Coldcard Q: die Bitcoin-Hardware-Wallet mit vollständiger Tastatur und QR-Scanner
Bild: KI-generiert
Geschrieben von Michael Radtke · Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Sicherheitshinweis zu Coldcard-Geräten – bitte vor dem Kauf lesen

Coinkite hat am 30. Juli 2026 eine Sicherheitswarnung veröffentlicht: Ein Fehler in der Firmware führte dazu, dass bei der Erzeugung der Seed-Phrase nicht der Hardware-Zufallsgenerator arbeitete, sondern ein vorhersagbarer Software-Generator. Betroffen sind Seeds, die seit März 2021 erzeugt wurden.

  • Mk2 und Mk3 mit Firmware der Reihe 4.x: betroffen, kein Hotfix verfügbar.
  • Mk4, Mk5 und Q: ebenfalls betroffen, in geringerem Umfang. Notfall-Firmware: 5.6.0 für Mk4 und Mk5, 1.5.0Q für die Q.
  • Nicht betroffen: Opendime, Tapsigner und Satscard – sie nutzen eine andere Codebasis.
  • Wichtig: Ein Firmware-Update repariert eine bereits erzeugte Seed-Phrase nicht. Wer betroffen ist, muss einen neuen Seed erzeugen und das Guthaben umziehen.

Neu gekaufte Geräte mit aktueller Firmware erzeugen wieder korrekte Seeds. Die vollständige Geräte- und Firmwareliste sowie die Migration Schritt für Schritt stehen hier: Coldcard-Entropiefehler nach dem 594-BTC-Diebstahl: welche Seeds betroffen sind und wie die Migration abläuft

Stand: 31. Juli 2026. Die Untersuchung läuft, einzelne Angaben können sich ändern.

Coldcard Q im Detail: die Bitcoin-Hardware-Wallet mit Tastatur, QR-Scanner und zwei Sicherheitschips

Wer schon einmal eine lange Passphrase über ein Ziffernfeld eingegeben hat, weiß, warum es dieses Gerät gibt. Die Coldcard Q von Coinkite ist die größte und am besten ausgestattete Variante der Coldcard-Reihe. Dieser Text geht deutlich über die technischen Eckdaten hinaus: Er erklärt, wogegen jede einzelne Funktion tatsächlich schützt, wie die Einrichtung abläuft, welche Fehler am teuersten werden und wo die Grenzen des Geräts liegen.

Kurz beantwortet:Die Coldcard Q ist eine Bitcoin-only-Hardware-Wallet für Fortgeschrittene. Ihr Sicherheitsmodell entspricht dem der kleineren Modelle, sie löst aber die praktischen Probleme, an denen dort viele scheitern: lange Passphrasen eingeben, Adressen lesbar prüfen und vollständig ohne Kabel arbeiten.

Was die Coldcard Q ist und für wen sie gebaut wurde

Die Coldcard Q ist eine Hardware-Wallet des kanadischen Herstellers Coinkite. Sie speichert den privaten Schlüssel zu deinen Bitcoin auf einem Gerät, das nie mit dem Internet verbunden ist, und unterschreibt Überweisungen offline. Innerhalb der Coldcard-Familie ist sie die größte Ausführung: mit vollständiger Schreibmaschinentastatur, großem Display, eingebautem QR-Scanner und Batteriebetrieb.

Der Hersteller richtet sich ausdrücklich nicht an Einsteiger. Die Coldcard ist bekannt dafür, Sicherheit über Bequemlichkeit zu stellen, sie unterstützt ausschließlich Bitcoin, und sie bringt keine hübsche App mit Kursanzeige mit. Wer damit arbeitet, tut es, weil er verstanden hat, wogegen die einzelnen Funktionen schützen.

Gleichzeitig ist die Q der Versuch, genau diese Sperrigkeit abzubauen, ohne am Sicherheitsmodell etwas zu ändern. Die Tastatur, das größere Display und der Scanner lösen praktische Probleme, an denen Menschen bei der kleineren Coldcard regelmäßig scheitern. Das ist der eigentliche Grund, warum es dieses Gerät gibt.

Warum eine Hardware-Wallet überhaupt nötig ist

Bevor es um dieses Modell geht, lohnt der Blick auf die Aufgabe. Bitcoin liegen nicht auf einem Gerät. Sie liegen in der Blockchain, und was du besitzt, ist der Schlüssel, der sie bewegen darf. Wer diesen Schlüssel hat, hat die Bitcoin. Sonst gibt es nichts zu besitzen.

