Proton Drive im Überblick: verschlüsselter Cloud-Speicher aus der Schweiz statt Google Drive
Bild: KI-generiert
Geschrieben von Michael Radtke · Zuletzt aktualisiert: 1. September 2026

Proton Drive im Überblick: verschlüsselter Cloud-Speicher aus der Schweiz statt Google Drive

Proton Drive ist der Cloud-Speicher der Schweizer Proton AG. Dateien werden auf deinem Gerät verschlüsselt, bevor sie hochgeladen werden – der Anbieter kann sie danach nicht lesen, nicht auswerten und nicht für Werbung oder KI-Training verwenden. Dazu kommen automatische Fotosicherung, Freigabelinks mit Passwort und Ablaufdatum, ein Versionsverlauf und die gemeinsam nutzbaren Dokumente Proton Docs und Proton Sheets. Dieser Überblick zeigt die Funktionen, die Unterschiede zu Google Drive und OneDrive, die Grenzen und für wen sich der Wechsel lohnt.

Kurz beantwortet: Was ist Proton Drive?

Proton Drive ist ein Ende-zu-Ende-verschlüsselter Cloud-Speicher der Proton AG mit Sitz bei Genf. Dateien und Dateinamen werden auf dem Gerät verschlüsselt und erst dort wieder entschlüsselt; Proton hat keinen Zugriff auf die Inhalte. Genutzt wird der Dienst über Web sowie Apps für Windows, macOS, Android und iOS. Der kostenlose Tarif bietet bis zu 5 GB, in Proton Unlimited stehen 500 GB gemeinsamer Proton-Speicher zur Verfügung, den sich Drive mit Mail und den Dateianhängen in Proton Pass teilt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Verschlüsselung: Dateien werden vor dem Hochladen auf dem Gerät verschlüsselt, auch Dateinamen.
  • Kein Auswerten: nach Anbieterangaben keine Analyse der Inhalte, kein Verkauf von Daten, kein KI-Training damit.
  • Fotos: automatische Sicherung vom Smartphone, Ablage in Alben.
  • Teilen: Links mit Passwort und Ablaufdatum, Zugriff jederzeit widerrufbar – auch an Empfänger ohne Proton-Konto.
  • Zusammenarbeit: Proton Docs und Proton Sheets für gemeinsame Dokumente und Tabellen.
Anzeige

Proton Drive ansehen

Der Einstieg ist kostenlos möglich. Welcher Speicher in welchem Tarif enthalten ist, steht beim Anbieter – im Paket Proton Unlimited ist Drive gemeinsam mit Mail, Pass und VPN enthalten.

Anzeige

Proton Unlimited mit Einzelabos vergleichen

Wer neben Proton Drive weitere kostenpflichtige Proton-Dienste nutzen möchte, sollte die aktuellen Einzelpreise mit Proton Unlimited vergleichen. Je nach benötigten Diensten, Laufzeit und Aktion kann das Paket günstiger sein – automatisch ist es das nicht. Enthalten sind Mail, VPN, Drive, Pass, Kalender und Wallet sowie 500 GB gemeinsamer Speicher.

Aktuelle Konditionen und laufende Aktionen stehen beim Anbieter. Die 30-tägige Geld-zurück-Garantie gilt für alle Tarife.

Proton Drive Verschlüsselung: was auf dem Gerät passiert

Kurz beantwortet: Kann Proton meine Dateien sehen?

Nach Angaben des Anbieters nicht. Dateien werden bereits auf deinem Gerät verschlüsselt und verlassen es erst in diesem Zustand. Verschlüsselt sind dabei nicht nur die Inhalte, sondern auch die Dateinamen. Proton speichert damit Daten, die es selbst nicht entschlüsseln kann – und kann sie folglich weder auswerten noch für Werbung oder das Training von KI-Modellen verwenden.

