Kredit nach der Privatinsolvenz Wann wieder eine Finanzierung möglich wird
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Geschrieben von Michael Radtke · Zuletzt aktualisiert: 25. August 2026

Kredit nach der Privatinsolvenz: Wann wieder eine Finanzierung möglich wird

Kredit nach der Privatinsolvenz ist grundsätzlich wieder möglich – aber der Weg zurück zu einer regulären Finanzierung braucht Geduld. Während des Verfahrens ist eine reguläre Finanzierung praktisch nur sehr schwer zu bekommen. Danach jedoch, mit der Restschuldbefreiung und einer bereinigten Schufa, öffnen sich die Türen wieder Schritt für Schritt.

Hier steht, welche Phase über deine Chancen entscheidet, wann der Insolvenzeintrag verschwindet, was Banken danach tatsächlich prüfen und in welcher Reihenfolge du vorgehst, damit die erste Anfrage nicht ins Leere läuft.

Das Wichtigste vorweg

  • Im laufenden Verfahren: Ein regulärer Kredit ist praktisch sehr schwer zu bekommen. Ein gesetzliches Verbot gibt es nicht – neue Schulden werden aber von der Restschuldbefreiung nicht erfasst und können sie unter bestimmten Voraussetzungen gefährden, etwa wenn unangemessene Verbindlichkeiten begründet oder falsche wirtschaftliche Angaben gemacht werden.
  • Mit der Restschuldbefreiung können die davon erfassten Insolvenzforderungen gegen dich grundsätzlich nicht mehr durchgesetzt werden. Die Veröffentlichung der Restschuldbefreiung im amtlichen Insolvenzportal wird nach § 3 Abs. 2 InsBekV spätestens sechs Monate nach Rechtskraft der Entscheidung gelöscht. Die SCHUFA entfernt die Information über die Restschuldbefreiung nach eigenen Angaben unmittelbar nach der Löschung aus dem öffentlichen Verzeichnis.
  • Erst die Löschung kontrollieren, dann anfragen. Die Schufa löscht automatisch nach Ablauf der Frist; prüfen solltest du es trotzdem. Solange der Vermerk sichtbar ist, sind Absagen deutlich wahrscheinlicher.
  • Danach zählt die Gegenwart: Einkommen, Haushaltsrechnung, gespeicherte Bonitätsdaten und die bankeigene Prüfung. Wenn eine Finanzierung tatsächlich nötig ist, sollte die Rate klein und dauerhaft tragbar bleiben.

Entscheidend ist also, in welcher Phase du gerade bist: laufendes Verfahren, Wohlverhaltensphase oder die Zeit nach der Restschuldbefreiung.

drei JahreRegeldauer bis zur Restschuldbefreiung
sechs Monatespätestens danach wird die amtliche Veröffentlichung gelöscht, die SCHUFA entfernt ihre Information unmittelbar im Anschluss
Datenkopiekostenlos, immer der erste Schritt
schufaneutralKonditionsanfrage ohne Score-Einfluss

Welche Phase über deine Chancen entscheidet

Während des laufenden Insolvenzverfahrens und in der Wohlverhaltensphase ist ein regulärer Kredit kaum möglich – das ist die ehrliche Ausgangslage. Mit der Restschuldbefreiung können die erfassten Insolvenzforderungen gegen dich grundsätzlich nicht mehr durchgesetzt werden, und die Löschung folgt einem klaren Ablauf: Die Veröffentlichung der Restschuldbefreiung im amtlichen Insolvenzportal wird nach § 3 Abs. 2 InsBekV spätestens sechs Monate nach Rechtskraft der Entscheidung gelöscht. Die SCHUFA entfernt die Information über die Restschuldbefreiung nach eigenen Angaben unmittelbar nach der Löschung aus dem öffentlichen Verzeichnis. Ab dann steigen die Chancen spürbar, gerade bei stabilem Einkommen. Wie bei jedem Kredit trotz Schufa zählt dann das aktuelle Gesamtbild, nicht die Vergangenheit allein.

