Futures Broker Vergleich: welcher Anbieter Zugang zu den Terminbörsen bietet
Ein Futures Broker Vergleich ist schnell erzählt, weil nur wenige deutsche Anbieter überhaupt Zugang zu den Terminbörsen haben. Entscheidend sind die erreichbaren Börsen, die Kosten je Kontrakt, das Margin-Modell und die Datengebühren. Hier stehen die Anbieter mit ihren Schwerpunkten – und was du vorher über Kontraktgrößen, Nachschuss und Rollen wissen solltest.
Der wichtigste Unterschied zum CFD-Konto: Beim Futures-Handel gibt es keinen Negativsaldoschutz. Futures werden täglich abgerechnet, und reicht die Sicherheitsleistung nicht mehr, drohen Nachschussforderung oder Zwangsliquidation – je nach Anbieter auch sehr schnell und automatisch. Verluste können über das eingezahlte Guthaben hinausgehen. Wer das nicht will, ist bei gehebelten Produkten mit Verlustbegrenzung besser aufgehoben.
Die Futures Broker im Vergleich
Der Kreis ist eng. Die meisten deutschen Anbieter führen Zertifikate, Optionsscheine oder CFDs, aber keinen Zugang zu den Terminbörsen. Wer echte Futures handeln will, braucht einen Broker mit Anbindung an die Terminmärkte.
Anzeige| Anbieter | Futures-Angebot | Für wen | |
|---|---|---|---|
| CapTrader | Zugang zu Interactive Brokers mit Futures und Optionen an zahlreichen Terminbörsen weltweit, Handel über die Trader Workstation mit Orderbuchansicht und Kombinationsorders. Unser Test | Wer an Terminbörsen handelt, Indizes oder Rohstoffe über Kontrakte abbildet oder absichert | Zu CapTrader |
Der Button führt zum Anbieter. Kommt darüber ein Abschluss zustande, erhält alarm.de eine Vergütung – für dich ohne Mehrkosten. Welche Börsen, Kontrakte und Margin-Sätze aktuell gelten, prüfst du beim Anbieter selbst; das ändert sich regelmäßig.
Weiter unten stehen die Anbieter für alle, die den Terminmarkt gar nicht brauchen – etwa weil sie dieselben Basiswerte lieber über CFDs oder über verbriefte Produkte abbilden.
Was ein Future ist
Ein Future ist ein standardisierter Terminkontrakt: eine verbindliche Vereinbarung, einen bestimmten Basiswert zu einem festgelegten Termin und Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Anders als bei einer Option gibt es hier kein Wahlrecht – beide Seiten sind gebunden. Wo der Unterschied im Alltag liegt und welche Anbieter Optionen führen, steht im Optionen Broker Vergleich.
Gehandelt wird an einer Terminbörse mit zentraler Gegenpartei. Das unterscheidet Futures von CFDs, bei denen der Anbieter selbst oder sein Liquiditätspartner die Gegenseite stellt. Der Preis entsteht im Orderbuch, für alle sichtbar.
Der Hebel entsteht nicht durch ein Produktmerkmal, sondern dadurch, dass du nur eine Sicherheitsleistung hinterlegst statt des vollen Kontraktwerts. Genau daraus folgt das Risiko: Ein Kontrakt kann einen Gegenwert bewegen, der ein Vielfaches deines Kontos beträgt.
Kontraktspezifikationen verstehen
Bevor du einen Future handelst, musst du seine Spezifikation kennen. Sie steht auf der Seite der jeweiligen Börse und beim Broker.
