Was passiert mit meinem laufenden Kredit bei Privatinsolvenz?
Der Brief vom Amtsgericht liegt auf dem Tisch, und die Rate für das Auto geht in zwei Wochen wieder ab. Muss ich weiterzahlen? Ist der Wagen weg? Und was ist mit meinem Vater, der damals gebürgt hat? Ein laufender Kredit bei Privatinsolvenz entscheidet über viel Geld und belastet häufig auch die Menschen, die mitunterschrieben haben. Hier stehen die Antworten, geordnet nach Kreditart – vom Ratenkredit über Autokredit, Leasing und Ratenkauf bis zum Immobiliendarlehen, zum Dispo und zum Girokonto.
Kurz beantwortet
- Nicht eigenmächtig weiterzahlen oder stoppen. Forderungen aus der Zeit vor der Verfahrenseröffnung werden grundsätzlich im Insolvenzverfahren behandelt. Bei Sicherheiten und fortbestehenden Verträgen muss das weitere Vorgehen mit Insolvenzverwalter oder Schuldnerberatung abgestimmt werden.
- Die Restschuldbefreiung erfasst grundsätzlich den offenen Rest gewöhnlicher Insolvenzforderungen. Gesetzliche Ausnahmen – etwa bestimmte Forderungen nach § 302 InsO – bleiben bestehen.
- Wirksame Sicherungsrechte können fortbestehen. Ein sicherungsübereignetes Auto oder eine grundpfandrechtlich gesicherte Immobilie kann verwertet werden.
- Bürgen und Mitkreditnehmer haften weiter. Die Restschuldbefreiung des Schuldners beseitigt ihre eigene Haftung nicht.
- Die einzelne Zwangsvollstreckung ruht. Insolvenzgläubiger können während des Verfahrens grundsätzlich nicht mehr einzeln pfänden; ihre Forderungen gehören ins Verfahren.
- Ein Konto bleibt möglich. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen besteht ein Anspruch auf ein Basiskonto; ein bestehendes Zahlungskonto kann als P-Konto geführt werden.
Die entscheidende Frage ist also nicht, ob du deinen Kredit „loswirst“, sondern welche drei Ebenen bei ihm zusammenkommen: Ist die Forderung eine Insolvenzforderung? Gibt es eine Sicherheit? Und haftet zusätzlich ein Bürge oder Mitkreditnehmer? Diese Einordnung entscheidet über Auto, Wohnung und Familienfrieden. Wer sie kennt, trifft die nächsten Entscheidungen ruhiger – und macht die Fehler nicht, die das Verfahren am Ende gefährden. Ein neuer Kredit gehört in dieser Phase ausdrücklich nicht dazu; sinnvoll wird ein Vergleich erst wieder nach dem Verfahren.
Erst nach dem Verfahren sinnvoll prüfen
Während einer laufenden Privatinsolvenz ist ein neuer Kredit schwer erhältlich, wird nicht von der laufenden Restschuldbefreiung erfasst und ist häufig keine tragfähige Lösung. Nach dem Verfahren kann eine unverbindliche Prüfung möglich sein. Achte darauf, ob der jeweilige Anbieter für den ersten Vergleich eine Konditionsanfrage verwendet.
Der Grundsatz – und warum Sicherheiten eine Ausnahme sind
Insolvenzgläubiger können Forderungen, die bereits bei Verfahrenseröffnung begründet waren, grundsätzlich nur nach den Regeln des Insolvenzverfahrens verfolgen. Das bedeutet aber nicht, dass ausnahmslos jeder Gläubiger gleichsteht: Banken mit einer Grundschuld, einer Sicherungsübereignung oder einem anderen Absonderungsrecht dürfen sich vorrangig aus der jeweiligen Sicherheit befriedigen. Auch Masseverbindlichkeiten folgen eigenen Regeln.
