Gefälschte USB-Sticks erkennen: so prüfst du die echte Kapazität, bevor Daten verschwinden
Bild: KI-generiert
Geschrieben von Michael Radtke · Zuletzt aktualisiert: 3. August 2026

Gefälschte USB-Sticks erkennen: so prüfst du die echte Kapazität, bevor Daten verschwinden

Ein Terabyte im Stickformat für ein paar Euro – solche Angebote gibt es auf jedem Marktplatz. Der Rechner zeigt nach dem Anstecken brav die volle Größe an, die ersten Dateien lassen sich kopieren, alles wirkt in Ordnung. Der Ärger kommt später: Irgendwann sind Fotos leer, Dokumente beschädigt, ganze Ordner verschwunden. Der Grund ist eine manipulierte Firmware, die dem Betriebssystem eine Kapazität vorgaukelt, die der Speicher nie hatte. Diese Seite zeigt, wie der Betrug funktioniert, woran du ihn vor dem Kauf erkennst, mit welchen kostenlosen Programmen du die echte Kapazität eines USB-Sticks prüfst – und was zu tun ist, wenn der Test eine Fälschung entlarvt.

Das Wichtigste vorweg

Die Größe, die dein Rechner anzeigt, kommt vom Stick selbst – ein manipulierter Stick meldet einfach eine falsche Zahl. Verlässlich ist nur ein Schreib- und Lesetest über die volle Kapazität. Dafür gibt es kostenlose Programme; je nach Kapazität und Tempo dauert der Test Minuten bis mehrere Tage und gehört vor die erste ernsthafte Nutzung. Und der wirksamste Schutz liegt davor: neue Markenware bei einem Händler kaufen, dem du seine Lieferkette zutraust.

H2testw Windows, kostenlos, ohne Installation

Schreibt Prüfdateien über den freien Speicher und liest sie zurück. Am Ende steht, wie viele Daten fehlerfrei zurückkamen – und damit, ob die Kapazität echt ist.

F3 Linux und macOS, kostenlos

Zwei Befehle, ein Ergebnis: f3write füllt den Stick, f3read prüft nach. Zum Paket gehören außerdem eine schnelle Sonde und ein Werkzeug, das die tatsächlich vorhandene Kapazität als Partition festschreibt – diese beiden Zusatzprogramme laufen allerdings nur unter Linux.

ValiDrive Windows, kostenlos

Prüft nach Angaben des Herausgebers 576 gleichmäßig über den Datenträger verteilte Stellen, ohne vorhandene Daten zu zerstören. Damit fallen typische Kapazitätsfälschungen schnell auf – ein vollständiger Schreib- und Lesetest ist es nicht.

Wie der Betrug technisch funktioniert

Jeder USB-Stick meldet dem Betriebssystem selbst, wie groß er ist. Der Rechner glaubt diese Angabe – er hat keine Möglichkeit, sie zu überprüfen, außer sie auszuprobieren. Genau dort setzt die Manipulation an: Ein Speicherbaustein mit wenigen Gigabyte bekommt eine Firmware, die eine viel größere Kapazität meldet. Nach außen sieht alles korrekt aus, im Dateimanager erscheint die versprochene Größe.

Interessant wird es erst jenseits der echten Grenze. Ein gewöhnlich defekter Datenträger kann an dieser Stelle einen Schreibfehler melden oder den fehlerhaften Speicherblock intern durch einen Reserveblock ersetzen – das erledigt der Controller des Datenträgers selbst, nicht das Betriebssystem. Viele gefälschte melden dagegen auch oberhalb der echten Kapazität einen erfolgreichen Schreibvorgang. Die Daten werden dann verworfen oder überschreiben frühere Bereiche – wodurch gleich zwei Dateien beschädigt sind statt einer. Je nach Controller kann es auch anders laufen: Manche Fälschungen erzeugen Schreibfehler, Verbindungsabbrüche oder Fehler im Dateisystem. Verlässlich ist keines der Verhalten, und genau das macht die Sache unangenehm.

