Depot zu CapTrader übertragen: Wechsel ohne Verkauf – Schritt für Schritt
Depot zu CapTrader übertragen: Wenn du deine Wertpapiere von einer Bank oder einem anderen Broker zu CapTrader holen willst, musst du sie dafür nicht verkaufen. Ein Depotübertrag ohne Eigentümerwechsel ist grundsätzlich steuerneutral, wird bei CapTrader im Client Portal digital angestoßen und beim Eingang von CapTrader nicht berechnet. Dieser Ratgeber zeigt, wie der Depotwechsel abläuft, was übertragbar ist, wie lange er dauern kann – und warum du Anschaffungsdaten beziehungsweise Einstandskurse vor und nach dem Übertrag sorgfältig prüfen solltest.
Der Depotübertrag in 30 Sekunden
- Steuerneutral: Ein Übertrag ohne Eigentümerwechsel ist kein Verkauf – die Gewinne bleiben unrealisiert.
- Empfang bei CapTrader ohne Gebühr: Bei deutschen Privatkundendepots darf die abgebende Bank für den reinen Übertrag grundsätzlich kein eigenes Entgelt verlangen.
- Auftrag bei CapTrader digital über das Client Portal; je nach abgebendem Broker kann zusätzlich dessen eigener Übertragungsauftrag nötig sein.
- Wichtig: Achte auf die Übertragung der Einstandskurse – sonst musst du sie selbst nachpflegen.
- Nicht alles ist übertragbar: Werte müssen bei CapTrader handelbar sein, Pennystocks etwa nicht.
- Dauer: nicht pauschal festzulegen; während des Übertrags ist der Zugriff auf die Positionen zeitweise eingeschränkt.
Risiko- und Beratungshinweis: Dieser Beitrag erklärt allgemeine Abläufe und ist keine Steuer- oder Anlageberatung. Steuerliche Folgen hängen von deiner persönlichen Situation ab; im Zweifel hilft ein Steuerberater. Geldanlage ist mit Verlustrisiken verbunden. Maßgeblich sind immer die aktuellen Angaben von CapTrader.
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Konditionen und Voraussetzungen ändern sich – beim Anbieter stehen sie tagesaktuell und verbindlich.
Depotübertrag zu CapTrader ansehenAblauf, Voraussetzungen und Formulare beim Anbieter prüfenWas ist ein Depotübertrag – und warum ist er steuerneutral?
Bei einem Depotübertrag wandern deine Wertpapiere als Sachwerte von deinem alten Depot zu CapTrader – sie werden nicht verkauft und wieder gekauft, sondern umgebucht. Solange dabei kein Eigentümerwechsel stattfindet, der Inhaber auf altem und neuem Depot also identisch ist, ist das kein steuerpflichtiger Vorgang: Kursgewinne bleiben unrealisiert, beim Wechsel fällt keine Abgeltungsteuer an. Erst eine spätere tatsächliche Veräußerung kann – abhängig von Gewinn, Anschaffungszeitpunkt und deiner steuerlichen Situation – steuerliche Folgen haben.
Genau das macht den Übertrag für Bestandsdepots attraktiv. Wer die Positionen stattdessen verkauft und beim neuen Broker neu kauft, realisiert vorhandene Gewinne oder Verluste. Steuerpflichtige realisierte Gewinne können dabei Abgeltungsteuer auslösen; wie hoch die tatsächliche Belastung ausfällt, hängt unter anderem vom Anschaffungszeitpunkt, der Verlustverrechnung, dem Sparer-Pauschbetrag und der persönlichen steuerlichen Situation ab – Geld, das dann nicht mehr für dich arbeitet. Wie die Besteuerung von Kapitalerträgen grundsätzlich funktioniert, erklärt der Beitrag zu Abgeltungsteuer, Kapitalertragsteuer und Anlage KAP.