Das ist der Unterschied, der die Diskussion um Cloud-Speicher eigentlich trägt. Bei den großen Anbietern liegen Dateien zwar verschlüsselt auf den Servern, der Betreiber hält aber den Schlüssel – nur so funktionieren Volltextsuche über Dokumentinhalte, automatische Bilderkennung in Fotos oder Vorschläge auf Basis dessen, was du gespeichert hast. Was als Komfort verkauft wird, setzt technisch voraus, dass jemand mitlesen kann.

Bei Ende-zu-Ende-Verschlüsselung entfällt diese Möglichkeit. Der Preis dafür ist spürbar: Eine Suche über die Inhalte deiner Dokumente kann ein solcher Dienst nicht in derselben Tiefe anbieten, und eine automatische Objekterkennung in Fotos gibt es nicht. Wer beides erwartet, sollte wissen, dass genau die Funktion fehlt, die den Schutz aushebeln würde.

Sichere Cloud-Speicher: welche Funktionen moderne Datenschutz-Tools bieten sollten – bevor du dich für einen Anbieter entscheidest, lohnt die Prüfliste: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Serverstandort, Freigaben mit Ablaufdatum und ein funktionierender Papierkorb. Der Beitrag geht die Merkmale durch, an denen sich ein ernst gemeinter Datenschutz-Speicher von einem gewöhnlichen Ordner in der Cloud unterscheidet.

Proton Drive Funktionen: Fotos, Freigaben, Versionen

FunktionWas sie leistetWofür im Alltag
Ende-zu-Ende-VerschlüsselungDateien und Dateinamen werden auf dem Gerät verschlüsseltAusweiskopien, Verträge, Steuerunterlagen
Automatische FotosicherungAufnahmen vom Smartphone werden gesichert und lassen sich in Alben ordnenDer häufigste Grund, überhaupt Cloud-Speicher zu nutzen
FreigabelinksDateien und Ordner bis zum verfügbaren Speicherlimit an andere Personen weitergeben, auch ohne Proton-KontoGroße Anhänge, die per E-Mail nicht durchgehen
ZugriffssteuerungPasswort, ablaufende Links und Widerruf des ZugriffsUnterlagen, die nicht dauerhaft offen liegen sollen
VersionsverlaufFrühere Fassungen einer Datei lassen sich zurückholenÜberschriebene Dokumente, verschlüsselte Dateien nach einem Befall
PapierkorbGelöschte Dateien bleiben zunächst wiederherstellbarDer klassische Fehlgriff beim Aufräumen
Proton Docs und SheetsGemeinsam nutzbare Dokumente und Tabellen im verschlüsselten BereichNotizen, einfache Kalkulationen, gemeinsame Textarbeit
AppsWeb, Windows, macOS, Android und iOS; für Linux ein KommandozeilenwerkzeugZugriff von allen Geräten, Synchronisierung im Hintergrund
Business-FassungEigene Tarife für Organisationen mit RechteverwaltungTeams mit Datenschutzanforderungen

← Tabelle seitlich scrollen →

Funktionsangaben des Anbieters, Stand September 2026. Welche Funktion in welchem Tarif enthalten ist, steht beim Anbieter.

Der Versionsverlauf ist dabei der am meisten unterschätzte Punkt. Er kann nach versehentlichem Überschreiben oder bestimmten Ransomware-Angriffen eine wichtige Wiederherstellungsmöglichkeit sein – etwa wenn ein Schädling Dateien lokal verschlüsselt und die Synchronisierung diesen Zustand in die Cloud überträgt. Er ersetzt jedoch kein unabhängiges Backup und hilft nicht in jedem Angriffsszenario.

Dateien teilen mit Passwort und Ablaufdatum

Freigaben sind der Punkt, an dem in der Praxis die meisten Daten abfließen – nicht durch Angriffe, sondern durch Links, die jahrelang offen bleiben. Proton Drive erzeugt Freigabelinks, die sich mit einem Passwort schützen und mit einem Ablaufdatum versehen lassen; der Zugriff kann außerdem jederzeit widerrufen werden. Empfänger brauchen kein eigenes Konto.

