O&O Software: Erfahrungen mit dem Berliner Windows-Spezialisten – welche Programme wofür taugen, was sie kosten dürfen und wo die Grenzen liegen
Wer unter Windows nach einem Backup-Programm, einer Datenrettung oder einem Werkzeug zum sicheren Löschen sucht, stößt früher oder später auf O&O. Der Name steht seit den späten Neunzigern für „Tools for Windows" – und genau das ist gleichzeitig die Stärke und die Schwäche: Das Portfolio ist über Jahrzehnte gewachsen, umfasst inzwischen anderthalb Dutzend Programme und ist für Außenstehende nicht auf Anhieb zu durchschauen. Diese Übersicht sortiert, wer hinter der Marke steht, welches Programm welche Aufgabe löst, welche Werkzeuge kostenlos sind – und an welchen Stellen man vor dem Kauf zweimal hinsehen sollte.
Kurz beantwortet: O&O Software ist ein 1997 in Berlin gegründeter, inhabergeführter Hersteller von Systemwerkzeugen für Windows. Entwickelt und hergestellt wird nach Herstellerangaben ausschließlich in Berlin, Kunden gibt es in über 140 Ländern. Das Portfolio deckt Datensicherung, Datenrettung, sicheres Löschen, Systemoptimierung, Speicheranalyse, Notfallrettung und Windows-Datenschutz ab – aber keinen Virenschutz. Mehrere Werkzeuge sind kostenlos, die kostenpflichtigen gibt es als Einmallizenz oder gebündelt im Abo.
Das vollständige, aktuelle Produktangebot mit Testversionen findest du direkt beim Hersteller.
Zur Übersicht von O&O SoftwareSystemwerkzeuge für Windows aus Berliner Entwicklung · AnzeigeWer hinter der Marke steht
Die O&O Software GmbH wurde 1997 in Berlin von Oliver Falkenthal und Olaf Kehrer gegründet. Der Doppelbuchstabe im Namen hat einen banalen Ursprung: Beide Vornamen beginnen mit O. Der eigentliche Startpunkt des heutigen Unternehmens war der 10. Februar 1998 mit der Veröffentlichung von O&O Defrag in der Version 1.0.
Aus dem Defragmentierer ist über die Jahre ein breites Portfolio geworden. Das Unternehmen ist bis heute inhabergeführt, entwickelt nach eigenen Angaben sämtliche Produkte in Berlin und beliefert Privatanwender, Unternehmen und Behörden in mehr als 140 Ländern. O&O ist zertifizierter Microsoft-Partner und gibt an, Basistechnologien von Microsoft für den Einsatz in eigenen Produkten lizenziert zu haben.
Warum die Herkunft hier tatsächlich relevant ist: Systemwerkzeuge greifen tief ins Betriebssystem ein – sie lesen Datenträger sektorweise, verwalten Partitionen, ändern Systemeinstellungen und erstellen vollständige Abbilder deiner Festplatte. Bei dieser Art Software ist die Frage, wer den Hersteller kontrolliert und welchem Recht er unterliegt, keine Ideologie, sondern Teil der Risikobewertung. Ein deutscher Hersteller mit Entwicklung im Inland ist in dieser Kategorie ein handfestes Argument – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Das Portfolio nach Aufgaben sortiert
Die Produktnamen verraten nicht immer, wofür ein Programm gut ist. Hilfreicher ist die Frage, welches Problem gerade gelöst werden soll.