Der wichtigste Punkt überhaupt – die Einstandskurse: Werden die ursprünglichen Anschaffungsdaten beim Übertrag nicht übernommen, solltest du sie im Client Portal unter Berichte, Steuerdokumente, Positionstransfer im Punkt „Kostenbasis“ selbst ergänzen. Das Nachtragen im Client Portal ersetzt allerdings nicht die eigene Dokumentation: Bewahre die ursprünglichen Kaufabrechnungen des alten Brokers mit Kaufdatum, Stückzahl und Anschaffungskosten auf. Bei Überträgen zwischen inländischen auszahlenden Stellen bestehen gesetzliche Regeln zur Übermittlung der Anschaffungsdaten; beim Transfer auf ein im Ausland geführtes Depot solltest du dich nicht darauf verlassen, dass sämtliche steuerlichen Anschaffungsdaten automatisch und korrekt übernommen werden. Du solltest sie nachvollziehbar dokumentieren und gegenüber dem Finanzamt bei Bedarf belegen können.
Was kostet der Depotübertrag?
| Posten | Einordnung |
|---|---|
| Depotübertrag zu CapTrader (Empfang) | wird von CapTrader nicht berechnet |
| Abgebende deutsche Bank (Privatkundendepot) | für den reinen Depotübertrag grundsätzlich kein eigenes Entgelt; tatsächlich anfallende Fremdkosten können weitergegeben werden |
| Ausländische Broker und andere Kontotypen | hier können abweichende Gebühren gelten – vorab beim abgebenden Institut erfragen |
| Lagerstellenwechsel (Umschreibung der Handelswährung) | Sonderfall, wird gesondert berechnet |
| DRS-Transfer | Sonderfall, wird gesondert berechnet |
| Depotführung nach dem Übertrag | keine laufende Depotgebühr |
CapTrader selbst erhebt für den Eingang also keine Gebühr. Und für deutsche Privatkundendepots hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Banken für die reine Herausgabe beziehungsweise Übertragung von Wertpapieren grundsätzlich kein eigenes Entgelt verlangen dürfen – tatsächlich anfallende Fremdkosten sind davon zu trennen. Nur Sonderfälle wie der Lagerstellenwechsel oder ein DRS-Transfer werden bei CapTrader gesondert abgerechnet. Die aktuellen Beträge stehen beim Anbieter und sind dort verbindlich – wir geben sie hier bewusst nicht wieder, weil sie sich ändern können. Wie sich die laufenden Handelskosten nach dem Wechsel darstellen, zeigt der Überblick zu den CapTrader-Kosten und -Gebühren.
Was ist übertragbar – und was nicht?
Vor dem Wechsel lohnt ein kurzer Blick, ob deine Positionen überhaupt mitkommen. Maßgeblich ist, ob ein Wert bei CapTrader handelbar ist – das prüfst du vorab über die Wertpapiersuche:
Übertragbar
- Werte, die bei CapTrader handelbar sind (per Wertpapiersuche prüfbar)
- Gesamt- und Teilüberträge
- auch Mitarbeiteraktien
- gängige Aktien, ETFs und Anleihen
Nicht übertragbar
- Pennystocks und PinkSheets
- Werte, die bei CapTrader nicht handelbar sind
- Bruchstücke – Aktien nur in ganzen Stücken
- exotische Fondsanteile ohne Klärung mit dem Support
Welche Anlageklassen dir nach dem Wechsel offenstehen, zeigt der Überblick was man bei CapTrader handeln kann.
Depot zu CapTrader übertragen: in vier Schritten wechseln
- Depot eröffnen: Zunächst ein CapTrader-Depot anlegen – das ist die Voraussetzung für den Übertrag. Ohne Zielkonto gibt es kein Ziel für die Umbuchung.
- Handelbarkeit prüfen: Über die Wertpapiersuche checken, ob deine Positionen übertragbar sind. Das gehört vor den Auftrag, nicht danach.