| Angabe | Was sie bedeutet | Warum sie zählt |
|---|---|---|
| Kontraktgröße | Welche Menge des Basiswerts ein Kontrakt abbildet | Bestimmt den Gegenwert, den du tatsächlich bewegst |
| Tick | Die kleinste zulässige Preisveränderung | Legt fest, in welchen Schritten sich der Kurs bewegt |
| Tickwert | Was ein Tick in Geld bedeutet | Die entscheidende Größe für deine Positionsgröße |
| Verfallmonate | Wann der Kontrakt ausläuft | Bestimmt, wann du rollen oder schließen musst |
| Erfüllung | Barausgleich oder physische Lieferung | Entscheidet, was am Ende passiert, wenn du nicht schließt |
| Handelszeiten | Wann der Kontrakt handelbar ist | Viele Futures laufen fast rund um die Uhr |
Der Punkt, an dem Einsteiger stolpern: Kontraktgröße und Tickwert entscheiden über dein Risiko, nicht der Kurs. Zwei Kontrakte mit ähnlichem Chartbild können völlig unterschiedliche Beträge bewegen.
Die sechs Auswahlkriterien
- Börsenzugang. Welche Terminbörsen sind erreichbar? Für europäische Indizes ist das eine andere Frage als für US-Rohstoffe.
- Kosten je Kontrakt. Beim Futures-Handel wird pro Kontrakt abgerechnet, dazu kommen Börsen- und Clearinggebühren.
- Margin-Modell. Wie wird die Sicherheitsleistung berechnet, gibt es reduzierte Sätze für untertägige Positionen, und wie läuft eine Nachforderung ab?
- Marktdaten. Welche Börsendaten sind enthalten, welche kosten extra? Bei Futures ist das ein realer Kostenblock.
- Plattform. Orderbuchansicht, schnelle Ordermaske, Kombinationsorders und eine Übersicht über Margin-Auslastung.
- Kontraktauswahl. Gibt es neben den Standardkontrakten auch kleinere Varianten, mit denen sich das Risiko dosieren lässt?
Zuerst den Börsenzugang prüfen
Ein Anbieter, der die Terminbörse deines Kontrakts nicht führt, scheidet aus – unabhängig vom Preis. Prüfe zuerst Börsen und Kontraktauswahl, danach die Kosten.
Welche Terminbörsen wichtig sind
Für europäische Basiswerte ist die Eurex die zentrale Adresse: Dort laufen unter anderem Index- und Zinsfutures auf europäische Märkte. Für Rohstoffe, US-Indizes und Währungen führt der Weg an die amerikanischen Terminbörsen, allen voran die Handelsplätze der CME Group.
Der Zugang entscheidet über zwei Dinge. Erstens über die Auswahl: Nicht jeder Basiswert ist überall handelbar, und die Kontraktvarianten unterscheiden sich. Zweitens über die Liquidität – bei stark gehandelten Kontrakten sind die Spannen eng, bei Nebenkontrakten kann der Ein- und Ausstieg spürbar kosten.
Praktischer Hinweis: Prüfe nicht nur, ob eine Börse angeboten wird, sondern auch, ob die Marktdaten für diese Börse im Konto enthalten sind oder gesondert berechnet werden.
Was Futures-Handel kostet
- Kommission je Kontrakt. Der Hauptposten, abgerechnet pro Kontrakt und Seite.
- Börsen- und Clearinggebühren. Werden je nach Anbieter durchgereicht oder sind in der Kommission enthalten.
- Marktdaten. Je Börse und Datenpaket können monatliche Gebühren anfallen; teils werden sie bei ausreichendem Handelsvolumen erlassen.
- Rollkosten. Beim Wechsel in den nächsten Kontraktmonat fallen erneut Kommission und Spread an.
- Der Spread. Keine Gebühr, aber realer Kostenfaktor – bei Nebenkontrakten größer als die Kommission.
- Gebundene Margin. Kostet nichts, bindet aber Kapital, das anderweitig nicht verfügbar ist.
Die Rechnung, die zählt: Nimm deine tatsächliche Zahl an Kontrakten pro Monat, multipliziere mit zwei für Ein- und Ausstieg, addiere Rollvorgänge und Datengebühren. Bei kleinen Kontraktzahlen können die monatlichen Daten teurer sein als der Handel selbst.