Auf einem normalen Rechner oder Telefon ist dieser Schlüssel nie sicher. Nicht weil diese Geräte schlecht wären, sondern weil sie ständig Dateien öffnen, Programme installieren und mit dem Netz sprechen. Jede dieser Handlungen ist eine Gelegenheit für Schadsoftware, und Schadsoftware, die einen Schlüssel sucht, findet ihn dort früher oder später.

Eine Hardware-Wallet dreht das um. Der Schlüssel entsteht auf einem Gerät, das nichts anderes kann, und verlässt es nie. Wenn du überweisen willst, schickt dein Rechner den unfertigen Auftrag hinüber, das Gerät zeigt dir Empfänger und Betrag auf dem eigenen Display, du bestätigst mit einem Tastendruck, und zurück kommt nur die fertige Unterschrift. Selbst ein vollständig übernommener Rechner kann daraus keinen Schlüssel gewinnen.

Das ist der ganze Trick, und alles Weitere sind Feinheiten. Aber diese Feinheiten entscheiden darüber, wie gut das Prinzip in der Praxis hält.

Der ganze Trick in einem Satz:Der Schlüssel entsteht auf einem Gerät, das nichts anderes kann, und verlässt es nie. Selbst ein vollständig übernommener Rechner kann daraus keinen Schlüssel gewinnen.

Die Tastatur: kein Komfortmerkmal, sondern ein Sicherheitsmerkmal

Der auffälligste Unterschied zur kleinen Coldcard ist die vollständige QWERTY-Tastatur. Auf den ersten Blick wirkt das wie Bequemlichkeit. Tatsächlich ist es der Grund, warum die meisten Käufer sich für dieses Modell entscheiden.

Der Zusammenhang ist folgender. Die wirksamste zusätzliche Schutzschicht, die eine Hardware-Wallet bietet, ist die Passphrase, gelegentlich auch das fünfundzwanzigste Wort genannt. Sie ist ein frei wählbarer Text, den du zusätzlich zur Wortliste eingibst. Aus derselben Wortliste plus verschiedener Passphrasen entstehen völlig verschiedene Wallets. Wer nur deine Wortliste findet, findet damit ein leeres Konto.

Diese Schutzschicht nützt allerdings nur, wenn du sie tatsächlich benutzt. Und genau daran scheitert es auf Geräten mit Ziffernfeld. Wer für jede Eingabe eines längeren Textes minutenlang durch Buchstabengruppen blättern muss, wählt entweder eine kurze und damit schwache Passphrase, oder er lässt sie ganz weg.

Auf der Q tippst du sie. Damit wird aus einer theoretisch verfügbaren Funktion eine, die im Alltag auch verwendet wird. Dasselbe gilt für beschriftete Konten, für Notizen und für alles andere, wo Text eingegeben werden muss.

Warum das kein Komfort ist:Eine Passphrase schützt nur, wenn du sie auch benutzt. Auf einem Ziffernfeld wählen die meisten eine kurze und damit schwache — oder lassen sie ganz weg. Die Tastatur nimmt genau diese Hürde.

Das Display und warum Lesbarkeit über Verluste entscheidet

Die Q hat ein LCD mit 320 mal 240 Bildpunkten und damit deutlich mehr Fläche als die kleineren Modelle. Auch das klingt nach Ausstattungsdetail und ist in Wahrheit eine Sicherheitsfrage.

Der Grund liegt in einer verbreiteten Angriffsart. Schadsoftware auf dem Rechner wartet, bis du eine Bitcoin-Adresse in die Zwischenablage kopierst, und tauscht sie im Hintergrund gegen die des Angreifers aus. Auf dem Bildschirm siehst du die richtige, eingefügt wird die falsche. Wer das nicht bemerkt, überweist an einen Fremden, und die Überweisung ist endgültig.

Der einzige verlässliche Schutz dagegen ist die Prüfung auf dem Display der Hardware-Wallet, denn dieses Display zeigt, was tatsächlich unterschrieben wird. Diese Prüfung machen Menschen aber nur dann sorgfältig, wenn sie sich nicht anstrengen müssen. Auf einem winzigen Display mit vier Zeichen pro Zeile vergleicht kaum jemand eine vollständige Adresse. Auf einem großen tut man es.

Es klingt banal, ist aber der praktische Unterschied zwischen einem Schutzmechanismus, der vorhanden ist, und einem, der wirkt.

Der Angriff, gegen den das Display schützt:Schadsoftware tauscht die kopierte Empfängeradresse im Hintergrund aus. Auf dem Bildschirm steht die richtige, eingefügt wird die falsche. Nur die Prüfung auf dem Gerätedisplay deckt das auf — und die macht man nur, wenn man lesen kann, was dasteht.

