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Geld für Kinder anlegen: das quirion Kinderdepot im Test 2026
Früh für den Nachwuchs vorsorgen zahlt sich aus – für Führerschein, Studium oder den Start ins Erwachsenenleben. Ein ETF-Kinderdepot verbindet dabei zwei starke Hebel: einen sehr langen Anlagehorizont und die Steuerfreibeträge des Kindes. Dieser Ratgeber zeigt, wie das Kinderdepot von quirion funktioniert, was es kostet und wo die Grenzen liegen.
Das quirion Kinderdepot auf einen Blick
| Produkt | Kindersparplan / Junior-Depot – ETF-Vermögensverwaltung für Kinder |
| Anbieter | quirion (Quirin Privatbank AG, Berlin) – BaFin-lizenziert |
| Depotinhaber | das Kind – verwaltet von den Eltern bis zur Volljährigkeit |
| Sparrate | Sparplan ab 25 € / Monat, Einmalanlage möglich |
| Kosten | 0,48 % p. a. Servicegebühr + ca. 0,2 % ETF-Kosten |
| Anlage | breit gestreutes, weltweites ETF-Portfolio mit automatischem Rebalancing |
| Steuervorteil | eigener Sparerpauschbetrag des Kindes (1.000 € / Jahr) |
| Sicherheit | ETFs als Sondervermögen; Cash bis 100.000 € Einlagensicherung |
Risikohinweis: Die Anlage in Wertpapiere ist mit Risiken verbunden. Kurse schwanken, Verluste bis hin zum Totalverlust sind möglich; historische Wertentwicklungen sind keine Garantie für die Zukunft. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Anlage- oder Steuerberatung.
Warum sich frühes Sparen fürs Kind lohnt
Der wichtigste Faktor beim Vermögensaufbau ist die Zeit. Wer schon ab der Geburt spart, hat bis zur Volljährigkeit rund 18 Jahre – lang genug, damit der Zinseszinseffekt wirkt und zwischenzeitliche Kursschwankungen ausgeglichen werden können. Klassische Sparbücher und Kinder-Tagesgeldkonten bringen dafür heute kaum noch Ertrag. Ein breit gestreuter ETF-Sparplan setzt stattdessen auf die langfristigen Renditechancen der weltweiten Aktienmärkte – bei entsprechend höherem Schwankungsrisiko.
Was ist das quirion Kinderdepot?
Das Kinderdepot (auch Junior-Depot oder Kindersparplan) wird auf den Namen des Kindes eröffnet – das Vermögen gehört damit rechtlich dem Kind. Bis zum 18. Geburtstag verwalten die Eltern beziehungsweise gesetzlichen Vertreter das Depot treuhänderisch: Sie dürfen ein- und auszahlen, aber nur zum Wohl des Kindes, nicht für eigene Zwecke. Mit der Volljährigkeit geht die Verfügungsmacht automatisch auf das Kind über, und das Depot wird in ein normales Einzeldepot umgewandelt. Statt eines einzelnen ETFs investiert quirion dabei in ein komplettes, professionell zusammengestelltes ETF-Portfolio.
Der Steuervorteil: der oft übersehene Hebel
Weil das Depot auf den Namen des Kindes läuft, greifen auch die Steuerfreibeträge des Kindes. Jedes Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von aktuell 1.000 € pro Jahr – Kapitalerträge bleiben bis zu dieser Grenze steuerfrei. Wer höhere Erträge erwartet, kann über eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung) des Finanzamts weitere Erträge steuerfrei stellen. Das ist besonders attraktiv, wenn Eltern ihren eigenen Sparerpauschbetrag bereits ausgeschöpft haben. Wichtig: Die steuerliche Behandlung hängt vom Einzelfall ab – das ersetzt keine Steuerberatung.
Kosten im Überblick
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Servicegebühr (Digital-Paket) | 0,48 % p. a. |
| ETF-Produktkosten (TER) | ca. 0,2 % p. a. (im Fondspreis enthalten) |
| Depotführung / Ordergebühren | 0 € |
| Mindestanlage / Sparplan | keine feste Mindestanlage / Sparplan ab 25 € pro Monat |
Wie wird das Geld angelegt?
quirion investiert das Geld in ein weltweit gestreutes ETF-Portfolio aus Aktien und – je nach Risikoprofil – Anleihen. Über die Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen lässt sich das Risiko passend zum Anlageziel und zur Restlaufzeit bis zur Volljährigkeit skalieren. Ein Team wählt die ETFs aus und passt sie bei Bedarf ohne Zusatzkosten an; per Rebalancing wird die ursprüngliche Gewichtung regelmäßig wiederhergestellt. So müssen Eltern selbst keine ETFs auswählen oder überwachen.