Margin und tägliche Abrechnung
Futures funktionieren anders als ein Wertpapierkauf. Du zahlst nicht den Kontraktwert, sondern hinterlegst eine Sicherheitsleistung. Diese wird von der Börse vorgegeben und vom Broker teils höher angesetzt.
Zwei Begriffe gehören dazu. Die Ersteinschuss-Margin brauchst du, um eine Position zu eröffnen. Die Mindest-Margin muss während der Laufzeit erhalten bleiben. Fällt dein Konto darunter, drohen Nachschussforderung oder Zwangsliquidation. Manche Systeme schließen Positionen automatisch und ohne vorherige Aufforderung – auf eine Vorwarnung solltest du dich nicht verlassen.
Dazu kommt die tägliche Abrechnung: Gewinne und Verluste werden arbeitstäglich deinem Konto gutgeschrieben oder belastet, nicht erst beim Schließen der Position. Ein Verlust ist damit sofort liquiditätswirksam.
Rollen, Verfall und Lieferung
Jeder Future hat ein Ende. Wer die Position darüber hinaus halten will, muss rollen: die auslaufende Position schließen und im nächsten Kontraktmonat neu eröffnen. Das kostet Kommission und Spread und wird bei längeren Haltedauern zum eigenen Kostenblock.
Wer nicht rollt und nicht schließt, landet in der Erfüllung. Indexfutures werden typischerweise bar abgerechnet. Bei Zinsfutures gibt es je nach Kontrakt Barausgleich oder physische Lieferung; bei manchen Rohstoffkontrakten ist die Lieferung ebenfalls vorgesehen. Bei CapTrader sind physische Warenlieferungen für private Trader ausgeschlossen; entsprechende Rohstoff-Futures werden vorher geschlossen. Bei Währungs-Futures kann dagegen die zugrunde liegende Währung geliefert werden. Die jeweilige Frist für eine Schließung musst du trotzdem kennen.
Praktisch heißt das: Kenne den letzten Handelstag deines Kontrakts, bevor du die Position eröffnest. Und rechne den Rollvorgang von Anfang an in deine Kosten ein, wenn du länger halten willst.
Micro- und Mini-Kontrakte
Standardkontrakte auf große Indizes bewegen Gegenwerte, die für kleine Konten unpassend sind. Deshalb gibt es an vielen Börsen kleinere Varianten desselben Basiswerts – Mini- und Micro-Kontrakte mit reduzierter Kontraktgröße und entsprechend kleinerem Tickwert.
Für Einsteiger sind sie das entscheidende Werkzeug: Sie erlauben eine Positionsgröße, die zum Konto passt, statt das Konto an den Kontrakt anzupassen. Die Margin ist entsprechend niedriger, die Kommission je Kontrakt aber nicht proportional kleiner – bei sehr kleinen Positionen fällt sie anteilig stärker ins Gewicht.
Prüfe vor der Anbieterwahl, ob die kleineren Varianten deiner Wunschkontrakte verfügbar sind. Ein Anbieter mit vielen Börsen, aber ohne Micro-Kontrakte nützt einem kleinen Konto wenig.
Handelszeiten
Viele Futures sind deutlich länger handelbar als der zugrunde liegende Kassamarkt – bei manchen Kontrakten fast rund um die Uhr an Werktagen, unterbrochen von kurzen Wartungspausen. Genau das macht sie für Absicherungen interessant: Wenn die Aktienbörse geschlossen ist, lässt sich über den Index-Future noch reagieren.
Zwei praktische Punkte. In den Randzeiten ist die Liquidität geringer und die Spanne breiter – eine Market-Order kostet dort mehr. Und die Hauptbewegung folgt meist der Handelszeit des Heimatmarkts: Ein US-Indexfuture ist am deutschen Nachmittag und Abend am aktivsten.
Die genauen Zeiten stehen in der Kontraktspezifikation der Börse. Sie unterscheiden sich je Produkt, auch innerhalb derselben Börse.
