Coldcard Mk4: lohnt sich das Vorgängermodell noch und worauf du dabei achten musst
Die Coldcard Mk4 liegt in vielen Schubladen – gekauft, eingerichtet, seitdem nicht mehr angefasst. Seit der Sicherheitswarnung von Ende Juli 2026 ist genau das ein Problem, denn entscheidend ist nicht das Gerät, sondern wann der Seed darauf entstanden ist.
Die Mk4 war über Jahre ein etabliertes Gerät für die Bitcoin-Selbstverwahrung. Inzwischen ist sie von der Mk5 abgelöst, wird aber weiterhin angeboten und liegt in vielen Schubladen. Dieser Text beantwortet die Fragen, die sich daraus ergeben: Was kann das Gerät, was unterscheidet es vom Nachfolger, lohnt sich der Umstieg, und warum du eine gebrauchte Mk4 unter keinen Umständen kaufen solltest.
Nach der Sicherheitswarnung von Ende Juli 2026 hat Coinkite für alle betroffenen Modelle und Release-Zweige korrigierte Firmware ausgeliefert, zuletzt 5.6.1 für Mk4 und Mk5 sowie 1.5.1Q für das Q. Neu gekaufte Geräte mit aktueller Firmware erzeugen wieder korrekte Seeds – für den Kauf spricht insofern nichts dagegen.
Offen bleibt der Altbestand: Ein Update repariert eine bereits erzeugte Seed-Phrase nicht. Betroffen sind bei Mk4 und Mk5 im Standard-Zweig Seeds, die vor Firmware 5.6.0 auf dem Gerät erzeugt wurden; 5.6.0 war die erste korrigierte Standard-Version, aktuell ist 5.6.1. Im Edge-Zweig ist 6.6.0X oder neuer erforderlich. Wer seinen Seed auf einer älteren Fassung erzeugt hat, sollte ihn migrieren. Alle Details dazu: welche Seeds betroffen sind und wie die Migration abläuft
Stand: 25. August 2026Kurz beantwortet:Die Mk4 ist ein vollwertiges, weiterhin funktionierendes Gerät mit demselben Sicherheitsmodell wie ihre Nachfolger. Wer eine besitzt, hat keinen Grund zu wechseln. Wer neu kauft, nimmt eher die Mk5, weil Tastenfeld und Display dort besser sind. Ein Gebrauchtkauf scheidet grundsätzlich aus.
Inhalt dieser Seite
- Was die Mk4 ausmacht
- Was der Entropiefehler für Mk4-Besitzer bedeutet
- Seed prüfen und migrieren
- Lohnt sich die Mk4 heute noch?
- Warum ein Gebrauchtkauf ausscheidet
- Die vier Übertragungswege
- Die Schutzfunktionen
- Firmware und Weiterentwicklung
- Der Umstieg auf ein neueres Modell
- So sieht der Alltag mit der Mk4 aus
- Die typischen Fehler
- Wo du sie bekommst
- Glossar
- Häufige Fragen
- Passende Beiträge
- Weiterlesen
Was die Mk4 ausmacht
Die Mk4 ist eine Bitcoin-only-Hardware-Wallet von Coinkite im kompakten Format mit Ziffernfeld und kleinem Display. Sie war über Jahre eine verbreitete Wahl, wenn ein hoher Sicherheitsanspruch im kompakten Format gefragt war, und hat den Ruf der Marke wesentlich geprägt.
Technisch bringt sie alles mit, was die Reihe ausmacht: zwei Secure Elements von zwei verschiedenen Herstellern, quelloffene Firmware, Trick-PINs, Passphrase, Multisig und vier verschiedene Übertragungswege. Nichts davon ist mit dem Erscheinen des Nachfolgers weggefallen.
Eine Besonderheit gegenüber älteren Modellen der Reihe ist der virtuelle Datenträger: Das Gerät kann sich am Rechner als Laufwerk anmelden, sodass sich Transaktionsdateien per Ziehen und Ablegen übertragen lassen, ganz ohne zusätzliche Software.
Was der Entropiefehler für Mk4-Besitzer bedeutet
Für Besitzer einer Mk4 ist das die wichtigste Frage überhaupt – wichtiger als jeder Modellvergleich. Entscheidend ist nicht, welches Gerät du hast, sondern wann und auf welcher Firmware dein Seed entstanden ist.