Der QR-Scanner und was vollständige Trennung wirklich bedeutet

In der Q ist ein echter QR-Scanner mit eigener Beleuchtung verbaut. Er ist über eine eigene serielle Verbindung angebunden, und Coinkite hebt ausdrücklich hervor, dass gescannte Daten dadurch weniger Schaden anrichten können als über einen breiteren Kanal.

Praktisch ermöglicht das einen Ablauf, bei dem zwischen deinem Rechner und der Wallet nie ein Kabel steckt. Deine Software erzeugt den unfertigen Überweisungsauftrag und zeigt ihn als QR-Code an. Du scannst ihn mit dem Gerät ein, prüfst Empfänger und Betrag auf dem Display, unterschreibst, und das Gerät zeigt die fertige Unterschrift wieder als QR-Code, den du mit der Kamera deines Rechners oder Telefons einliest.

Für große Datenmengen wird der Code dabei in eine Folge mehrerer Bilder aufgeteilt, die nacheinander angezeigt und gescannt werden. Das funktioniert, dauert aber je nach Größe der Überweisung merklich länger als der Weg über eine Speicherkarte.

Wichtig zur Einordnung: Vollständige Trennung schützt gegen Schadsoftware auf deinem Rechner. Sie schützt nicht davor, dass du eine falsche Adresse bestätigst, und sie schützt nicht davor, dass jemand deine Wortliste findet. Wer den Aufwand betreibt, sollte wissen, wogegen genau er ihn betreibt.

Die vier Übertragungswege im Vergleich

Die Q lässt dir die Wahl, wie Daten hinein und wieder heraus kommen. Alle Wege lassen sich einzeln abschalten, und diese Wahlfreiheit ist selbst ein Sicherheitsmerkmal: Was ausgeschaltet ist, kann nicht angegriffen werden.

Weg Vorteil Nachteil
QR-Code über die Kamera Vollständige Trennung, kein Kabel, kein Datenträger Langsamer bei großen Überweisungen, Code wird in mehrere Bilder aufgeteilt
MicroSD-Karte Getrennt, schnell, unkompliziert; zwei Steckplätze vorhanden Ein physischer Datenträger wandert zwischen den Geräten
USB-C Am bequemsten, praktisch für Einrichtung und Firmware Direkte Verbindung zum Rechner, die Trennung entfällt
NFC Antippen statt Anschließen, praktisch am Telefon Funkschnittstelle; wer sie nicht braucht, schaltet sie ab

In der Praxis nutzen die meisten zwei Wege parallel: USB-C für die Einrichtung und Firmware-Aktualisierungen, danach ausschließlich QR-Code oder Speicherkarte für den laufenden Betrieb. Das ist ein vernünftiger Kompromiss zwischen Aufwand und Trennung.

Batteriebetrieb und warum kein fest verbauter Akku drin ist

Die Q läuft mit drei handelsüblichen AAA-Zellen oder über USB-C. Auch diese Entscheidung hat einen inhaltlichen Grund und ist keine Sparmaßnahme.

Ein Gerät, das zum Betrieb zwingend am Rechner hängen muss, ist nie vollständig getrennt. Mit Batterien kannst du die Wallet an einem beliebigen Ort betreiben, ohne dass sie jemals Strom oder Daten von einem möglicherweise befallenen Gerät bezieht. Das ist die konsequente Fortsetzung des Grundgedankens.

Der zweite Grund ist Haltbarkeit. Coinkite verzichtet bewusst auf einen fest verbauten Lithium-Akku, weil dessen Lebensdauer begrenzt ist und er sich bei einem versiegelten Sicherheitsgerät nicht ohne Weiteres tauschen lässt. Nach Herstellerangaben können die Zellen im Gerät verbleiben, ohne sich zu entleeren. Bei einem Gerät, das zwanzig Jahre halten soll, ist das die richtige Abwägung.

Zwei Sicherheitschips von zwei Herstellern

Das ist das prägende Merkmal der gesamten Coldcard-Reihe und der Grund für ihren Ruf in Sicherheitskreisen.

Bei vielen Hardware-Wallets liegt das eigentliche Geheimnis beim Hauptprozessor. Coinkite hält das ausdrücklich für zu riskant und setzt stattdessen zwei sogenannte Secure Elements ein, und zwar von zwei verschiedenen Herstellern. Ein Secure Element ist ein Spezialchip, der Geheimnisse speichert und sie auch unter physischer Untersuchung nicht preisgibt.

Der Gedanke hinter der doppelten Auslegung ist nüchtern: Jeder Chip kann eine Schwachstelle enthalten, die noch niemand kennt. Stammen beide vom selben Hersteller, betrifft ein solcher Fehler unter Umständen beide gleichzeitig. Zwei Chips aus zwei unabhängigen Fertigungen zwingen einen Angreifer dagegen, zwei verschiedene Probleme getrennt zu lösen.