Deshalb solltest du Kreditraten weder vorschnell einstellen noch einzelne Gläubiger eigenmächtig bevorzugen. Bei einem gewöhnlichen unbesicherten Ratenkredit wird die offene Forderung regelmäßig zur Insolvenzforderung. Bei einem besicherten Kredit, einem Leasingvertrag oder einem Vertrag, den der Insolvenzverwalter fortführen möchte, kann die Lage anders sein. Die konkrete Zahlungsweise gehört vorab mit dem Insolvenzverwalter oder einer anerkannten Schuldnerberatung geklärt.
Verbindlichkeiten aus der Zeit vor der Eröffnung gehören grundsätzlich in das Verfahren. Neue Verpflichtungen, die du erst danach selbst eingehst, werden von der laufenden Restschuldbefreiung nicht erfasst. Vorsätzlich oder grob fahrlässig begründete unangemessene neue Verbindlichkeiten können außerdem die Restschuldbefreiung gefährden.
Der pfändbare Teil des Einkommens fließt während der maßgeblichen Verfahrens- und Abtretungsphase an Insolvenzverwalter beziehungsweise Treuhänder. Einzelvollstreckungen von Insolvenzgläubigern sind während des Verfahrens grundsätzlich gesperrt. Wie viel dir verbleibt, steht in Privatinsolvenz: was darf ich behalten.
Die Pfändungsfreigrenzen seit Juli 2026 bestimmen dabei, wie viel von deinem Lohn überhaupt in das Verfahren fließt. Sie werden regelmäßig angepasst. Bei gesetzlicher Unterhaltspflicht kann sich der unpfändbare Betrag erhöhen, wenn du der betreffenden Person tatsächlich Unterhalt gewährst; die Tabelle unterscheidet bis zur Stufe „5 und mehr“. Eigene Einkünfte einer unterhaltsberechtigten Person können auf Gläubigerantrag ganz oder teilweise berücksichtigt werden. Wer knapp über der Grenze liegt, sollte den eigenen Wert nachrechnen, bevor er sich Sorgen um die Rate macht. Häufig bleibt deutlich mehr geschützt als erwartet.
Drei Fragen, die du bei jedem Kredit prüfen musst
Bei jedem Kredit sind drei Ebenen zu prüfen, die sich überschneiden können: Ist die Forderung eine Insolvenzforderung? Gibt es eine Sicherheit? Und haftet zusätzlich ein Bürge oder Mitkreditnehmer?
- Gewöhnliche Insolvenzforderung: der klassische Ratenkredit ohne Sicherheit, der ausgeschöpfte Dispo, die offene Kreditkartenabrechnung, der Rest aus einem Ratenkauf. Diese Forderungen werden angemeldet, aus der Masse quotal bedient und am Ende von der Restschuldbefreiung erfasst.
- Besicherte Forderung: Autokredit mit Sicherungsübereignung, Immobiliendarlehen mit Grundschuld, Warenkredit mit Eigentumsvorbehalt. Hier steht der Bank zusätzlich ein Zugriff auf die Sache zu – und dieser Zugriff überlebt das Verfahren.
- Forderung mit zweitem Schuldner: Kredit mit Bürgschaft oder mit einem Mitkreditnehmer. Die Bank kann die von der Restschuldbefreiung erfasste Forderung gegen dich grundsätzlich nicht mehr durchsetzen; die Haftung eines Bürgen oder Mitkreditnehmers bleibt davon unberührt. Genau das ist der Punkt, der in Familien am meisten Schaden anrichtet, wenn niemand vorher darüber gesprochen hat.
Prüfe deshalb als Erstes jeden einzelnen Vertrag daraufhin, ob eine Sicherheit bestellt wurde und ob noch jemand mitunterschrieben hat. Beides steht im Kreditvertrag, oft unter Überschriften wie Sicherungsübereignung, Abtretung, Grundschuldbestellung oder Mithaftung. Diese Vorarbeit ist die wertvollste halbe Stunde des ganzen Verfahrens, weil sie festlegt, worüber du überhaupt noch verhandeln kannst.
Muss ich meine Raten in der Privatinsolvenz weiterzahlen?
Sobald das Verfahren eröffnet ist, werden alte Kreditforderungen grundsätzlich im Insolvenzverfahren behandelt. Über Vermögen der Insolvenzmasse darf grundsätzlich nur der Insolvenzverwalter verfügen. Zahlungen auf alte Forderungen solltest du deshalb nicht ohne Abstimmung leisten: Ob eine Zahlung unwirksam, rückabzuwickeln oder aus pfändungsfreiem Vermögen überhaupt zulässig ist, hängt von Verfahrensphase, Geldquelle und Vertrag ab.
Umgekehrt gilt aber ebenso: einfach alles einstellen ist genauso riskant. Läuft ein Vertrag weiter, weil er fortgeführt wird oder weil eine Sicherheit im Spiel ist, kann eine ausbleibende Zahlung die Kündigung und die Verwertung erst auslösen. Ist das Verfahren noch nicht eröffnet und geht es nur um eine zu hohe Rate, führen Stundung, Ratenpause und Umschuldung oft schneller zum Ziel als jede Eigeninitiative. Deshalb ist die richtige Reihenfolge immer dieselbe: erst klären lassen, in welche Schublade der Vertrag fällt, dann handeln. Die Auskunft dazu gibt der Insolvenzverwalter oder die Schuldnerberatung, die den Antrag begleitet hat. Ob für zusätzliche Beratung Kosten entstehen, hängt von der jeweiligen Beratungsstelle und Vereinbarung ab.
Und was ist mit den Lastschriften?
Praktisch übersehen viele, dass Raten weiterhin abgebucht werden, weil das Einzugsmandat einfach noch läuft. Sprich das aktiv an, bevor die nächste Abbuchung fällig ist. Auch auf einem P-Konto können Lastschriften ausgeführt werden, solange genügend verfügbares Guthaben vorhanden ist. Prüfe deshalb bestehende Lastschriftmandate bewusst und kläre vor der nächsten Abbuchung, welche Zahlungen weiterlaufen sollen. Auch das gehört in das erste Gespräch mit der Beratungsstelle, damit aus einem geordneten Verfahren nicht noch eine Serie kleiner Zusatzschulden entsteht.
Welche Kreditart was bedeutet
Die wichtigste Unterscheidung lautet: Gibt es eine verwertbare Sicherheit oder eine weitere haftende Person? Dann kann die Bank auf diese zusätzliche Rechtsposition zugreifen. Bei einem gewöhnlichen unbesicherten Kredit bleibt dagegen regelmäßig eine Insolvenzforderung, die nach Abschluss des Verfahrens von der Restschuldbefreiung erfasst wird – vorbehaltlich der gesetzlichen Ausnahmen.
Zinsen, Mahnungen und Inkasso während des Verfahrens
Viele Betroffene erschrecken, weil trotz eröffnetem Verfahren noch Post kommt. Das ist unangenehm, ändert aber an der Rechtslage nichts. Insolvenzgläubiger können ihre Forderungen während des Verfahrens grundsätzlich nur noch nach den Vorschriften des Insolvenzverfahrens verfolgen, und Zwangsvollstreckungen einzelner Insolvenzgläubiger sind während der Verfahrensdauer grundsätzlich unzulässig. Wer trotzdem eine Pfändung androht, hat sein Recht in aller Regel nicht auf seiner Seite.
Der richtige Umgang mit solchen Schreiben ist deshalb schlicht: nicht ignorieren, aber auch nicht bezahlen. Leite sie an den Insolvenzverwalter weiter oder gib dem Absender das Aktenzeichen des Verfahrens und das zuständige Gericht durch. Damit ist die Sache in der Regel erledigt, weil der Gläubiger seine Forderung nun im Verfahren anmelden muss statt bei dir einzutreiben. Bewahre alle Schreiben auf, damit du später belegen kannst, wer sich wann gemeldet hat. Wie ein offener Inkassofall später bei einer Finanzierung wirkt, steht in Kredit trotz Inkasso.
Zinsen auf Insolvenzforderungen laufen rechtlich auch nach der Eröffnung weiter, sind nach § 39 Abs. 1 Nr. 1 InsO aber nachrangig. Im Verbraucherinsolvenzverfahren werden außerdem Sicherungen, die ein Insolvenzgläubiger in den letzten drei Monaten vor dem Eröffnungsantrag oder danach durch Zwangsvollstreckung erlangt hat, mit der Eröffnung grundsätzlich unwirksam.
Was du bei jedem Schreiben tun kannst
- Absender, Datum und Forderung notieren, Schreiben abheften statt wegwerfen.
- Aktenzeichen und Gericht des Insolvenzverfahrens mitteilen, formlos und schriftlich.
- Keine Ratenvereinbarung und keine Schuldanerkenntnis unterschreiben.
- Bei Drohung mit Pfändung oder Besuch: an den Insolvenzverwalter oder die Schuldnerberatung geben.
Wie dein Kredit ins Verfahren kommt: Anmeldung und Tabelle
Ein laufender Kredit verschwindet nicht von selbst. Die Bank meldet ihre Forderung beim Insolvenzverwalter zur sogenannten Insolvenztabelle an; dort wird sie geprüft und, wenn niemand widerspricht, festgestellt. Aus dieser Tabelle ergibt sich später, wer an einer möglichen Verteilung beteiligt wird. Für dich als Schuldner heißt das vor allem: Du musst deine Gläubiger im Antrag vollständig angeben, denn eine bewusst verschwiegene Forderung ist ein ernstes Problem.
Wichtig ist die Sonderrolle einer Anmeldung „aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung“. Meldet ein Gläubiger seine Forderung mit diesem Zusatz an und wird das festgestellt, kann die Forderung von der Restschuldbefreiung ausgenommen bleiben. Genau deshalb lohnt der Blick in die Tabelle: Gegen einen solchen Zusatz kann man sich wehren, aber nur rechtzeitig und mit fachlicher Begleitung. Welche Forderungen dauerhaft bestehen bleiben, ist in Welche Schulden bleiben trotz Restschuldbefreiung im Einzelnen erklärt.
Meldet eine Bank ihre Forderung gar nicht an, ist das für dich kein Nachteil. Die Restschuldbefreiung wirkt grundsätzlich gegenüber allen Insolvenzgläubigern – auch gegenüber denen, die sich im Verfahren nie gemeldet haben. Wer nach Abschluss des Verfahrens mit einer alten Kreditforderung um die Ecke kommt, sollte deshalb zuerst gefragt werden, wann die Forderung entstanden ist.
Die Zeitachse: wie lange dein Kredit dich noch begleitet
Der Ablauf einer Privatinsolvenz ist in feste Phasen geteilt, und jede davon hat eigene Folgen für deine Verträge. Für Verbraucher, die seit der Reform zum 1. Oktober 2020 einen Antrag gestellt haben, dauert der Weg zur Restschuldbefreiung in der Regel drei Jahre ab Eröffnung des Verfahrens. Diese Frist hängt nicht davon ab, wie viel Geld tatsächlich zusammenkommt. Vorgeschaltet ist der außergerichtliche Einigungsversuch, der bei Verbrauchern zwingend ist und von einer geeigneten Stelle oder einer geeigneten Person bescheinigt werden muss.
Was das Verfahren kostet, ist die zweite Frage, die viele vom Antrag abhält. Gerichts- und Verwaltervergütung fallen an. Eine Stundung ist möglich, aber an die gesetzlichen Voraussetzungen gebunden.
In dieser Zeit kommt es fast nur auf zwei Dinge an: die Obliegenheiten einhalten und keine neuen Schulden aufbauen. Wer die maßgebliche Abtretungsfrist erfüllt und anschließend Restschuldbefreiung erhält, hat die erfassten alten Insolvenzforderungen grundsätzlich hinter sich. Die Abtretungsfrist beträgt im Regelfall drei Jahre, in bestimmten Wiederholungsfällen fünf Jahre. Wie es danach mit einer Finanzierung weitergeht, beschreibt Kredit nach der Privatinsolvenz ausführlich.
Kündigt die Bank meinen laufenden Kredit?
Das ist möglich, aber nicht automatisch. Ob und wann die Bank kündigen darf, hängt von Darlehensart, Vertrag und gesetzlichen Voraussetzungen ab. Eine wesentliche Verschlechterung der Vermögensverhältnisse kann unter den Voraussetzungen des § 490 BGB relevant sein; für die Gesamtfälligstellung eines Verbraucherdarlehens wegen Zahlungsverzugs gelten zusätzliche gesetzliche Anforderungen. Mit der Kündigung wird der gesamte Restbetrag auf einen Schlag fällig, nicht mehr nur die einzelne Rate. Was ein bereits gekündigter Kredit später für eine neue Finanzierung bedeutet, ordnet Kredit trotz gekündigtem Kredit ein. Für das Verfahren ändert das inhaltlich wenig: Die fällige Restforderung ist dann eben in voller Höhe die Forderung, die zur Tabelle angemeldet wird.
Praktisch spürbar wird die Kündigung an anderer Stelle. Praktisch wichtig sind vor allem bestehende Sicherheiten und mögliche Aufrechnungsrechte. Bei einem sicherungsübereigneten Fahrzeug besteht regelmäßig ein Absonderungsrecht; wie die Verwertung erfolgt, richtet sich nach den insolvenzrechtlichen Regeln. Auch eine Aufrechnung mit Kontoguthaben ist nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen zulässig. Deshalb ist es selten klug, das Girokonto ausgerechnet bei der Bank zu führen, bei der noch ein offener Kredit läuft. Was dabei zu beachten ist, steht in Konto gekündigt oder gesperrt.
Eine Restschuldversicherung ändert an alldem seltener etwas als erhofft. Sie greift nur bei den versicherten Ereignissen und nach den Bedingungen der jeweiligen Police, und Zahlungsunfähigkeit als solche gehört dort in der Regel nicht dazu. Prüfe trotzdem die Unterlagen: Besteht eine solche Versicherung, gehört sie in die Aufstellung für die Schuldnerberatung, weil sie im Einzelfall doch einen Teil der Forderung abdecken kann.
Der Punkt, der Familien belastet: Bürge und Mitkreditnehmer
Deine Restschuldbefreiung befreit grundsätzlich dich von den erfassten Insolvenzforderungen. Sie beseitigt nicht die Rechte der Bank gegen einen wirksam verpflichteten Bürgen oder Mitkreditnehmer. Deshalb kann die Bank die andere Person nach den Bedingungen des Vertrags beziehungsweise der Bürgschaft in Anspruch nehmen.
Ein Mitkreditnehmer ist selbst Vertragspartei und haftet aus dem Kreditvertrag. Ein Bürge haftet aus der Bürgschaft. Bei einer selbstschuldnerischen Bürgschaft kann die Einrede der Vorausklage ausgeschlossen sein, sodass die Bank nicht zunächst erfolglos gegen den Hauptschuldner vollstrecken muss. Ob eine Angehörigenbürgschaft wirksam ist, kann allerdings eine eigene rechtliche Prüfung erfordern.
Was eine Bürgschaft für einen Kredit wirklich bedeutet, wird meist erst in dieser Lage klar. Informiere die betroffene Person möglichst früh und lass Vertrag sowie Bürgschaft prüfen. Zahlt der Bürge an die Bank, entsteht grundsätzlich ein Rückgriffsanspruch gegen dich. Die Restschuldbefreiung wirkt nach § 301 InsO jedoch auch gegenüber dem Bürgen oder anderen Rückgriffsberechtigten in gleicher Weise wie gegenüber den Insolvenzgläubigern – und zwar grundsätzlich auch dann, wenn die Forderung nicht angemeldet wurde.
Was das für Ehepartner konkret heißt
Eine Ehe allein macht den anderen Ehepartner nicht automatisch zum Mitkreditnehmer. Wer den Kreditvertrag nicht unterschrieben und keine Bürgschaft oder Mithaftung übernommen hat, haftet dafür grundsätzlich nicht – der häufig geglaubte Grundsatz „geheiratet heißt mithaften“ stimmt so nicht. Eine gesetzliche Mitverpflichtung kann im Einzelfall allerdings bei Geschäften zur angemessenen Deckung des Lebensbedarfs der Familie nach § 1357 BGB entstehen; das ist gesondert zu prüfen. Anders sieht es aus, sobald beide im Vertrag stehen oder eine Mithaftungserklärung unterschrieben wurde. Dann liegt schlicht ein zweiter Schuldner vor, den die Bank behält, wenn sie dich verliert.
Der Unterschied zwischen Bürge und zweitem Kreditnehmer entscheidet dabei, wie schnell die Bank zugreifen kann. Praktisch heißt das: Bei einem gemeinsam aufgenommenen Ratenkredit bleibt der Mitkreditnehmer für seine eigene vertragliche Haftung verantwortlich. Deine Restschuldbefreiung reduziert diese Haftung nicht; die Bank kann die Forderung ihm gegenüber nach den vertraglichen und gesetzlichen Voraussetzungen weiter geltend machen. Genau darüber muss vorher gesprochen werden, am besten mit der Beratungsstelle gemeinsam. In manchen Fällen ist eine eigene Lösung für den Mitschuldner sinnvoller als das stille Abwarten, bis die Bank sich meldet.
Das Auto: darf ich es behalten?
Hier müssen zwei Fälle getrennt werden. Gehört das Fahrzeug dir unbelastet, kann es unpfändbar sein, wenn du oder eine mit dir zusammenlebende Person es für die Erwerbstätigkeit oder aus gesundheitlichen Gründen benötigt. Ein vergleichsweise wertvolles Fahrzeug kann trotzdem gegen ein günstigeres Ersatzfahrzeug ausgetauscht werden.
Bei einem finanzierten Auto ist die Lage anders: Wurde das Fahrzeug der Bank zur Sicherheit übereignet, besitzt die Bank regelmäßig ein Absonderungsrecht. Die berufliche Notwendigkeit verhindert die Verwertung dieser Sicherheit nicht automatisch. Eine Fortführung kommt nur in Betracht, wenn Bank und Insolvenzverwaltung mitspielen und die Finanzierung dauerhaft tragfähig ist.
Dokumentiere Arbeitsweg, fehlende öffentliche Verkehrsmittel, gesundheitliche Gründe, Fahrzeugwert und Finanzierungsstand. Übertrage oder verkaufe das Fahrzeug nicht eigenmächtig an Verwandte. Solche Handlungen können angefochten werden und im schlimmsten Fall die Restschuldbefreiung gefährden.
Der Fahrzeugbrief ist übrigens kein Eigentumsnachweis, sondern nur ein Indiz – liegt er bei der Bank, ist das ein deutliches Zeichen für eine Sicherungsübereignung. Wie stark eine solche Sicherheit wirkt, zeigt Kredit mit Sicherheiten. Wer unsicher ist, sucht im Kreditvertrag nach genau diesem Wort. Steht es dort, gehört das Auto wirtschaftlich zur Sicherheit der Bank, auch wenn du es fährst und im Fahrzeugschein stehst.
Leasing, Ratenkauf und finanzierte Ware
Die Unterschiede zwischen Leasing und Autokredit wirken sich hier voll aus. Ein Leasingfahrzeug gehört dem Leasinggeber. Ob der Vertrag fortgesetzt wird oder das Fahrzeug zurückzugeben ist, hängt vom Vertrag, vom Zahlungsstand und von der Behandlung des gegenseitigen Vertrags im Insolvenzverfahren ab. Rückstände aus der Zeit vor der Eröffnung sind grundsätzlich Insolvenzforderungen; Forderungen aus einer wirksam fortgeführten Nutzung können anders einzuordnen sein.