Welche Futures-Märkte es gibt
Der Terminmarkt eröffnet den Handel mit Kontrakten auf zahlreiche Anlageklassen, von denen sich manche im normalen Depot nur eingeschränkt oder über andere Produkte abbilden lassen. Fünf Gruppen sind für Privatanleger relevant.
| Gruppe | Was dahintersteht | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Aktienindizes | Kontrakte auf europäische und US-Indizes, die liquideste Gruppe für Einsteiger | Kontraktgröße, kleinere Varianten, Barausgleich |
| Zinsen und Anleihen | Kontrakte auf Staatsanleihen und Geldmarktsätze | Erfüllung je Kontrakt unterschiedlich, teils physische Lieferung |
| Energie | Rohöl, Erdgas und verwandte Kontrakte | Hohe Schwankung, Lieferverpflichtung bei manchen Kontrakten |
| Metalle | Gold, Silber, Industriemetalle | Kontraktgrößen bewegen große Gegenwerte |
| Agrar und Devisen | Getreide, Vieh, Währungskontrakte | Saisonalität, teils dünne Liquidität in Nebenkontrakten |
Für den Einstieg gilt dieselbe Regel wie überall: Liquide Kontrakte auf große Indizes sind der einfachere Weg. Nebenkontrakte sehen im Chart oft interessant aus, kosten aber im Ein- und Ausstieg spürbar mehr – und bei Lieferkontrakten kommt der Termin als zusätzliche Falle dazu.
Long, Short und Absicherung
Ein Future lässt sich in beide Richtungen handeln, ohne dass du dafür etwas leihen musst. Eine Short-Position ist technisch nichts Besonderes, sondern die andere Seite desselben Kontrakts – das unterscheidet Futures vom Leerverkauf einer Aktie.
Daraus folgt der Einsatz, für den Futures ursprünglich gedacht sind: Absicherung. Wer ein Aktiendepot hält und einen Rückgang befürchtet, kann über einen Short im passenden Indexfuture einen Teil des Risikos neutralisieren, ohne das Depot aufzulösen. Das spart Transaktionskosten und mögliche Steuerfolgen eines Verkaufs.
Drei Punkte gehören dazu. Erstens muss die Kontraktgröße halbwegs zum Depotwert passen, sonst sicherst du zu viel oder zu wenig ab. Zweitens deckt ein Indexfuture nur ab, was der Index abbildet – ein Depot mit Einzelwerten läuft nie exakt parallel. Drittens bindet auch die Absicherung Margin und wird täglich abgerechnet: Läuft der Markt nach oben, entstehen dort Verluste, während das Depot gewinnt.
Positionsgröße mit dem Tickwert berechnen
Die Rechnung, die beim Futures-Handel über das Konto entscheidet – und die mit der Wahl des Brokers nichts zu tun hat. Sie läuft rückwärts, in vier Schritten.
- Risiko festlegen. Welchen Anteil deines Kontos darf dieser Trade kosten, wenn der Stop greift? Diese Zahl bestimmst du vorher.
- Stop-Abstand ablesen. Wo liegt die Marke, ab der deine Idee widerlegt ist? Das ergibt sich aus dem Chart.
- In Ticks umrechnen. Wie viele Ticks liegen zwischen Einstieg und Stop? Dafür brauchst du die Tickgröße des Kontrakts.
- Mit dem Tickwert multiplizieren. Ticks mal Tickwert ergibt den Verlust je Kontrakt. Erst daraus siehst du, wie viele Kontrakte überhaupt tragbar sind – oft ist die ehrliche Antwort: einer, und der als Micro-Variante.
Wer diesen Schritt überspringt, hat keine Positionsgröße, sondern eine Hoffnung. Und weil beim Future die Margin deutlich unter dem Kontraktwert liegt, merkt man das erst, wenn es zu spät ist: Die Margin sagt nichts darüber, wie viel Geld die Position tatsächlich bewegt.