- Übertrag anstoßen: Im Client Portal den digitalen Übertragsauftrag stellen. Halte die Daten des bisherigen Depotführers, deine Depot- beziehungsweise Kontonummer, die Kontoregistrierung beziehungsweise den Kontotyp und einen aktuellen Depotauszug bereit. Je nach Transferweg können weitere Angaben erforderlich sein. Rechne damit, dass auch der bisherige Depotführer einen Übertragungsauftrag braucht – manche Institute verlangen dafür ein eigenes Formular.
- Einstandskurse sichern: Nach dem Übertrag prüfen, ob die Kaufkurse angekommen sind – sonst selbst nachtragen. Dieser Schritt wird leicht übersehen und ist besonders wichtig.
Bist du bereits Kunde von Interactive Brokers, ist der Wechsel besonders komfortabel, weil das bestehende Konto über die Link-Account-Funktion angebunden werden kann. Wie sich beide zueinander verhalten, ordnet der Vergleich CapTrader, Trade Republic und Interactive Brokers ein.
Erst das Depot, dann der Übertrag
Der Übertrag setzt ein eröffnetes CapTrader-Depot voraus. Die Eröffnung läuft digital und ist die Voraussetzung für alle weiteren Schritte.
Erst Depot eröffnen, dann übertragenDigitale Eröffnung beim deutschen Zugang zu Interactive BrokersWie lange dauert ein Depotübertrag?
Eine feste Dauer lässt sich für den Übertrag zu CapTrader nicht nennen. Bei unkomplizierten Überträgen kann es schnell gehen; grenzüberschreitende Transfers, unterschiedliche Lagerstellen oder fehlende Angaben können den Vorgang verlängern. Die BaFin erwartet, dass ein Depotübertrag grundsätzlich innerhalb von höchstens drei Wochen abgewickelt wird; Verzögerungen können etwa bei ausländischen Lagerstellen auftreten. Dauert es länger, muss das Institut über die Verzögerung informieren – spätestens innerhalb von fünf Arbeitstagen nach Ablauf der drei Wochen soll eine Zwischennachricht mit dem Grund vorliegen. Der Grund für die Dauer ist die Kette der Beteiligten: Dein alter Broker bucht aus, die Lagerstelle bestätigt, der neue Verwahrer bucht ein – jede Station braucht ihre Zeit.
Während dieser Phase sind die betroffenen Papiere in der Regel nicht handelbar. Ab dem Zeitpunkt, an dem dein alter Broker die Papiere ausbucht, bis zur Finalisierung kannst du über die übertragenen Stücke insbesondere nicht durch Verkauf verfügen. Plane den Wechsel deshalb nicht in eine Phase, in der du unbedingt reagieren müsstest – ein Übertrag eignet sich für langfristige Bestände, nicht für aktiv getradete Positionen.
Einstandskurse: der wichtigste Punkt beim Auslandsübertrag
Ein Detail entscheidet beim Wechsel zu einem Auslandsdepot über späteren Ärger oder Ruhe: die Einstandskurse, also deine ursprünglichen Anschaffungsdaten. Bei Überträgen zwischen inländischen auszahlenden Stellen werden die Anschaffungsdaten grundsätzlich an die übernehmende inländische Stelle übermittelt. Bei einem Übertrag ins Ausland funktioniert dieser automatische Datenaustausch oft nicht – der neue Broker kennt deine Kaufkurse dann schlicht nicht.
CapTrader ist als Introducing Broker tätig; bei EU-Kunden wird das Depot bei Interactive Brokers Ireland Limited (IBIE) geführt. Weil dort keine deutsche Abgeltungsteuer automatisch einbehalten wird – bestimmte Quellensteuern können dennoch direkt einbehalten werden, etwa bei Dividenden –, erklärst du deine Kapitalerträge selbst. Du solltest die ursprünglichen Anschaffungsdaten nachvollziehbar dokumentieren und dem Finanzamt bei Bedarf belegen können. Fehlen diese Belege, kannst du deinen echten Gewinn schlicht nicht sauber ausweisen.