Was aus den alten Krediten während des Verfahrens wird – bevor es um eine neue Finanzierung geht, lohnt der Blick zurück auf die Verträge, die noch offen waren. Nicht jede alte Forderung fällt unter die Restschuldbefreiung. Forderungen nach § 302 InsO können weiterhin durchsetzbar bleiben und deine finanzielle Situation belasten; ob dazu Daten bei einer Auskunftei gespeichert sind, richtet sich nach den jeweiligen Melde- und Speicherregeln. Wer weiß, welche Forderung in welche Schublade gefallen ist, kann eine Ablehnung besser einordnen. Der Beitrag ordnet Ratenkredit, Leasing, Dispo und Immobiliendarlehen der Reihe nach ein.

Ein Fehler wäre, unmittelbar nach dem Beschluss anzufragen, solange der Vermerk noch sichtbar ist. Viele tun das, weil sie sich schuldenfrei fühlen – der Vermerk steht zu diesem Zeitpunkt aber noch in der Auskunft. Wie eine Bank entscheidet, hängt immer von ihren eigenen Kriterien ab – ein Merkmal in der Auskunft führt nicht automatisch überall zur Ablehnung. Ein paar Monate Geduld verbessern die Ausgangslage trotzdem deutlich.

Laufendes Verfahren

Eine Kreditaufnahme ist praktisch kaum möglich – und unangemessene neue Schulden können das Verfahren gefährden.

Wohlverhaltensphase

Auch hier ist ein neuer Kredit sehr schwierig. Konzentriere dich auf einen sauberen Abschluss.

Restschuldbefreiung

Der Wendepunkt: Die erfassten Insolvenzforderungen können gegen dich grundsätzlich nicht mehr durchgesetzt werden, und der SCHUFA-Eintrag wird bald darauf gelöscht.

Nach der Löschung

Ist der Eintrag entfernt und das Einkommen stabil, sind kleine Finanzierungen wieder realistisch.

Nur bei echtem Bedarf

Nimm keinen Kredit nur zum Score-Aufbau auf. Wenn du finanzieren musst, wähle Betrag und Rate so, dass sie dauerhaft tragbar bleiben.

Datenkopie prüfen

Kontrolliere nach der Erteilung deine Schufa: Ein veralteter Insolvenzeintrag muss gelöscht sein.

Bevor du eine Anfrage absendest, lohnt sich außerdem ein Blick in den Kreditrechner: Dort lassen sich Betrag, Laufzeit und Monatsrate durchspielen, ganz ohne Anfrage und ohne Spuren in der Auskunft.

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Wenn das Verfahren durch ist

Nach der Restschuldbefreiung entscheidet nicht der Score allein, sondern die Gesamtsituation. Eine Konditionsanfrage beeinflusst den neuen SCHUFA-Score nicht. Bei einer Kreditanfrage solltest du dagegen berücksichtigen, dass sie gespeichert werden kann und während der Übergangsphase je nach verwendetem Scoremodell und bankinterner Prüfung unterschiedlich behandelt werden kann.

Die Zeitachse: was wann geht

Nach einer Privatinsolvenz stellen sich meist drei Fragen: Wie lange dauert der Weg, ab wann ist man wieder kreditwürdig und wann verschwindet die Insolvenz aus der SCHUFA? Alle drei laufen auf dieselbe Zeitachse hinaus.

PhaseWas möglich istWorauf es ankommt
Vor dem AntragAußergerichtliche Einigung, RatenvereinbarungJe früher die Beratung, desto mehr Wege bleiben offen
Eröffnetes VerfahrenBasiskonto und P-Konto möglich, Kredit praktisch kaumUnangemessene neue Schulden können die Restschuldbefreiung gefährden
WohlverhaltensphaseRegulärer Kredit meist schwer erhältlichAuskunfts- und Erwerbsobliegenheiten erfüllen
Restschuldbefreiung erteiltDie erfassten Insolvenzforderungen können gegen dich grundsätzlich nicht mehr durchgesetzt werden, der Eintrag ist noch sichtbarRechtskraft abwarten, Beschluss aufbewahren, Ausnahmen nach § 302 InsO prüfen
Bis sechs Monate danachDie Chancen bleiben deutlich eingeschränkt, solange der Eintrag noch sichtbar istDatenkopie prüfen, automatische Löschung kontrollieren
Nach der LöschungDie Chancen auf eine Finanzierung verbessern sichStabiles Einkommen, tragbare Rate und bankeigene Prüfung bleiben entscheidend
Mit wachsender HistorieEs gibt keine feste Wartefrist; die individuelle Bonitätsprüfung entscheidetKeine neuen Zahlungsstörungen, stabile Verhältnisse und tragbare Haushaltsrechnung