Wurde die Wiederherstellungsphrase auf einer betroffenen Fassung erzeugt, hilft kein Update. Die Phrase selbst ist das Problem, nicht das Gerät. Ein Update sorgt nur dafür, dass künftige Seeds wieder korrekt entstehen. Deshalb gilt für einen betroffenen Seed ausschließlich der Umzug: neuen Seed erzeugen, Guthaben auf die neuen Adressen senden, alten Bestand leerräumen.
Umgekehrt heißt das aber auch: Wer seine Mk4 erst auf korrigierter Firmware eingerichtet hat, ist nicht betroffen. Für Seeds von vorher gibt es eine eng gefasste Ausnahme. Die Ausnahme gilt nach Angaben von Coinkite nur, wenn bei der Erzeugung mindestens 50 faire, unabhängige Würfe über „Add Dice Rolls“ hinzugefügt wurden, die Würfelfolge privat und unaufgezeichnet blieb und anschließend die daraus angezeigten finalen Seed-Wörter verwendet wurden. Bei weniger als 50 Würfen oder bei Unsicherheit gilt: migrieren. Eine starke, einzigartige BIP39-Passphrase kann eine zusätzliche Hürde darstellen – sie ersetzt die Migration im Zweifel aber nicht.
Nicht abwarten:Wenn du unsicher bist, wann dein Seed entstanden ist, behandle ihn als betroffen. Die Migration kostet einen Nachmittag und Transaktionsgebühren. Die Alternative ist, auf gut Glück zu hoffen, dass niemand den verkleinerten Suchraum durchprobiert.
Seed prüfen und migrieren: die Reihenfolge
Wenn du handeln musst, zählt die Reihenfolge. Diese sieben Schritte führen durch den Umzug, ohne dass zwischendurch etwas ungeschützt liegt:
- Firmwarestand ablesen. Im Menü der Coldcard steht die installierte Version. Notiere sie, bevor du irgendetwas aktualisierst.
- Entstehungszeitpunkt einordnen. Auf welcher Firmware ist der Seed entstanden, und hast du damals mindestens 50 faire, unabhängige Würfe über „Add Dice Rolls“ hinzugefügt und die daraus angezeigten Wörter verwendet? Beides entscheidet, ob du betroffen bist.
- Firmware aktualisieren. Erst danach lässt sich ein sauberer neuer Seed erzeugen. Das repariert den alten Seed nicht, ist aber Voraussetzung für den neuen.
- Neuen Seed erzeugen und sichern. Mit eigener Zufallseingabe, das verlangt die aktuelle Firmware ohnehin. Backup anlegen und die Wiederherstellung testen, bevor Geld darauf liegt.
- Mit einer Testtransaktion beginnen. Einen kleinen Betrag an eine Adresse senden, die du auf dem neuen Gerät verifiziert hast, und den Eingang dort prüfen.
- Danach den Rest übertragen. Erst wenn die Testtransaktion angekommen ist, den verbleibenden Bestand auf die neuen Adressen senden.
- Alten Seed stilllegen. Erst wenn nachweislich nichts mehr darauf liegt, das alte Backup vernichten. Vorher nicht.
Reihenfolge zählt:Der häufigste Fehler ist, den alten Seed zu vernichten, bevor die neue Wiederherstellung getestet wurde. Prüfe erst die Rückwärtsrichtung, dann schicke Geld.
Lohnt sich die Mk4 heute noch?
Die ehrliche Antwort hängt davon ab, wo du stehst.
Wenn du bereits eine besitzt: Es gibt keinen Sicherheitsgrund zu wechseln. Die wesentlichen Unterschiede liegen bei Display, Tastenfeld, NFC, Gehäuse und Ergonomie; Mk4 und Mk5 nutzen dieselbe Firmware und denselben grundlegenden Sicherheitsaufbau. Ein Umstieg bringt vor allem Komfort.
Wenn du neu kaufst: Sieh dir zuerst die Mk5 an. Beim Neukauf spricht wegen des verbesserten Displays, Tastenfelds, NFC und der überarbeiteten Ergonomie mehr für die Mk5. Gerade das Display ist kein Nebenaspekt, weil daran die Prüfung von Empfängeradressen hängt.
Wenn du eine Mk4 günstiger bekommst: Das kann eine vernünftige Entscheidung sein, solange es sich um Neuware von einem autorisierten Händler handelt. Du bekommst dieselbe Sicherheit mit weniger Komfort.