Deshalb gilt: Dokumentiere deine Anschaffungsdaten – Kaufdatum, Stückzahl und Kaufkurs je Position – vor dem Übertrag sorgfältig. Zieh dir die Abrechnungen aus dem alten Depot als PDF und leg sie ab. Mit diesen Belegen setzt du in der Steuererklärung den korrekten Gewinn an. Das ist kein Hexenwerk, aber der Punkt, an dem vermeidbare Fehler entstehen.
Was sich nach dem Wechsel steuerlich ändert
Ein Punkt, den viele unterschätzen: CapTrader führt als Auslandsdepot keine Abgeltungsteuer automatisch ab. Bei einer deutschen Depotbank passiert das im Hintergrund; hier erklärst du deine Kapitalerträge künftig selbst über die Anlage KAP. Das ist kein Nachteil, sondern eine Verlagerung. CapTrader stellt dafür einen Performancebericht bereit, der die Aufbereitung der Steuererklärung erleichtern kann. Er ist jedoch kein offizielles Steuerdokument und bildet die deutschen Steuerregeln nicht in jedem Detail eins zu eins ab; die zugrunde liegenden Transaktionen und Anschaffungsdaten solltest du deshalb nachvollziehbar dokumentieren.
Durch den fehlenden automatischen deutschen Steuerabzug kann unterjährig ein Liquiditätseffekt entstehen, den der Beitrag zur Steuerstundung mit CapTrader beschreibt. Das ist jedoch keine garantierte Steuerstundung bis zur Jahresveranlagung – das Finanzamt kann je nach Situation Einkommensteuer-Vorauszahlungen festsetzen. Wie du den Performancebericht praktisch in die Anlage KAP überträgst, zeigt der Ratgeber zu CapTrader, Abgeltungssteuer und Performancebericht. Da bei CapTrader kein deutscher Freistellungsauftrag hinterlegt wird, kannst du bestehende Freistellungsaufträge und den Sparer-Pauschbetrag bei deinen verbleibenden deutschen Banken entsprechend verteilen. Den Sparer-Pauschbetrag kannst du darüber hinaus im Rahmen deiner Steuererklärung berücksichtigen.
Depotübertrag Formular: welche Unterlagen du brauchst
Bei CapTrader erfasst du den Eingangstransfer im Client Portal. Zusätzlich muss dein bisheriger Depotführer den erforderlichen Übertragungsauftrag erhalten haben; je nach Institut geschieht das im Zusammenspiel mit CapTrader oder über ein zusätzliches Formular des alten Brokers. Im Auftrag gibst du an, von welchem Institut übertragen werden soll, wie die Depotnummer beim abgebenden Institut lautet und welche Positionen betroffen sind. Halte diese Angaben bereit, bevor du beginnst – ein Zahlendreher in der alten Depotnummer kann zu Rückfragen oder Verzögerungen führen.
Wichtig ist die genaue Bezeichnung der Wertpapiere. Gib jede Position mit ihrer ISIN und der Stückzahl an, nicht mit dem umgangssprachlichen Namen. Bruchstücke von Aktien können nicht zu CapTrader übertragen werden. Kläre deshalb vorab mit deinem bisherigen Depotführer, wie er mit solchen Restbeständen verfährt. Prüfe außerdem, ob dein Name und deine Anschrift bei beiden Instituten identisch geschrieben sind; Abweichungen führen regelmäßig zu Nachfragen und verlängern den Vorgang.
Teilübertrag oder Komplettübertrag: was sinnvoller ist
Du musst nicht das ganze Depot bewegen. Beim Teilübertrag wählst du einzelne Positionen aus und lässt den Rest liegen, beim Komplettübertrag geht alles auf einmal. Beide Wege sind steuerneutral, solange der Inhaber derselbe bleibt.