Für den Alltag heißt das: Der Handwerker bekommt die Fotos des Schadens für zwei Wochen, nicht für immer. Die Steuerunterlagen gehen mit Passwort an die Kanzlei, nicht als offener Link in einer E-Mail, die später weitergeleitet wird. Und wenn der Empfänger die Datei hat, wird der Link geschlossen.

Praxistipp

Setze das Ablaufdatum als Regel, nicht als Ausnahme. Offene Freigabelinks sind eine der häufigsten Ursachen dafür, dass Unterlagen Jahre später noch abrufbar sind – oft, ohne dass der Ersteller sich daran erinnert. Ein Link mit zwei Wochen Laufzeit erledigt dasselbe und schließt sich von selbst.

Proton Docs und Proton Sheets: Zusammenarbeit im verschlüsselten Bereich

Mit Proton Docs und Proton Sheets gehören ein Textdokument und eine Tabellenkalkulation zum Dienst, die sich gemeinsam bearbeiten lassen. Beide liegen im verschlüsselten Bereich und stehen grundsätzlich schon im kostenlosen Drive-Tarif zur Verfügung.

Ehrlich eingeordnet: Proton Docs und Proton Sheets erreichen noch nicht in allen Bereichen die Funktionsbreite etablierter Office-Suiten. Für Textarbeit, Tabellen, Formeln und Zusammenarbeit decken sie inzwischen deutlich mehr als reine Grundfunktionen ab. Wer komplexe Automatisierung, Spezialfunktionen oder tiefe Unternehmensintegration benötigt, sollte den aktuellen Funktionsumfang vor dem Wechsel prüfen.

Proton Drive Free vs. Drive Plus: Speicher und Tarife im Vergleich

Kurz beantwortet: Wie viel Speicher gibt es kostenlos?

Proton Drive Free bietet 5 GB Speicher. Drive Plus erhöht das Kontingent auf 200 GB und ermöglicht einen Versionsverlauf von bis zu zehn Jahren. Im kostenlosen Tarif werden bis zu zehn Versionen beziehungsweise Versionen der vergangenen sieben Tage gespeichert – je nachdem, welche Grenze zuerst erreicht wird. Proton Unlimited enthält 500 GB gemeinsamen Proton-Speicher, der vor allem von Drive und Mail genutzt wird; auch Dateianhänge in Proton Pass werden darauf angerechnet.

Der gemeinsame Speicher ist der Punkt, an dem sich Proton von den meisten Anbietern unterscheidet, und er wird regelmäßig falsch verstanden. Es gibt kein Kontingent je Dienst. Wer ein Postfach mit vielen Anhängen führt und gleichzeitig die Fotogalerie sichert, teilt sich denselben Vorrat. Für die Planung heißt das: erst den größten Posten schätzen, meistens die Fotos, dann den Rest.

Proton Unlimited im Überblick: Mail, VPN, Drive, Pass und mehr – wer Drive dauerhaft nutzen will, landet fast immer bei der Frage nach dem Paket. Der Beitrag zeigt, welche Dienste enthalten sind, wie sich der gemeinsame Speicher verteilt und wann sich das Bündel gegenüber Einzelabos rechnet.

Proton Drive gegen Google Drive, Dropbox und OneDrive

Kurz beantwortet: Was unterscheidet Proton Drive von Google Drive und Dropbox?

Bei Proton Drive sind Dateien und Dateinamen standardmäßig Ende-zu-Ende verschlüsselt. Bei klassischen Cloud-Diensten können die Standardkonfigurationen dagegen serverseitige Verarbeitung von Inhalten ermöglichen, was unter anderem umfangreiche Suche und Analyse erleichtert. Zusätzliche Verschlüsselungs- oder Schlüsselverwaltungsoptionen können je nach Anbieter und Unternehmenstarif davon abweichen.