Das ist kein theoretisches Szenario. In der Vergangenheit sind bei Sicherheitschips wiederholt Angriffe gefunden worden, die vorher als unmöglich galten. Die doppelte Auslegung ist die Antwort auf genau diese Erfahrung.

Trick-PINs: Schutz für den Fall, dass jemand vor dir steht

Die meisten Schutzmaßnahmen richten sich gegen Angriffe aus der Ferne. Die Coldcard denkt einen Fall mit, über den ungern gesprochen wird: dass jemand körperlich anwesend ist und die Herausgabe der PIN erzwingt.

Dafür kannst du eine zweite PIN festlegen, die eine völlig andere Wallet öffnet. Gibst du sie ein, verhält sich das Gerät vollkommen normal. Es zeigt Guthaben, Verlauf und Adressen, nur eben die eines anderen Kontos, auf dem du einen kleinen Betrag hinterlegt hast. Von außen ist nicht erkennbar, dass es sich nicht um das eigentliche Konto handelt.

Zusätzlich gibt es eine PIN, die das Gerät dauerhaft unbrauchbar macht, sowie einen Anmeldezähler, an dem du erkennst, ob in deiner Abwesenheit jemand Eingaben versucht hat.

Zur Ehrlichkeit gehört: Diese Funktionen sind nur so gut wie deine Vorbereitung. Eine Trick-Wallet, auf der nichts liegt, wirkt unglaubwürdig. Wer diesen Schutz ernsthaft nutzen will, muss ihn einrichten, bevor er gebraucht wird, und einen plausiblen Betrag darauf lassen.

Nur so gut wie die Vorbereitung:Eine Trick-Wallet, auf der nichts liegt, wirkt unglaubwürdig. Wer diesen Schutz ernsthaft will, richtet ihn ein, bevor er gebraucht wird, und lässt einen plausiblen Betrag darauf.

Die Passphrase im Detail

Weil die Tastatur der Q vor allem wegen dieser Funktion existiert, lohnt sie eine genauere Betrachtung.

Deine Wortliste aus zwölf oder vierundzwanzig Wörtern erzeugt eine Wallet. Fügst du eine Passphrase hinzu, entsteht aus derselben Wortliste eine andere Wallet, und zwar für jede Passphrase eine eigene. Es gibt dabei kein falsch: Jede Eingabe führt zu einer gültigen, aber anderen Wallet. Genau das macht die Funktion stark und gleichzeitig gefährlich.

Stark, weil ein Finder deiner Wortliste nur ein leeres Konto sieht und nicht wissen kann, ob überhaupt eine Passphrase existiert. Es gibt keinen Hinweis darauf.

Gefährlich, weil ein einziger vergessener Buchstabe dich dauerhaft aussperrt. Es gibt keine Wiederherstellung, keinen Hinweis und keinen Versuch, der dich näher heranbringt. Die Passphrase muss deshalb genauso sorgfältig gesichert werden wie die Wortliste selbst, und zwar getrennt von ihr.

Praktischer Rat: Wer mit Passphrase arbeitet, sollte den kompletten Wiederherstellungsvorgang einmal durchspielen, bevor nennenswerte Beträge darauf liegen. Und zwar mit einem zurückgesetzten Gerät, nicht nur im Kopf.

Die andere Seite der Passphrase:Ein einziger vergessener Buchstabe sperrt dich dauerhaft aus. Es gibt keine Wiederherstellung und keinen Hinweis. Sie muss genauso sorgfältig gesichert werden wie die Wortliste — nur getrennt von ihr.

Multisig: mehrere Schlüssel für eine Wallet

Die Coldcard gilt als eines der ausgereiftesten Geräte für Wallets, bei denen mehrere Schlüssel gemeinsam unterschreiben müssen. Bei einer Zwei-von-drei-Konstruktion etwa braucht jede Überweisung zwei von drei vorhandenen Schlüsseln.

Der Nutzen liegt auf der Hand: Ein einzelnes verlorenes oder gestohlenes Gerät führt weder zum Verlust noch zum Diebstahl. Wer Beträge verwahrt, bei denen ein einzelner Ausfallpunkt nicht akzeptabel ist, kommt an diesem Ansatz kaum vorbei.

Der Preis dafür ist Komplexität. Du musst nicht nur mehrere Geräte verwalten, sondern auch die Beschreibung der Wallet selbst sichern, ohne die sich die Konstruktion später nicht wiederherstellen lässt. Wer das unterschätzt, baut sich ein System, das sicherer aussieht, als es ist.