Mitsparen: Großeltern & Geldgeschenke
Jedes Kinderdepot hat ein eigenes Verrechnungskonto mit eigener IBAN. Dadurch können auch Großeltern, Paten oder Verwandte auf den Sparplan einzahlen – etwa Geldgeschenke zu Geburt, Taufe oder Geburtstag fließen direkt in die Geldanlage. quirion stellt dafür sogar eine Sparplan-Geschenkurkunde zum Ausdrucken bereit. So wird der Vermögensaufbau zum Familienprojekt.
Vorteile & Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Sehr langer Anlagehorizont nutzt den Zinseszinseffekt | Kursrisiko wie bei jeder Aktienanlage – Verluste möglich |
| Steuervorteil durch eigene Freibeträge des Kindes | Vermögen gehört dem Kind – Eltern können es nicht für sich nutzen |
| Günstig, breit gestreut, automatisch verwaltet | Kann später bei BAföG als Vermögen des Kindes angerechnet werden |
| Großeltern & Verwandte können mitsparen | Keine staatlich geförderte Vorsorge (kein Riester-Ersatz) |
Für wen eignet sich das Kinderdepot?
Das Kinderdepot passt für Eltern und Großeltern, die langfristig und ohne eigenen Aufwand Vermögen für ein Kind aufbauen möchten und dabei Kursschwankungen aushalten können. Wer das Geld dagegen schon in wenigen Jahren braucht oder gar kein Risiko eingehen will, ist mit einem verzinsten Konto besser beraten. Und wer die volle Kontrolle behalten möchte – etwa um später frei über das Geld zu entscheiden – kann alternativ auf den eigenen Namen sparen und später übertragen.
Ist quirion seriös?
Ja. quirion ist eine Marke der Quirin Privatbank AG, einer BaFin-lizenzierten deutschen Privatbank aus Berlin. Das Kinderdepot liegt direkt bei der Bank, die den Robo-Advisor betreibt. Die ETFs sind Sondervermögen und im Insolvenzfall geschützt; Barbestände auf dem Verrechnungskonto sichert die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €. Für die Qualität sprechen zudem Bestnoten unabhängiger Tester wie Stiftung Warentest und Finanztip.
Häufige Fragen zum Kinderdepot
Auf wessen Namen läuft das Kinderdepot?
Auf den Namen des Kindes. Das Vermögen gehört rechtlich dem Kind; bis zur Volljährigkeit verwalten es die Eltern treuhänderisch.
Ab welchem Betrag kann ich starten?
Eine feste Mindestanlage gibt es nicht. Sparpläne sind ab 25 € pro Monat möglich und lassen sich jederzeit anpassen oder pausieren.
Welchen Steuervorteil habe ich?
Das Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr; Erträge bleiben bis dahin steuerfrei. Bei höheren Erträgen kann eine NV-Bescheinigung sinnvoll sein. Die Details hängen vom Einzelfall ab.
Können Großeltern mitsparen?
Ja. Über die eigene IBAN des Verrechnungskontos können Verwandte jederzeit einzahlen. Eröffnung und Verwaltung übernehmen aber die Erziehungsberechtigten.
Was passiert mit 18 Jahren?
Mit der Volljährigkeit erhält das Kind den vollen Zugriff, und das Depot wird automatisch in ein Einzeldepot umgewandelt.
Fazit
Das quirion Kinderdepot ist eine günstige, unkomplizierte Möglichkeit, über viele Jahre Vermögen für ein Kind aufzubauen – mit breiter Streuung, automatischer Verwaltung und einem echten Steuervorteil durch die Freibeträge des Kindes. Man sollte wissen, dass das Geld rechtlich dem Kind gehört und Aktienanlagen schwanken. Für einen langen Anlagehorizont überwiegen die Chancen aber deutlich. Wer den Nachwuchs früh finanziell absichern möchte, findet hier ein rundes Paket.