KriteriumProton DriveGoogle DriveDropboxOneDrive
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung im StandardJaNeinNeinNein
Dateinamen verschlüsseltJaNeinNeinNein
Anbieter kann Inhalte auswertenNeinTechnisch möglichTechnisch möglichTechnisch möglich
Sitz und RechtsraumSchweizUSAUSAUSA
Freigaben mit Passwort und AblaufdatumJaJe nach TarifJe nach TarifJe nach Tarif
VersionsverlaufJaJaJaJa
Volltextsuche über InhalteEingeschränktUmfangreichUmfangreichUmfangreich
Office-ZusammenarbeitDocs und Sheets, bewusst schlankSehr umfangreichÜber Anbindung an FremdanbieterSehr umfangreich
Linux-Desktop-AppKommandozeile und WebKeine offizielleJaKeine offizielle

← Tabelle seitlich scrollen →

Einordnung anhand der Angaben der jeweiligen Anbieter für die Privatprodukte in Standardkonfiguration, Stand September 2026. Kein unabhängiger Test; Funktionsumfang und Tarifzuordnung ändern sich regelmäßig.

Die Zeilen zur Suche und zur Zusammenarbeit sind bewusst nicht geschönt. Sie zeigen den Preis einer standardmäßigen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung – und genau darin liegt die Entscheidung. Für Urlaubsfotos und Musikdateien wiegt der Komfort schwerer. Für Ausweiskopien, Arztunterlagen, Verträge, Steuerbelege und Mandantendaten kehrt sich das Verhältnis um: Dort zählt nicht, wie gut die Suche funktioniert, sondern wer die Dateien im Zweifel öffnen kann.

Fair bleibt auch: Die großen Anbieter verschlüsseln Übertragung und Speicherung ebenfalls. Der Unterschied liegt in der Standardkonfiguration – dort ist eine serverseitige Verarbeitung der Inhalte möglich, was umfangreiche Suche, Objekterkennung und die Einbindung in Büropakete erleichtert. Je nach Anbieter und Unternehmenstarif gibt es zusätzliche Verschlüsselungs- und Schlüsselverwaltungsoptionen.

Proton Drive Sicherheit und Datenschutz: Welche Daten Proton sehen kann

Kurz beantwortet: Kann Proton bei Drive wirklich gar nichts sehen?

Nicht ganz. Dateien, Datei- und Ordnernamen sowie Thumbnail-Vorschauen sind Ende-zu-Ende verschlüsselt, und Proton speichert auch nicht die ursprüngliche unverschlüsselte Dateigröße. Für den Betrieb bleiben jedoch bestimmte Metadaten sichtbar, darunter Erstellungs- und Änderungszeiten, Berechtigungen und der Benutzer, der eine Datei hochgeladen hat. Bei Freigabelinks fallen zusätzlich technische Daten wie Erstellungszeit, letzter Zugriff und Anzahl der Aufrufe an. Die Drive-Server stehen laut Proton ausschließlich in der Schweiz, Deutschland oder Norwegen.

Eine Ausnahme betrifft Freigabelinks: Übermittelt eine Person, die selbst Zugriff besitzt, Proton den Freigabelink und gegebenenfalls das dafür gesetzte Passwort, kann Proton auf den freigegebenen Inhalt zugreifen – etwa wenn ein Missbrauch gemeldet wird. Im normalen Betrieb besitzt Proton den dafür notwendigen Schlüssel beziehungsweise das Freigabegeheimnis nicht.

Diese Unterscheidung ist wichtiger, als sie klingt. Verschlüsselte Inhalte sagen nichts darüber aus, welche Randdaten anfallen – und Randdaten sind bei jedem Dienst nötig, der Dateien synchronisieren, Berechtigungen prüfen und Freigaben verwalten soll. Wer beurteilen will, wie datensparsam ein Cloud-Speicher wirklich ist, muss deshalb beide Ebenen getrennt betrachten: Was ist verschlüsselt, und was muss der Betrieb sehen?