Für Multisig arbeitet die Q mit den verbreiteten Programmen zusammen, darunter Sparrow, Nunchuk und Specter. Eine Hersteller-App gibt es bewusst nicht.

Der Preis der Sicherheit:Bei Multisig musst du zusätzlich die Beschreibung der Wallet sichern. Ohne sie lässt sich die Konstruktion später nicht wiederherstellen, auch nicht mit allen Geräten.

Die Einrichtung in der Praxis

Der Ablauf ist bei jeder Hardware-Wallet ähnlich, und die Reihenfolge ist wichtiger als die Details.

Erstens die Versiegelung prüfen. Coldcards werden versiegelt ausgeliefert. Sieh dir die Verpackung genau an, bevor du sie öffnest. Alles, was nach vorherigem Öffnen aussieht, ist ein Grund, das Gerät nicht zu benutzen.

Zweitens eine PIN wählen. Sie schützt das Gerät gegen jemanden, der es in die Hand bekommt. Wähle sie so, dass du sie auch in einem Jahr noch weißt.

Drittens die Wortliste selbst erzeugen. Das Gerät würfelt sie aus. Übernimm niemals eine vorgegebene oder mitgelieferte Liste, egal von wem. Wer eine Wortliste kennt, kann jederzeit auf das Guthaben zugreifen.

Viertens die Wortliste sichern. Zuerst auf Papier, dauerhaft dann auf Metall. Papier verträgt weder Feuer noch Wasser noch Jahrzehnte.

Fünftens die Wiederherstellung testen. Setze das Gerät zurück und stelle es allein aus deiner Sicherung wieder her, solange nur ein kleiner Betrag darauf liegt. Dieser Schritt wird am häufigsten übersprungen und am bittersten bereut.

Sechstens die Verbindung zur Software herstellen und eine kleine Testüberweisung machen, hin und zurück.

Welche Software du dazu brauchst

Die Coldcard bringt keine eigene Anwendung mit, und das ist Absicht. Sie arbeitet über einen offenen Standard für unfertige Überweisungsaufträge mit allen Programmen zusammen, die diesen Standard beherrschen.

Verbreitet sind Sparrow, Nunchuk und Specter. Alle drei können einzelne Wallets und Multisig, alle drei laufen auf den gängigen Betriebssystemen, und alle drei lassen sich mit einem eigenen Knoten verbinden, wenn du nicht möchtest, dass fremde Server deine Adressen sehen.

Der praktische Vorteil dieser Offenheit: Du bist an keinen einzelnen Anbieter gebunden. Sollte ein Programm eingestellt werden, wechselst du zum nächsten, ohne dass dein Gerät oder deine Wortliste davon berührt wären.

Coldcard Q, Mk5 oder Mk4: welche passt zu dir

Alle drei haben dasselbe Sicherheitsmodell mit denselben zwei Sicherheitschips. Der Unterschied liegt ausschließlich in Bedienung und Größe, nicht im Schutzniveau. Wer die kleine wählt, spart Geld und verliert an Sicherheit nichts.

Merkmal Coldcard Q Coldcard Mk5 Coldcard Mk4
Eingabe Vollständige QWERTY-Tastatur Verbessertes Tastenfeld Ziffernfeld
Display 320 mal 240 Bildpunkte, groß Größer als Mk4, Gorilla-Glas Klein
QR-Scanner Eingebaut, mit Beleuchtung Nicht vorhanden Nicht vorhanden
Stromversorgung Drei AAA-Zellen oder USB-C USB-C USB-C
Speicherkarten Zwei Steckplätze Ein Steckplatz Ein Steckplatz
Sicherheitschips Zwei, von zwei Herstellern Zwei, von zwei Herstellern Zwei, von zwei Herstellern
Größe Deutlich größer Kompakt Kompakt
Passt, wenn du … regelmäßig damit arbeitest und Passphrasen tippst ein aktuelles kleines Gerät willst bereits eines besitzt

Die ehrliche Faustregel: Nimm die Q, wenn du regelmäßig mit dem Gerät arbeitest, lange Passphrasen eingibst oder vollständig kabellos signieren willst. Nimm die kleine, wenn das Gerät die meiste Zeit im Schrank liegt und nur selten herauskommt.

Coldcard im Vergleich zu anderen Herstellern

Die ehrliche Einordnung zuerst: Zwischen den etablierten Herstellern gibt es keine Rangliste von sicher nach unsicher. Alle setzen auf dieselben Grundprinzipien. Die Unterschiede liegen in der Ausrichtung.

Gegenüber Trezor und Ledger ist die Coldcard sperriger und kann weniger. Sie unterstützt keine anderen Kryptowährungen und bringt keine bequeme Verwaltungssoftware mit. Dafür hat sie zwei Sicherheitschips statt eines und Funktionen wie die Trick-PIN, die es dort nicht gibt.

