Macht uns das Smart Home sicherer – oder verwundbarer?
Intelligente Türschlösser, Kameras und vernetzte Sensoren versprechen mehr Sicherheit. Doch jede neue Verbindung schafft auch neue Angriffsflächen. Noch nie war es so einfach, ein Haus zu überwachen – und noch nie waren gleichzeitig so viele private Systeme mit dem Internet verbunden. Dieser Ratgeber zur Smart-Home-Sicherheit zeigt, wo vernetzte Technik wirklich schützt, wo sie Risiken schafft, was sich mit dem Cyber Resilience Act ändert und wie du dein Smart Home sicher machst.
Das Wichtigste in Kürze
- Beides stimmt: Sensoren, Kameras und Warnungen erhöhen die Sicherheit – jede Verbindung ins Internet erweitert aber auch die Angriffsfläche.
- Die größte Schwachstelle: meist nicht das Gerät, sondern Standardpasswörter, fehlende Updates, unsichere WLAN-Einstellungen und geteilte Zugänge.
- Heimnetz trennen: Smart-Home-Geräte gehören möglichst in ein eigenes WLAN oder Gastnetz, getrennt von Rechnern und Smartphones. Vorher prüfen, ob Zentrale und Geräte weiterhin miteinander kommunizieren können.
- Cloud oder lokal: Eine lokale Zentrale kann ohne Internet weiterarbeiten, sofern die eingebundenen Geräte lokal steuerbar sind. Sie bietet mehr Kontrolle, erfordert aber mehr technisches Verständnis.
- Neue Regeln: Seit dem 11. September 2026 müssen Hersteller aktiv ausgenutzte Schwachstellen nach dem Cyber Resilience Act melden; die übrigen Pflichten gelten ab dem 11. Dezember 2027.
Kurz beantwortet: Das Smart Home macht Häuser in vielen Bereichen sicherer, weil Sensoren Gefahren früher erkennen und melden. Gleichzeitig entstehen digitale Risiken durch Cloud-Abhängigkeit, App-Zugänge und schlecht gepflegte Geräte. Sicher wird ein Smart Home durch starke Passwörter, Zwei-Faktor-Anmeldung, regelmäßige Updates, ein getrenntes Netz für die Geräte und eine bewusste Entscheidung zwischen Cloud und lokaler Steuerung.
Wer Kameras einsetzen will, steht vor der Frage, welches Modell ohne Abo-Falle und ohne Ärger mit dem Datenschutz auskommt. Unser Ratgeber vergleicht die Optionen.
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Der Trend zum vernetzten Zuhause
Das Smart Home gehört zu den größten Technologietrends der vergangenen Jahre. Videotürklingeln, Alarmanlagen, Bewegungsmelder, intelligente Türschlösser, Fensterkontakte und Überwachungskameras – alles lässt sich heute bequem per Smartphone steuern. Für viele Menschen klingt das nach dem perfekten Sicherheitskonzept.
Doch genau hier beginnt eine Diskussion, die deutlich komplexer ist, als viele Herstellerbroschüren vermuten lassen. Denn jedes neue vernetzte Gerät verbessert nicht nur den Komfort. Es erweitert gleichzeitig die digitale Angriffsfläche. Dieses Thema gehört in die Rubrik Sicherheit, weil moderne Sicherheit heute nicht mehr nur aus mechanischem Schutz besteht, sondern zunehmend auch Cybersecurity, Datenschutz und digitale Resilienz umfasst.
Das Smart Home löst ein echtes Problem
Zunächst die gute Nachricht: Viele Smart-Home-Systeme erhöhen die Sicherheit tatsächlich. Ein Fensterkontakt erkennt geöffnete Fenster. Eine Kamera dokumentiert Ereignisse. Ein Wassersensor erkennt Leckagen. Ein entsprechend vernetzter Rauchwarnmelder kann dich auch unterwegs benachrichtigen.
Die Vorteile sind real. Vor allem Privathaushalte profitieren von einer deutlich besseren Übersicht über das eigene Zuhause. Probleme werden schneller erkannt, Gefahren können früher gemeldet werden, und Schäden lassen sich teilweise verhindern.
