Notgroschen: wie viel Reserve du wirklich brauchst – und wo du sie am besten parkst
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Geschrieben von Michael Radtke · Zuletzt aktualisiert: 25. August 2026

Finanzen · Anlegen & Sparen · Notreserve

Notgroschen: wie viel Reserve du wirklich brauchst – und wo du sie am besten parkst

Notgroschen bedeutet finanzielle Reserve für unerwartete Ausgaben: Ein kaputtes Auto, eine Nachzahlung oder ein Einkommensausfall können jederzeit auftreten. Situationen, in denen du schnell an Geld kommen musst, treffen fast jeden irgendwann. Ein Notgroschen fängt genau das ab – ohne dass du Schulden machst oder Angespartes zur Unzeit verkaufen musst. Hier erfährst du, wie groß deine Reserve sein sollte und auf welchem Konto sie am besten liegt.

Auf einen Blick: Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsausgaben als Notgroschen. Dieses Geld gehört nicht aufs Girokonto und erst recht nicht in Aktien oder Fonds, sondern auf ein separates, jederzeit verfügbares und sicheres Konto – klassischerweise ein Tagesgeldkonto mit Einlagensicherung. So bleibt die Reserve geschützt, wirft ein wenig Zinsen ab und ist trotzdem täglich beziehungsweise kurzfristig verfügbar, wenn du sie brauchst.

Was ist ein Notgroschen – und warum brauchst du ihn?

Der Notgroschen ist deine finanzielle Erste Hilfe: eine Reserve, die ausschließlich für echte Notfälle da ist. Sein Zweck ist nicht, Rendite zu bringen, sondern dir Sicherheit und Handlungsspielraum zu geben. Wer eine solche Reserve hat, muss bei einer unerwarteten Ausgabe weder einen teuren Dispo ziehen noch einen laufenden Sparplan oder ein Wertpapierdepot zum womöglich schlechten Zeitpunkt auflösen. Der Notgroschen ist damit das Fundament, auf dem jede weitere Geldanlage erst ruhig aufbauen kann.

Wie viel sollte es sein?

Die verbreitete Faustregel lautet: drei bis sechs Monatsausgaben. Entscheidend sind dabei deine tatsächlichen monatlichen Ausgaben, nicht dein Einkommen. Wo genau du in dieser Spanne landest, hängt von deiner Lebenssituation ab.

Eher drei Monate

  • sicheres, festes Anstellungsverhältnis,
  • keine unterhaltspflichtigen Personen,
  • geringe laufende Verpflichtungen.

Eher sechs Monate (oder mehr)

  • selbstständig oder schwankendes Einkommen,
  • Familie oder Kinder,
  • Immobilie, Auto, hohe Fixkosten.

Rechne einmal ehrlich zusammen, was du im Monat für Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Mobilität und laufende Verträge ausgibst. Multipliziere diese Summe mit drei bis sechs – und du hast deine Zielgröße.

Wohin mit dem Notgroschen? Drei einfache Kriterien

  • Täglich verfügbar. Du musst im Notfall täglich beziehungsweise kurzfristig und ohne Kündigungsfrist an das Geld kommen; die Auszahlung läuft üblicherweise über dein Referenzkonto. Das spricht für ein Tagesgeldkonto – und gegen Festgeld, das erst zum Laufzeitende frei wird.
  • Sicher, ohne Kursrisiko. Die Reserve darf nicht schwanken. Aktien, Fonds oder ETFs sind dafür ungeeignet, weil ihr Wert genau dann tief stehen kann, wenn du das Geld brauchst. Ein einlagengesichertes Konto schützt deinen Betrag.
  • Getrennt vom Alltagskonto. Auf dem Girokonto ist der Notgroschen zu schnell aufgebraucht. Ein separates Konto schafft eine klare Grenze zwischen Alltagsgeld und echter Reserve.

So rechnest du deinen Zielbetrag aus

Die Faustregel hilft nur, wenn du deine tatsächlichen Monatsausgaben kennst. Viele schätzen zu niedrig, weil sie nur an Miete und Lebensmittel denken. Diese Übersicht zeigt, was tatsächlich in die Rechnung gehört – und was nicht.