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Orientierung, kein Fahrplan mit Garantie. Die Regeldauer bis zur Restschuldbefreiung beträgt drei Jahre.

Wann der Insolvenzeintrag wirklich verschwindet

Für die hier entscheidenden Löschfristen sind zwei Ebenen besonders wichtig: das amtliche Insolvenzportal und die SCHUFA. Sie sind aneinander gekoppelt. Die Veröffentlichung der Restschuldbefreiung im amtlichen Insolvenzportal wird nach § 3 Abs. 2 InsBekV spätestens sechs Monate nach Rechtskraft der Entscheidung gelöscht. Die SCHUFA entfernt die Information über die Restschuldbefreiung nach eigenen Angaben unmittelbar nach der Löschung aus dem öffentlichen Verzeichnis. Sie richtet sich also nicht nach eigenen, davon unabhängigen Fristen. Wurde die Restschuldbefreiung dagegen versagt, bleibt dieser Eintrag länger stehen.

Die Löschung läuft automatisch, du musst sie nicht beantragen. Kontrollieren lohnt sich trotzdem: Fordere nach Ablauf der Frist deine kostenlose Datenkopie an und prüfe, ob der Vermerk tatsächlich verschwunden ist – und ob nicht daneben noch alte Negativmerkmale einzelner Gläubiger stehen, die eigentlich mit erledigt sein müssten. Wie du das durchsetzt, steht in Schufa-Eintrag löschen lassen; den Sonderfall nach der Insolvenz behandelt Schufa-Eintrag löschen nach Privatinsolvenz.

Und noch etwas gehört auf den Zettel: Die Schufa ist nicht die einzige Auskunftei. Creditreform Boniversum, CRIF oder Experian führen eigene Datenbestände, und dein Auskunfts- und Löschrecht gilt dort genauso. Scheitert eine Anfrage trotz sauberer Schufa, kann das an einem Eintrag dort liegen – ebenso gut aber an Einkommen, Haushaltsrechnung oder dem internen Scoring der Bank.

Warum das Verfahren allein selten das Problem ist

Wer nach der Restschuldbefreiung abgelehnt wird, denkt zuerst an die Insolvenz. Nach der Löschung des Insolvenzmerkmals können aber auch andere Faktoren entscheidend sein: eine Haushaltsrechnung, die keine Rate trägt, Rücklastschriften oder dauerhafte Überziehungen im Rahmen einer bankinternen Kontoprüfung sowie weitere gespeicherte Merkmale und die eigenen Annahmekriterien der Bank.

Einige dieser Punkte lassen sich beeinflussen: Vermeide neue Zahlungsstörungen, halte laufende Verpflichtungen stabil und prüfe vor einer Kreditanfrage, welche Anfrageart verwendet wird. Eine Konditionsanfrage beeinflusst den SCHUFA-Score nicht, wird aber zu Dokumentationszwecken gespeichert.

Was Banken nach der Insolvenz tatsächlich prüfen

Einkommen und Haushaltsrechnung

Gegenübergestellt werden Einkommen, Miete, Lebenshaltung und bestehende Verpflichtungen. Die neue Rate muss dauerhaft tragbar sein. Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis außerhalb der Probezeit wiegt dabei schwer.