Warum jede Verbindung ein Risiko darstellt
Der eigentliche Nachteil liegt nicht in den Geräten selbst, sondern in ihrer Vernetzung. Jedes Gerät, das mit dem Internet kommuniziert, besitzt theoretisch eine Angriffsfläche. Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Angriff stattfindet – aber die Möglichkeit entsteht. Je mehr Geräte verbunden werden, desto komplexer wird das Gesamtsystem, und mit wachsender Komplexität steigen häufig auch die Risiken.
Die unbequeme Wahrheit: Ein mechanisches Türschloss lässt sich nicht digital angreifen. Ein Smart Lock schafft zusätzliche digitale Angriffsflächen. Ob es auch über das Internet erreichbar ist, hängt von seiner Konfiguration ab.
Wie harmlos wirkende Geräte zur realen Gefahr werden können, zeigt das Beispiel eines schlecht abgesicherten Mähroboters in unseren Sicherheitsnachrichten der Woche.
Warum Passwörter plötzlich zur Haussicherheit gehören
Früher bestand Einbruchschutz aus Türen, Fenstern, Schlössern, Beschlägen und Alarmanlagen. Heute kommen neue Faktoren hinzu:
- Passwörter
- Apps
- Cloud-Dienste
- Benutzerkonten
- Firmware-Updates
- WLAN-Sicherheit
Damit verändert sich die Sicherheitsarchitektur eines Hauses grundlegend. Plötzlich kann ein schwaches Passwort sicherheitsrelevanter sein als ein schwacher Schließzylinder. Warum eine Zwei-Faktor-Anmeldung per App sicherer ist als ein SMS-Code, erklärt unser Ratgeber Authenticator-App einrichten.
Starke Passwörter für jede Smart-Home-App
Ein Passwortmanager erzeugt für jedes Konto ein eigenes starkes Passwort und speichert Zwei-Faktor-Codes und Passkeys. Leistungen prüfst du beim Anbieter.
Die größte Schwachstelle sitzt selten im Gerät
Viele Menschen suchen die Gefahr in der Technik. In der Praxis liegt das Problem häufig woanders – beim Nutzer: Standardpasswörter, veraltete Software, fehlende Updates, unsichere WLAN-Konfigurationen und geteilte Zugangsdaten. Genau diese Fehler machen viele Angriffe überhaupt erst möglich. Viele erfolgreiche Angriffe benötigen keine Hollywood-Hacker. Sie nutzen bekannte Schwächen aus.
Wenn Windows im Haus steht
Die Smart-Home-Zentrale ist nur so sicher wie der Rechner, von dem aus sie verwaltet wird. Wer die Steuerung auf einem Windows-PC betreibt, sollte diesen Rechner getrennt betrachten: aktuelle Updates, ein eigenes Konto ohne Administratorrechte für den Alltag und ein Schutzprogramm, das zum Nutzungsprofil passt. Aktuelle Software, ein gehärtetes System und ein passend konfigurierter Virenschutz ergänzen sich.
Schutzprogramm für den Windows-Rechner
Windows enthält mit Microsoft Defender bereits einen Virenschutz. Zusätzliche Sicherheitssoftware kann je nach benötigten Funktionen sinnvoll sein. Leistungsumfang und Laufzeiten prüfst du beim Anbieter.
Erst unseren Test lesenBitdefender im Test: lohnt sich der Virenschutz?
Das Heimnetz trennen: ein eigenes WLAN für Smart-Home-Geräte
Eine der wirksamsten Maßnahmen kostet meist nichts: Smart-Home-Geräte gehören nicht in dasselbe Netz wie Laptop, Smartphone und Online-Banking. Viele Router bieten ein Gastnetz oder ein eigenes Netz für IoT-Geräte. Wird eine Kamera oder Steckdose kompromittiert, erreicht ein Angreifer so nicht automatisch die übrigen Geräte im Haushalt.
- Eigenes Netz: Smart-Home-Geräte in ein Gast- oder IoT-Netz verschieben. Vor der Trennung prüfen, ob Smart-Home-Zentrale und Geräte weiterhin miteinander kommunizieren können. Gegebenenfalls gezielte Verbindungen zulassen.
- Router aktuell halten: Firmware-Updates einspielen, das Standardpasswort der Benutzeroberfläche ändern.