Gehört in die RechnungWarumGehört nicht hinein
Miete oder Kreditrate, Nebenkosten, Stromfällt auch im Notfall weiter anUrlaubsbudget
Lebensmittel und Haushaltder Grundbedarf, den du nicht senken kannstSparraten und Sparpläne
Versicherungen und Beiträgelaufen weiter, oft jährlich abgebuchtgrößere Anschaffungen
Mobilität, Telefon, Internetnötig, um Arbeit und Alltag aufrechtzuerhaltenRestaurantbesuche und Hobbys
Unterhalt, Kinderbetreuung, Medikamentegebundene VerpflichtungenWeihnachtsgeld und Boni

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Zwei Punkte werden dabei gern übersehen. Erstens die jährlichen Zahlungen: Versicherungsbeiträge, Kfz-Steuer, Rundfunkbeitrag. Rechne sie auf den Monat um, sonst fehlt die Summe genau dann, wenn sie fällig wird. Zweitens gilt: Für den Notgroschen zählt der reduzierte Bedarf, nicht dein aktueller Lebensstil. Im Ernstfall streichst du ohnehin, was nicht nötig ist – die Reserve muss den Rest tragen.

Notgroschen oder Schulden zuerst?

Das ist die Frage, an der die meisten hängenbleiben – und sie hat keine pauschale Antwort. Sinnvoll ist meist ein Zwischenweg: erst ein kleiner Puffer, dann die teuren Schulden, danach die volle Reserve.

Der Grund ist einfach. Wer alles Geld in die Tilgung steckt und keinen Puffer hat, rutscht bei der nächsten unerwarteten Ausgabe wieder in den Dispo – und der ist in der Regel die teuerste Form der Überbrückung. Ein kleiner Startpuffer verhindert genau diesen Kreislauf.

Für die Reihenfolge heißt das: zuerst einen überschaubaren Betrag ansparen, der eine typische unerwartete Rechnung abdeckt. Dann konsequent die teuersten Verbindlichkeiten abbauen, allen voran einen laufenden Dispo. Erst danach die Reserve auf drei bis sechs Monatsausgaben aufstocken. Wie sich ein dauerhaft genutzter Dispo günstiger ablösen lässt, beschreibt unser Ratgeber zum Dispokredit ablösen.

Warum das Tagesgeldkonto die naheliegende Wahl ist

Ein Tagesgeldkonto erfüllt alle drei Kriterien auf einmal: Es ist täglich verfügbar, unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und lässt sich problemlos getrennt vom Girokonto führen. Anders als Bargeld unterm Kopfkissen wirft es zudem Zinsen ab, sodass die Inflation etwas gebremst wird. Und anders als beim Festgeld bleibst du komplett flexibel – ein entscheidender Vorteil, wenn der Notfall unvorhersehbar zuschlägt.

Zinsen, Steuern und Freistellungsauftrag

Zinsen aus Tagesgeld gehören zu den Kapitalerträgen und sind steuerpflichtig. Entscheidend für den automatischen Abzug ist, ob eine inländische auszahlende Stelle zum Steuerabzug verpflichtet ist. Ist das der Fall, wird die Abgeltungsteuer einbehalten und abgeführt, sofern kein ausreichender Freistellungsauftrag vorliegt. Genau deshalb lohnt es sich, den Freistellungsauftrag nach der Kontoeröffnung zu prüfen und gegebenenfalls auf mehrere Banken zu verteilen.

Ob und wie der Abzug erfolgt, hängt also vom jeweiligen Anbieter ab und nicht pauschal davon, ob eine Marke ausländisch klingt. Auch Direktbanken ausländischer Konzerne führen ihr Deutschlandgeschäft häufig über eine inländische Niederlassung und bieten Freistellungsaufträge an. Prüfe diesen Punkt vor der Kontoeröffnung in den Angaben des Anbieters.

Wichtig zur Einordnung: Der Notgroschen ist kein Renditeprojekt. Die Verzinsung ist ein angenehmer Nebeneffekt, das Ziel bleibt Verfügbarkeit und Sicherheit. Wer das Konto nach dem höchsten Zins auswählt und dafür Verfügbarkeit oder Einlagensicherung aufgibt, hat den Zweck verfehlt.

Zwei Tagesgeldkonten für deine Reserve

Genossenschaftsbank

BBBank Tagesgeld

Die BBBank ist eine bundesweit tätige Genossenschaftsbank. Sie ist der BVR Institutssicherung GmbH sowie der freiwilligen Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken angeschlossen. Das Tagesgeld ist täglich verfügbar und damit gut geeignet, um deine Reserve geschützt und verzinst zu parken – eine solide, konservative Wahl.