Gegenüber den großen Anbietern ist der Unterschied trotzdem deutlich. Dort sind nicht nur Metadaten, sondern in der Standardkonfiguration auch die Inhalte serverseitig verarbeitbar. Bei Proton Drive beschränkt sich das Sichtbare auf die Betriebsdaten.

Cloud-Speicher ist kein Backup

Ehrlich eingeordnet

Synchronisierung ist kein Backup. Liegen Daten ausschließlich in Proton Drive, existiert nur eine Kopie – wird lokal gelöscht, landet die Datei zunächst im Papierkorb; wird sie dort dauerhaft gelöscht, ist auch diese Wiederherstellungsmöglichkeit weg. Bleibt das Original zusätzlich auf dem Gerät, ist die Cloud sehr wohl eine zweite Kopie; für ein belastbares Konzept braucht es aber eine unabhängige dritte Sicherung und, wenn es um das ganze System geht, ein Abbild.

Der Versionsverlauf mildert das Problem, hebt es aber nicht auf. Er hilft bei einzelnen überschriebenen Dateien und nach einem Verschlüsselungstrojaner. Er hilft nicht, wenn du das Konto verlierst, wenn ein Ordner endgültig gelöscht wurde oder wenn du nach einem Gerätedefekt ein vollständiges System zurückspielen musst.

Festplatte sichern und ein System-Image erstellen – der Beitrag zeigt, wie eine Sicherung aussieht, die im Ernstfall wirklich trägt, und welche drei Fehler dafür sorgen, dass die vorhandene Kopie im entscheidenden Moment nutzlos ist. Das ist die passende Ergänzung zu einem verschlüsselten Cloud-Speicher.

Gelöschte Dateien wiederherstellen – der Fall tritt in der Praxis viel häufiger ein als ein Angriff von außen: Niemand Fremdes löscht die Daten, man räumt selbst im falschen Ordner auf. Neben dem Papierkorb gibt es weitere Wege, und die Erfolgsaussichten hängen vor allem davon ab, was in den Minuten danach passiert.

USB-Stick für Tails und verschlüsselte Backups – die dritte Kopie gehört auf einen Datenträger, den du in der Hand hältst und der ohne Internet und ohne Konto funktioniert. Worauf es bei Haltbarkeit, Gehäuse und Schutzklasse ankommt, steht im Beitrag.

Proton Drive Nachteile und Grenzen

  • Eingeschränkte Suche. Weil der Anbieter die Inhalte nicht liest, gibt es keine Volltextsuche über Dokumente und keine automatische Objekterkennung in Fotos.
  • Linux ohne grafische App. Für Linux stellt Proton ein Kommandozeilenwerkzeug bereit; die Weboberfläche funktioniert, eine Desktop-Synchronisierung wie unter Windows und macOS fehlt.
  • Office-Funktionen bewusst schlank. Docs und Sheets decken die Grundlagen ab, ersetzen aber kein vollwertiges Büropaket.
  • Geteilter Speicher. Der Vorrat wird mit Mail und den Anhängen in Pass geteilt – es gibt kein Kontingent je Dienst.
  • Kein Zugriff ohne Wiederherstellung. Bei verschlüsselten Daten kann der Anbieter nicht aushelfen, wenn keine Wiederherstellungsmethode eingerichtet war.

Der letzte Punkt verdient eine Präzisierung, weil er oft übertrieben wird. Ein vergessenes Passwort bedeutet nicht automatisch Datenverlust: Proton unterscheidet zwischen der Wiederherstellung des Kontos und der Wiederherstellung der verschlüsselten Daten. Für Letztere gibt es mehrere Wege – die Recovery-Phrase, eine Wiederherstellungsdatei, ein Geräte-Datenbackup oder das noch bekannte bisherige Passwort. Voraussetzung ist, dass eine dieser Methoden vor dem Zurücksetzen eingerichtet war.