- Portfreigaben vermeiden: Fernzugriff lieber über eine gesicherte Verbindung des Herstellers oder ein VPN in das Heimnetz statt über offene Ports.
- Automatische Portöffnung prüfen: UPnP im Router abschalten, wenn kein Gerät es zwingend braucht.
Warum auch der Router selbst zum Sicherheitsthema wird, beleuchtet unser Beitrag Spionage-Schutz auch zuhause.
Fernzugriff ohne offene Kamera-Ports
Öffne keine direkten Zugriffsports für Kameras oder die Smart-Home-Oberfläche. Nutze stattdessen einen korrekt abgesicherten VPN-Server im Router oder auf der Zentrale. Bei einem VPN-Server hinter dem Router kann eine gezielte Portweiterleitung für den VPN-Dienst erforderlich sein. Alternativen wie Tailscale ermöglichen Fernzugriff ohne manuelle Portweiterleitung. Ein VPN-Abo eines Anbieters leistet etwas anderes: Es schützt deine Verbindung unterwegs, stellt aber keinen Zugang zu den Geräten zu Hause her.
Die eigene Verbindung unterwegs absichern
Ein VPN-Abo schützt deine Verbindung in fremden WLANs. Den Zugriff auf das Heimnetz richtest du getrennt davon über Router oder Zentrale ein. Funktionsumfang prüfst du beim Anbieter.
Die Datenschutzfrage wird oft vergessen
Viele Smart-Home-Geräte sammeln Daten, manchmal sehr viele. Kameras erfassen Bilder, Türklingeln erfassen Besucher, Bewegungsmelder dokumentieren Aktivitäten, Sprachassistenten verarbeiten Sprache. Die Frage lautet deshalb: Wer erhält Zugriff auf diese Informationen? Wer speichert sie? Wie lange werden sie gespeichert? Und wofür werden sie verwendet? Diese Fragen werden oft erst gestellt, nachdem die Geräte bereits installiert wurden.
Bei Kameras und Videotürklingeln kommt eine rechtliche Frage hinzu: Wer öffentliche Wege, Nachbargrundstücke oder Besucher filmt, kann gegen Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte verstoßen. Der Aufnahmebereich sollte deshalb auf das eigene Grundstück beschränkt sein. Welche Rolle Daten generell spielen, zeigt unser Beitrag Datensouveränität im KI-Zeitalter.
Cloud oder lokal? Die wichtigste Entscheidung im Smart Home
Eine der wichtigsten Entscheidungen betrifft die Architektur des Systems. Viele Anbieter setzen auf Cloud-Lösungen. Das bringt Vorteile: einfache Einrichtung, Fernzugriff, automatische Updates und geringen Wartungsaufwand. Gleichzeitig entsteht eine neue Abhängigkeit. Fällt der Dienst aus oder stellt der Hersteller ihn ein, kann auch die Funktionalität eingeschränkt werden.
Lokale Systeme bieten dagegen oft mehr Kontrolle, erfordern aber häufig mehr technisches Verständnis. Hier gibt es keine pauschal richtige Lösung – es ist eine Frage der Prioritäten.
| Kriterium | Cloud-Smart-Home | Lokale Zentrale |
|---|---|---|
| Einrichtung | Einfach, per App | Aufwendiger, mehr Technikwissen |
| Fernzugriff | Meist eingebaut | Über gesicherte Verbindung oder VPN |
| Abhängigkeit | Vom Herstellerserver | Läuft ohne Internet weiter, sofern die Geräte lokal steuerbar sind |
| Datenfluss | Daten gehen über fremde Server | Daten bleiben weitgehend im Haus |
| Wartung | Updates meist automatisch | Updates selbst einspielen |
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Ein interessanter Widerspruch: Viele Menschen kaufen Smart-Home-Technik für mehr Kontrolle und geben gleichzeitig einen Teil dieser Kontrolle an externe Plattformen ab.
Die eigene Zentrale: ein Mini-PC für das lokale Smart Home
Wer die Steuerung ins eigene Haus holen will, betreibt eine lokale Smart-Home-Zentrale auf einem kleinen, sparsamen Rechner, der rund um die Uhr läuft. Ein Mini-PC mit offener Firmware reduziert dabei zusätzlich die Abhängigkeit von Herstellerfunktionen, die vor dem Betriebssystem laufen.