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Direktbank

Renault Bank direkt Tagesgeld

Die Renault Bank direkt ist ein Geschäftsbereich der RCI Banque S.A. Niederlassung Deutschland; die Einlagensicherung richtet sich nach dem französischen Sicherungssystem bis 100.000 Euro. Ihr Tagesgeld ist flexibel und für Neukunden mit einer anfänglichen Zinsgarantie ausgestattet. Freistellungsaufträge werden angeboten; ohne ausreichenden Freistellungsauftrag wird Abgeltungsteuer einbehalten.

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Mehr Angebote findest du in unseren Übersichten zur BBBank und zur Renault Bank direkt.

Wann du den Notgroschen benutzen darfst – und wann nicht

Eine Reserve, die für alles herhält, ist nach wenigen Monaten leer. Deshalb lohnt es sich, vorher zu klären, was als Notfall gilt.

Dafür ist er da

  • Einkommensausfall durch Jobverlust oder Krankheit,
  • defektes Auto, wenn du beruflich darauf angewiesen bist,
  • kaputte Heizung, Waschmaschine oder Kühlschrank,
  • unerwartete Nachzahlung bei Nebenkosten oder Steuer,
  • dringende Behandlung, die selbst zu zahlen ist.

Dafür ist er nicht da

  • Urlaub, auch wenn das Angebot günstig ist,
  • ein neues Handy, weil das alte langsam wird,
  • Möbel, Umzug oder Renovierung nach Plan,
  • Weihnachtsgeschenke und Feiern,
  • eine Anlagegelegenheit, die gerade attraktiv wirkt.

Die Unterscheidung ist einfacher, als sie klingt: Ein Notfall ist unerwartet, dringend und notwendig. Fehlt eines dieser drei Merkmale, ist es kein Notfall, sondern eine Ausgabe, für die man sparen kann. Und was du entnommen hast, wird danach wieder aufgefüllt – sonst ist die Reserve beim nächsten Mal nicht mehr da.

Wie schnell sich die Reserve aufbaut

Der häufigste Grund, gar nicht erst anzufangen, ist die Größe des Ziels. Drei bis sechs Monatsausgaben wirken unerreichbar, wenn am Monatsende wenig übrig bleibt. Die Lösung ist, das Ziel zu zerlegen.

Beginne mit einem Betrag, der eine typische unerwartete Rechnung abdeckt – eine Autoreparatur, eine Nachzahlung. Dieses erste Zwischenziel ist meist in wenigen Monaten erreicht und verändert bereits spürbar, wie ruhig du auf unerwartete Post reagierst. Danach folgt ein Monatsbedarf, dann zwei, dann die volle Zielgröße.

Entscheidend ist die Automatik: ein Dauerauftrag am Tag nach dem Geldeingang, nicht am Monatsende. Was zuerst weggeht, fehlt nicht; was übrig bleiben soll, bleibt selten übrig. Wie dasselbe Prinzip beim Vermögensaufbau funktioniert, zeigt unser Ratgeber zum Sparplan als Dauerauftrag.

Und noch ein Punkt: Sondereinnahmen sind die Abkürzung. Steuererstattung, Bonus, Weihnachtsgeld – wer davon einen festen Anteil in die Reserve legt, ist deutlich schneller am Ziel als über die monatliche Rate allein.

Häufige Fehler, die du vermeiden solltest

  • Den Notgroschen investieren. Wer die Reserve in Aktien oder Fonds steckt, riskiert, im Ernstfall mit Verlust verkaufen zu müssen. Notgroschen und Geldanlage sind zwei getrennte Dinge.
  • Alles auf dem Girokonto lassen. Dort vermischt sich die Reserve mit dem Alltagsgeld und ist schnell verbraucht – ohne dass du es merkst.
  • Bar horten. Bargeld ist weder verzinst noch besonders sicher gegen Verlust, Diebstahl oder Inflation. Ein einlagengesichertes Konto ist die bessere Heimat.
  • Zu groß denken und nie anfangen. Warte nicht, bis du sechs Monatsausgaben auf einmal übrig hast. Fang mit einem kleinen Dauerauftrag an – die Reserve wächst von selbst.