| Dein Problem | Zuständiges Programm |
|---|---|
| Ich will meinen Rechner vollständig sichern und im Notfall zurückholen | O&O DiskImage – systemabbilder, Klonen, Wiederherstellung auch bei defektem Windows |
| Ich habe versehentlich Dateien gelöscht oder falsch formatiert | O&O DiskRecovery – datenrettung mit Tiefensuche und Vorschau |
| Mein PC startet nicht mehr | O&O BlueCon – bootfähiges Rettungssystem vom USB-Stick |
| Ich verkaufe meinen alten Rechner | O&O SafeErase – unwiederbringliches Löschen nach anerkannten Verfahren |
| Mein Rechner ist langsam geworden | O&O Defrag – inzwischen eine ganze Optimierungs-Suite, nicht nur Defragmentierung |
| Meine Festplatte ist voll und ich weiß nicht, wodurch | O&O DiskCommander – speicheranalyse, Duplikatssuche, Prüfung von Sicherungsabbildern |
| Ich steige von Windows 10 auf Windows 11 um | Umzugshilfe für Windows 11 – sicherung, automatische Übertragung, sicheres Löschen im Bündel |
| Windows soll weniger Daten über mich übertragen | O&O ShutUp10 – kostenlos, für die dauerhafte Automatik gibt es eine Premium-Fassung |
| Ich will alles zusammen, ohne einzeln zu kaufen | O&O ToolBox – 15 Programme im Jahresabo |
| Bei uns fallen Arbeitsplätze oder Server aus und die Ausfallzeit kostet Geld | Disaster Recovery im Unternehmen – netzwerk-Boot, Administratorzugriff und Editionen bis unternehmensweit |
Zu fast allen kostenpflichtigen Programmen gibt es Testversionen – ausprobieren geht vor kaufen.
Produkte und Testversionen ansehenBackup, Datenrettung, Löschen, Optimierung und Datenschutz · AnzeigeMehrere Werkzeuge sind dauerhaft kostenlos – ein guter Einstieg, bevor man überhaupt über einen Kauf nachdenkt.
Kostenlose Werkzeuge ansehenDatenschutz, App-Bereinigung, Netzwerk- und Systeminfos · AnzeigeDie kostenlosen Werkzeuge – und was dahintersteckt
Ein Teil des Portfolios ist dauerhaft kostenlos. Das ist ungewöhnlich genug, um es zu erwähnen:
- O&O ShutUp10 – das bekannteste dieser Werkzeuge, mit dem sich die Datenschutzeinstellungen von Windows an einer Stelle kontrollieren lassen. Bleibt kostenlos verfügbar und wird weiterentwickelt.
- O&O AppBuster – entfernt unerwünschte, mitgelieferte Windows-Apps.
- O&O RegEditor – erweiterte Bearbeitung der Windows-Registry.
- O&O Lanytix – Netzwerkanalyse im lokalen Netz.
- O&O DeskInfo – Systeminformationen dauerhaft auf dem Desktop.
Man sollte das nicht überromantisieren: Kostenlose Werkzeuge sind auch Marketing. Sie schaffen Bekanntheit, führen zur Marke und tauchen später gebündelt in den kostenpflichtigen Paketen wieder auf. Trotzdem bleibt der praktische Nutzen echt – und speziell ShutUp10 ist ein Werkzeug, das man auch dann verwenden kann, wenn man nie einen Euro bei diesem Hersteller ausgibt.
Einmallizenz oder Abo: das Modell, das man verstehen sollte
Hier liegt die wichtigste Kaufentscheidung, und sie wird selten klar erklärt. Die Einzelprodukte werden als Einmallizenz verkauft: einmal zahlen, dauerhaft nutzen – aber ein späterer Versionswechsel ist gegebenenfalls erneut kostenpflichtig. Die ToolBox ist dagegen ein Jahresabo, in dem alle Updates und neuen Versionen enthalten sind, das aber mit dem Ende der Laufzeit endet.
Die Faustregel: Ein bis zwei Werkzeuge im Dauereinsatz? Einzelkauf. Drei oder mehr Bereiche, die laufend gepflegt werden sollen? Paket. Und ein Punkt, der oft übersehen wird: Wer seine Datensicherungen mit einem Abo-Programm erstellt, sollte vorher klären, wie er im Ernstfall an eine Wiederherstellung kommt, wenn das Abonnement ausgelaufen ist.
Die ehrlichen Kritikpunkte
Eine Übersicht, die nur lobt, hilft niemandem. Drei Punkte fallen bei genauerem Hinsehen auf.
Die Produktnamen sind unübersichtlich geworden
„Defrag" heißt inzwischen ein Programm, das vor allem Autostart aufräumt, Datenmüll entfernt, Programme deinstalliert und das System repariert – Defragmentierung ist nur noch ein Teil davon. Wer nach dem Namen geht, unterschätzt das Produkt oder kauft das falsche. Ähnlich beim Bündel: Was früher unter einem anderen Namen lief, heißt heute ToolBox. Und einzelne ältere Produkte sind in anderen Lösungen aufgegangen. Für Interessenten ist das schwer zu durchschauen, wenn man nicht die Historie kennt.