Gegenüber Foundation Passport sind die Unterschiede kleiner, beide sind Bitcoin-only und beide können vollständig getrennt arbeiten. Passport setzt stärker auf Bedienoberfläche und deckt zusätzlich Anmeldesicherheit ab, die Coldcard setzt stärker auf die Absicherung des Schlüssels selbst.

Gegenüber BitBox ist die Coldcard das Gerät für Fortgeschrittene. BitBox zielt auf eine Einrichtung, die niemanden überfordert, die Coldcard auf maximale Kontrolle für jemanden, der weiß, was er tut.

Gegenüber Cypherock liegt der Unterschied im Backup-Konzept. Cypherock verzichtet auf die einzelne Wortliste und teilt den Schlüssel auf mehrere Karten auf. Wer den Zettel als Hauptproblem sieht, findet dort die durchdachtere Antwort.

Die typischen Fehler und Probleme

Passphrase vergessen. Der häufigste dauerhafte Verlust. Es gibt keine Wiederherstellung. Sichere sie getrennt von der Wortliste, aber sichere sie.

Wortliste nur auf Papier. Funktioniert, bis es einmal nicht funktioniert. Ein Wasserschaden genügt.

Backup nie getestet. Viele merken erst beim Ernstfall, dass ein Wort falsch notiert war. Testen, solange es nichts kostet.

Adresse nicht auf dem Gerät geprüft. Wer nur den Bildschirm ansieht, hebelt den zentralen Schutz aus.

Gerät und Backup am selben Ort. Wer beides zusammen findet, hat alles.

Zu komplex gebaut. Multisig mit drei Geräten und Passphrase klingt gründlich. Wenn es niemand außer dir versteht und du ausfällst, ist es ein Totalverlust für deine Angehörigen.

Der teuerste Fehler von allen:Ein zu kompliziertes Setup. Multisig mit drei Geräten und Passphrase klingt gründlich — wenn es außer dir niemand versteht und du ausfällst, ist es ein Totalverlust für deine Angehörigen.

Was der Hersteller so deutlich nicht sagt

Die Lernkurve ist real. Wer noch nie mit einer Hardware-Wallet gearbeitet hat, wird die ersten Stunden nicht genießen. Das Gerät erklärt sich nicht von selbst.

Bitcoin-only ist eine harte Grenze. Kein Ethereum, keine Stablecoins, keine sonstigen Kryptowährungen. Das ändert sich auch nicht.

Die Größe fällt auf. Die Tastatur macht das Gerät deutlich größer als die kleinen Modelle. Für die Hosentasche ist es nichts.

Der Preis liegt über dem der Einstiegsgeräte. Für kleine Beträge steht der Aufwand nicht im Verhältnis.

Der QR-Weg ist langsamer als Kabel oder Speicherkarte, besonders bei größeren Überweisungen mit vielen Eingängen.

Begriffe, die dir dabei begegnen

Seed oder Wortliste ist die Reihe aus zwölf oder vierundzwanzig Wörtern, aus der sich dein gesamter Zugang ableitet. Sie ist der eigentliche Schatz.

Passphrase ist ein zusätzlicher, selbst gewählter Text, der aus derselben Wortliste eine andere Wallet erzeugt.

PSBT ist der offene Standard für unfertige Überweisungsaufträge, über den Gerät und Software miteinander sprechen.

Air Gap bezeichnet die vollständige Trennung vom Rechner, also den Verzicht auf jede Kabelverbindung.

Secure Element ist ein Spezialchip, der Geheimnisse speichert und auch unter physischer Untersuchung nicht preisgibt.

Multisig bezeichnet eine Wallet, bei der mehrere Schlüssel gemeinsam unterschreiben müssen.

Cold Storage meint Verwahrung ohne jede Netzverbindung, im Gegensatz zur heißen Wallet auf einem verbundenen Gerät.

Wo du sie sicher bestellst

Bei einer Hardware-Wallet ist die Bezugsquelle Teil der Sicherheit, und zwar der Teil, den du am wenigsten selbst kontrollieren kannst. Der gefährlichste Angriff findet nicht online statt, sondern in der Lieferkette: Ein Gerät wird geöffnet, mit einer bereits bekannten Wortliste versehen, wieder verschlossen und weiterverkauft. Der Käufer richtet alles vorschriftsmäßig ein und wundert sich Wochen später, wohin sein Guthaben verschwunden ist.

Deshalb gilt für dieses eine Produkt eine Regel ohne Ausnahme: nur beim Hersteller oder bei einem autorisierten Händler. Kein Gebrauchtkauf, kein anonymer Marktplatz, keine Auktionsplattform. Coinkite verkauft in Europa über autorisierte Händler.

