Schockanruf, Enkeltrick und falsche Polizei so schützt du dich und deine Angehörigen
Bild: KI-generiert
Geschrieben von Michael Radtke · Zuletzt aktualisiert: 8. Juli 2026

Schockanruf, Enkeltrick und falsche Polizei: so schützt du dich und deine Angehörigen

„Mama, ich hatte einen schweren Unfall …“, „Hier spricht die Polizei, Ihre Tochter sitzt in Haft …“, „Ihr Geld auf der Bank ist nicht mehr sicher …“ – am Telefon erzeugen Betrüger Angst und Zeitdruck, um an Bargeld, Gold oder Überweisungen zu kommen. Diese Maschen treffen besonders ältere Menschen, sind aber leicht zu durchschauen, wenn man sie kennt. Dieser Beitrag zeigt, wie du dich und deine Angehörigen schützt.

Kurz beantwortet: Bei Schockanruf, Enkeltrick, falscher Polizei oder falschem Bankmitarbeiter gilt immer dieselbe Regel: auflegen und selbst zurückrufen – über eine dir bekannte Nummer, nicht über die des Anrufers. Polizei, Staatsanwaltschaft und Banken fragen am Telefon niemals nach Geld, Wertsachen, Kontodaten oder TANs und schicken keine Boten, um Bargeld oder Karten abzuholen. Übergib niemals Geld oder Wertsachen an Fremde. Ein vereinbartes Familien-Codewort entlarvt Betrüger sofort.

Die Maschen im Überblick

MascheWie sie abläuft
EnkeltrickEin angeblicher Verwandter in Not braucht dringend Geld für einen Notfall.
SchockanrufEin „Unfall“ oder eine „Haft“ eines Angehörigen; nur eine sofortige Kaution helfe.
Falsche PolizeiAngebliche Beamte warnen vor Einbrechern und wollen Geld und Gold „in Sicherheit bringen“.
Falscher Bankmitarbeiter„Ihr Konto ist nicht sicher“ – man solle Geld überweisen oder Karten/TANs herausgeben.
WhatsApp „neue Nummer“„Hallo Mama, das ist meine neue Nummer“ – dann folgt die Bitte, eine dringende Rechnung zu zahlen.
Falscher SupportAngeblicher Microsoft- oder Bank-Support will Fernzugriff auf Rechner oder Konto.

Warum die Maschen funktionieren

Alle setzen auf dieselben Hebel: Angst (einem Angehörigen droht Schaden), Zeitdruck (es müsse sofort gehandelt werden), Autorität (Polizei, Staatsanwalt, Bank) und Geheimhaltung („Sprechen Sie mit niemandem darüber“). In diesem Zustand denken die Betroffenen nicht in Ruhe nach – genau das ist das Ziel. Wer den Trick kennt, unterbricht die Masche einfach, indem er das Gespräch beendet und selbst nachprüft.

Die Warnsignale

  • Angst und Eile: sofort handeln, sonst drohe Schaden für einen Angehörigen.
  • Forderung nach Geld oder Wertsachen: Bargeld, Gold, Überweisung, Kaution.
  • Geheimhaltung: „Erzählen Sie niemandem davon.“
  • Autoritätsdruck: angebliche Polizei, Staatsanwaltschaft oder Bank.
  • Ungewöhnliche Übergabe: ein „Bote“ oder „Kollege“ solle Geld oder Karten abholen.
  • Neue, unbekannte Nummer, die sich als bekannter Angehöriger ausgibt.

So schützt du dich und deine Angehörigen

  1. Auflegen und selbst zurückrufen. Ruf den echten Angehörigen oder die Bank über die dir bekannte Nummer an – nie über die des Anrufers.
  2. Familien-Codewort vereinbaren. Ein geheimes Wort, das nur echte Angehörige kennen, entlarvt jeden Betrüger sofort.
  3. Niemals Geld oder Wertsachen übergeben. Weder an angebliche Polizisten noch an „Abholer“. Echte Behörden tun so etwas nie.
  4. Keine Daten preisgeben. Kontodaten, PIN, TAN oder Passwörter gehören nicht ans Telefon.
  5. Mit Angehörigen sprechen. Klär besonders ältere Familienmitglieder aktiv über diese Maschen auf – Vorbeugung wirkt am besten.
  6. Im Zweifel die 110. Bei einem verdächtigen Anruf ruhig auflegen und die echte Polizei über die 110 informieren.
Zur „Ihr Geld ist nicht sicher“-Masche: Angebliche Bankmitarbeiter oder Beamte behaupten, das Konto sei bedroht, und wollen Geld „retten“. Das ist immer Betrug. Dein Guthaben ist über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt – kein echter Mitarbeiter würde dich auffordern, Geld zur „Sicherung“ zu überweisen oder abzuheben.

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Schon Geld übergeben oder überwiesen? Sofort handeln. Ruf umgehend die Polizei über die 110 und informiere deine Bank – bei einer Überweisung kann sie manchmal noch eingreifen. Sichere alle Beweise: Telefonnummern, Nachrichten, Uhrzeiten und Namen. Schäm dich nicht: Diese Maschen sind hochprofessionell und treffen viele Menschen. Schnelles Handeln zählt mehr als alles andere.

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Häufige Fragen

Was ist ein Schockanruf?

Ein Anruf, der mit einem angeblichen Unfall oder einer Notlage eines Angehörigen Angst auslöst, um eine sofortige Zahlung oder „Kaution“ zu erpressen.

Fragt die echte Polizei am Telefon nach Geld?

Nein. Polizei und Staatsanwaltschaft fordern niemals telefonisch Geld, Wertsachen oder Kautionen und schicken keine Boten, um Bargeld abzuholen.

Was mache ich bei einem verdächtigen Anruf?

Auflegen und selbst zurückrufen – beim echten Angehörigen oder der Bank über eine bekannte Nummer. Im Zweifel die Polizei über die 110 informieren.

Wie funktioniert die WhatsApp-Masche „neue Nummer“?

Ein Betrüger gibt sich als Kind oder Angehöriger mit „neuer Nummer“ aus und bittet dann, eine dringende Rechnung zu bezahlen. Immer über die alte, bekannte Nummer rückversichern.

Wie schütze ich meine älteren Angehörigen?

Offen über die Maschen sprechen, ein Familien-Codewort vereinbaren und die klare Regel einüben: bei Geldforderungen am Telefon immer auflegen und selbst zurückrufen.

Die „Bank“ sagt, mein Geld sei nicht sicher – stimmt das?

Nein, das ist Betrug. Dein Guthaben ist über die Einlagensicherung geschützt. Keine echte Bank fordert dich auf, Geld zur „Sicherung“ zu überweisen oder abzuheben.

Was tun, wenn ich schon gezahlt habe?

Sofort die Polizei über die 110 und deine Bank informieren – bei Überweisungen ist manchmal noch ein Eingreifen möglich. Beweise sichern und Anzeige erstatten.

Warum verlangen Betrüger neuerdings Krypto?

Weil Krypto-Überweisungen kaum rückholbar sind. Gib niemals auf Zuruf Krypto weiter und verwahre eigene Coins selbst und offline.

Fazit

Schockanruf, Enkeltrick und falsche Polizei leben von Angst, Eile und Autorität. Die Gegenmaßnahme ist einfach und immer gleich: Gespräch beenden, selbst über eine bekannte Nummer zurückrufen und niemals Geld oder Daten auf Zuruf herausgeben. Ein Familien-Codewort und offene Gespräche mit älteren Angehörigen sind der beste Schutz. Und falls doch etwas passiert ist: schnell die 110 wählen, die Bank informieren und Beweise sichern – ohne Scham, denn diese Maschen sind hochprofessionell.

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