Die kurze Entscheidungshilfe:Du besitzt schon eine? Behalte sie, es gibt keinen Sicherheitsgrund zu wechseln. Du kaufst neu? Sieh dir zuerst die Mk5 an. Du bekommst eine Mk4 günstiger als Neuware vom autorisierten Händler? Vernünftige Entscheidung.
Warum ein Gebrauchtkauf ausscheidet
Bei einem Gerät, das nach einem Nachfolger noch im Umlauf ist, tauchen zwangsläufig Gebrauchtangebote auf. Bei Hardware-Wallets ist das die gefährlichste denkbare Bezugsquelle, und zwar aus einem Grund, der nichts mit dem Zustand des Geräts zu tun hat.
Das Problem ist die fehlende Provenienz: Bei einem Gebrauchtgerät weißt du nicht, was damit vorher geschehen ist. Denkbar ist etwa, dass ein Vorbesitzer eine Wortliste erzeugt und notiert hat, das Gerät anschließend gelöscht und die Verpackung nachgemacht wurde. Du richtest alles vorschriftsmäßig ein, überweist deine Bitcoin und wunderst dich Wochen später, wohin sie verschwunden sind.
Die Coldcard bringt dagegen eigene Prüfungen mit: Beim Start werden Firmware-Signatur und Flash-Inhalt kontrolliert, das Ergebnis zeigt das Gerät als GENUINE oder CAUTION an. Dazu kommen die nummerierte, manipulationsanzeigende Verpackung und der Abgleich der Bag Number. Diese Prüfungen setzen aber eine nachvollziehbare Herkunft ab Werk voraus – und genau die fehlt beim Gebrauchtkauf.
Deshalb gilt ohne jede Ausnahme: keine Gebrauchtgeräte, keine Auktionsplattformen, keine anonymen Marktplätze, keine Weitergabe aus zweiter Hand, auch nicht von Bekannten. Nur Hersteller oder autorisierter Händler.
Warum niemals gebraucht:Bei einem Gebrauchtgerät fehlt die verlässliche Herkunft ab Werk, und seine Vorgeschichte ist unbekannt. Bei Neuware prüfst du dagegen Bag Number, Verpackung, Gehäuse und die Anzeige GENUINE oder CAUTION beim Start.
Die vier Übertragungswege
Die Mk4 lässt dir die Wahl, wie Daten hinein und wieder heraus kommen. USB-Datenverbindung, Virtual Disk und NFC lassen sich in den Einstellungen deaktivieren; MicroSD bleibt als physischer Übertragungsweg verfügbar. Zu beachten ist dabei, dass das Deaktivieren der USB-Verbindung zugleich den Virtual Disk abschaltet.
| Weg | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| MicroSD-Karte | Vollständig getrennt, schnell, unkompliziert | Ein physischer Datenträger wandert hin und her |
| Virtueller Datenträger | Ziehen und Ablegen, ohne Zusatzsoftware | Setzt eine Kabelverbindung voraus |
| USB-C | Am bequemsten, gut für Einrichtung und Firmware | Direkte Verbindung zum Rechner |
| NFC | Antippen am Telefon | Im Auslieferungszustand abgeschaltet, sollte es meist auch bleiben |
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Die Schutzfunktionen
Trick-PINs. Neben der Haupt-PIN lassen sich weitere PINs einrichten, deren Verhalten du selbst festlegst: Sie können eine Duress-Wallet öffnen, den Seed löschen oder das Gerät irreversibel unbrauchbar machen. Wer dich zur Eingabe zwingt, bekommt also genau das zu sehen, was du vorher konfiguriert hast. Dazu kommt ein Anmeldezähler.
Passphrase. Ein zusätzlicher, selbst gewählter Text erzeugt aus derselben Wortliste eine völlig andere Wallet. Längere Passphrasen sind auf dem numerischen Tastenfeld allerdings umständlicher einzugeben; wer sie häufig eingibt, profitiert von einem Gerät mit vollständiger Tastatur.
Schiebedeckel. Ein einfaches, aber wirksames Detail: Der Deckel schützt Display und Tastenfeld, wenn das Gerät nicht benutzt wird.
Offene Firmware. Der Quelltext ist einsehbar und die Erzeugung nachvollziehbar überprüfbar.
Der praktische Haken der Mk4:Längere Passphrasen sind auf dem numerischen Tastenfeld umständlicher einzugeben. Wer sie häufig eingibt, profitiert von einem Gerät mit vollständiger Tastatur.
Firmware und Weiterentwicklung
Eine Frage, die sich bei einem abgelösten Modell zwangsläufig stellt: Bekommt das Gerät weiterhin Aktualisierungen?
