Notgroschen: wie viel Reserve du wirklich brauchst – und wo du sie am besten parkst
Bild: KI-generiert
Geschrieben von Michael Radtke · Zuletzt aktualisiert: 6. Juli 2026
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Notgroschen: wie viel Reserve du wirklich brauchst – und wo du sie am besten parkst

Ein kaputtes Auto, eine unerwartete Nachzahlung, ein Jobwechsel: Situationen, in denen du schnell an Geld kommen musst, treffen fast jeden irgendwann. Ein Notgroschen fängt genau das ab – ohne dass du Schulden machst oder Angespartes zur Unzeit verkaufen musst. Hier erfährst du, wie groß deine Reserve sein sollte und auf welchem Konto sie am besten liegt.

Auf einen Blick: Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsausgaben als Notgroschen. Dieses Geld gehört nicht aufs Girokonto und erst recht nicht in Aktien oder Fonds, sondern auf ein separates, jederzeit verfügbares und sicheres Konto – klassischerweise ein Tagesgeldkonto mit Einlagensicherung. So bleibt die Reserve geschützt, wirft ein wenig Zinsen ab und ist trotzdem sofort griffbereit, wenn du sie brauchst.

Was ist ein Notgroschen – und warum brauchst du ihn?

Der Notgroschen ist deine finanzielle Erste Hilfe: eine Reserve, die ausschließlich für echte Notfälle da ist. Sein Zweck ist nicht, Rendite zu bringen, sondern dir Sicherheit und Handlungsspielraum zu geben. Wer eine solche Reserve hat, muss bei einer unerwarteten Ausgabe weder einen teuren Dispo ziehen noch einen laufenden Sparplan oder ein Wertpapierdepot zum womöglich schlechten Zeitpunkt auflösen. Der Notgroschen ist damit das Fundament, auf dem jede weitere Geldanlage erst ruhig aufbauen kann.

Wie viel sollte es sein?

Die verbreitete Faustregel lautet: drei bis sechs Monatsausgaben. Entscheidend sind dabei deine tatsächlichen monatlichen Ausgaben, nicht dein Einkommen. Wo genau du in dieser Spanne landest, hängt von deiner Lebenssituation ab.

Eher drei Monate

  • sicheres, festes Anstellungsverhältnis,
  • keine unterhaltspflichtigen Personen,
  • geringe laufende Verpflichtungen.

Eher sechs Monate (oder mehr)

  • selbstständig oder schwankendes Einkommen,
  • Familie oder Kinder,
  • Immobilie, Auto, hohe Fixkosten.

Rechne einmal ehrlich zusammen, was du im Monat für Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Mobilität und laufende Verträge ausgibst. Multipliziere diese Summe mit drei bis sechs – und du hast deine Zielgröße.

Wohin mit dem Notgroschen? Drei einfache Kriterien

  • Jederzeit verfügbar. Du musst im Notfall sofort und ohne Kündigungsfrist an das Geld kommen. Das spricht für ein Tagesgeldkonto – und gegen Festgeld, das erst zum Laufzeitende frei wird.
  • Sicher, ohne Kursrisiko. Die Reserve darf nicht schwanken. Aktien, Fonds oder ETFs sind dafür ungeeignet, weil ihr Wert genau dann tief stehen kann, wenn du das Geld brauchst. Ein einlagengesichertes Konto schützt deinen Betrag.
  • Getrennt vom Alltagskonto. Auf dem Girokonto ist der Notgroschen zu schnell aufgebraucht. Ein separates Konto schafft eine klare Grenze zwischen Alltagsgeld und echter Reserve.

Warum das Tagesgeldkonto die naheliegende Wahl ist

Ein Tagesgeldkonto erfüllt alle drei Kriterien auf einmal: Es ist täglich verfügbar, unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und lässt sich problemlos getrennt vom Girokonto führen. Anders als Bargeld unterm Kopfkissen wirft es zudem Zinsen ab, sodass die Inflation etwas gebremst wird. Und anders als beim Festgeld bleibst du komplett flexibel – ein entscheidender Vorteil, wenn der Notfall unvorhersehbar zuschlägt.

Zwei Tagesgeldkonten für deine Reserve

Genossenschaftsbank

BBBank Tagesgeld

Die BBBank ist eine bundesweit tätige Genossenschaftsbank mit eigener Sicherungseinrichtung zusätzlich zur gesetzlichen Einlagensicherung. Das Tagesgeld ist täglich verfügbar und damit gut geeignet, um deine Reserve geschützt und verzinst zu parken – eine solide, konservative Wahl.