Orderarten und Ausführung
Am Terminmarkt siehst du in der Regel das Orderbuch mit Geld- und Briefseite. Das macht die Ausführung transparenter als außerbörslich – und die Wahl der Orderart wichtiger.
- Market. Sofortige Ausführung ohne Preisgarantie. In liquiden Kontrakten während der Haupthandelszeit unproblematisch, in Randzeiten teuer.
- Limit. Legt die Preisgrenze fest, kann dafür unausgeführt bleiben. Der Normalfall in dünnen Phasen.
- Stop. Löst beim Erreichen der Marke eine Order zur Schließung aus. Der Ausführungskurs ist dabei nicht garantiert – bei Kurslücken kann deutlich ungünstiger ausgeführt werden.
- Stop-Limit. Wie ein Stop, aber mit zusätzlicher Preisgrenze. Schützt vor extremen Ausführungen, kann dafür ganz ausbleiben.
- Bracket-Order. Einstieg, Ziel und Stop werden miteinander verknüpft. Bei Futures besonders nützlich, weil Positionen schnell laufen.
Slippage ist die Differenz zwischen gesehenem und ausgeführtem Kurs. Sie entsteht in schnellen Märkten, bei dünner Liquidität und rund um Termine wie Zinsentscheidungen. Weil ein Tick bei Standardkontrakten einen spürbaren Betrag bedeutet, wiegt sie hier schwerer als bei kleinteiligen Produkten.
Konto eröffnen und Kapitalbedarf
Der Ablauf entspricht einer normalen Depoteröffnung, mit zwei Besonderheiten: Für den Terminhandel braucht es eine gesonderte Freigabe, und die Angaben zu Kenntnissen und Erfahrungen sind dabei keine Formalie.
Beim Kapitalbedarf ist die Margin nicht die richtige Bezugsgröße. Sie sagt nur, was zum Eröffnen nötig ist – nicht, was die Position aushält. Sinnvoller ist die umgekehrte Frage: Wie groß muss das Konto sein, damit ein normaler Rücksetzer im Kontrakt nicht die Mindest-Margin unterschreitet? Wer knapp kalkuliert, wird bei der ersten üblichen Gegenbewegung geschlossen.
Drei Punkte, die vor der Eröffnung geklärt sein sollten: Welche Datenpakete brauchst du und was kosten sie? Gibt es reduzierte Margin-Sätze für untertägige Positionen und was passiert, wenn du über Nacht hältst? Und wie wird mit Fremdwährung umgegangen? Bei US-Kontrakten entstehen Gewinne, Verluste und Gebühren in US-Dollar. Prüfe deshalb, wie dein Broker Fremdwährungssalden behandelt und welche Kosten bei einer tatsächlichen Umrechnung anfallen.
Futures gegen CFDs
| Merkmal | Future | CFD |
|---|---|---|
| Handelsplatz | Terminbörse mit Orderbuch | Außerbörslich beim Anbieter |
| Gegenpartei | Zentrale Gegenpartei der Börse | Der Broker oder sein Liquiditätspartner |
| Laufzeit | Begrenzt, muss gerollt werden | Je nach CFD-Typ laufend, mit brokerseitiger Frist oder Rollover des zugrunde liegenden Referenzkontrakts |
| Positionsgröße | An die Kontraktgröße gebunden | Frei wählbar, oft in kleinen Schritten |
| Hebelgrenze | Über Börsen- und Clearing-Margin, dazu gegebenenfalls höhere Anforderungen des Brokers | Für Privatkunden regulatorisch gedeckelt |
| Verlustbegrenzung | Kein Negativsaldoschutz, Nachschuss möglich | Negativsaldoschutz für Privatkunden |
Grob gesagt: Futures bieten Transparenz im Orderbuch und eine zentrale Gegenpartei. Separat täglich berechnete Finanzierungskosten wie beim CFD gibt es in der Regel nicht – Finanzierung und Carry sind allerdings im Futurespreis berücksichtigt. Dafür sind die Kontraktgrößen fest, es muss gerollt werden, und es fehlt die Verlustbegrenzung. Wer die Basiswerte lieber in kleinen Schritten und mit Negativsaldoschutz handelt, findet die Anbieter im CFD Broker Vergleich.