Mini-PC als lokale Smart-Home-Zentrale
Kompakte Rechner für den Dauerbetrieb im eigenen Netz. Ausstattung und Lieferstatus prüfst du beim jeweiligen Anbieter.
Erst unseren Ratgeber lesenMini-PC mit coreboot: die NUC Box im Überblick
Smart-Home-Sicherheit: was sich 2026 rechtlich ändert
Lange lag die Verantwortung für die Sicherheit vernetzter Geräte fast vollständig beim Käufer. Das ändert sich schrittweise:
- Funkanlagenrichtlinie: Seit dem 1. August 2025 gelten für viele funkfähige Geräte, die neu auf den EU-Markt kommen, verbindliche Cybersicherheitsanforderungen.
- Cyber Resilience Act: Seit dem 11. September 2026 müssen Hersteller vernetzter Produkte aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Sicherheitsvorfälle melden: Frühwarnung binnen 24 Stunden, ausführlichere Meldung binnen 72 Stunden. Anschließend ist ein Abschlussbericht innerhalb der jeweils geltenden Frist erforderlich.
- Ab dem 11. Dezember 2027: Die übrigen Anforderungen des Cyber Resilience Act gelten für neu auf den Markt gebrachte Produkte, darunter Sicherheit ab Werk und Sicherheitsupdates während des Supportzeitraums.
Für Käufer heißt das: Neue Regeln verbessern die Ausgangslage, ersetzen aber nicht die eigene Sorgfalt. Die neuen Produktanforderungen gelten grundsätzlich ab Dezember 2027. Die Meldepflichten für aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Sicherheitsvorfälle erfassen dagegen auch bereits auf dem Markt befindliche Produkte. Vor dem Kauf lohnt die Frage, wie lange der Hersteller Sicherheitsupdates zusagt.
Künstliche Intelligenz verändert das Smart Home
Die nächste Entwicklungsstufe ist bereits sichtbar: Künstliche Intelligenz hält Einzug in private Sicherheitssysteme. Moderne Systeme können:
- Personen erkennen
- Fahrzeuge unterscheiden
- ungewöhnliche Muster erkennen
- Fehlalarme reduzieren
- Gefahren priorisieren
Dadurch kann die Qualität vieler Sicherheitslösungen deutlich steigen. Gleichzeitig entstehen neue Fragen rund um Datenschutz, Transparenz und Entscheidungsprozesse – besonders dann, wenn die Auswertung nicht auf dem Gerät, sondern in der Cloud stattfindet.
Smart Home und Stromausfall
Ein oft übersehener Punkt: Bei Strom- oder Internetausfall können Funktionen ausfallen. Kameras mit Akku oder Notstrom und lokalem Speicher können jedoch weiter aufzeichnen. Ob Apps lokal funktionieren, hängt vom System ab. Elektronische Schlösser brauchen je nach Modell eine Batterie oder einen mechanischen Notschlüssel. Wer sein Zuhause absichert, sollte deshalb auch klären, wie es sich im Ausfall verhält. Was bei einem großflächigen Stromausfall passiert, beschreibt unser Beitrag Wie würde ein Blackout Deutschland treffen?
Für Router, Zentrale und einzelne Kameras reicht oft eine kleine Powerstation oder eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, damit das System die ersten Stunden überbrückt.
Strom für Router, Zentrale und Kameras
Tragbare Powerstations überbrücken kurze Ausfälle. Kapazität und Anschlüsse prüfst du beim jeweiligen Anbieter.
Erst unseren Ratgeber lesenNotstrom bei Blackout: warum die Solaranlage abschaltet
Das Haus der Zukunft wird digital verteidigt
In den kommenden Jahren wird sich Sicherheit weiter verändern. Kameras werden intelligenter, Sensoren günstiger, KI leistungsfähiger, und Systeme kommunizieren zunehmend miteinander. Das Smart Home entwickelt sich dadurch Schritt für Schritt zu einer privaten Sicherheitszentrale. Die Frage ist nicht mehr, ob diese Entwicklung stattfindet, sondern wie schnell sie erfolgt.