Ohne Ausnahme:Nur beim Hersteller oder einem autorisierten Händler. Kein Gebrauchtkauf, kein anonymer Marktplatz. Versiegelung vor der Inbetriebnahme prüfen und die Wortliste immer selbst auf dem Gerät erzeugen.

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Die technischen Daten im Überblick

Die Zusammenstellung fasst zusammen, was das Gerät ausmacht. Maßgeblich sind immer die Angaben des Herstellers.

Merkmal Ausführung
Hersteller Coinkite
Eingabe Vollständige QWERTY-Tastatur
Display LCD mit 320 mal 240 Bildpunkten
QR-Scanner Eingebaut, mit LED-Beleuchtung, über eigene serielle Verbindung angebunden
Stromversorgung Drei AAA-Zellen oder USB-C, kein fest verbauter Akku
Speicherkarten Zwei MicroSD-Steckplätze
Weitere Schnittstellen USB-C und NFC, jeweils einzeln abschaltbar
Sicherheitschips Zwei Secure Elements von zwei verschiedenen Herstellern
Firmware Quelloffen, Erzeugung nachvollziehbar überprüfbar
Standard PSBT, arbeitet mit Sparrow, Nunchuk, Specter und anderen
Unterstützte Währung Ausschließlich Bitcoin
Besonderheiten Trick-PINs, PIN zum Unbrauchbarmachen, Anmeldezähler, Passphrase, Multisig

Auch gesucht als

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Häufige Fragen zur Coldcard Q

Was unterscheidet die Coldcard Q von der Mk5 und der Mk4?

Vor allem die Bedienung. Die Q hat eine vollständige QWERTY-Tastatur, ein deutlich größeres Display, einen eingebauten QR-Scanner, Batteriebetrieb und zwei Speicherkarten-Steckplätze. Mk5 und Mk4 sind kompakter und arbeiten über Ziffernfeld beziehungsweise verbessertes Tastenfeld. Das Sicherheitsmodell mit zwei Secure Elements ist bei allen identisch.

Unterstützt die Coldcard Q auch Ethereum oder andere Kryptowährungen?

Nein. Die Coldcard ist ausschließlich für Bitcoin gebaut und wird das bleiben. Der Verzicht auf andere Protokolle verkleinert die Angriffsfläche, weil weniger Programmcode vorhanden ist, der Fehler enthalten könnte. Wer mehr als Bitcoin halten will, braucht ein anderes Gerät.

Was ist eine Trick-PIN und wie funktioniert sie?

Eine zweite PIN, die eine völlig andere Wallet öffnet als deine eigentliche. Das Gerät verhält sich dabei vollkommen normal und zeigt Guthaben und Verlauf dieses anderen Kontos. Gedacht ist das für Situationen, in denen jemand die Herausgabe der PIN erzwingt. Zusätzlich gibt es eine PIN, die das Gerät dauerhaft unbrauchbar macht.

Brauche ich für die Coldcard Q eine bestimmte App?

Eine Hersteller-App gibt es bewusst nicht. Das Gerät arbeitet über den offenen PSBT-Standard mit allen Programmen zusammen, die ihn beherrschen, darunter Sparrow, Nunchuk und Specter. Damit bist du an keinen einzelnen Anbieter gebunden.

Wie signiere ich eine Überweisung ohne Kabel?

Deine Software zeigt den unfertigen Auftrag als QR-Code an. Du scannst ihn mit dem eingebauten Scanner ein, prüfst Empfänger und Betrag auf dem Display, unterschreibst offline und lässt das Gerät die fertige Unterschrift wieder als QR-Code anzeigen. Bei größeren Überweisungen wird der Code in eine Folge mehrerer Bilder aufgeteilt.

Was ist eine Passphrase und brauche ich sie?

Ein zusätzlicher, selbst gewählter Text, der aus derselben Wortliste eine völlig andere Wallet erzeugt. Wer nur deine Wortliste findet, sieht damit ein leeres Konto. Das ist der wirksamste Zusatzschutz überhaupt, aber auch eine weitere Sache, die verloren gehen kann. Wer sie nutzt, muss sie genauso sorgfältig und getrennt sichern.

Was passiert, wenn ich die Passphrase vergesse?

Dann ist das zugehörige Guthaben dauerhaft nicht mehr erreichbar. Es gibt keine Wiederherstellung, keinen Hinweis und keinen Weg zurück. Jede abweichende Eingabe führt zu einer anderen, gültigen, aber leeren Wallet. Deshalb gehört die Passphrase gesichert wie die Wortliste selbst.