Freischaltung und Steuern
Futures gelten als komplexe Finanzinstrumente. Bei komplexen Produkten muss der Broker im beratungsfreien Geschäft deine Kenntnisse und Erfahrungen abfragen und die Angemessenheit prüfen. Hält er ein Produkt für nicht angemessen, muss er dich warnen; zusätzlich kann er den Zugang nach eigenen Regeln beschränken. Für Terminhandel verlangen Anbieter in der Regel eine gesonderte Freigabe. Auch für den börsengehandelten Optionshandel ist in der Regel eine gesonderte Freigabe erforderlich.
Steuerlich sind Futures Termingeschäfte. Maßgeblich ist, ob eine inländische auszahlende Stelle den deutschen Kapitalertragsteuerabzug vornimmt – wird das Konto rechtlich im Ausland geführt, gehören die Erträge in die Anlage KAP deiner Steuererklärung. Für Termingeschäfte gab es bis 2024 besondere Verlustverrechnungsgrenzen; diese Sonderregel wurde aufgehoben, aktuell gelten insoweit grundsätzlich die allgemeinen Regeln für Verluste aus Kapitalvermögen. Bei nennenswerten Volumina gehört das in steuerliche Beratung.
Typische Fehler beim Einstieg
- Tickwert nicht kennen. Ohne ihn ist jede Positionsgröße geraten – der Kurs sagt nichts über den bewegten Gegenwert.
- Standardkontrakt statt Micro handeln. Ein zu großer Kontrakt zwingt zu engen Stops, die im normalen Rauschen ausgelöst werden.
- Den Verfall übersehen. Wer nicht rechtzeitig rollt oder schließt, landet in der Erfüllung oder wird zwangsweise geschlossen.
- Margin-Nachforderung unterschätzen. Anders als beim CFD-Konto ist der Verlust nicht auf das Guthaben begrenzt.
- Datengebühren vergessen. Bei wenigen Kontrakten im Monat sind sie schnell der größere Posten.
- In Randzeiten mit Market-Orders arbeiten. Dünne Liquidität und breite Spannen kosten dort real.
Wer noch nicht weiß, ob der Terminmarkt überhaupt der richtige Weg ist, sollte eine Ebene höher anfangen. Unsere Übersicht stellt die Kontoarten mit ihren Stärken und Kosten nebeneinander – Depot, CFD-Konto, Optionen und Futures. Sie beantwortet die Frage, die vor der Anbieterwahl kommt: welches Werkzeug zu deinem Vorhaben passt. Und wenn du untertägig handeln willst, findest du die Kriterien für Frequenz, Ausführung und Datenkosten im Daytrading Broker Vergleich.
Alternativen: dieselben Märkte ohne Terminkontrakt
Du willst Indizes, Rohstoffe oder Währungen handeln, aber keinen Terminmarktzugang, keine Kontraktgrößen und kein Nachschussrisiko? Dann bilden CFDs oder verbriefte Produkte dieselben Basiswerte ab – mit anderer Kosten- und Risikostruktur. Diese Anbieter passen dafür.