Proton Drive einrichten: Umstieg in fünf Schritten

  1. Wiederherstellung einrichtenZuerst die Recovery-Phrase erzeugen und offline verwahren, dazu eine zweite Methode. Bei verschlüsseltem Speicher entscheidet das darüber, ob ein vergessenes Passwort ein Ärgernis oder ein Datenverlust ist.
  2. Mit den sensiblen Unterlagen anfangenNicht alles auf einmal hochladen. Ausweiskopien, Verträge, Steuerbelege und Arztunterlagen zuerst – dort ist der Gewinn am größten.
  3. Fotosicherung aktivierenDie automatische Sicherung auf dem Smartphone einschalten und den Speicherbedarf beobachten. Fotos sind fast immer der größte Posten.
  4. Freigaben aufräumenBeim alten Anbieter prüfen, welche Links noch offen sind, und sie schließen. Ein Umzug nützt wenig, wenn die alten Freigaben weiterlaufen.
  5. Zweite Kopie anlegenEine unabhängige Sicherung auf einem Datenträger zu Hause, damit die Cloud nicht die einzige Kopie ist.

Daten sicher löschen – nach dem Umzug bleibt beim alten Anbieter und oft auf einem alten Gerät eine Kopie zurück. Einfaches Löschen oder Formatieren genügt dafür nicht. Der Beitrag zeigt, wie du Festplatte, SSD und ganze Rechner endgültig bereinigst, bevor sie verkauft oder entsorgt werden.

Proton Mail im Überblick: verschlüsselte E-Mail aus der Schweiz mit 7 von 7 Kriterien im BSI-Check – Mail und Drive teilen sich denselben Speicher und dieselbe Verschlüsselungslogik. Der Beitrag erklärt den Unterschied zwischen Ende-zu-Ende- und Zero-Access-Verschlüsselung im Postfach und zeigt, wie der Dienst im E-Mail-Sicherheitscheck des BSI abschneidet.

Proton Pass im Überblick: Passwortmanager mit Aliassen, Passkeys und Dark-Web-Überwachung – Dateianhänge im Passwortmanager zählen auf denselben Proton-Speicher wie Drive. Der Beitrag zeigt, was dort sinnvollerweise hineingehört – Backup-Codes, Wiederherstellungsschlüssel, Ausweisdokumente – und wie Aliasse und Passkeys zusammenspielen.

Glossar: die wichtigsten Begriffe

Ende-zu-Ende-VerschlüsselungDateien werden auf dem Gerät verschlüsselt und erst dort wieder entschlüsselt. Der Anbieter speichert nur unlesbare Daten.
Gemeinsamer Proton-SpeicherEin Vorrat für mehrere Dienste. Genutzt wird er vor allem von Drive und Mail; auch Anhänge in Proton Pass zählen darauf.
VersionsverlaufFrühere Fassungen einer Datei bleiben erhalten und lassen sich zurückholen – wichtig nach versehentlichem Überschreiben und nach einem Verschlüsselungstrojaner.
FreigabelinkVerweis auf eine Datei, den auch Empfänger ohne Konto öffnen können. Bei Proton Drive mit Passwort, Ablaufdatum und Widerruf.
SynchronisierungAbgleich zwischen Gerät und Cloud. Sie hält Stände gleich – und überträgt deshalb auch Löschungen und Schäden.
BackupEine unabhängige Kopie, die von den Änderungen am Original nicht berührt wird. Synchronisierung allein erfüllt das nicht.
Recovery-PhraseWortfolge zur Wiederherstellung des Kontos und verschlüsselter Daten. Muss vor dem Ernstfall eingerichtet und offline verwahrt werden.
Proton Docs und SheetsDokument und Tabelle im verschlüsselten Bereich, gemeinsam bearbeitbar. Bewusst schlanker als große Büropakete.