So machst du dein Smart Home sicher
Wer Smart-Home-Technik nutzt, sollte einige Grundregeln beachten:
- starke Passwörter verwenden
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
- Firmware regelmäßig aktualisieren
- Standardzugänge sofort ändern
- WLAN absichern und Geräte in ein eigenes Netz verschieben
- nur seriöse Hersteller mit zugesagten Sicherheitsupdates nutzen
- Datenschutzrichtlinien prüfen
- unnötige Cloud-Dienste vermeiden
- Kameras nur auf das eigene Grundstück ausrichten
- Notöffnung von elektronischen Schlössern bei Stromausfall klären
| Maßnahme | Schützt vor |
|---|---|
| Eigenes Passwort je Gerät und Konto | Übernahme mehrerer Geräte nach einem einzigen Datenleck |
| Zwei-Faktor-Anmeldung | Zugriff mit gestohlenem Passwort |
| Regelmäßige Updates | Ausnutzung bekannter Sicherheitslücken |
| Eigenes Netz für Smart-Home-Geräte | Ausbreitung eines Angriffs auf Rechner und Smartphones |
| Lokale Steuerung | Ausfall oder Einstellung des Herstellerdienstes |
← Tabelle seitlich scrollen →
Technik allein schafft keine Sicherheit. Sicherheit entsteht durch Technik plus richtiges Verhalten.
Fazit: Macht uns das Smart Home sicherer?
Das Smart Home macht Häuser in vielen Bereichen tatsächlich sicherer. Gleichzeitig entstehen neue digitale Risiken, die früher keine Rolle spielten. Die Zukunft gehört deshalb nicht den am stärksten vernetzten Häusern, sondern den am besten abgesicherten.
Warum Smart Homes Schutz und Verwundbarkeit gleichzeitig erhöhen können
Smart-Home-Technik kann Sicherheit erhöhen, etwa durch Kameras, Sensoren, Türkontakte oder automatische Warnungen. Gleichzeitig entstehen neue Risiken durch Cloud-Abhängigkeit, App-Zugriffe, unsichere Geräte und vernetzte Alltagsroutinen. Die folgenden Beiträge ergänzen die Smart-Home-Sicherheit um private Sicherheitszentralen und Smart Buildings. So wird deutlich, warum vernetzte Räume nicht nur bequem, sondern auch sensibel sind.
Warum Privathaushalte künftig eigene Sicherheitszentralen brauchen könnten
Je mehr Geräte, Konten und Sensoren ein Haushalt nutzt, desto komplexer wird die Sicherheitslage. Der Beitrag erklärt, warum private Haushalte künftig wie kleine digitale Infrastrukturen geschützt werden könnten. Das ergänzt das Smart Home direkt, weil Komfort ohne Übersicht schnell zur Schwachstelle wird.
Warum hackbare Alltagsroboter im Smart Home gefährlich werden können
Ein Mähroboter wirkt harmlos, kann aber bei schlechter Absicherung zur realen Gefahr werden. Der Fall aus unseren Sicherheitsnachrichten, oben im Abschnitt zu Verbindungsrisiken verlinkt, zeigt, warum vernetzte Geräte im Haushalt nicht unterschätzt werden sollten – jedes smarte Gerät ist Teil der Angriffsfläche.
Warum Smart Buildings die größere Version des Smart-Home-Problems sind
Was im Haushalt mit Sensoren und Apps beginnt, setzt sich in großen Gebäuden mit Robotern, Aufzügen und KI-Systemen fort. Der Beitrag erklärt, wie Gebäude zu digitalen Plattformen werden – dieselben Sicherheitsfragen kehren auf größerer Ebene wieder.
Glossar: Begriffe der Smart-Home-Sicherheit
Vernetztes Zuhause, in dem Geräte wie Sensoren, Kameras, Schlösser und Heizung per App oder Zentrale gesteuert werden.
Internet der Dinge: Alltagsgeräte mit Netzwerkverbindung, die Daten senden und empfangen, vom Thermostat bis zur Kamera.
Alle Stellen, über die ein Angreifer in ein System eindringen kann – mit jedem vernetzten Gerät wächst sie.
Die Software, die direkt auf dem Gerät läuft. Updates schließen Sicherheitslücken und sollten regelmäßig eingespielt werden.
Eigenes WLAN des Routers, das Geräte vom übrigen Heimnetz trennt. Gut geeignet für Smart-Home-Geräte.