Anzeige| Anbieter | Wofür er passt | Warum kein Futures-Ersatz | |
|---|---|---|---|
| XTB | CFDs auf Indizes, Rohstoffe und Devisen plus echte Aktien und ETFs im selben Konto, eigene Plattform xStation. Unser Test | Kein Terminbörsenzugang. Gehandelt wird außerbörslich gegen den Anbieter, mit regulatorisch gedeckeltem Hebel | Zu XTB |
| NAGA | CFD-Handel mit MetaTrader 5 sowie Social- und Copy-Funktionen. Ehrlich eingeordnet | Kein eigener Future-Kontrakt. Futuresbasierte CFDs werden vom Anbieter zu festgelegten Terminen gerollt; dabei können Rollover-Anpassungen anfallen | Zu NAGA |
| Traders Place | Rund 40 Handelsplätze, Aktien sowie börsliche und außerbörsliche Derivate, optional ein Wertpapierkredit. Unser Test | Kein Terminmarktzugang. Hebel nur über verbriefte Produkte mit Emittentenrisiko | Zu Traders Place |
| Smartbroker+ | Rund 30 Handelsplätze für Aktien, Derivate und Zertifikate. Der Anbieter wirbt mit dem Kostensieger-Ergebnis von Finanztest 12/2025 in den getesteten Depotgrößen. Unser Test | Kein Terminmarktzugang, kein CFD-Handel. Ausgelegt auf größere Einzelorders | Zu Smartbroker+ |
| Trade Republic | Broker, Bank und Karte aus einer Hand, App und Webzugang, Derivate über wenige Partner. Unser Test | Kein Terminmarktzugang und kein Werkzeug für hohe Frequenz. Eher für Gelegenheitshandel | Zu Trade Republic |
Auch hier gilt: Die Buttons führen zu den Anbietern, bei einem Abschluss erhält alarm.de eine Vergütung.
Häufige Fragen zum Futures Broker Vergleich
Was ist ein Future?
Ein standardisierter Terminkontrakt: die verbindliche Vereinbarung, einen Basiswert zu einem festgelegten Termin und Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Anders als bei einer Option sind beide Seiten gebunden; gehandelt wird an einer Terminbörse mit zentraler Gegenpartei.
Welcher Broker eignet sich für Futures?
Einer mit Zugang zu den Terminbörsen deiner Kontrakte, nachvollziehbaren Kosten je Kontrakt, einem transparenten Margin-Modell, bezahlbaren Marktdaten und einer Plattform mit Orderbuchansicht. Die meisten deutschen Anbieter führen keinen Terminhandel.
Was kostet der Futures-Handel?
Kommission je Kontrakt und Seite, dazu Börsen- und Clearinggebühren, Marktdaten je Börse sowie Rollkosten beim Wechsel in den nächsten Kontraktmonat. Bei wenigen Kontrakten im Monat können die Datengebühren der größere Posten sein.
Gibt es beim Futures-Handel einen Negativsaldoschutz?
Nein. Der Negativsaldoschutz ist eine Schutzmaßnahme für CFD-Konten von Privatkunden. Beim Futures-Handel über ein Depot mit Terminhandelsfreigabe greift er nicht; Verluste können über das eingezahlte Guthaben hinausgehen und Nachforderungen sind möglich.
Was ist Margin bei Futures?
Die Sicherheitsleistung statt des vollen Kontraktwerts. Die Ersteinschuss-Margin brauchst du zum Eröffnen, die Mindest-Margin muss während der Laufzeit erhalten bleiben. Fällt das Konto darunter, drohen Nachschussforderung oder Zwangsliquidation – teils automatisch und ohne vorherige Aufforderung.
Was bedeutet tägliche Abrechnung?
Gewinne und Verluste werden arbeitstäglich gutgeschrieben oder belastet, nicht erst beim Schließen der Position. Ein Verlust ist damit sofort liquiditätswirksam und kann die Margin-Deckung senken.
Was heißt Rollen und was kostet es?
Die auslaufende Position schließen und im nächsten Kontraktmonat neu eröffnen. Dabei fallen erneut Kommission und Spread an – bei längeren Haltedauern wird das zu einem eigenen Kostenblock.
Was passiert, wenn ich den Verfall verpasse?
Je nach Kontrakt folgt Barausgleich oder physische Lieferung: Indexfutures werden typischerweise bar abgerechnet, bei Zins- und Rohstoffkontrakten kommt beides vor. Bei CapTrader sind physische Warenlieferungen für private Trader ausgeschlossen, entsprechende Rohstoff-Futures werden vorher geschlossen; bei Währungs-Futures kann dagegen die zugrunde liegende Währung geliefert werden. Die geltenden Fristen solltest du kennen, bevor du eröffnest.