Für einen Teilübertrag spricht, dass du den neuen Broker erst mit einem kleinen Teil testen kannst, bevor der Rest folgt. Dagegen spricht der zusätzliche Verwaltungsaufwand durch zwei Depots. Bleibt das alte Depot bei einer deutschen Bank bestehen, laufen dort der deutsche Steuerabzug und ein eventuell erteilter Freistellungsauftrag weiter. Für das über CapTrader bei Interactive Brokers Ireland geführte Depot erhältst du dagegen keine deutsche Steuerbescheinigung; die dort steuerpflichtigen Kapitalerträge werden grundsätzlich über die eigene Steuererklärung erfasst. Wer ohnehin wechseln will, fährt mit dem Komplettübertrag meist einfacher – wie du dabei Fehler vermeidest, steht ausführlich unter Broker wechseln: Depotübertrag Schritt für Schritt.
Altes Depot kündigen: erst danach, nie vorher
Eine vorzeitige Kündigung kann den Depotübertrag unnötig erschweren. Lass deshalb sowohl das alte als auch das neue Depot aktiv, bis der Übertrag abgeschlossen und kontrolliert ist.
Kündige das alte Depot deshalb erst, wenn die übertragbaren Positionen vollständig angekommen sind und du beide Depotauszüge kontrolliert hast. Nicht übertragbare Positionen oder Bruchstücke klärst du vorher separat mit dem alten Depotführer. Denk daran, vorher noch Steuerbescheinigungen und Erträgnisaufstellungen der letzten Jahre herunterzuladen – nach der Schließung kommst du oft nicht mehr an das alte Postfach.
Häufige Probleme – und wie du sie vermeidest
- Fehlende Einstandskurse: ein wichtiger Stolperstein beim Auslandsübertrag. Belege vorab sichern und nach dem Übertrag im Client Portal kontrollieren.
- Nicht übertragbare Papiere: Manche Exoten oder Fondsanteile lassen sich nicht überall verwahren. Vorab klären, was mitkommt – sonst bleibt ein Rest im alten Depot liegen.
- Laufende Sparpläne: Pausiere oder kündige Sparpläne beim alten Broker rechtzeitig, damit nichts ins Leere läuft und keine neuen Bruchstücke entstehen.
- Fremdgebühren: Für den reinen Übertrag darf eine deutsche Bank bei Privatkunden grundsätzlich nichts berechnen; tatsächliche Fremdkosten können aber weitergegeben werden. Bei ausländischen Brokern gelten eigene Regeln – dort vorab nachfragen.
- Ungünstiger Zeitpunkt: Nach der Ausbuchung beim alten Depotführer bis zur Finalisierung können die übertragenen Positionen nicht geschlossen werden. Lege den Wechsel in eine ruhige Phase.
- Altes Depot zu früh schließen: Erst kündigen, wenn der Übertrag vollständig abgeschlossen und alles angekommen ist.
Wie ein Depotwechsel grundsätzlich abläuft, unabhängig vom Zielbroker, beschreibt der allgemeine Ratgeber Broker wechseln: Depotübertrag Schritt für Schritt.
Häufige Fragen zum Depotübertrag
Kostet der Depotübertrag zu CapTrader etwas?
CapTrader berechnet für den Eingang keine Gebühr. Bei deutschen Privatkundendepots darf die abgebende Bank für den reinen Depotübertrag grundsätzlich kein eigenes Entgelt verlangen; tatsächlich anfallende Fremdkosten können jedoch weitergegeben werden. Bei ausländischen Brokern oder anderen Kontotypen können abweichende Gebühren gelten. Sonderfälle wie ein Lagerstellenwechsel oder ein DRS-Transfer werden gesondert abgerechnet; die aktuellen Beträge stehen beim Anbieter.
Welche Angaben brauche ich für den Übertragsauftrag?
Halte insbesondere den Namen des bisherigen Depotführers, deine Depot- beziehungsweise Kontonummer, Angaben zur Kontoregistrierung beziehungsweise zum Kontotyp und einen aktuellen Depotauszug bereit. Je nach Transferweg werden anschließend Angaben zu den einzelnen Positionen und weitere Informationen benötigt.