Proton Drive Bewertung 2026: für wen sich der Wechsel lohnt

Proton Drive ist vor allem für alle interessant, die konkrete Unterlagen in der Cloud ablegen: Ausweiskopien, Verträge, Steuerbelege, Arztunterlagen, Mandanten- oder Kundendaten. Dort wiegt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schwerer als jede Komfortfunktion. Der kostenlose Tarif mit bis zu 5 GB reicht zum Ausprobieren und für die wichtigsten Dokumente; wer die Fotogalerie mitnimmt, braucht das Paket. Die Grenzen sind klar benannt: eingeschränkte Suche, schlanke Office-Werkzeuge, keine grafische Linux-App und ein Speicher, den sich mehrere Dienste teilen. Und unabhängig vom Anbieter gilt: Ein Cloud-Speicher ersetzt kein Backup.

Häufige Fragen zu Proton Drive

Was ist Proton Drive?

Ein Ende-zu-Ende-verschlüsselter Cloud-Speicher der Proton AG mit Sitz bei Genf. Dateien und Dateinamen werden auf dem Gerät verschlüsselt, bevor sie hochgeladen werden. Genutzt wird der Dienst über Web sowie Apps für Windows, macOS, Android und iOS; für Linux stellt Proton ein Kommandozeilenwerkzeug bereit.

Wie viel Speicher ist kostenlos?

Der kostenlose Proton-Tarif bietet bis zu 5 GB für Drive, freigeschaltet nach Erledigung der Startaufgaben. Mehr Speicher gibt es über Proton Drive Plus oder über Proton Unlimited mit 500 GB gemeinsamem Proton-Speicher.

Kann Proton meine Dateien lesen?

Nach Angaben des Anbieters kann Proton regulär nicht auf deine Dateien zugreifen. Inhalte, Datei- und Ordnernamen sowie Vorschaubilder sind Ende-zu-Ende verschlüsselt. Eine Ausnahme besteht bei Freigabelinks, wenn eine zugriffsberechtigte Person Proton den Link und gegebenenfalls das Zugriffspasswort übermittelt, etwa im Rahmen einer Missbrauchsmeldung.

Teilt sich Proton Drive den Speicher mit anderen Diensten?

Ja. Der Proton-Speicher ist ein gemeinsamer Vorrat, kein Kontingent je Dienst. Genutzt wird er vor allem von Drive und Mail; auch Dateianhänge in Proton Pass werden darauf angerechnet. Wer viele Fotos sichert und ein volles Postfach führt, sollte das einplanen.

Kann ich Dateien mit Personen ohne Proton-Konto teilen?

Ja. Freigabelinks funktionieren auch für Empfänger ohne eigenes Konto. Der Zugriff lässt sich mit einem Passwort schützen, mit einem Ablaufdatum versehen und jederzeit widerrufen.

Gibt es einen Versionsverlauf?

Ja, frühere Fassungen einer Datei lassen sich zurückholen. Das hilft nicht nur bei versehentlich überschriebenen Dokumenten, sondern auch nach einem Verschlüsselungstrojaner, dessen Änderungen die Synchronisierung sonst in die Cloud überträgt.

Ersetzt Proton Drive ein Backup?

Nein. Synchronisierung ist kein Backup: Liegen Daten ausschließlich in der Cloud, existiert nur eine Kopie. Bleibt das Original zusätzlich lokal, ist die Cloud eine zweite Kopie – für ein belastbares Konzept braucht es eine unabhängige dritte Sicherung und bei Bedarf ein System-Image.

Was passiert, wenn ich mein Passwort vergesse?