Was sind Micro- und Mini-Futures?
Kleinere Varianten desselben Basiswerts mit reduzierter Kontraktgröße und entsprechend kleinerem Tickwert. Sie erlauben eine Positionsgröße, die zum Konto passt. Die Kommission je Kontrakt sinkt allerdings nicht proportional mit.
Wie berechne ich die Positionsgröße bei Futures?
Rückwärts: Risiko festlegen, Stop-Abstand aus dem Chart ablesen, in Ticks umrechnen und mit dem Tickwert multiplizieren. Erst daraus ergibt sich, wie viele Kontrakte tragbar sind – der Kurs allein sagt nichts über den bewegten Gegenwert.
Wann sind Futures handelbar?
Viele Kontrakte laufen an Werktagen fast rund um die Uhr, unterbrochen von kurzen Pausen. Die genauen Zeiten stehen in der Kontraktspezifikation und unterscheiden sich je Produkt. In Randzeiten sind Liquidität geringer und Spannen breiter.
Futures oder CFDs – was ist besser?
Das hängt vom Vorhaben ab. Futures bieten Orderbuchtransparenz und eine zentrale Gegenpartei; separat berechnete tägliche Finanzierungskosten gibt es in der Regel nicht, Finanzierung und Carry stecken aber im Futurespreis. Dafür gelten feste Kontraktgrößen, Rollvorgänge und kein Negativsaldoschutz. CFDs erlauben kleinere Positionen und bieten Privatkunden Verlustbegrenzung.
Muss ich für Futures freigeschaltet werden?
Futures gelten als komplexe Instrumente. Der Broker fragt Kenntnisse und Erfahrungen ab und prüft die Angemessenheit; fällt sie negativ aus, muss er warnen und kann den Zugang nach eigenen Regeln beschränken. Für Terminhandel ist in der Regel eine gesonderte Freigabe nötig.
Welche Futures kann ich handeln?
Üblich sind Kontrakte auf Aktienindizes, Zinsen und Anleihen, Energie, Metalle sowie Agrarprodukte und Währungen. Für Einsteiger sind liquide Indexkontrakte der einfachere Weg; Nebenkontrakte kosten im Ein- und Ausstieg mehr.
Kann ich mit Futures auf fallende Kurse setzen?
Ja. Eine Short-Position ist die andere Seite desselben Kontrakts, du musst dafür nichts leihen. Genau deshalb eignen sich Futures auch zur Absicherung eines bestehenden Depots.
Wie sichere ich ein Depot mit Futures ab?
Über eine Short-Position im passenden Indexfuture. Beachte, dass die Kontraktgröße zum Depotwert passen muss, ein Index nie exakt deinem Depot entspricht und die Absicherung selbst Margin bindet und täglich abgerechnet wird.
Was ist Slippage bei Futures?
Die Differenz zwischen gesehenem und ausgeführtem Kurs. Sie entsteht in schnellen Märkten, in Randzeiten und rund um Termine. Weil ein Tick bei Standardkontrakten einen spürbaren Betrag bedeutet, wiegt sie schwerer als bei kleinteiligen Produkten.
Wie viel Kapital brauche ich für Futures?
Die Margin ist nicht die richtige Bezugsgröße – sie sagt nur, was zum Eröffnen nötig ist. Entscheidend ist, ob das Konto einen normalen Rücksetzer aushält, ohne die Mindest-Margin zu unterschreiten. Micro-Kontrakte helfen dabei deutlich.
Risikohinweis: Der Handel mit Futures ist mit erheblichen Risiken verbunden. Es besteht kein Negativsaldoschutz: Verluste können das eingezahlte Guthaben übersteigen, und Nachschussforderungen sind möglich. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Einzelne Links sind Werbelinks – klickst du darauf und schließt ab, erhalten wir eine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.