Es gibt keinen Virenschutz
Das ist kein Vorwurf, sondern eine wichtige Einordnung: O&O macht Systemwerkzeuge, keine Schadsoftware-Abwehr. Wer glaubt, mit einem Wartungspaket sei auch die Sicherheitsfrage erledigt, irrt. Beides sind getrennte Aufgaben, für die man getrennte Programme braucht.
Zwischen Werbung und Wirkung liegt manchmal eine Lücke
Wie bei allen Optimierungswerkzeugen gilt: Der beworbene Geschwindigkeitsgewinn hängt massiv von Hardware und Nutzungsprofil ab. Auf einem modernen Rechner mit SSD, wenig Autostart-Ballast und freiem Speicher ist wenig zu holen. Auf einem über Jahre gewachsenen System mit voller Platte und dreißig Autostart-Einträgen dagegen viel. Wer eine ehrliche Erwartung mitbringt, wird selten enttäuscht.
Was Systemwerkzeuge grundsätzlich nicht können: Sie ersetzen keine aktuelle Windows-Version mit Sicherheitsupdates. Sie machen alte Hardware nicht neu. Sie retten keine physisch defekten Datenträger – das bleibt ein Fall fürs Labor. Und sie ersetzen kein umsichtiges Verhalten: Wer auf einen Phishing-Link klickt und selbst seine Zugangsdaten eingibt, wird von keinem Wartungsprogramm der Welt aufgehalten.
Wer schon weiß, welches Problem er lösen will, findet das passende Programm samt Testversion direkt beim Hersteller.
Passendes Programm auswählenNach Aufgabe sortiert: sichern, retten, optimieren, löschen · AnzeigeFür Selbstständige und Unternehmen
Neben den Privatkundenversionen gibt es zu den meisten Programmen eigene Unternehmensausgaben – bei den Rettungssystemen etwa gestaffelt von einer Lizenz für einen Business-Rechner über eine Ausführung pro Techniker bis zu standort- und unternehmensweiten Varianten mit Active-Directory-Unterstützung und Verteilfunktionen. Für die Fernüberwachung von PCs und Servern führt der Hersteller zusätzlich eine cloudbasierte Verwaltungslösung.
Für Einzelunternehmer und kleine Büros ist die Einordnung meist einfacher, als sie klingt: Ein einzelnes Arbeitsgerät braucht dieselben Funktionen wie ein privater Rechner – Sicherung, Wiederherstellung, sicheres Löschen, Wartung – nur mit höherem Anspruch an Verlässlichkeit, weil Ausfallzeit direkt Geld kostet. Erst bei mehreren Geräten und zentraler Verwaltung lohnt der Blick auf die Unternehmensausgaben.
In welcher Reihenfolge man anfängt
- Datensicherung einrichten. Das ist die einzige Maßnahme, die einen Totalverlust verhindert – alles andere macht den Rechner nur angenehmer.
- Startfähiges Notfallmedium erstellen und testen, ob der Rechner davon bootet.
- Speicherplatz prüfen und aufräumen, bevor Optimierungen anstehen.
- Autostart entrümpeln – der Punkt mit dem größten Effekt auf die gefühlte Geschwindigkeit.
- Datenschutzeinstellungen von Windows setzen, gern mit dem kostenlosen Werkzeug.
- System einmal auf Fehler prüfen und gefundene Probleme reparieren lassen.
- Sicheres Löschen erst dann, wenn ein Gerät tatsächlich das Haus verlässt – und keinen Schritt früher.
Wer bei Punkt eins anfängt, hat den wichtigsten Teil schon erledigt.
Mit der Datensicherung beginnenSicherung, Notfallmedium und Wiederherstellung aus einer Hand · AnzeigeFür wen die Marke passt – und für wen nicht
| Passt gut, wenn … | Passt weniger, wenn … |
|---|---|
| du unter Windows arbeitest und Systemwerkzeuge aus einer Hand willst | du überwiegend an einem Mac oder unter Linux arbeitest |
| dir Herkunft und Entwicklungsstandort der Software wichtig sind | dir der günstigste Preis wichtiger ist als alles andere |
| du lieber einmal kaufst als dauerhaft zu abonnieren | du erwartest, dass eine Wartungssoftware auch den Virenschutz erledigt |
| du ein gewachsenes System hast, bei dem Aufräumen wirklich etwas bringt | dein Rechner neu ist und einwandfrei läuft |
| du vor dem Kauf ausprobieren möchtest | du bereits eingespielte Werkzeuge für dieselben Aufgaben nutzt |
Das Fazit in einem Satz: O&O ist kein Hersteller, der ein einzelnes spektakuläres Produkt verkauft, sondern eine über fast drei Jahrzehnte gewachsene Werkzeugsammlung für Windows – solide, deutsch entwickelt, mit ehrlichen Testversionen, aber mit einer Produktbenennung, die man sich einmal in Ruhe sortieren muss, bevor man kauft.
Aktuelle Programme, Versionen und Testversionen stehen jederzeit aktuell beim Hersteller.
Zu O&O SoftwareWindows-Systemwerkzeuge, entwickelt in Berlin · AnzeigeHäufige Fragen zu O&O Software
Ist O&O Software seriös?
Es handelt sich um einen 1997 gegründeten, inhabergeführten Berliner Softwarehersteller mit Kunden in über 140 Ländern und einer Produkthistorie, die bis 1998 zurückreicht. Entwickelt wird nach Herstellerangaben ausschließlich in Berlin. Für Systemwerkzeuge, die tief ins Betriebssystem eingreifen, ist das ein relevanter Punkt.
Wo hat O&O seinen Sitz?
In Berlin. Das Unternehmen wirbt ausdrücklich damit, alle Produkte dort zu entwickeln und herzustellen. Gegründet wurde es 1997 von Oliver Falkenthal und Olaf Kehrer.
Bietet O&O einen Virenschutz an?
Nein. Das Portfolio umfasst Systemwerkzeuge: Datensicherung, Datenrettung, sicheres Löschen, Optimierung, Speicheranalyse, Notfallrettung und Windows-Datenschutz. Für die Abwehr von Schadsoftware brauchst du zusätzlich eine Sicherheitslösung.
Welche Programme sind kostenlos?
Dauerhaft kostenlos sind unter anderem das Datenschutzwerkzeug ShutUp10, AppBuster zum Entfernen mitgelieferter Windows-Apps, ein erweiterter Registry-Editor, ein Werkzeug zur Netzwerkanalyse und eine Desktop-Anzeige für Systeminformationen.
Sind die Programme Abos oder Einmalkäufe?
Beides. Die Einzelprodukte werden als Einmallizenz verkauft, das Bündel ToolBox als Jahresabo mit allen Updates und neuen Versionen. Welcher Weg günstiger ist, hängt davon ab, wie viele Werkzeuge du tatsächlich nutzt.
Kann ich vor dem Kauf testen?
Zu den meisten kostenpflichtigen Programmen gibt es Testversionen. Besonders sinnvoll ist das bei der Datenrettung, weil sich damit schon vor dem Kauf feststellen lässt, ob überhaupt etwas zu retten ist.
Laufen die Programme auch unter Windows 11?
Ja, die aktuellen Versionen unterstützen Windows 10 und Windows 11; einzelne Produkte laufen zusätzlich auf Windows Server. Da sich Systemvoraussetzungen mit neuen Versionen ändern, lohnt vor dem Kauf ein Blick auf die Angaben zum jeweiligen Produkt.
Gibt es Versionen für Unternehmen?
Ja, zu den meisten Programmen existieren eigene Unternehmensausgaben, teils gestaffelt bis hin zu standort- und unternehmensweiten Lizenzen mit Active-Directory-Unterstützung und Verteilfunktionen. Für die Fernüberwachung von PCs und Servern gibt es zusätzlich eine cloudbasierte Verwaltungslösung.
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Alle weiteren Anleitungen und Analysen findest du in der Rubrik Digitale Sicherheit.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Einordnung und ersetzt keine individuelle IT-Beratung. Unternehmens- und Produktangaben stammen überwiegend vom Hersteller und sind als solche gekennzeichnet. Portfolio, Funktionsumfang, Lizenzmodelle und Systemvoraussetzungen können sich ändern; maßgeblich sind die Angaben auf der Herstellerseite.