Warum der Schaden so spät auffällt

Beschädigt werden Dateien, die man gerade nicht ansieht. Wer Urlaubsfotos, Sicherungen oder Archive auf einen solchen Stick legt, merkt jahrelang nichts – bis zu dem Tag, an dem er sie wirklich braucht. Nach Recherchen von c’t enthalten manche Fälschungen weniger als fünf Prozent der aufgedruckten Kapazität.

Woran du eine Fälschung vor dem Kauf erkennst

Es gibt Warnzeichen, aber keines davon ist ein Beweis – und die beiden Merkmale, auf die sich die meisten verlassen, sind gerade die wertlosesten.

Warnzeichen vor dem Kauf und was sie wert sind
Merkmal Was auffällt Aussagekraft
Sehr große Kapazität, sehr kleiner Preis Mehrere Terabyte im Stickformat zum Preis eines Kaffees Starkes Warnzeichen
Kein Herstellername Fantasiename, keine Modellbezeichnung, keine Garantieangabe Starkes Warnzeichen
Kapazität gibt es so nicht Größen, die bekannte Hersteller in dieser Bauform gar nicht anbieten Starkes Warnzeichen
Wechselnder Marktplatzhändler Neues Verkäuferkonto, kaum Historie, Versand aus Übersee Hinweis
Bewertungen Käufer berichten von Datenverlust oder nennen Testprogramme Hinweis
Verpackung und Aufdruck Sieht nach Markenware aus Kein Beweis
Angezeigte Größe im Betriebssystem Der Rechner meldet die volle Kapazität Kein Beweis

Die beiden letzten Zeilen sind der Kern des Problems: Genau das, was die meisten Menschen prüfen, sagt am wenigsten aus.

Das Muster dahinter ist einfach: Alles, was der Verkäufer beeinflussen kann, taugt nicht als Beleg. Verpackung, Aufdruck, Produktbild und Beschreibung lassen sich beliebig gestalten, und auch die vom Betriebssystem angezeigte Größe stammt letztlich aus dem manipulierten Stick selbst. Übrig bleibt der Preis als Anhaltspunkt – und der eigene Test als Beweis.

Der Test: drei kostenlose Programme, ein Prinzip

Die Programme verfolgen dasselbe Ziel, arbeiten aber unterschiedlich gründlich. H2testw sowie f3write und f3read beschreiben den gesamten verfügbaren Speicher mit Prüfdaten und lesen ihn anschließend zurück: Stimmen geschriebene und gelesene Daten überein, ist die Kapazität echt; weichen sie ab einer bestimmten Menge voneinander ab, liegt die tatsächliche Grenze dort. ValiDrive kontrolliert dagegen 576 über den Datenträger verteilte Stichproben. Der vollständige Test liefert deshalb den stärkeren Nachweis, ValiDrive eignet sich für die schnelle Vorprüfung.

Kostenlose Programme für den Kapazitätstest
Programm System Vorgehen Besonderheit
H2testw Windows Schreibt Prüfdateien in den freien Speicher des gewählten Laufwerks und liest sie zurück Der Klassiker, keine Installation nötig; zeigt am Ende, wie viel wirklich fehlerfrei beschrieben wurde
F3 f3write und f3read: Linux und macOS f3write schreibt, f3read prüft Die Zusatzprogramme f3probe für den schnellen Test und f3fix für die passende Partition werden nativ nur unter Linux unterstützt
ValiDrive Windows Prüft Stichproben an verteilten Stellen des Datenträgers Schneller Vorabtest mit 576 verteilten Prüfbereichen; kein vollständiger Belastungstest

Angaben der jeweiligen Anbieter und Projektseiten, Stand August 2026. Alle drei Programme sind kostenlos; wir verdienen daran nichts.

Ein Nebeneffekt, den man kennen sollte: Der Test schreibt den Stick voll. Vorher gelöschte Dateien werden dabei überschrieben – für einen neuen Stick ist das egal, bei einem gebrauchten sollte vorher alles gesichert sein, was noch gebraucht wird. Mit einer sicheren Löschung ist das aber nicht zu verwechseln: Überschrieben wird der logisch adressierbare freie Speicher, und wegen Verschleißverteilung, Reservebereichen und bereits ausgesonderten Zellen können Reste außerhalb des normalen Zugriffs liegen bleiben. Für die Weitergabe eines Datenträgers gelten deshalb eigene Verfahren – warum Löschen und Formatieren dafür nicht genügen, steht in unserem Beitrag zum sicheren Löschen von Datenträgern .