So fühlt es sich an, wenn er steht

Die Rechnung über eine größere Reparatur kommt, und du liest sie zu Ende, statt sie wegzulegen. Kein Rechnen, ob das Konto es hergibt, kein Blick auf den Dispo-Rahmen. Du überweist und füllst die Reserve in den nächsten Monaten wieder auf.

Der eigentliche Gewinn ist weniger das Geld als die Ruhe. Wer eine Reserve hat, trifft andere Entscheidungen: Er kann einen schlecht bezahlten Auftrag ablehnen, eine Kündigung überstehen, ohne sofort das Erstbeste annehmen zu müssen, und muss ein Depot nicht ausgerechnet dann verkaufen, wenn die Kurse tief stehen.

Genau deshalb steht der Notgroschen vor jeder Geldanlage. Sein Zweck ist nicht Rendite, sondern finanzielle Sicherheit – die Zinsen auf dem Tagesgeldkonto sind lediglich ein Nebeneffekt. Er sorgt dafür, dass alles andere überhaupt in Ruhe wachsen kann.

In drei Schritten zum Notgroschen

  1. Zielbetrag festlegen. Monatsausgaben zusammenrechnen und mit drei bis sechs multiplizieren.
  2. Separates Tagesgeldkonto eröffnen. Getrennt vom Girokonto, mit Einlagensicherung – so ist die Reserve klar abgegrenzt und geschützt.
  3. Automatisch befüllen. Einen monatlichen Dauerauftrag einrichten, bis der Zielbetrag erreicht ist. Danach nur noch nachfüllen, was du im Notfall entnommen hast.

Fazit

Ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben ist die wichtigste Grundlage für deine finanzielle Sicherheit – noch vor jeder Geldanlage. Er gehört auf ein separates, jederzeit verfügbares und einlagengesichertes Tagesgeldkonto, nicht ins Depot und nicht aufs Girokonto. Leg deine Zielgröße fest, eröffne ein passendes Konto und befülle es automatisch per Dauerauftrag. So bist du für das Unerwartete gewappnet, ohne Schulden machen oder Angespartes verkaufen zu müssen.

Glossar: die wichtigsten Begriffe

Rund um die Reserve tauchen immer dieselben Begriffe auf. Hier in je einem Satz:

Notgroschen

Reserve ausschließlich für unerwartete, dringende und notwendige Ausgaben. Kein Sparziel, sondern ein Sicherheitspolster.

Tagesgeldkonto

Verzinstes Konto ohne Kündigungsfrist. Das Geld ist täglich verfügbar, der Betrag schwankt nicht.

Festgeld

Anlage mit fester Laufzeit. Für den Notgroschen ungeeignet, weil das Geld bis zum Laufzeitende gebunden ist.

Einlagensicherung

Gesetzlicher Schutz von Bankguthaben bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank.

Kursrisiko

Das Risiko schwankender Werte bei Aktien, Fonds und ETFs. Für eine Reserve das entscheidende Ausschlusskriterium.

Dispokredit

Überziehungsrahmen des Girokontos. Bequem, aber in der Regel eine der teuersten Formen der Überbrückung.

Dauerauftrag

Automatische Überweisung in fester Höhe. Das wirksamste Werkzeug beim Aufbau der Reserve.

Freistellungsauftrag

Auftrag an die Bank, Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag ohne Steuerabzug auszuzahlen.

Monatsausgaben

Basis der Berechnung – nicht das Einkommen. Jährliche Zahlungen anteilig einrechnen.

Zinsgarantie für Neukunden

Zeitlich befristeter Aktionszins. Nach Ablauf gilt der reguläre Satz, deshalb Konditionen im Blick behalten.

Häufige Fragen

Wie viel Notgroschen brauche ich?

Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsausgaben. Wer ein sicheres Einkommen und wenig Verpflichtungen hat, kommt eher mit drei Monaten aus; Selbstständige, Familien oder Menschen mit hohen Fixkosten sollten eher sechs Monatsausgaben oder mehr zurücklegen.

Warum nicht einfach auf dem Girokonto lassen?

Auf dem Girokonto vermischt sich die Reserve mit dem Alltagsgeld und ist schnell aufgebraucht. Ein separates Tagesgeldkonto schafft eine klare Grenze, ist täglich beziehungsweise kurzfristig verfügbar und wird zusätzlich verzinst.