Proton unterscheidet zwischen Konto- und Datenwiederherstellung. Für verschlüsselte Daten kommen die Recovery-Phrase, eine Wiederherstellungsdatei, ein Geräte-Datenbackup oder das noch bekannte bisherige Passwort infrage. Voraussetzung ist, dass eine dieser Methoden vor dem Zurücksetzen eingerichtet war – deshalb gehört das an den Anfang.

Funktioniert Proton Drive unter Linux?

Die Weboberfläche funktioniert, dazu stellt Proton ein Kommandozeilenwerkzeug bereit. Eine grafische Desktop-Synchronisierung wie unter Windows und macOS gibt es derzeit nicht.

Sind Proton Docs und Sheets ein Ersatz für Word und Excel?

Für Textarbeit, Tabellen, Formeln und Zusammenarbeit decken sie inzwischen deutlich mehr als reine Grundfunktionen ab und liegen dabei im verschlüsselten Bereich. Die Funktionsbreite etablierter Office-Suiten erreichen sie noch nicht in allen Bereichen. Wer komplexe Automatisierung, Spezialfunktionen oder tiefe Unternehmensintegration braucht, sollte den aktuellen Stand vor dem Wechsel prüfen.

Was ist der Unterschied zu Google Drive?

Vor allem die Verschlüsselung und damit die Frage, wer die Dateien öffnen kann. Bei Proton Drive geschieht die Verschlüsselung auf dem Gerät, der Anbieter hält keinen Schlüssel. Der Preis dafür ist eine eingeschränkte Suche über Inhalte und keine automatische Objekterkennung in Fotos, weil beides Zugriff auf die Inhalte voraussetzt.

Wer steht hinter Proton Drive?

Die Proton AG mit Sitz in Plan-les-Ouates bei Genf, gegründet 2014 von Wissenschaftlern, die sich am CERN kennengelernt hatten. Hauptaktionärin ist die gemeinnützige Proton Foundation; nach Angaben des Unternehmens gibt es keine Venture-Capital-Investoren. Finanziert wird über Abonnements.

Proton VPN im Überblick: Schweizer VPN mit Secure Core, NetShield und kostenlosem Tarif – der verschlüsselte Speicher schützt die Dateien, das VPN den Netzwerkverkehr beim Hoch- und Herunterladen. Der Beitrag zeigt, was Secure Core und NetShield leisten und was der kostenlose Tarif bietet.

Proton Lumo im Überblick: KI-Assistent aus der Schweiz mit No-Logs und Zero-Access-Verlauf – wer Dokumente verschlüsselt ablegt, stellt beim KI-Chat dieselbe Frage. Der Beitrag erklärt, wie der Assistent desselben Anbieters mit Eingaben umgeht und wo die Grenzen liegen.

Weiterlesen

Datenleck: was tun, wenn deine Daten im Netz gelandet sind – der Grund, warum die Verschlüsselung beim Anbieter überhaupt zählt: Bei einem Einbruch beim Dienstleister entscheidet sie darüber, ob Angreifer lesbare Dateien erbeuten oder unbrauchbare Datenblöcke. Der Beitrag zeigt, wie du Betroffenheit prüfst und in welcher Reihenfolge du reagierst.

Chatcontrol und CSAR: wenn der Staat an deine Verschlüsselung will – jede technische Zusage steht unter dem Vorbehalt der Rechtslage. Der Beitrag ordnet die europäische Debatte um das Scannen verschlüsselter Inhalte ein und erklärt, was ein Aufweichen praktisch bedeuten würde.

Quantencomputer: wann heutige Verschlüsselungen zum Sicherheitsrisiko werden könnten – besonders relevant für Daten, die heute abgegriffen und später entschlüsselt werden. Bei einem Cloud-Speicher, in dem Unterlagen jahrelang liegen, ist das keine ferne Frage.

Produktangaben nach der Dokumentation des Anbieters und den Partnerunterlagen, Stand September 2026. Funktionsumfang und Tarifzuordnung können sich ändern.

Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben →
Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin →