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Trade Republic Kinderdepot: Geld für Kinder anlegen
Mit dem Kinderdepot können Eltern schon ab einem Euro auf den Namen ihres Kindes in ETFs und Aktien investieren – kostenlos, komplett per App und mit den Steuerfreibeträgen des Kindes. Dazu kommen zwei Besonderheiten: eine ETF-Kostenerstattung und die Möglichkeit, Verwandte als „Sparpaten" einzuladen. Dieser Ratgeber zeigt, wie das Kinderdepot funktioniert, welche Steuervorteile zählen und wo die Grenzen liegen.
Trade Republic Kinderdepot auf einen Blick
| Produkt | Wertpapierdepot auf den Namen des Kindes (Junior-Depot) |
| Anbieter | Trade Republic, Berlin – BaFin-Vollbank |
| Kosten | Depotführung & Sparpläne kostenlos; 1 € pro Einzeltrade |
| Sparrate | ab 1 € pro Monat, jederzeit anpassbar |
| Eröffnung | digital in der App, ab Geburt bis 17,5 Jahre; beide Elternteile mit TR-Konto |
| Steuervorteil | Sparer-Pauschbetrag (1.000 €) + Grundfreibetrag des Kindes |
| Extras | „Kindergeld" (ETF-Kostenerstattung) & Sparpaten-Funktion |
Risikohinweis: Ein Kinderdepot ist ein Wertpapierdepot. Kurse schwanken, Verluste sind möglich; für investiertes Kapital gibt es keine Einlagensicherung. Historische Wertentwicklungen sind keine Garantie für die Zukunft. Steuerliche Angaben sind allgemein und ersetzen keine Steuerberatung.
Was ist das Kinderdepot?
Das Kinderdepot ist ein separates Wertpapierdepot, das rechtlich auf den Namen des Kindes läuft – das Kind ist von Anfang an Eigentümer, die Eltern verwalten das Vermögen treuhänderisch. Mit dem 18. Geburtstag geht die volle Verfügung an das Kind über. Eröffnet wird das Depot digital in der App (ab Geburt bis 17,5 Jahre); dafür benötigen beide Erziehungsberechtigten ein eigenes Trade-Republic-Konto und stimmen der Eröffnung zu. Es gelten keine Handelsbeschränkungen: Aktien, ETFs und weitere Anlageklassen sind besparbar, Sparpläne starten ab 1 €.
Der Steuervorteil – und seine Bedingungen
Weil das Depot dem Kind gehört, greifen dessen eigene Freibeträge: der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € plus der Grundfreibetrag (2026 rund 12.000 €). Daraus ergibt sich die Werbeaussage von „über 13.000 € steuerfreien Erträgen pro Jahr und Kind". Wichtig ist das Kleingedruckte: Für den Sparer-Pauschbetrag hinterlegen Sie einen Freistellungsauftrag in der App; für den Grundfreibetrag brauchen Sie eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV) vom Finanzamt. In die Grenze zählen alle Einkünfte des Kindes (z. B. Ferienjob), und hohe Erträge setzen ein großes Depot voraus. Zudem kann das Vermögen später bei BAföG und der beitragsfreien Familienversicherung eine Rolle spielen – ein Grund für vorausschauende Planung.
„Trade Republic Kindergeld": was dahintersteckt
Das viel beworbene „Kindergeld" ist keine staatliche Leistung und kein frei verwendbarer Bonus, sondern eine ETF-Kostenerstattung: Für ausgewählte Vanguard-ETFs (u. a. FTSE All-World, ESG Global All Cap, LifeStrategy 80) erstattet Trade Republic die laufenden Fondskosten (TER) und reinvestiert sie monatlich in denselben ETF – bis zum 18. Geburtstag. Das Besparen dieser ETFs wird damit hinsichtlich der Fondskosten praktisch kostenfrei. Der Effekt ist real, beschränkt sich aber auf diese wenigen Fonds; andere Anbieter erstatten die TER teils für deutlich mehr ETFs.
Sparpaten: gemeinsam für das Kind sparen
Über die Sparpaten-Funktion können Sie Großeltern, Paten oder Freunde per Einladungslink einbinden. Diese zahlen ab 1 € per Lastschrift ein – ganz ohne eigenes Trade-Republic-Konto, denn das Kinderdepot hat eine eigene IBAN. So wird aus Geburtstags- oder Weihnachtsgeld ein sinnvoller, langfristiger Beitrag zum Vermögensaufbau. Die Beiträge lassen sich jederzeit anpassen oder pausieren.
Vorteile & Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Kostenlos, Sparplan ab 1 €, komplett per App | Kursrisiko – keine Einlagensicherung fürs Investment |
| Steuerfreibeträge des Kindes nutzbar | Mit 18 volle Kontrolle des Kindes – Eltern kein Einfluss |
| ETF-Kostenerstattung bei ausgewählten Vanguard-ETFs | „Kindergeld" nur für wenige Fonds; kein Staatsgeld |
| Sparpaten-Funktion für Familie & Freunde | Vermögen zählt ggf. bei BAföG/Familienversicherung |
Für wen eignet sich das Kinderdepot?
Das Kinderdepot passt für Eltern und Angehörige, die früh, regelmäßig und langfristig per ETF-Sparplan für ein Kind vorsorgen möchten und dabei Kursschwankungen aushalten. Der lange Anlagehorizont bis zur Volljährigkeit spielt dem Zinseszinseffekt in die Hände. Wer die volle Kontrolle behalten oder das Geld flexibel für die Familie einsetzen möchte, kann alternativ auf den eigenen Namen sparen – verliert dann aber die Steuerfreibeträge des Kindes.
Häufige Fragen
Was kostet das Kinderdepot?
Depotführung und Sparpläne sind kostenlos; pro Einzeltrade fällt 1 € an. Bei ausgewählten Vanguard-ETFs wird die Fondskosten-Erstattung („Kindergeld") gutgeschrieben.
Wem gehört das Depot?
Rechtlich dem Kind – von Anfang an. Die Eltern verwalten es treuhänderisch, mit 18 erhält das Kind die volle Verfügung.
Wie viel bleibt steuerfrei?
Sparer-Pauschbetrag (1.000 €) plus Grundfreibetrag (rund 12.000 €). Für den Grundfreibetrag ist eine NV-Bescheinigung nötig; es zählen alle Einkünfte des Kindes.
Können auch Großeltern einzahlen?
Ja, über die Sparpaten-Funktion per Einladungslink – ab 1 € und ohne eigenes Trade-Republic-Konto.
Fazit
Das Trade Republic Kinderdepot ist ein sehr günstiger, moderner Weg, um früh für ein Kind Vermögen aufzubauen – mit Sparplänen ab 1 €, den Steuerfreibeträgen des Kindes und praktischen Extras wie Sparpaten und ETF-Kostenerstattung. Man sollte wissen, dass „Kindergeld" hier eine TER-Erstattung meint und dass das Geld mit 18 dem Kind gehört. Für einen langen Anlagehorizont überwiegen die Chancen aber deutlich – vorausgesetzt, Sie halten die Schwankungen des Kapitalmarkts durch.
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Über den Autor: Michael Radtke schreibt auf alarm.de verständlich über Finanzen & Kredit, digitale Sicherheit und Krypto. Alle Beiträge des Autors ansehen →