Was passiert, wenn das Gerät kaputtgeht oder verloren geht?

Nichts Dramatisches, sofern deine Wortliste sicher verwahrt ist. Das Gerät ist nur ein Werkzeug, dein Guthaben liegt in der Blockchain. Mit der Wortliste stellst du den Zugang auf einem neuen Gerät wieder her, auch bei einem anderen Hersteller, solange der gängige Standard unterstützt wird.

Wie lange halten die Batterien?

Das Gerät läuft mit drei handelsüblichen AAA-Zellen, die nach Herstellerangaben im Gerät verbleiben können, ohne sich zu entleeren. Auf einen fest verbauten Lithium-Akku wurde bewusst verzichtet, weil dessen Lebensdauer begrenzt ist. Alternativ lässt sich das Gerät über USB-C betreiben.

Warum zwei Sicherheitschips statt einem?

Weil jeder einzelne Chip eine noch unbekannte Schwachstelle enthalten kann. Coinkite setzt deshalb zwei Secure Elements von zwei verschiedenen Herstellern ein. Ein Angreifer müsste zwei verschiedene Probleme unabhängig voneinander lösen, was den Aufwand erheblich erhöht.

Eignet sich die Coldcard Q für Einsteiger?

Eher nicht. Der Funktionsumfang ist groß, und viele Möglichkeiten entfalten ihren Nutzen erst, wenn man versteht, wogegen sie schützen. Für den Einstieg ist ein einfacheres Gerät meist die bessere Wahl, ein späterer Wechsel ist jederzeit möglich, weil die Wortliste geräteunabhängig ist.

Kann ich mit der Coldcard Q Multisig nutzen?

Ja, das Gerät gilt sogar als eines der ausgereiftesten dafür. Es arbeitet mit Sparrow, Nunchuk und Specter zusammen. Bedenke dabei, dass du neben den Geräten auch die Beschreibung der Wallet sichern musst, ohne die sich die Konstruktion später nicht wiederherstellen lässt.

Ist die Firmware quelloffen?

Ja. Der Quelltext ist einsehbar, und die Erzeugung der ausgelieferten Firmware ist nachvollziehbar überprüfbar. Du musst dem Hersteller also nicht glauben, dass das ausgelieferte Programm dem veröffentlichten Code entspricht, sondern kannst es prüfen lassen.

Woran erkenne ich, dass das Gerät unberührt ist?

Coldcards werden versiegelt ausgeliefert, und die Versiegelung ist vor der ersten Inbetriebnahme sorgfältig zu prüfen. Kaufe grundsätzlich nur beim Hersteller oder einem autorisierten Händler und niemals gebraucht. Erzeuge die Wortliste immer selbst auf dem Gerät und übernimm niemals eine mitgelieferte.

Kann ich NFC oder USB abschalten?

Ja, alle Übertragungswege lassen sich einzeln abschalten. Das ist selbst ein Sicherheitsmerkmal: Was ausgeschaltet ist, kann nicht angegriffen werden. Wer ausschließlich über QR-Codes arbeiten will, deaktiviert die übrigen Wege.

Muss ich das Backup wirklich testen?

Unbedingt, und zwar bevor größere Beträge darauf liegen. Setze das Gerät zurück und stelle es allein aus deiner Sicherung wieder her. Erst wenn das funktioniert hat, weißt du, dass deine Sicherung wirklich eine ist. Dieser Schritt wird am häufigsten übersprungen und am bittersten bereut.

Was kostet die Coldcard Q?

Der Preis liegt über dem der Einsteigergeräte und schwankt je nach Händler und Wechselkurs. Aktuelle Preise stehen auf der Produktseite. Für kleine Beträge steht der Aufwand nicht im Verhältnis, für ernsthafte Bestände relativiert sich der Betrag schnell.

Ist die Coldcard besser als Trezor oder Ledger?

Nicht besser, sondern anders ausgerichtet. Sie kann weniger, ist sperriger und unterstützt nur Bitcoin. Dafür hat sie zwei Sicherheitschips statt eines und Funktionen wie Trick-PINs, die es dort nicht gibt. Für jemanden, der ausschließlich Bitcoin hält und Kontrolle über Bequemlichkeit stellt, ist sie die konsequentere Wahl.

Wichtiger Hinweis:Dieser Beitrag enthält Werbelinks. Kaufst du darüber, erhalten wir eine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Hardware-Wallets solltest du ausschließlich beim Hersteller oder einem autorisierten Händler kaufen, niemals gebraucht und niemals über anonyme Marktplätze. Prüfe die Sicherheitsversiegelung vor der Inbetriebnahme und erzeuge die Wortliste immer selbst auf dem Gerät.

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