Router-Funktion, mit der Geräte selbst Ports nach außen öffnen können. Bequem, aber ein mögliches Sicherheitsrisiko.
Steuerung des Smart Homes auf einem Gerät im eigenen Haus. Sie arbeitet ohne Internet weiter, sofern die eingebundenen Geräte lokal steuerbar sind.
EU-Verordnung mit Sicherheitspflichten für Produkte mit digitalen Elementen. Meldepflichten seit 2026, weitere Pflichten ab Ende 2027.
Häufige Fragen zur Smart-Home-Sicherheit
Macht ein Smart Home das Zuhause sicherer?
In vielen Bereichen ja: Sensoren, Kameras und Warnungen erkennen Einbruch, Wasser oder Rauch früher. Gleichzeitig entstehen neue digitale Risiken durch vernetzte Geräte, Apps und Cloud-Dienste. Entscheidend ist, wie gut das System abgesichert ist.
Kann ein Smart Home gehackt werden?
Grundsätzlich ja, wie jedes vernetzte System. Häufige Einfallstore sind Standardpasswörter, veraltete Firmware, unsichere WLAN-Einstellungen und geteilte Zugangsdaten. Mit eigenen Passwörtern, Zwei-Faktor-Anmeldung und Updates sinkt das Risiko deutlich.
Wie mache ich mein Smart Home sicher?
Mit starken, einzigartigen Passwörtern, Zwei-Faktor-Anmeldung, regelmäßigen Updates, einem eigenen Netz für die Geräte, dem Verzicht auf unnötige Cloud-Dienste und Herstellern, die Sicherheitsupdates zusagen.
Sollte ich Smart-Home-Geräte in ein eigenes WLAN packen?
Ja, wenn der Router es erlaubt. Ein Gast- oder IoT-Netz trennt die Geräte von Rechnern und Smartphones. Wird ein Gerät kompromittiert, erreicht ein Angreifer die übrigen Geräte nicht ohne Weiteres.
Ist ein lokales Smart Home sicherer als eine Cloud-Lösung?
Nicht automatisch, aber es bietet mehr Kontrolle: Die Daten bleiben weitgehend im Haus, und die Zentrale arbeitet ohne Internet weiter, sofern die eingebundenen Geräte lokal steuerbar sind. Geräte, die ausschließlich über eine Hersteller-Cloud kommunizieren, fallen trotzdem aus. Dafür musst du Updates und Wartung selbst übernehmen.
Was bringt der Cyber Resilience Act für Smart-Home-Käufer?
Seit dem 11. September 2026 müssen Hersteller aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Sicherheitsvorfälle melden – Frühwarnung binnen 24 Stunden, ausführlichere Meldung binnen 72 Stunden, anschließend ein Abschlussbericht innerhalb der jeweils geltenden Frist. Diese Meldepflichten erfassen auch bereits auf dem Markt befindliche Produkte. Die übrigen Produktanforderungen gelten grundsätzlich ab Dezember 2027.
Darf meine Videotürklingel den Gehweg filmen?
Das kann gegen Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte verstoßen. Der Aufnahmebereich sollte auf das eigene Grundstück beschränkt sein; im Zweifel hilft die Datenschutzbehörde deines Bundeslandes.
Was passiert mit dem Smart Home bei einem Stromausfall?
Bei Strom- oder Internetausfall können Funktionen ausfallen. Kameras mit Akku oder Notstrom und lokalem Speicher können jedoch weiter aufzeichnen; ob Apps lokal funktionieren, hängt vom System ab. Bei elektronischen Schlössern solltest du vorab klären, wie die Notöffnung funktioniert.
Welche Rolle spielt KI im Smart Home?
KI kann Personen und Fahrzeuge erkennen, Fehlalarme reduzieren und Gefahren priorisieren. Gleichzeitig wirft sie Datenschutzfragen auf, besonders wenn Bilder in der Cloud ausgewertet werden.
Brauche ich einen Passwortmanager für das Smart Home?
Er erleichtert es, für jedes Gerät und jede App ein eigenes starkes Passwort zu verwenden und Zwei-Faktor-Codes zu verwalten. Gerade bei vielen Geräten verhindert das, dass ein einziges Datenleck mehrere Zugänge öffnet.