So gehst du vor

  1. Sichern und neu formatieren. Alles herunterkopieren, was noch gebraucht wird, und den Datenträger anschließend mit einer einzigen Partition über die gesamte gemeldete Größe formatieren. Nur dann steht der volle Bereich für den Test bereit.
  2. Direkt anstecken. Ohne Verlängerungskabel und ohne Hub, damit Fehler nicht von der Verbindung stammen. Möglichst an einen Anschluss nach USB 3.0 oder neuer.
  3. Das frisch formatierte Laufwerk auswählen und den gesamten freien Speicher testen. Geprüft wird damit der adressierbare freie Speicher des Dateisystems – nicht unmittelbar jeder physische Bereich, den der Controller verwaltet.
  4. Durchlaufen lassen. Je nach Kapazität und tatsächlicher Geschwindigkeit dauert das von einigen Minuten bis zu mehreren Tagen – angebliche Terabyte-Sticks mit niedriger Schreibrate beschäftigen den Rechner besonders lange. Den Rechner in dieser Zeit möglichst in Ruhe lassen.
  5. Ergebnis lesen. Entscheidend ist, wie viele Daten fehlerfrei zurückkamen und ob diese Menge zur Angabe auf der Verpackung passt.
  6. Bei Auffälligkeiten gegenprüfen. Anderer Anschluss, anderer Rechner. Erst wenn das Muster gleich bleibt, ist die Sache klar.
  7. Ergebnis dokumentieren. Ein Bildschirmfoto des Berichts ist der beste Beleg für eine Reklamation.
Wenn der Test Fehler zeigt, muss es keine Fälschung sein

Fehler können auch von einem tatsächlich defekten Speicher stammen, von einem wackligen Anschluss, einem schlechten Kabel oder sogar von defektem Arbeitsspeicher im Rechner. Ein starkes Indiz für eine Kapazitätsmanipulation ist ein bestimmtes Muster: Bis zu einer klaren Grenze ist alles fehlerfrei, ab dieser Grenze fallen große Bereiche aus. Ein Beweis für sich allein ist auch das nicht – defekte Speicherbereiche, Adapter, Anschlüsse oder der Arbeitsspeicher des Rechners können ebenfalls ungewöhnliche Muster erzeugen.

Fälschung bestätigt: die richtige Reihenfolge

Reklamiert wird mit Beleg, nicht mit Verdacht. Deshalb kommt die Dokumentation zuerst: Testbericht als Bildschirmfoto, dazu Bestellnummer, Artikelbezeichnung und die Angabe, die der Verkäufer gemacht hat. Danach folgen die Schritte in dieser Reihenfolge:

  • Verkäufer kontaktieren und die Rückabwicklung verlangen, unter Verweis auf die abweichende Kapazität.
  • Rückgabe über den Shop abwickeln, falls der Kauf noch in der Rückgabefrist des Anbieters liegt. Welche Fristen und Bedingungen gelten, steht beim Verkäufer.
  • Marktplatz oder Zahlungsdienst einschalten, wenn der Verkäufer nicht reagiert. Beide haben eigene Verfahren für Ware, die nicht der Beschreibung entspricht.
  • Bewertung schreiben, sachlich und mit dem Testergebnis. Das ist der Hinweis, an dem der nächste Käufer die Fälschung erkennt.

Was du nicht tun solltest: den Stick trotzdem behalten und für Unwichtiges nutzen, ohne die echte Kapazität festzuschreiben. Der Datenträger meldet weiterhin die falsche Größe, und irgendwann landet doch etwas darauf, das über die Grenze geht. Das F3-Paket bringt dafür ein Werkzeug mit, das eine Partition in der tatsächlich vorhandenen Größe anlegt – allerdings nur unter Linux; auf anderen Systemen geht das nur über Umwege. Damit ist der Stick immerhin beherrschbar. Für Sicherungen oder ein Systemlaufwerk bleibt er trotzdem ungeeignet: Eine Firmware, die bei der Kapazität lügt, ist keine Vertrauensbasis.

Warum das bei einem Systemstick besonders zählt

Bei Urlaubsfotos ist eine Fälschung ärgerlich. Bei einem Stick, der ein Betriebssystem trägt, ist sie ein anderes Kaliber. Wer ein System wie Tails vom USB-Stick startet, legt System, verschlüsselten Speicher und unter Umständen eine Wallet auf denselben Datenträger. Ein Stick, der jenseits einer unbekannten Grenze still Daten verwirft, ist dafür schlicht unbrauchbar – und der Fehler zeigt sich womöglich erst, wenn der persistente Speicher wächst.

Deshalb steht der Kapazitätstest in unserer Anleitung zum Umstieg auf Tails gleich am Anfang, noch vor der Installation. Welche Bauformen und Modelle für den Dauereinsatz taugen und warum Tempo dabei die falsche Kennzahl ist, behandelt der Ratgeber zum USB-Stick für Tails und verschlüsselte Backups .

Der zweite Punkt ist die Bezugsquelle, und der geht über gefälschte Kapazitäten hinaus. Ein Datenträger aus unklarer Herkunft kann nicht nur zu klein sein, er kann auch manipuliert sein – das Tails-Projekt warnt ausdrücklich davor, Sticks von unbekannten Quellen zu verwenden, und nennt für den Kauf bekannte Hersteller wie Kingston, Samsung und SanDisk. Ein Datenträger aus unklarer Herkunft kann also neben einer falschen Kapazität auch ein Sicherheitsrisiko sein; Tails verweist dabei auf manipulierte USB-Geräte und den unter dem Namen BadUSB bekannten Angriffsweg. Wie im Untergrund mit Daten und Schadsoftware gehandelt wird, ordnet unser Beitrag zu Deep Web und Dark Web ein.

Markenware statt Marktplatz-Überraschung – drei Sticks von Herstellern, die das Tails-Projekt für Speichermedien ausdrücklich nennt:

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Das Tails-Projekt nennt diese Hersteller als Beispiele für bekannte Marken. Die hier verlinkten Einzelmodelle werden davon weder getestet noch empfohlen.

Die Rechnung, die hinter jedem Billigangebot steckt

Speicher kostet Geld, und zwar unabhängig davon, wer ihn verkauft. Wenn ein Stick mit einer Kapazität wirbt, die bei bekannten Herstellern ein Vielfaches kostet, gibt es dafür nur zwei Erklärungen: Entweder verschenkt jemand Geld, oder der Speicher ist nicht drin. Die zweite Erklärung ist die wahrscheinlichere.

Dazu kommt ein Denkfehler, der die Sache begünstigt. Viele kaufen den großen Stick, weil sie viel darauf speichern wollen – und genau dieser Nutzung fällt die Fälschung als Erstes zum Opfer. Wer nur ein paar Dokumente ablegt, merkt jahrelang nichts. Wer den Stick füllt, wofür er ihn gekauft hat, verliert Daten. Die günstigere und ehrlichere Rechnung: lieber ein kleinerer Stick von einem Hersteller mit Garantiezusage als ein großer aus unklarer Quelle.

Nicht nur Sticks: Karten und externe Laufwerke

Dasselbe Muster gibt es bei Speicherkarten für Kamera und Handy und bei externen Laufwerken im Gehäuse. Die Masche ist identisch, die Folgen sind es auch – bei einer Kamerakarte sogar unmittelbarer: Wer eine ganze Veranstaltung fotografiert und dabei die echte Grenze überschreitet, kommt mit beschädigten Bilddateien nach Hause und merkt es erst am Rechner.

Bei externen Laufwerken kommt eine zweite Variante dazu: ein Gehäuse mit einem viel kleineren Datenträger darin, dazu eine Elektronik, die eine größere Kapazität meldet. Von außen ist das nicht zu sehen, und das Gewicht sagt wenig. Auch hier hilft nur der Schreib- und Lesetest, und die genannten Programme können ihn ebenso auf Karten und externen Laufwerken ausführen.

Der Vollständigkeit halber: Eine Abweichung nach unten ist nicht automatisch Betrug. Hersteller rechnen in dezimalen Einheiten, der Rechner meist in binären – deshalb zeigt ein Datenträger mit 64 GB im Betriebssystem etwas weniger an. Dazu kommt der Platz, den das Dateisystem selbst braucht. Das erklärt Abweichungen von einigen Prozent. Es erklärt nicht, wenn von einem Terabyte fünfzig Gigabyte übrig bleiben.

Was der Test außerdem verrät

Auch wenn die Kapazität stimmt, ist der Durchlauf nicht umsonst. Er liefert nebenbei drei Angaben, die man sonst nicht bekommt:

  • Eine realistische grobe Übertragungsrate. Der Volltest zeigt, wie schnell der Datenträger unter diesen Bedingungen fortlaufend schreibt und liest – beim Schreiben meist deutlich weniger als beim Lesen. Einen vollwertigen Vergleichstest für kleine Zugriffe, Zwischenspeicher-Verhalten und verschiedene Dateigrößen ersetzt das nicht.
  • Schwache Stellen. Treten vereinzelt Lesefehler auf, ohne dass es ein klares Kapazitätsmuster gibt, hast du kein Betrugs-, sondern ein Qualitätsproblem. Auch das ist ein Rückgabegrund.
  • Belastbarkeit im ersten Durchlauf. Ein Stick, der schon beim ersten vollständigen Beschreiben aussteigt, wird im Alltag nicht besser. Frühausfälle zeigen sich genau hier.

Deshalb lohnt der Test auch bei Markenware. Er fällt nur einmal an, seine Dauer hängt von Kapazität und tatsächlicher Geschwindigkeit ab – und er beantwortet die Frage, ob der Datenträger das kann, wofür du ihn gekauft hast, bevor etwas Wichtiges darauf liegt.

Fünf Irrtümer, die teuer werden

„Der Rechner zeigt die volle Größe an, also stimmt sie“

Die angezeigte Größe stammt vom Datenträger selbst. Bei einer Fälschung ist sie genau die Zahl, die der Betrüger hinterlegt hat. Damit prüft man die Aussage mit der Aussage.

„Ich habe eine große Datei kopiert, das hat geklappt“

Solange die echte Grenze nicht überschritten wird, klappt alles. Ein Test mit ein paar Gigabyte auf einem angeblichen Terabyte-Stick beweist nichts. Geprüft werden muss die volle gemeldete Kapazität.

„Formatieren behebt das“

Formatieren legt ein neues Dateisystem an und ändert nichts an der Firmware, die die falsche Größe meldet. Nach dem Formatieren zeigt der Stick wieder die erfundene Kapazität an – und verwirft weiterhin still, was darüber hinausgeht.

„Bei einem bekannten Händler kann das nicht passieren“

Das Risiko ist dort geringer, aber auf großen Marktplätzen verkaufen viele Händler unter einem Dach, und Lagerbestände können vermischt werden. Der Test bleibt deshalb sinnvoll, egal wo gekauft wurde.

„Einmal getestet, für immer gut“

Der Test beantwortet die Frage nach der Kapazität ein für alle Mal. Er sagt nichts über die Lebensdauer. Ein Datenträger, der heute fehlerfrei ist, kann in zwei Jahren ausfallen – deshalb ersetzt der Test keine zweite Kopie an einem anderen Ort.

Der Test als feste Routine

Am einfachsten wird die Sache, wenn sie nicht jedes Mal neu entschieden werden muss. Drei Punkte reichen dafür:

  1. Jeder neue Datenträger wird vor der ersten ernsthaften Nutzung getestet. Stick, Karte, externes Laufwerk – ohne Ausnahme, auch bei Markenware.
  2. Der Bericht wird aufbewahrt, zusammen mit dem Kaufbeleg. Bei einer späteren Reklamation ist beides zusammen deutlich mehr wert als eine Erinnerung.
  3. Was den Test nicht besteht, geht zurück. Nicht „für Unwichtiges behalten“ – das ist genau der Weg, auf dem später doch etwas Wichtiges darauf landet.

