test: Lässt sich die Prüfung mit einem vollständig fiktiven Musterbestand ausprobieren, in den bewusst Verbindungen eingebaut sind, bevor echte Daten verwendet werden?

Für den Test gilt dasselbe wie bei jeder KI in der Kanzlei: Keine echten Mandatsdaten in eine Testumgebung, sondern ein vollständig fiktiver Musterbestand. Das bloße Weglassen von Namen macht einen echten Aktenbestand nicht anonym.

Wer zunächst ausprobieren will, ob sich ein KI-Ablauf in der Kanzlei lohnt, kann bei AIGENTICX auch einen KI-Piloten buchen: In fünf Arbeitstagen entsteht zum Festpreis ein laufender Prototyp für den Prozess mit dem größten Hebel. Der Pilot wird laut Anbieter angerechnet, wenn ein größeres Projekt folgt.

KI-Prototyp in einer Woche – wer vor einer Entscheidung erst einen Prototyp sehen will, findet in unserem Beitrag zum KI-Piloten die Details. Er beschreibt, wie die fünf Arbeitstage ablaufen, wie man den richtigen Prozess auswählt und was vor einem Pilot mit echten Daten zu klären ist. Für Kanzleien gehört dazu die Frage, ob mit fiktiven Musterfällen begonnen wird. Der Beitrag erklärt auch, was in eine ehrliche ROI-Rechnung gehört. So lässt sich die Einführung gezielt planen.

EU AI Act und KI-Kompetenz bei der Kollisionsprüfung

Wer eine KI-gestützte Kollisionsprüfung einsetzt, betreibt ein KI-System im Sinne der KI-Verordnung. Nach Art. 4 in der seit 27. Juli 2026 geltenden Fassung muss die Kanzlei Maßnahmen ergreifen, um die KI-Kompetenz der Mitarbeitenden zu fördern; ein bestimmtes Niveau ist nicht vorgeschrieben. Praktisch heißt das: Wer die Ampel liest, sollte wissen, wie sie zustande kommt und wo ihre Grenzen liegen.

EU AI Act, NIS2 und DORA für kleine Unternehmen – unser Überblick sortiert, welche der neuen KI- und Sicherheitsregeln kleine Betriebe tatsächlich betreffen. Er erklärt die Pflicht zur KI-Kompetenz in der aktuellen Fassung und die neuen Fristen durch den Digital Omnibus. Für Kanzleien, die KI einführen, ist das die rechtliche Grundlage. Er zeigt auch, wie Anforderungen über Mandanten weitergereicht werden können. So lässt sich die Einführung sauber planen.

Sicherung und Zugänge für die Kollisionsprüfung

Ein unveränderliches Prüfprotokoll ist nur so viel wert wie seine Sicherung. Gerät oder Datenträger können ausfallen, und die Kanzlei muss auch Jahre später nachweisen können, wie sie geprüft hat. Dazu kommen eigene Zugänge für alle, die Prüfungen auslösen oder bewerten.

Backup-Tools: warum Datensicherung zählt – für Kanzleien hängen Aufbewahrungspflichten an den Daten, und eine Kollisionsprüfung erzeugt Protokolle, die später gebraucht werden. Unser Beitrag zeigt, welche Backup-Werkzeuge sich eignen und wie sich Sicherungen automatisieren lassen. Er erklärt, warum eine getestete Sicherung mehr schützt als manche Zusatzsoftware. So wird aus der Pflicht eine Routine. Das gilt auch für die Daten einer lokalen KI.

Notebook für Kanzlei und Praxis – wer Mandate unterwegs annimmt, braucht ein Gerät, auf dem Mandatsdaten geschützt sind. Unsere Seite zeigt, worauf es bei Notebooks für Kanzlei und Praxis ankommt. Zusammen mit einer lokalen Kollisionsprüfung im Büro entsteht ein durchgängig geschützter Ablauf. Das ist besonders für kleine Kanzleien ohne eigene IT-Abteilung wichtig. Der Beitrag hilft bei der Auswahl.

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So kann eine Mandatsannahme mit KI-Kollisionsprüfung aussehen

Ein fiktives Beispiel zeigt, wie eine mehrstufige Prüfung ablaufen kann. Eine neue Anfrage kommt herein: Ein Unternehmen möchte gegen einen Vermieter vorgehen. Die Fachangestellte erfasst Mandant, Gegner und Objekt und startet die Prüfung. Stufe 1 findet keinen Namenstreffer. Stufe 2 zeigt, dass der Geschäftsführer des Vermieters vor einigen Jahren selbst Mandant der Kanzlei war – in einer anderen Sache. Stufe 3 meldet, dass dieselbe Immobilie schon in einer älteren Akte auftaucht.

Die Ampel steht auf Gelb, mit Begründung. Die zuständige Anwältin sieht sich beide Verbindungen an und bewertet sie: Die frühere Beratung des Geschäftsführers betraf eine private Angelegenheit ohne Bezug; die ältere Akte zur Immobilie dagegen betraf genau die Frage, um die es jetzt geht. Sie lehnt das Mandat ab. Das Protokoll ist archiviert.

Ohne die erweiterte Prüfung hätte die Namenssuche nichts gefunden. Die Entscheidung hat die Anwältin getroffen – aber sie hatte die Informationen, die sie dafür brauchte.

In fünf Schritten zur KI-Kollisionsprüfung

  1. Bestand prüfen: Wie vollständig sind Mandanten, Gegner, Beteiligte und Objekte in der Kanzleisoftware erfasst?
  2. Anforderungen festlegen: Anwalt, Notar oder beides? Welche Regelwerke müssen abgebildet werden?
  3. Erstgespräch führen: Mit AIGENTICX Datenquelle, lokalen Betrieb und Protokoll klären.
  4. Mit Musterdaten testen: Einen vollständig fiktiven Bestand mit bewusst eingebauten Verbindungen prüfen lassen.
  5. Einführen und schulen: Ablauf festlegen, wer prüft und bewertet, und das Team zu Ampel und Grenzen einweisen.

Glossar: Kollisionsprüfung und Interessenkollision

Kollisionsprüfung

Prüfung vor Mandatsannahme, ob die Kanzlei in derselben Sache schon für eine andere Seite tätig war. Auch Conflict Check genannt.

Interessenkollision

Vertretung widerstreitender Interessen in derselben Rechtssache. Für Anwälte in § 43a Abs. 4 bis 6 BRAO und § 3 BORA geregelt.

Vorbefassung

Frühere Tätigkeit in derselben Angelegenheit, die einen Notar von der Mitwirkung ausschließen kann (§ 3 Abs. 1 Nr. 7 BeurkG).

Parteiverrat

Straftat nach § 356 StGB, wenn ein Anwalt in derselben Rechtssache beiden Parteien pflichtwidrig dient.

Berufsausübungsgesellschaft

Die Kanzlei als Zusammenschluss. Das Verbot widerstreitender Interessen erstreckt sich grundsätzlich auf alle darin Tätigen.

Beziehungsgraph

Darstellung von Verbindungen zwischen Personen, Unternehmen und Akten, die über gleiche Namen hinausgeht.

Prüfprotokoll

Dokumentation, wann welche Anfrage mit welchem Ergebnis geprüft wurde. Wichtig als späterer Nachweis der Sorgfalt.

Lokale KI

KI, die auf eigener Hardware in der Kanzlei läuft. Mandatsdaten werden im Kernbetrieb im Haus verarbeitet.

Häufige Fragen zur Kollisionsprüfung

Was ist eine Kollisionsprüfung in der Kanzlei?

Die Kollisionsprüfung ist die Kontrolle vor der Annahme eines Mandats, ob die Kanzlei in derselben Rechtssache bereits im widerstreitenden Interesse beraten oder vertreten hat. Sie wird auch Konfliktprüfung oder Conflict Check genannt und ist nicht mit der Kollisionsprüfung im Bauwesen zu verwechseln.

Welche Regeln gelten für die Interessenkollision?

Für Anwälte ist das Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen seit dem 1. August 2022 in § 43a Abs. 4 bis 6 BRAO geregelt und wird durch § 3 BORA ergänzt. Es erstreckt sich grundsätzlich auf die ganze Kanzlei. In schweren Fällen kommt der Straftatbestand des Parteiverrats nach § 356 StGB in Betracht.

Was ist die Vorbefassungsprüfung im Notariat?

Notare dürfen nach dem Beurkundungsgesetz unter anderem nicht mitwirken, wenn sie oder verbundene Personen in derselben Angelegenheit bereits außerhalb der Amtstätigkeit tätig waren. Die Bundesnotarordnung verlangt Vorkehrungen, mit denen die Einhaltung dieser Mitwirkungsverbote sichergestellt wird.

Warum reicht eine Namenssuche nicht?

Eine Namenssuche findet vor allem gleiche oder ähnliche Namen. Verbindungen über Tochtergesellschaften, Geschäftsführer, Angehörige oder dasselbe Objekt in einer älteren Akte bleiben dabei häufig unentdeckt.

Was ist KolliAI?

KolliAI ist eine KI-gestützte Kollisionsprüfung von AIGENTICX für Kanzleien und Notariate. Laut Anbieter prüft sie in drei Stufen – Namen und Register, Beziehungen, Inhalte –, gibt das Ergebnis als Ampel mit Begründung aus, archiviert das Protokoll unveränderlich und lässt sich lokal betreiben; eine Cloud-Option wird ebenfalls genannt.

Entscheidet die KI über die Mandatsannahme?

Nein. Die Ampel liefert Hinweise und Begründungen, die Bewertung und die Entscheidung bleiben beim Berufsträger. Eine grüne Ampel ist auch kein Beweis, dass keine Kollision besteht, denn die Prüfung findet nur, was in den Daten steht.

Warum sollte eine Kollisionsprüfung lokal laufen?

Die Prüfung arbeitet mit der Liste aller Mandanten, Gegner und Sachverhalte. Laufen diese Daten bei einem Cloud-Dienst, stellen sich die Fragen der Verschwiegenheit und der Einschaltung externer Dienstleister nach § 43e BRAO. Bei einer tatsächlich lokal konfigurierten Installation bleiben die Mandatsdaten im Kernbetrieb im Haus; wo KolliAI im konkreten Angebot läuft, sollte schriftlich geklärt werden.

Wie teste ich eine KI-Kollisionsprüfung?

Mit einem vollständig fiktiven Musterbestand, in den du bewusst Verbindungen einbaust, etwa eine Tochtergesellschaft oder dasselbe Grundstück in zwei Akten. Echte Mandatsdaten gehören nicht in eine Testumgebung, und das Weglassen von Namen macht sie nicht anonym.

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KI sicher nutzen als Selbstständiger und kleines Unternehmen – große Kanzleien haben eigene KI-Richtlinien und Legal-Tech-Abteilungen, kleine oft nicht. Unser Beitrag zeigt, welche einfachen Regeln auch ohne IT-Abteilung wirken. Das ist eine gute Grundlage, bevor eine Kanzlei ihr erstes KI-Werkzeug einführt.

Quellen: § 43e BRAO (dejure.org) · § 43a Abs. 4 bis 6 BRAO und § 3 BORA in der Fassung seit 1. August 2022 · StGB (gesetze-im-internet.de) · § 3 Abs. 1 Nr. 7 BeurkG · § 28 BNotO · Anbieterangaben AIGENTICX

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