Kann ich nur einzelne Positionen übertragen?
Ja, ein Teilübertrag ist möglich und ebenfalls steuerneutral, solange der Inhaber derselbe bleibt. Du führst dann allerdings zwei Depots parallel. Bleibt das alte Depot bei einer deutschen Bank, laufen dort Steuerabzug und Freistellungsauftrag weiter; für das über CapTrader geführte Depot gibt es dagegen keine deutsche Steuerbescheinigung.
Wann kündige ich mein altes Depot?
Erst, wenn die übertragbaren Positionen im neuen Depot angekommen sind und du beide Depotauszüge kontrolliert hast. Eine vorzeitige Kündigung kann den Depotübertrag unnötig erschweren. Nicht übertragbare Positionen oder Bruchstücke solltest du vorher mit dem alten Depotführer klären. Lade außerdem wichtige Abrechnungen, Steuerbescheinigungen und Erträgnisaufstellungen herunter.
Muss ich meine Wertpapiere verkaufen oder Steuer zahlen?
Nein. Für den Depotübertrag selbst ist kein Verkauf nötig. Bei identischem Inhaber löst die Umbuchung grundsätzlich keine Veräußerungsbesteuerung aus. Erst eine spätere tatsächliche Veräußerung kann – abhängig von Gewinn, Anschaffungszeitpunkt und deiner steuerlichen Situation – steuerliche Folgen haben.
Was passiert, wenn meine Kaufkurse nicht übertragen werden?
Dann solltest du sie im Client Portal unter Berichte, Steuerdokumente, Positionstransfer im Punkt „Kostenbasis“ selbst ergänzen und zusätzlich die ursprünglichen Kaufabrechnungen des alten Brokers aufbewahren. Da CapTrader für deutsche Kunden keine Abgeltungsteuer automatisch einbehält, musst du die tatsächlichen Anschaffungskosten für deine eigene Steuererklärung belegen können.
Welche Wertpapiere kann ich übertragen?
Alle Werte, die bei CapTrader handelbar sind – das prüfst du vorab über die Wertpapiersuche. Gängige Aktien, ETFs und Anleihen sind in der Regel unproblematisch, auch Mitarbeiteraktien lassen sich übertragen. Bei exotischen Werten oder bestimmten Fondsanteilen klärst du die Übertragbarkeit besser vorab mit dem Support.
Kann ich Pennystocks übertragen?
Nein. Pennystocks und PinkSheets können nicht zu CapTrader übertragen werden. Ebenso wenig Werte, die dort nicht handelbar sind, und Bruchstücke – Aktien kommen nur in ganzen Stücken mit.
Wie lange dauert ein Depotübertrag?
Eine feste Dauer lässt sich nicht nennen. Bei unkomplizierten Überträgen kann es schnell gehen; grenzüberschreitende Transfers, unterschiedliche Lagerstellen oder fehlende Angaben verlängern den Vorgang. Die BaFin erwartet grundsätzlich eine Abwicklung innerhalb von höchstens drei Wochen; dauert es länger, muss das Institut über den Grund informieren. Während dieser Zeit ist der Zugriff auf die betroffenen Positionen eingeschränkt.
Kann ich während des Übertrags handeln?
Ab dem Zeitpunkt der Ausbuchung beim alten Broker bis zur Finalisierung lassen sich die übertragenen Positionen nicht schließen. Plane den Wechsel deshalb nicht in eine Phase, in der du kurzfristig reagieren müsstest.
Sind Teilüberträge möglich?
Ja. Du kannst dein Depot ganz oder teilweise übertragen und einzelne Positionen auswählen. Aktien sind allerdings nur in ganzen Stücken übertragbar, Bruchstücke bleiben zurück.
Ist der Wechsel einfacher, wenn ich schon Kunde von Interactive Brokers bin?
Ja, er ist besonders komfortabel: Das bestehende Konto lässt sich über die Link-Account-Funktion anbinden, weil CapTrader den deutschen Zugang zu genau dieser Plattform bietet.