Gespeicherte Merkmale

Geprüft wird, ob der Insolvenzvermerk gelöscht ist und ob daneben noch erledigte oder offene Zahlungsstörungen stehen. Erledigte Forderungen werden im Regelfall drei Jahre nach ihrer Erledigung gelöscht, unter bestimmten Voraussetzungen früher. Für erkennbar von der Restschuldbefreiung umfasste Forderungen gilt eine wichtige Ausnahme: Ihre Speicherfrist endet mit der Speicherfrist der Information über die Restschuldbefreiung.

Kontoführung

Bei einer digitalen Kontoprüfung können Rücklastschriften, dauerhafte Überziehungen und andere kontobezogene Daten in die bankeigene Kreditentscheidung einfließen. Eine stabile Kontoführung kann deshalb helfen, ist aber kein eigenes Kriterium des neuen SCHUFA-Scores.

Zweiter Kreditnehmer oder Sicherheit

Ein bonitätsstarker Mitantragsteller oder eine werthaltige Sicherheit verbessert die Ausgangslage deutlich, garantiert aber keine Zusage. Wie das genau wirkt, steht in Kredit mit Bürgen oder Mitantragsteller.

Den Score wieder aufbauen – nach dem neuen System seit 2026

Seit März 2026 steht der neue SCHUFA-Score im kostenlosen SCHUFA-Account bereit. Er reicht von 100 bis 999 Punkten und setzt sich aus zwölf offengelegten Kriterien zusammen. Verbraucher und Unternehmen sehen dabei grundsätzlich denselben Score; für Unternehmen läuft die Übergangsphase bis Ende 2028.

Für den Wiederaufbau nach einer Insolvenz ist vor allem wichtig, welche Kriterien überhaupt zählen. Am schwersten wiegen Zahlungsstörungen. Wichtig: Bei einer noch offenen Zahlungsstörung berechnet die SCHUFA keinen Score; erst nach der Erledigung wird wieder ein Punktwert ausgegeben. Danach folgen mehrere Stabilitätskriterien: das Alter des ältesten Bankvertrags, das Alter der ältesten Kreditkarte und die Wohndauer an der aktuellen Adresse. Weiter fließen unter anderem Anfragen für Girokonten und Kreditkarten, Bonitätsabfragen außerhalb des Bankensektors, aufgenommene Ratenkredite und deren längste Restlaufzeit ein.

Daraus ergibt sich eine andere Reihenfolge, als man sie aus älteren Ratgebern kennt:

  • Langjährige relevante Bankverträge nicht allein aus Score-Gründen vorschnell kündigen. Beim neuen Score zählen unter anderem das Alter des ältesten Bankvertrags und – falls vorhanden – das Alter der ältesten echten Kreditkarte mit Kreditrahmen. Debit- und Prepaidkarten fallen nicht unter dieses Kreditkarten-Kriterium.
  • Die Adresse stabil halten. Die Wohndauer an der aktuellen Anschrift ist ein eigenes Kriterium.
  • Neue Zahlungsstörungen unbedingt vermeiden. Das ist der Bereich mit dem größten Gewicht. Eine erledigte Zahlungsstörung wird mit zunehmendem Abstand besser bewertet als eine frische.
  • Nicht mehrere Konsumkredite in kurzer Zeit aufnehmen. Aufgenommene Ratenkredite und ihre Restlaufzeit sind eigene Kriterien; mehrere Finanzierungen innerhalb weniger Monate belasten gleich mehrere davon.
  • Anfragen für Girokonten und Kreditkarten sparsam halten. Sie zählen weiterhin mit, ebenso Bonitätsabfragen außerhalb des Bankensektors.
  • Den kostenlosen Zugang nutzen. Score und gespeicherte Daten lassen sich im Schufa-Account einsehen, dazu kommt die Datenkopie.

Ein Kredit ausschließlich zum Score-Aufbau ist kein sinnvoller Rat: Beim Kriterium „Kreditstatus“ bringt ein offener Ratenkredit derzeit keine Punkte, während ein positiv erledigter Ratenkredit höher bewertet wird. Zusätzlich spielt die Restlaufzeit laufender Ratenkredite eine Rolle. Welche Kriterien mit welchem Gewicht einfließen, steht ausführlich in Schufa-Score einfach erklärt und in Schufa-Score verbessern.

Von der Kontoführung ist das übrigens zu trennen: Ein dauerhaft ausgereizter Dispo ist kein Schufa-Kriterium, fällt einer Bank aber bei der eigenen Konto- und Haushaltsprüfung auf. Beides wirkt, aber an verschiedenen Stellen.

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Wenn es kurzfristig klemmt

Für Angestellte gibt es einen Weg ohne neuen Kreditvertrag. Und wenn die Hausbank abwinkt, lohnt der Blick auf Vermittler, die mehrere Partnerbanken gleichzeitig anfragen.

Wenn es für einen Ratenkredit noch nicht reicht

Zwischen „gar nichts“ und „regulärer Ratenkredit“ liegt mehr, als die meisten vermuten. Für kleine Beträge ist ein Ratenkredit nicht immer die passendste Lösung.

  • Gehaltsvorschuss. Der Arbeitgeber zahlt einen Teil des künftig zu verdienenden Arbeitsentgelts vorab. Das ist von einer Abschlagszahlung auf bereits verdienten Lohn und von einem Arbeitgeberdarlehen zu unterscheiden.
  • Arbeitgeberdarlehen. Das ist ein echtes Darlehen mit Rückzahlungspflicht und eigenen Konditionen, oft aber günstiger als am Markt.
  • Anbieter, die verdientes Entgelt vorziehen. Ein eigenes Modell: Nicht der Arbeitgeber leiht Geld, sondern ein Anbieter zahlt einen Teil des bereits verdienten Entgelts vorab aus.
  • Ratenzahlung direkt beim Händler. Bei kleineren Anschaffungen häufig unkomplizierter als eine Bank.
  • Prepaid-Karte und Basiskonto. Beides kommt ohne Kreditlinie aus; für das Basiskonto besteht unter den Voraussetzungen des Zahlungskontengesetzes ein gesetzlicher Anspruch.
  • Zweiter Kreditnehmer oder Sicherheit. Ein Mitantragsteller oder eine werthaltige Sicherheit kann die Ausgangslage verbessern, garantiert aber keine Zusage.

Welche Wege sich bei kleinen Summen konkret lohnen, steht in 1.000 Euro Kredit trotz Privatinsolvenz. Welcher Vermittlungsweg wann sinnvoll ist, ordnet Kreditvermittler und Alternativen im Vergleich ein.

Für wen sich der Weg eignet – und für wen nicht

Sinnvoll, wenn …

  • dein Insolvenzverfahren mit Restschuldbefreiung abgeschlossen ist
  • der Insolvenzeintrag aus der Schufa gelöscht wurde
  • du wieder ein regelmäßiges Einkommen hast
  • dein Konto seit Monaten sauber läuft
  • du mit einer kleinen Summe startest
  • du deine Schufa-Datenkopie geprüft hast

Eher nicht, wenn …

  • dein Insolvenzverfahren noch läuft
  • du dich in der Wohlverhaltensphase befindest
  • du kein nachweisbares Einkommen hast
  • du sofort eine hohe Summe willst
  • der alte Insolvenzeintrag noch sichtbar ist
  • in den letzten Wochen viele Kreditanfragen liefen

Ehrlich gesagt: Worauf du achten musst

Es gibt keinen Kredit ganz ohne Prüfung. Wer „garantierte Zusage“ oder „100 Prozent ohne Bonitätsprüfung“ verspricht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit unseriös. Finger weg.

Vorsicht bei intransparenten Vorkosten. Eine Vermittlungsvergütung wird grundsätzlich erst geschuldet, wenn das vermittelte Darlehen ausgezahlt wurde und ein Widerruf nach § 355 BGB nicht mehr möglich ist. Gesondert vereinbarte Beratungsentgelte und bestimmte erforderliche Auslagen können zulässig sein, müssen aber vorher klar offengelegt werden. Warnsignale sind deshalb unklare Gebühren vor jeder Prüfung, Pflichtversicherungen oder Hausbesuche gegen Bargeld.

Ein Kredit trotz Schufa ist oft teurer. Wegen des höheren Risikos liegen die Zinsen meist über denen eines normalen Ratenkredits, und die Summen sind kleiner. Prüfe deshalb zuerst, ob der Insolvenzvermerk schon gelöscht werden kann – damit gewinnst du den regulären Markt zurück.

In fünf Schritten zur Anfrage

  1. Datenkopie anfordern. Kostenlos nach Art. 15 DSGVO. Prüfe, ob der Insolvenzvermerk gelöscht ist und welche Merkmale sonst noch stehen.
  2. Offene Altmerkmale klären. Prüfe, ob erledigte Forderungen auch als erledigt gemeldet sind. Davon können Speicher- und Prüffristen abhängen.
  3. Wunschsumme und Rate festlegen. Im Kreditrechner Betrag und Monatsrate eingeben und sehen, welche Laufzeit dazu passt. Klein anfangen.
  4. Konditionsanfrage stellen. Sie beeinflusst den SCHUFA-Score nicht, wird aber zu Dokumentationszwecken gespeichert. Konditionsanfragen werden spätestens nach zwölf Monaten automatisch gelöscht. Ist der Dokumentationszweck bereits erreicht – etwa nachdem du die Anfrage in deiner Auskunft gesehen hast –, kannst du bei der SCHUFA eine frühere Löschung verlangen. Prüfe vor dem Absenden, welche Anfrageart der Anbieter verwendet.
  5. In Ruhe entscheiden. Angebote über den effektiven Jahreszins und alle ausgewiesenen Kosten vergleichen. Eine Vermittlungsvergütung entsteht nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen; Beratungsentgelte oder erforderliche Auslagen können gesondert vereinbart sein.

Begriffe, die im Kleingedruckten auftauchen

Restschuldbefreiung

Der gerichtliche Beschluss, mit dem du von den erfassten Insolvenzforderungen befreit wirst. Die in § 302 InsO genannten Forderungen bleiben davon ausgenommen und können weiterhin durchsetzbar bleiben. Das Insolvenzverfahren selbst kann bereits vorher aufgehoben worden sein.

Wohlverhaltensphase

Der Zeitraum bis zur Restschuldbefreiung, in dem bestimmte Pflichten gelten – etwa Auskünfte zu erteilen und sich um Erwerbstätigkeit zu bemühen.

Datenkopie

Die kostenlose Auskunft über alle gespeicherten Daten nach Art. 15 DSGVO. Sie zeigt zu jedem Merkmal auch, wer es gemeldet hat.

Schufaneutrale Anfrage

Eine Konditionsanfrage beeinflusst den SCHUFA-Score nicht und wird zu Dokumentationszwecken gespeichert. Konditionsanfragen werden spätestens nach zwölf Monaten automatisch gelöscht. Ist der Dokumentationszweck bereits erreicht – etwa nachdem du die Anfrage in deiner Auskunft gesehen hast –, kannst du bei der SCHUFA eine frühere Löschung verlangen. Eine Kreditanfrage kann ebenfalls gespeichert werden, auch wenn kein Vertrag zustande kommt.

Kreditvermittler

Vergibt selbst kein Geld, sondern vermittelt oder weist Darlehensverträge nach. Eine Vermittlungsvergütung wird grundsätzlich erst geschuldet, wenn das vermittelte Darlehen ausgezahlt wurde und ein Widerruf nach § 355 BGB nicht mehr möglich ist. Gesondert vereinbarte Beratungsentgelte oder erforderliche Auslagen müssen vorab offengelegt werden.

Bonität

Deine Kreditwürdigkeit insgesamt – aus Einkommen, Ausgaben, Beschäftigung und Schufa. Der Score ist nur ein Teil davon, nicht das ganze Bild.

Mitantragsteller und Bürge

Ein Mitantragsteller wird selbst Kreditnehmer und haftet aus dem Kreditvertrag. Ein Bürge ist dagegen eine zusätzliche Sicherheit und haftet nach den Bedingungen der Bürgschaft. Beides kann die Kreditentscheidung beeinflussen, garantiert aber keine Zusage.

Effektiver Jahreszins

Der Gesamtpreis des Kredits pro Jahr in Prozent, inklusive der meisten Nebenkosten. Nur er macht Angebote wirklich vergleichbar – nicht der niedrigere Sollzins.

Häufige Fragen

Kann ich während der Privatinsolvenz einen Kredit aufnehmen?

Ein gesetzliches Verbot gibt es nicht, praktisch bekommst du aber kaum eine Zusage. Neue Schulden werden von der Restschuldbefreiung nicht erfasst; wer unangemessene Verbindlichkeiten begründet oder falsche wirtschaftliche Angaben macht, riskiert zudem einen Versagungsantrag.

Ab wann ist nach der Insolvenz wieder ein Kredit möglich?

Mit der Restschuldbefreiung wirst du von den erfassten Insolvenzforderungen befreit. Ist anschließend der Schufa-Eintrag gelöscht und dein Einkommen stabil, sind kleinere Finanzierungen wieder realistisch.

Wie lange dauert die Privatinsolvenz?

Die Abtretungsfrist beträgt im Regelfall drei Jahre ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Vor einem erneuten Verfahren steht allerdings eine Sperrfrist: Nach einer bereits erteilten Restschuldbefreiung ist ein neuer Antrag nach § 287a Abs. 2 Nr. 1 InsO grundsätzlich für elf Jahre unzulässig. Ist ein erneutes Verfahren zulässig und wurde die frühere Restschuldbefreiung auf Grundlage eines nach dem 30. September 2020 gestellten Antrags erteilt, beträgt die Abtretungsfrist dort nach § 287 Abs. 2 InsO fünf Jahre. Danach kommt noch die Zeit bis zur Löschung der entsprechenden Auskunfteidaten.

Wann wird der Insolvenzeintrag aus der Schufa gelöscht?

Die amtliche Veröffentlichung der Restschuldbefreiung wird spätestens sechs Monate nach Rechtskraft der Entscheidung gelöscht. Die SCHUFA entfernt die Information über die Restschuldbefreiung unmittelbar nach der Löschung aus dem öffentlichen Verzeichnis. Die Löschung erfolgt automatisch.

Wie lange steht die Insolvenz im Insolvenzportal?

Die Veröffentlichung der Restschuldbefreiung im amtlichen Insolvenzportal wird nach § 3 Abs. 2 InsBekV spätestens sechs Monate nach Rechtskraft der Entscheidung gelöscht. Die SCHUFA entfernt die Information über die Restschuldbefreiung nach eigenen Angaben unmittelbar nach der Löschung aus dem öffentlichen Verzeichnis.

Was ist die Wohlverhaltensphase?

Der Zeitraum bis zur Restschuldbefreiung, in dem du bestimmte Pflichten erfüllst – etwa Auskünfte zu erteilen und dich um Arbeit zu bemühen. In dieser Phase ist ein neuer Kredit kaum möglich.

Der Eintrag ist gelöscht und ich werde trotzdem abgelehnt – warum?

Mögliche Gründe sind die Haushaltsrechnung, die Kontoführung der letzten Monate, offene Altmerkmale einzelner Gläubiger oder Einträge bei einer anderen Auskunftei.

Muss ich die Insolvenz bei der Bank angeben?

Fragt die Bank nach einer früheren Insolvenz oder nach deinen wirtschaftlichen Verhältnissen, musst du wahrheitsgemäß antworten. Maßgeblich sind die konkret gestellten Fragen und verlangten Angaben.

Wie hoch darf die erste Finanzierung sein?

So hoch, dass die Rate sicher tragbar bleibt. Eine kleinere Kreditsumme kann die Haushaltsrechnung entlasten, ist aber keine Garantie für eine Zusage und sollte nicht allein zum Score-Aufbau aufgenommen werden.

Wie baue ich meinen Score wieder auf?

Neue Zahlungsstörungen vermeiden, langjährige relevante Bankverträge nicht allein aus Score-Gründen vorschnell kündigen, unnötige neue Konto- und Kreditkartenanfragen vermeiden und nicht mehrere Ratenkredite in kurzer Zeit aufnehmen. Auch die Wohndauer an der aktuellen Adresse fließt in den neuen Score ein.

Bekomme ich nach der Insolvenz ein Girokonto?

In der Regel ja. Unter den Voraussetzungen des Zahlungskontengesetzes besteht ein Anspruch auf ein Basiskonto; die Bonität ist dabei kein Ablehnungsgrund. Die gesetzlichen Ablehnungsgründe bleiben bestehen, etwa wenn du bereits ein tatsächlich nutzbares Konto hast. Bei drohender Pfändung lässt sich das Konto als P-Konto führen.

Ist das ein Kredit ohne Schufa?

Nein. Ziel ist ein regulärer Kredit, sobald deine Schufa nach der Restschuldbefreiung bereinigt ist – das ist nachhaltiger und günstiger als ein teurer Kredit ohne Schufa.

Hilft ein Mitantragsteller?

Das kann helfen. Ein Mitantragsteller wird selbst Kreditnehmer; ein Bürge oder eine andere werthaltige Sicherheit reduziert aus Sicht der Bank das Risiko. Wie stark sich das auswirkt, hängt vom Einzelfall und den Annahmekriterien der Bank ab.

Schadet die Anfrage meinem Score?

Eine Konditionsanfrage beeinflusst den SCHUFA-Score nicht, wird aber zu Dokumentationszwecken gespeichert. Eine Kreditanfrage kann ebenfalls gespeichert werden, auch wenn kein Vertrag zustande kommt. Deshalb vor dem Absenden immer prüfen, welche Anfrageart der Anbieter verwendet.

Was kostet mich die Anfrage?

Die hier verlinkten Anfragen sind nach Anbieterangaben kostenlos. Eine Vermittlungsvergütung wird grundsätzlich erst geschuldet, wenn das vermittelte Darlehen ausgezahlt wurde und ein Widerruf nach § 355 BGB nicht mehr möglich ist. Daneben können vorab offengelegte Beratungsentgelte oder erforderliche Auslagen vereinbart werden; intransparente Gebühren vor jeder Prüfung sind ein Warnsignal.

Was, wenn ich abgelehnt werde?

Solange ein Insolvenzeintrag sichtbar ist oder das Einkommen fehlt, ist eine Zusage unwahrscheinlich. Warte die Löschung ab, starte mit kleinen Summen oder ziehe einen Mitantragsteller hinzu.

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Quellen und Stand: August 2026. Maßgeblich sind §§ 287, 287a, 290, 295, 301 und 302 InsO, § 3 InsBekV zur Löschung der amtlichen Bekanntmachung, §§ 655c und 655d BGB zur Vergütung der Kreditvermittlung und zu zulässigen Nebenentgelten sowie das Zahlungskontengesetz zum Basiskonto. Die Angaben zu Speicherfristen und zum neuen Punktesystem beruhen auf den Veröffentlichungen der SCHUFA. Rechtslage und Konditionen ändern sich – maßgeblich sind die jeweils aktuellen Fassungen und die Angaben der Anbieter.

Transparenz: Diese Seite enthält Werbelinks zu Kreditvermittlern und weiteren Finanzdienstleistern. Die Kreditanfrage bei den Kreditvermittlern ist nach Anbieterangaben kostenlos und unverbindlich; die tatsächliche Gehaltsvorauszahlung bei MyWage erfolgt dagegen gegen Gebühr. alarm.de kann je nach Partner bereits für eine qualifizierte Anfrage und/oder bei erfolgreicher Vermittlung eine Vergütung erhalten. Es besteht kein Anspruch auf einen Kredit – die Entscheidung treffen die Partnerbanken anhand deiner Gesamtsituation. Ein Kredit ohne jede Bonitätsprüfung ist in Deutschland nicht seriös erhältlich. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Schuldner- oder Insolvenzberatung.

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