Coinkite pflegt die Firmware der Reihe fortlaufend, und die Mk4 ist ein etabliertes Modell mit großer Verbreitung. Vor dem Kauf lohnt trotzdem der Blick darauf, welche Version für dein Modell aktuell ist.
Wichtiger als die Versionsnummer ist der Umgang mit dem Update selbst. Es ist der Moment, in dem das Gerät mit der Außenwelt in Kontakt kommt, und damit der empfindlichste Vorgang im ganzen Betrieb. Lade die Datei ausschließlich von der offiziellen Quelle, prüfe ihre Signatur, und spiele sie über die Speicherkarte statt über eine Kabelverbindung ein, wenn du konsequent getrennt arbeiten willst.
Der Umstieg auf ein neueres Modell
Falls du wechseln möchtest, ist der Vorgang unspektakulär, weil die Wortliste geräteunabhängig ist.
Hier ist eine Unterscheidung entscheidend. Nur bei einem nachweislich nicht betroffenen Seed kannst du die bestehende Wortliste auf dem neuen Gerät wiederherstellen und hast sofort wieder Zugriff auf dieselben Adressen und denselben Bestand. Es findet keine Überweisung statt, es entstehen keine Gebühren, und deine Software merkt den Wechsel nicht.
Ist der Seed betroffen oder unklar, wäre genau das falsch, weil die schwache Wiederherstellungsphrase dabei unverändert weiterverwendet wird. Dann muss auf korrigierter Firmware ein vollständig neuer Seed erzeugt und das Guthaben per Transaktion migriert werden – so, wie oben beschrieben.
Zwei Punkte solltest du dabei beachten. Erstens: Nutzt du eine Passphrase, brauchst du sie natürlich ebenfalls. Zweitens: Bei Multisig-Konstruktionen musst du zusätzlich die Beschreibung der Wallet übertragen, sonst findet das neue Gerät die Adressen nicht.
Auf dem alten Gerät löschst du anschließend Seed und Einstellungen – einen echten Factory Reset gibt es wegen der Secure Elements nicht. Verkaufe es nicht weiter, sondern behalte es als Ersatz oder entsorge es. Aus demselben Grund, aus dem du selbst kein gebrauchtes kaufen würdest.
Was beim Wechsel passiert:Nur bei nachweislich nicht betroffenem Seed gibst du die bestehenden Wörter auf dem neuen Gerät ein und hast sofort wieder Zugriff – ohne Überweisung und ohne Gebühren. Bei betroffenem oder unklarem Seed erzeugst du stattdessen einen neuen Seed und migrierst das Guthaben. Bei Multisig zusätzlich die Beschreibung der Wallet übertragen.
So sieht der Alltag mit der Mk4 aus
Die meiste Zeit passiert nichts. Das Gerät liegt im Schrank, das Guthaben liegt auf der Blockchain, und du schaust es nur an, wenn tatsächlich etwas bewegt werden soll. Genau dafür ist es gebaut: nicht für den täglichen Griff, sondern für den seltenen, gut vorbereiteten.
Kommt es zum Einsatz, ist der Ablauf immer derselbe. Karte oder Kabel anschließen, ersten PIN-Teil eingeben, Anti-Phishing-Wörter kontrollieren, zweiten PIN-Teil eingeben, anschließend die Transaktion auf dem Display prüfen und freigeben. Nach einer Handvoll Durchläufe geht das ohne Nachdenken – und genau diese Routine ist der eigentliche Schutz, weil sie Abweichungen sofort auffallen lässt.
Was bleibt, ist ein ruhiges Gefühl: Der Seed liegt an einem Ort, den du kennst, das Backup ist getestet, und du weißt, was im Ernstfall zu tun ist. Ein Gerät, das man vergessen kann, ist bei der Selbstverwahrung das höchste Lob.
Die typischen Fehler
Gebraucht gekauft. Der Fehler, der alles kostet und sich nicht reparieren lässt.
Passphrase weggelassen, weil die Eingabe umständlich ist. Verständlich, aber es verschenkt eine wirksame zusätzliche Schutzschicht. Wer sie regelmäßig braucht, ist mit einem Gerät mit vollständiger Tastatur besser bedient.
Firmware aus unklarer Quelle. Nur die offizielle Datei, nur mit geprüfter Signatur.
Altes Gerät weiterverkauft. Damit gibst du das Problem weiter, das du selbst vermeiden wolltest.