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Direktbank

Renault Bank direkt Tagesgeld

Die Renault Bank direkt ist eine europäische Direktbank mit französischer Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Ihr Tagesgeld ist flexibel und für Neukunden mit einer anfänglichen Zinsgarantie ausgestattet. Beachte: Als Auslandsbank führt sie die Abgeltungsteuer nicht automatisch ab – du gibst die Zinsen selbst über die Anlage KAP an.

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Mehr Angebote findest du in unseren Übersichten zur BBBank und zur Renault Bank direkt.

Häufige Fehler, die du vermeiden solltest

  • Den Notgroschen investieren. Wer die Reserve in Aktien oder Fonds steckt, riskiert, im Ernstfall mit Verlust verkaufen zu müssen. Notgroschen und Geldanlage sind zwei getrennte Dinge.
  • Alles auf dem Girokonto lassen. Dort vermischt sich die Reserve mit dem Alltagsgeld und ist schnell verbraucht – ohne dass du es merkst.
  • Bar horten. Bargeld ist weder verzinst noch besonders sicher gegen Verlust, Diebstahl oder Inflation. Ein einlagengesichertes Konto ist die bessere Heimat.
  • Zu groß denken und nie anfangen. Warte nicht, bis du sechs Monatsausgaben auf einmal übrig hast. Fang mit einem kleinen Dauerauftrag an – die Reserve wächst von selbst.

In drei Schritten zum Notgroschen

  1. Zielbetrag festlegen. Monatsausgaben zusammenrechnen und mit drei bis sechs multiplizieren.
  2. Separates Tagesgeldkonto eröffnen. Getrennt vom Girokonto, mit Einlagensicherung – so ist die Reserve klar abgegrenzt und geschützt.
  3. Automatisch befüllen. Einen monatlichen Dauerauftrag einrichten, bis der Zielbetrag erreicht ist. Danach nur noch nachfüllen, was du im Notfall entnommen hast.

Fazit

Ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben ist die wichtigste Grundlage für deine finanzielle Sicherheit – noch vor jeder Geldanlage. Er gehört auf ein separates, jederzeit verfügbares und einlagengesichertes Tagesgeldkonto, nicht ins Depot und nicht aufs Girokonto. Leg deine Zielgröße fest, eröffne ein passendes Konto und befülle es automatisch per Dauerauftrag. So bist du für das Unerwartete gewappnet, ohne Schulden machen oder Angespartes verkaufen zu müssen.

Häufige Fragen

Wie viel Notgroschen brauche ich?

Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsausgaben. Wer ein sicheres Einkommen und wenig Verpflichtungen hat, kommt eher mit drei Monaten aus; Selbstständige, Familien oder Menschen mit hohen Fixkosten sollten eher sechs Monatsausgaben oder mehr zurücklegen.

Warum nicht einfach auf dem Girokonto lassen?

Auf dem Girokonto vermischt sich die Reserve mit dem Alltagsgeld und ist schnell aufgebraucht. Ein separates Tagesgeldkonto schafft eine klare Grenze, ist ebenfalls sofort verfügbar und wird zusätzlich verzinst.

Tagesgeld oder Festgeld für den Notgroschen?

Tagesgeld. Der Notgroschen muss jederzeit ohne Kündigungsfrist verfügbar sein – genau das bietet Tagesgeld. Festgeld bindet dein Geld für eine feste Laufzeit und eignet sich deshalb nur für Rücklagen, die du sicher länger nicht brauchst.

Sollte ich den Notgroschen anlegen, um mehr Rendite zu bekommen?

Nein. Der Zweck ist Sicherheit, nicht Rendite. In Aktien oder Fonds kann der Wert genau dann tief stehen, wenn du das Geld brauchst. Die Reserve gehört auf ein einlagengesichertes Konto ohne Kursrisiko.

Ist mein Geld auf dem Tagesgeldkonto sicher?

Ja. Tagesgeld fällt unter die gesetzliche Einlagensicherung, die Einlagen bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank schützt. Der angelegte Betrag schwankt nicht.

Was zählt zu meinen Monatsausgaben?

Alle regelmäßigen Kosten: Miete oder Kreditrate, Lebensmittel, Versicherungen, Mobilität, Strom und laufende Verträge. Diese Summe – nicht dein Einkommen – ist die Basis für die Berechnung deines Notgroschens.

Wie fange ich am besten an?

Mit einem monatlichen Dauerauftrag auf ein separates Tagesgeldkonto. So wächst die Reserve automatisch, ohne dass du daran denken musst. Auch kleine Beträge summieren sich über die Zeit.

Was mache ich, wenn ich den Notgroschen benutzt habe?

Fülle ihn nach dem Notfall wieder auf, bis der Zielbetrag erreicht ist – am einfachsten, indem du den Dauerauftrag vorübergehend wieder aktivierst. Der Notgroschen ist ein dauerhaftes Sicherheitspolster, kein einmaliges Ziel.

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