Was passiert mit meinen Anschaffungsdaten?
Bei Überträgen zwischen inländischen auszahlenden Stellen werden die Anschaffungsdaten grundsätzlich an die übernehmende inländische Stelle übermittelt. Bei einem Übertrag auf ein im Ausland geführtes Depot solltest du dagegen selbst prüfen, ob die Daten vollständig übernommen wurden, und deine ursprünglichen Anschaffungsunterlagen aufbewahren.
Muss ich mein altes Depot kündigen?
Nicht zwingend, und vor allem nicht sofort. Warte, bis der Übertrag vollständig abgeschlossen ist und alle Positionen angekommen sind. Erst danach kündigst du, falls das alte Depot laufende Kosten verursacht.
Was passiert mit laufenden Sparplänen?
Die laufen beim alten Broker weiter, wenn du sie nicht stoppst. Pausiere oder kündige sie rechtzeitig vor dem Übertrag – sonst kaufen sie in ein Depot ein, das du gerade leerst, und erzeugen womöglich neue Bruchstücke.
Wird nach dem Wechsel automatisch Abgeltungsteuer abgeführt?
Nein. Bei dem über CapTrader geführten Auslandsdepot wird keine deutsche Abgeltungsteuer automatisch auf Veräußerungsgewinne abgeführt, und es gibt keine deutsche Steuerbescheinigung. Bestimmte Quellensteuern können trotzdem direkt einbehalten werden, etwa bei Dividenden. Steuerpflichtige Kapitalerträge erklärst du grundsätzlich selbst über die Anlage KAP. Der Performancebericht kann die Aufbereitung erleichtern, ist aber kein offizielles Steuerdokument und keine Steuerbescheinigung.
Kann ich ein Firmendepot übertragen?
Ein Übertrag eines Firmendepots ist grundsätzlich möglich, sofern der Transfer von beiden beteiligten Instituten unterstützt wird und das abgebende und das empfangende Depot derselben Gesellschaft zugeordnet sind. Ein Übertrag von deinem Privatdepot auf eine GmbH wäre dagegen ein Eigentümerwechsel und fällt nicht unter den normalen Depotübertrag; die steuerlichen Folgen lassen sich nicht pauschal beurteilen. Für Geschäftsvermögen gelten außerdem eigene steuerliche Regeln – das gehört vorab mit dem Steuerberater geklärt.
Bereit für den Wechsel?
Depot eröffnen, Handelbarkeit prüfen, Übertrag im Client Portal anstoßen – und danach die Einstandskurse kontrollieren.
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Steuerlich solltest du wissen, wie Abgeltungsteuer und Performancebericht nach dem Übertrag funktionieren. Weil es ein Auslandsdepot ist, erklärst du Erträge künftig selbst. Wir zeigen, wie der Performancebericht die Anlage KAP erleichtert.
Bringst du Geschäftsvermögen mit, ist das Firmendepot der richtige Anlaufpunkt. Kapitalgesellschaften übertragen ihre Bestände hierhin und legen sie strukturiert an. Wir erklären, welche Rechtsformen passen.
Wie sicher deine übertragenen Werte verwahrt sind, erklärt der Beitrag zur Einlagensicherung. Das Vermögen liegt nach dem Übertrag bei Interactive Brokers mit Vermögenstrennung. Wir benennen Schutz und Grenzen offen.
Was dein nicht investiertes Cash bringt, zeigt der Beitrag zu den Guthabenzinsen. Nach dem Übertrag liegt oft ein Restbetrag auf dem Verrechnungskonto – auch der kann arbeiten.
Daten- und Faktenbasis: Angaben von CapTrader zu Depotübertrag, Depotwechsel, Steuerinformationen für private Depots und Performancebericht; BaFin zum Depotübertrag; Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu Entgelten beim Wertpapierübertrag; Einkommensteuergesetz sowie BMF-Schreiben zu Einzelfragen der Abgeltungsteuer.
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