Backup nie getestet. Gilt für jedes Gerät und ist der teuerste Fehler überhaupt.
Und das alte Gerät?Seed und Einstellungen bei bekanntem Main-PIN löschen und das Gerät behalten oder entsorgen – nicht weiterverkaufen. Aus demselben Grund, aus dem du selbst kein gebrauchtes kaufen würdest.
Wo du sie bekommst
Neuware, ausschließlich vom Hersteller oder einem autorisierten Händler. Coinkite nennt beide Wege ausdrücklich: den Direktkauf im eigenen Store und den Bezug über autorisierte Reseller. Wenn du ohnehin neu kaufst, sieh dir die Mk5 direkt daneben an.
Zur Verfügbarkeit:Nach dem Entropievorfall sind Coldcard-Geräte bei einzelnen Händlern derzeit nicht bestellbar. Prüfe die Verfügbarkeit deshalb direkt beim Hersteller oder bei einem autorisierten Händler, bevor du dich festlegst.
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Glossar: die wichtigsten Begriffe
Die Begriffe, die rund um die Coldcard immer wieder auftauchen, in je einem Satz:
Die Wörterfolge, aus der sich alle Schlüssel deiner Wallet ableiten. Wer sie hat, hat Zugriff.
Das Maß an Zufall bei der Erzeugung eines Seeds. Zu wenig Zufall verkleinert den Suchraum für Angreifer.
Spezialchip, der Geheimnisse gegen Auslesen schützt. Die Coldcard nutzt zwei von verschiedenen Herstellern.
Betrieb ohne direkte Datenverbindung zum Rechner. Bei der Mk4 werden PSBTs typischerweise per MicroSD übertragen; QR-Import ist der Coldcard Q vorbehalten.
Teilweise signierte Transaktion. Das Dateiformat, mit dem eine Wallet und ein offline gehaltenes Gerät miteinander arbeiten.
Zusätzliches Geheimnis neben der Seed-Phrase. Es öffnet eine eigene Wallet und ist nicht Teil der Wörterliste.
Zusätzliche PIN mit konfigurierbarem Verhalten: Duress-Wallet öffnen, Seed löschen oder das Gerät unbrauchbar machen.
Aufteilung der Freigabe auf mehrere Geräte. Ein einzelnes kompromittiertes Gerät reicht dann nicht aus.
Firmware, die ausschließlich Bitcoin unterstützt. Weniger Code bedeutet weniger Angriffsfläche.
Vom Gerät angezeigte Wörter nach dem ersten PIN-Teil. Erst wenn sie stimmen, gibst du den zweiten Teil ein.
Die Software auf dem Gerät. Sie lässt sich aktualisieren, repariert aber keinen bereits erzeugten Seed.
Testweise Wiederherstellung aus dem Backup, bevor Geld darauf liegt. Der Schritt, den fast alle auslassen.
Häufige Fragen
Ist die Coldcard Mk4 noch aktuell?
Sie wurde von der Mk5 abgelöst, bleibt aber ein vollwertiges Gerät. Die wesentlichen Unterschiede liegen bei Display, Tastenfeld, NFC, Gehäuse und Ergonomie; Mk4 und Mk5 nutzen dieselbe Firmware und denselben grundlegenden Sicherheitsaufbau. Wer eine Mk4 besitzt, hat keinen Sicherheitsgrund zu wechseln.
Soll ich eine Mk4 oder eine Mk5 kaufen?
Beim Neukauf spricht wegen des verbesserten Displays, Tastenfelds, NFC und der überarbeiteten Ergonomie mehr für die Mk5. Gerade das Display ist wichtig, weil daran die Prüfung der Empfängeradresse hängt. Ist die Mk4 als Neuware vom autorisierten Händler zu bekommen, bleibt sie eine vernünftige Wahl mit demselben grundlegenden Sicherheitsaufbau.
Kann ich eine gebrauchte Coldcard kaufen?
Nein. Bei einem Gebrauchtgerät fehlt die verlässliche Herkunft ab Werk, und seine Vorgeschichte ist unbekannt. Kaufe deshalb ausschließlich Neuware beim Hersteller oder einem autorisierten Händler und prüfe Bag Number, Verpackung, Gehäuse und die Anzeige GENUINE oder CAUTION beim Start.
Bekommt die Mk4 noch Firmware-Updates?