Nicht jede Karte ist gefälscht – viele sind einfach schlecht

Der Kapazitätsbetrug ist der auffälligste Fall, aber längst nicht jedes Speicherproblem geht darauf zurück. Häufig steckt hinter Problemen kein Betrug, sondern schlichte Minderwertigkeit: billiger Speicher, ein schwacher Controller, keine ordentliche Verteilung der Schreibvorgänge. Die aufgedruckte Kapazität stimmt dann sogar – der Datenträger taugt trotzdem nichts.

Aus jahrelanger Praxis im Verkauf kennen wir das Muster: Ein Gerät funktioniert nicht richtig, der Kunde verdächtigt das Gerät, und am Ende war es die Speicherkarte oder der USB-Stick aus dem Billigangebot. Der Ärger richtet sich dann gegen den Hersteller der Kamera, des Kleincomputers oder des Autoradios – während das eigentliche Problem für ein paar Euro dazugekauft wurde. Genau deshalb haben wir bei Speichermedien nie etwas anderes als Markenware angeboten.

Typische Symptome und was wirklich dahintersteckt
Was der Nutzer erlebt Wen man verdächtigt Was oft die Ursache ist
Gerät startet nicht mehr oder hängt beim Start Das Gerät Karte liefert Daten zu langsam oder fehlerhaft
Aufnahme bricht mittendrin ab Kamera oder Dashcam Dauerschreibrate der Karte reicht nicht
Dateien lassen sich später nicht öffnen Die Software Schreibfehler auf schwachem Speicher
Alles wird zäh, das Gerät reagiert verzögert Zu wenig Leistung Langsamer Controller bei vielen kleinen Zugriffen
Karte ist plötzlich schreibgeschützt Ein Einstellungsfehler Schutzmodus des Controllers, Dateisystemfehler, Schalter am Adapter oder Defekt
Nach Wochen fehlen einzelne Dateien Bedienfehler Gefälschte Kapazität oder ausgefallene Speicherbereiche

Einordnung nach wiederkehrenden Mustern aus der Praxis. Welche Ursache im Einzelfall vorliegt, zeigt erst der Gegentest mit einem bekannt guten Datenträger.

Warum billiger Speicher an genau diesen Stellen versagt

Drei Bauteile entscheiden über die Güte eines Datenträgers, und bei Billigware ist keines davon nachvollziehbar. Bei No-Name-Produkten bleiben Herkunft und Güte der Speicherbausteine, die Fähigkeiten des Controllers, die Fehlerkorrektur und der Reservebereich schlicht undokumentiert – die Ausdauer lässt sich dadurch viel schlechter einschätzen als bei Ware mit nachvollziehbaren Angaben. Einfache Controller können Schreibvorgänge schlechter verteilen, schwächere Fehlerkorrektur bieten, weniger Reservekapazität vorhalten und bei vielen kleinen Zugriffen deutlich langsamer sein – das merkt man nicht beim Kopieren eines großen Films, sondern genau dort, wo ein Betriebssystem oder eine Anwendung ständig kleine Dateien liest und schreibt. Beim einzelnen No-Name-Produkt lässt sich das mangels technischer Angaben allerdings nicht verlässlich beurteilen.

Am deutlichsten wird das bei drei Anwendungen: bei Dauerschreiben wie in Dashcams und Überwachungskameras, wo die Karte rund um die Uhr Video ablegt; bei Kleincomputern, die ihr Betriebssystem von der Karte betreiben; und bei Live-Systemen vom USB-Stick. In allen drei Fällen kommt es nicht auf Spitzenwerte an, sondern darauf, dass der Datenträger dauerhaft und gleichmäßig durchhält.

Was auf der Verpackung tatsächlich etwas aussagt

Bei Speicherkarten gibt es dafür standardisierte Angaben, und die sind mehr wert als jede Werbezeile:

  • Video-Geschwindigkeitsklasse wie V30: eine zugesicherte dauerhafte Schreibrate – bei V30 mindestens 30 MB pro Sekunde. Das ist die Angabe, auf die es bei Videoaufnahme ankommt.
  • Anwendungsklasse A1 oder A2: zugesicherte Mindestwerte bei vielen kleinen Zugriffen. Genau das braucht ein Kleincomputer, dessen System auf der Karte liegt.
  • Ausdauer-Linien mancher Hersteller, erkennbar an Bezeichnungen wie Endurance: ausgelegt auf ständiges Überschreiben, also der richtige Typ für Dashcam und Überwachungskamera.
  • Garantiezusage und Herstellername. Wer Jahre auf ein Produkt gibt, kalkuliert mit einer Rücklaufquote – bei No-Name-Ware fehlt dieser Anreiz ganz.