Passend dazu weiterlesen
Das Kinderdepot ist nur eines von mehreren Angeboten von quirion. Wer wissen möchte, wie der Robo-Advisor insgesamt aufgestellt ist – von den Kosten über die Anlagestrategie bis zur Sicherheit –, findet dazu den kompletten Überblick. Dort ordnen wir ein, für wen sich quirion lohnt und wo die Grenzen liegen. Alle Details lesen Sie im großen Testbericht quirion Erfahrungen & Test 2026 zum Robo-Advisor der Quirin Privatbank. So sehen Sie auf einen Blick, ob der Anbieter auch über das Kinderdepot hinaus zu Ihnen passt.
Ein ETF-Kinderdepot ist nicht der einzige Weg, um für den Nachwuchs vorzusorgen. Je nach Ziel und Zeithorizont kann auch ein klassisches Kinderkonto oder Tagesgeld sinnvoll sein – vor allem für Beträge, die schon in wenigen Jahren gebraucht werden. Wichtig ist außerdem ein Steuervorteil, den viele Eltern übersehen und der bares Geld sparen kann. Wie Kinderkonto, Tagesgeld und dieser oft vergessene Vorteil zusammenspielen, erklärt der Ratgeber Für dein Kind sparen: Kinderkonto, Tagesgeld und der Steuervorteil, den viele übersehen. So finden Sie die richtige Mischung aus Sicherheit und Renditechance.
Der größte Hebel beim Sparen für Kinder ist und bleibt die Zeit. Über 15 oder 18 Jahre entfaltet der Zinseszinseffekt eine Wirkung, die viele Eltern deutlich unterschätzen. Schon kleine monatliche Beträge können bis zur Volljährigkeit zu einer beachtlichen Summe anwachsen. Wie viel aus Ihrer Sparrate über die Jahre werden kann, macht der Zinseszins-Rechner sichtbar, das vielleicht unterschätzteste Finanz-Tool für den Vermögensaufbau. Ein Blick darauf zeigt schnell, warum sich ein früher Start so stark lohnt.
Wer den Vermögensaufbau fürs Kind lieber selbst steuert, kann statt einer Vermögensverwaltung auch eigene ETFs besparen. Dann stellt sich die Frage, welche Fonds sich für einen langfristigen Kindersparplan wirklich eignen. Aus tausenden verfügbaren ETFs die passenden herauszufiltern, gelingt am besten mit einem spezialisierten Werkzeug. Wie Sie ETFs nach Kosten, Streuung und Region gezielt vergleichen, zeigt der Ratgeber zum ETF-Screener, mit dem Anleger aus tausenden Fonds die passenden heraussuchen. So treffen Sie eine fundierte Wahl – ob Robo-Advisor oder Eigenbau.
Das quirion Kinderdepot ist nicht das einzige Kinder-Depot am Markt. Ein direkter Konkurrent ist das Junior-Depot von VisualVest, dem Robo-Advisor von Union Investment. Es funktioniert ähnlich – auf den Namen des Kindes und schon ab kleinen Sparraten –, unterscheidet sich aber bei den Kosten und der Auswahl der Strategien. Wie das Konkurrenzangebot abschneidet, zeigt der Ratgeber VisualVest Junior-Depot: Geld für Kinder anlegen mit Union Investment. So können Sie beide Kinder-Depots direkt gegenüberstellen.
Wer das Kinderdepot lieber selbst bestückt, statt es verwalten zu lassen, findet bei finvesto (FNZ Bank) eine Alternative mit sehr großer Fonds- und ETF-Auswahl. Das U18-Depot ist dort kostenlos, ab kleinsten Beträgen besparbar und wurde von ELTERN als Testsieger ausgezeichnet. Der Unterschied zum Robo-Advisor liegt vor allem darin, dass Sie die Anlage eigenständig steuern. Wie das Angebot aufgestellt ist, zeigt der Ratgeber finvesto Kinderdepot: für Kinder in Fonds & ETFs sparen (U18). So stellen Sie verwaltetes und selbst gewähltes Kindersparen gegenüber.
Über den Autor: Michael Radtke schreibt auf alarm.de verständlich über Finanzen & Kredit, digitale Sicherheit und Krypto. Alle Beiträge des Autors ansehen →