Coinkite pflegt die Firmware der Reihe fortlaufend, und die Mk4 ist ein etabliertes, weit verbreitetes Modell. Vor dem Kauf lohnt trotzdem ein Blick darauf, welche Version für dein Modell aktuell ist. Wichtiger als die Versionsnummer ist, die Datei nur von der offiziellen Quelle zu laden und ihre Signatur zu prüfen.
Wie wechsle ich von der Mk4 auf ein neueres Gerät?
Nur bei einem nachweislich nicht betroffenen Seed kannst du die bestehende Wortliste auf dem neuen Gerät wiederherstellen; dann findet keine Überweisung statt und es entstehen keine Gebühren. Ist der Seed betroffen oder unklar, muss stattdessen auf korrigierter Firmware ein vollständig neuer Seed erzeugt und das Guthaben per Transaktion migriert werden. Nutzt du eine Passphrase, brauchst du sie ebenfalls; bei Multisig zusätzlich die Beschreibung der Wallet.
Was mache ich mit der alten Coldcard?
Seed und Einstellungen bei bekanntem Main-PIN löschen und das Gerät behalten oder entsorgen. Verkaufe es nicht weiter, aus demselben Grund, aus dem du selbst kein gebrauchtes Gerät kaufen würdest. Als Ersatzgerät für den Notfall kann es durchaus sinnvoll bleiben.
Was ist der virtuelle Datenträger?
Das Gerät meldet sich am Rechner als Laufwerk an. Transaktionsdateien lassen sich dann per Ziehen und Ablegen übertragen, ohne dass zusätzliche Software installiert werden muss. Das ist bequem, setzt aber eine Kabelverbindung voraus.
Unterstützt die Mk4 andere Kryptowährungen?
Nein, das Gerät ist ausschließlich für Bitcoin gebaut. Der Verzicht auf andere Protokolle ist eine bewusste Sicherheitsentscheidung, weil weniger Programmcode auch weniger mögliche Fehlerquellen bedeutet.
Warum hat die Mk4 zwei Sicherheitschips?
Weil jeder einzelne Chip eine noch unbekannte Schwachstelle enthalten kann. Coinkite setzt zwei Secure Elements von zwei verschiedenen Herstellern ein, sodass ein Angreifer zwei verschiedene Probleme unabhängig voneinander lösen müsste.
Ist die Passphrase auf der Mk4 praktikabel?
Eingeschränkt. Längere Passphrasen sind auf dem numerischen Tastenfeld umständlicher einzugeben. Wer regelmäßig mit Passphrasen arbeitet, ist mit einem Gerät mit vollständiger Tastatur besser bedient.
Welche Software brauche ich?
Eine Hersteller-App gibt es nicht. Das Gerät arbeitet mit allen Programmen zusammen, die den PSBT-Standard beherrschen, darunter Sparrow, Specter, Nunchuk und Bitcoin Core. Damit bist du an keinen einzelnen Anbieter gebunden.
Was passiert, wenn die Mk4 kaputtgeht?
Nichts Dramatisches, sofern deine Wortliste sicher verwahrt ist. Das Gerät ist nur ein Werkzeug, dein Guthaben liegt in der Blockchain. Mit der Wortliste stellst du den Zugang auf einem neuen Gerät wieder her, auch bei einem anderen Hersteller.
Kann ich die Mk4 zurücksetzen?
Einen echten Factory Reset gibt es wegen der Secure Elements nicht. Bei bekanntem Main-PIN lassen sich Seed und Einstellungen löschen, sodass weitgehend ein Ausgangszustand entsteht. Ist der Main-PIN vergessen, gibt es keinen Reset. Stelle vor dem Löschen sicher, dass deine Wortliste vollständig und getestet gesichert ist.
Woran erkenne ich, dass das Gerät unberührt ist?
Coldcards kommen in einer nummerierten, manipulationsanzeigenden Verpackung; gleiche die Bag Number ab und sieh dir Verpackung und Gehäuse genau an. Beim Start prüft das Gerät Firmware-Signatur und Flash-Inhalt und zeigt GENUINE oder CAUTION an. Erzeuge die Wortliste außerdem immer selbst auf dem Gerät.
Wichtiger Hinweis:Hardware-Wallets solltest du ausschließlich beim Hersteller oder einem autorisierten Händler kaufen, niemals gebraucht und niemals über anonyme Marktplätze. Prüfe Bag Number und Verpackung vor der Inbetriebnahme, achte beim Start auf GENUINE statt CAUTION und erzeuge die Wortliste immer selbst auf dem Gerät.