Tagesgeld oder Festgeld für den Notgroschen?

Tagesgeld. Der Notgroschen muss jederzeit ohne Kündigungsfrist verfügbar sein – genau das bietet Tagesgeld. Festgeld bindet dein Geld für eine feste Laufzeit und eignet sich deshalb nur für Rücklagen, die du sicher länger nicht brauchst.

Sollte ich den Notgroschen anlegen, um mehr Rendite zu bekommen?

Nein. Der Zweck ist Sicherheit, nicht Rendite. In Aktien oder Fonds kann der Wert genau dann tief stehen, wenn du das Geld brauchst. Die Reserve gehört auf ein einlagengesichertes Konto ohne Kursrisiko.

Ist mein Geld auf dem Tagesgeldkonto sicher?

Ja. Tagesgeld fällt unter die gesetzliche Einlagensicherung, die Einlagen bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank schützt. Der angelegte Betrag schwankt nicht.

Was zählt zu meinen Monatsausgaben?

Alle regelmäßigen Kosten: Miete oder Kreditrate, Lebensmittel, Versicherungen, Mobilität, Strom und laufende Verträge. Diese Summe – nicht dein Einkommen – ist die Basis für die Berechnung deines Notgroschens.

Wie fange ich am besten an?

Mit einem monatlichen Dauerauftrag auf ein separates Tagesgeldkonto. So wächst die Reserve automatisch, ohne dass du daran denken musst. Auch kleine Beträge summieren sich über die Zeit.

Notgroschen aufbauen oder erst Schulden tilgen?

Meist beides in Etappen: erst ein kleiner Puffer, der eine typische unerwartete Rechnung abdeckt, dann die teuersten Verbindlichkeiten abbauen, danach die Reserve auf die volle Zielgröße bringen. Ohne Puffer landet man bei der nächsten Ausgabe wieder im Dispo.

Zählen Urlaub oder ein neues Handy als Notfall?

Nein. Ein Notfall ist unerwartet, dringend und notwendig. Fehlt eines dieser drei Merkmale, ist es eine planbare Ausgabe, für die man gesondert spart.

Muss ich die Zinsen versteuern?

Ja, Zinsen zählen zu den Kapitalerträgen. Ob die Steuer automatisch einbehalten wird, hängt davon ab, ob eine inländische auszahlende Stelle zum Steuerabzug verpflichtet ist. Ist das der Fall, wird ohne ausreichenden Freistellungsauftrag Abgeltungsteuer einbehalten. Prüfe diesen Punkt in den Angaben des jeweiligen Anbieters.

Soll ich die Reserve auf mehrere Banken verteilen?

Für die üblichen Größenordnungen ist das nicht nötig, solange du unter der Grenze der Einlagensicherung bleibst. Wichtiger ist, dass das Konto getrennt vom Girokonto geführt wird und ohne Kündigungsfrist verfügbar ist.

Wie berücksichtige ich jährliche Zahlungen?

Rechne sie auf den Monat um. Versicherungsbeiträge, Kfz-Steuer oder Rundfunkbeitrag fallen selten monatlich an, gehören aber zum laufenden Bedarf und damit in die Berechnung.

Reicht der Dispo nicht als Notfallpuffer?

Er ist verfügbar, aber in der Regel eine der teuersten Formen der Überbrückung. Ein eigener Notgroschen verursacht keine Dispozinsen und verhindert, dass du für unerwartete Ausgaben einen teuren Überziehungskredit nutzen musst.

Was ist mit einer Zinsgarantie für Neukunden?

Sie ist zeitlich befristet. Nach Ablauf gilt der reguläre Satz, deshalb solltest du die Konditionen gelegentlich prüfen. Für den Notgroschen sind Verfügbarkeit und Sicherheit aber wichtiger als der Zins.

Was mache ich, wenn ich den Notgroschen benutzt habe?

Fülle ihn nach dem Notfall wieder auf, bis der Zielbetrag erreicht ist – am einfachsten, indem du den Dauerauftrag vorübergehend wieder aktivierst. Sondereinnahmen wie eine Steuererstattung beschleunigen das deutlich. Der Notgroschen ist ein dauerhaftes Sicherheitspolster, kein einmaliges Ziel.

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