Fehlt jede dieser Angaben und wirbt das Angebot stattdessen nur mit einer großen Zahl und einem kleinen Preis, ist das für sich genommen schon die Antwort.

Für Dashcam, Überwachungskamera und alles, was rund um die Uhr aufzeichnet, gibt es eigene Ausdauer-Serien – sie sind für das ständige Überschreiben gebaut, an dem gewöhnliche Karten scheitern:

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Der Handgriff, der viel Ärger spart

Bevor du ein Gerät verdächtigst, tausche den Datenträger gegen einen, von dem du weißt, dass er in Ordnung ist. Läuft es damit, war nie das Gerät das Problem. Dieser eine Test erspart Rücksendungen, Support-Anrufe und den Ärger über eine Marke, die gar nichts dafürkann.

Häufige Fragen zu gefälschten USB-Sticks

Woran erkenne ich einen gefälschten USB-Stick schon vor dem Kauf?

An der Kombination aus sehr großer Kapazität und sehr kleinem Preis, an fehlendem Herstellernamen und an Angeboten von wechselnden Marktplatzhändlern. Auffällig sind auch Kapazitätsangaben, die es bei bekannten Marken in dieser Bauform gar nicht gibt. Sicherheit gibt keines dieser Merkmale – gefälscht werden inzwischen auch Verpackungen bekannter Hersteller. Die einzige belastbare Antwort liefert ein Schreib- und Lesetest über die volle Kapazität.

Wie funktioniert der Betrug technisch?

Die Firmware des Sticks meldet dem Betriebssystem eine Kapazität, die der Speicher gar nicht hat. Solange du wenig darauf ablegst, funktioniert alles. Wird die tatsächliche Grenze überschritten, meldet der Stick den Schreibvorgang oft trotzdem als erfolgreich und verwirft die Daten oder überschreibt bereits vorhandene. Je nach Controller können stattdessen auch Schreibfehler, Abbrüche oder Dateisystemfehler auftreten. Genau das macht die Sache so tückisch: Der Verlust fällt oft erst auf, wenn man die Dateien wieder braucht.

Welches Programm prüft die echte Kapazität?

Unter Windows ist H2testw der Klassiker: kostenlos, ohne Installation, schreibt Prüfdateien über den freien Speicher und liest sie anschließend zurück. Unter Linux und macOS übernimmt das F3 mit den Befehlen f3write und f3read. Als weitere kostenlose Windows-Alternative gibt es ValiDrive. H2testw und F3 führen dabei einen vollständigen Schreib- und Lesetest durch; ValiDrive prüft 576 verteilte Bereiche und eignet sich als schneller Vorabtest.

Wie lange dauert so ein Test?

Das hängt an Kapazität und tatsächlicher Schreibrate und reicht von einigen Minuten bis zu mehreren Tagen. Ein angeblicher Terabyte-Stick mit niedrigem Tempo kann den Rechner sehr lange beschäftigen. Fälschungen fallen dabei oft schon früh auf, weil die Fehler ab der echten Kapazitätsgrenze beginnen. Der Zeitaufwand fällt einmalig an – der Datenverlust, den er verhindert, wäre dauerhaft.

Der Test meldet Fehler. Ist der Stick immer eine Fälschung?

Nicht zwangsläufig. Fehler können auch von einem defekten Speicher, einem wackligen Anschluss, einem schlechten Verlängerungskabel oder sogar von defektem Arbeitsspeicher im Rechner stammen. Ein starkes Indiz für eine Fälschung ist das Muster: Bis zu einer bestimmten Menge ist alles in Ordnung, ab dann fallen große Bereiche aus. Ein Beweis für sich allein ist das nicht. Im Zweifel den Test an einem anderen Rechner und an einem anderen Anschluss wiederholen.

Mein Gerät macht Probleme – kann wirklich die Speicherkarte schuld sein?

Sehr oft ist sie es. Kamera, Dashcam, Kleincomputer oder Autoradio werden verdächtigt, während der billige Datenträger die Ursache ist: zu langsam bei vielen kleinen Zugriffen, zu schwach beim Dauerschreiben, zu wenig Fehlerkorrektur. Der schnellste Weg zur Klärung ist der Tausch gegen einen Datenträger, von dem du weißt, dass er funktioniert. Läuft das Gerät damit, ist die Sache erledigt – und du hast dir eine Rücksendung erspart.

Kann ich einen Fake-Stick trotzdem weiterbenutzen?

Technisch lässt sich der Bereich, den es wirklich gibt, als Partition festlegen, sodass der Stick nur noch seine echte Kapazität anbietet – das F3-Paket bringt dafür ein Werkzeug mit, das allerdings nur unter Linux läuft. Für unwichtige Dinge mag das reichen. Für Sicherungen, für ein Systemlaufwerk oder für alles, was mit Schlüsseln zu tun hat, ist ein Datenträger mit manipulierter Firmware die falsche Wahl. Man weiß schlicht nicht, was diese Firmware sonst noch anders macht als angegeben.

Was mache ich, wenn ich eine Fälschung erhalten habe?

Zuerst den Testbericht sichern, dann den Verkäufer kontaktieren und die abweichende Kapazität melden. Liegt der Kauf noch in der Rückgabefrist des Anbieters, ist die Rückgabe über den Shop meist der einfachste Weg; Marktplätze und Zahlungsdienste haben daneben eigene Verfahren für Ware, die nicht der Beschreibung entspricht. Wichtig ist die Reihenfolge: erst dokumentieren, dann reklamieren.

Wie vermeide ich das Problem von vornherein?

Durch die Bezugsquelle. Neue Sticks bekannter Hersteller bei einem Händler kaufen, dem du zutraust, seine Lieferkette zu kennen – das Tails-Projekt nennt für Speichermedien ausdrücklich Kingston, Samsung und SanDisk und rät vom Kauf bei unbekannten Quellen ab. Danach trotzdem einmal testen. Auch bei Markenware kann ein Exemplar Fehler haben, und der Test kostet nur Zeit.

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System-Image erstellen – die beste Antwort auf einen unzuverlässigen Datenträger ist eine Sicherung, die auf einem anderen liegt. Der Beitrag zeigt, wie ein vollständiges Abbild entsteht, worin es sich von einer reinen Dateisicherung unterscheidet und wie oft es erneuert werden sollte. Erst damit wird der Ausfall eines einzelnen Sticks zu einem Ärgernis statt zu einem Verlust. Zur Anleitung

Transparenz: Die grün hinterlegten Schaltflächen sind Partnerlinks. Kommt darüber ein Kauf zustande, kann alarm.de eine Provision erhalten; für dich ändert sich am Preis nichts. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen. Preise, Verfügbarkeit und Herstellerangaben stehen beim jeweiligen Anbieter und sind dort tagesaktuell und verbindlich. Die genannten Prüfprogramme sind kostenlos; wir verdienen daran nichts und verlinken sie nicht, damit niemand versehentlich eine untergeschobene Fassung herunterlädt – lade sie ausschließlich von der jeweiligen offiziellen Projekt- oder Herausgeberseite. Die Angaben zu Rückgabe und Reklamation beschreiben übliche Abläufe bei Anbietern und Marktplätzen; maßgeblich sind deren jeweilige Bedingungen. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

Quellen und weiterführende Angaben: c’t und heise zu gefälschten USB-Sticks und Speicherkarten · heise zum Prüfprogramm H2testw · Tails zu empfohlenen USB-Sticks und Bezugsquellen · F3-Projekt, unter anderem zu den nur unter Linux verfügbaren Zusatzprogrammen · F3-Dokumentation zu Vorgehen und Grenzen . Die Angaben zu ValiDrive stammen vom Herausgeber der Software, die zu den Geschwindigkeits- und Anwendungsklassen von Speicherkarten von der SD Association.

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