Bei finanzierten Möbeln, Küchen, Elektronik oder einer Photovoltaikanlage muss geprüft werden, ob Eigentumsvorbehalt oder andere Sicherungsrechte bestehen. Dass ein Gegenstand für den Haushalt wichtig ist, beseitigt ein Eigentums- oder Sicherungsrecht des Verkäufers nicht automatisch. Auch hier gilt: nicht eigenmächtig verkaufen, verschenken oder zurückgeben.
Der moderne Sonderfall heißt Ratenzahlung im Onlinehandel. Ob „später bezahlen“, Null-Prozent-Finanzierung oder klassischer Ratenkauf: Je nach Gestaltung handelt es sich um einen Zahlungsaufschub beziehungsweise Ratenkauf beim Verkäufer oder um ein Darlehen eines Finanzierers. Offene Ansprüche aus der Zeit vor der Eröffnung gehören grundsätzlich in die Gläubigerliste. Solche Kleinbeträge werden im Antrag gern vergessen, weil sie nicht wie ein Kredit aussehen und über die App laufen. Sie gehören trotzdem vollständig in die Gläubigerliste – sonst fehlt ausgerechnet der Gläubiger, der sich später am lautesten meldet.
Ähnlich verhält es sich mit dem Handyvertrag, in dem ein Gerät mitfinanziert ist, und mit Fitness- oder Abo-Verträgen. Der Anbieter kann bei ausbleibender Zahlung kündigen und sperren; alte Rückstände sind Insolvenzforderungen, laufende Leistungen musst du aus dem pfändungsfreien Einkommen bezahlen, wenn du sie behalten willst. Prüfe deshalb früh, welche laufenden Verträge du wirklich brauchst.
Und die Immobilie?
Ein Immobiliendarlehen ist regelmäßig durch eine Grundschuld oder Hypothek gesichert. Diese Rechte werden durch die Privatinsolvenz und die spätere Restschuldbefreiung nicht beseitigt. Die Bank kann daher ihre Sicherheit verwerten; möglich sind ein freihändiger Verkauf oder eine Zwangsversteigerung.
Eine Fortführung ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen, setzt aber eine tragfähige Finanzierung und die Mitwirkung von Bank und Insolvenzverwaltung voraus. Reicht ein Verwertungserlös nicht aus, ist die verbleibende persönliche Forderung grundsätzlich eine Insolvenzforderung und wird von der Restschuldbefreiung erfasst, soweit keine gesetzliche Ausnahme vorliegt.
Bei Miteigentum gehört nicht automatisch der Anteil des anderen Eigentümers zur Insolvenzmasse. Die Verwertung des Schuldneranteils kann die gemeinsame Immobilie dennoch erheblich gefährden. Dieser Fall gehört frühzeitig in fachkundige Beratung.
Ein freihändiger Verkauf bringt in vielen Fällen mehr als die Versteigerung und läuft ruhiger ab – entscheiden kann das aber niemand allein. Beteiligt sind die Bank als Grundpfandgläubigerin, die Insolvenzverwaltung und bei Miteigentum der andere Eigentümer. Wer mit einer Immobilie ins Verfahren geht, sollte deshalb nicht auf gut Glück inserieren, sondern die Verkaufsfrage vorher besprechen.
Was mit Konto, Dispo und Kreditkarte passiert
Eine Privatinsolvenz beendet das Girokonto nicht automatisch. Banken können jedoch Kreditkarte und Dispo kündigen oder fällig stellen; auch eine Kontokündigung ist je nach Vertrag und Umständen möglich. Für den laufenden Zahlungsverkehr gelten folgende Punkte:
- Basiskonto: Institute, die Zahlungskonten für Verbraucher anbieten, müssen unter den gesetzlichen Voraussetzungen grundsätzlich einen Basiskontovertrag abschließen. Gesetzlich geregelte Ablehnungsgründe bleiben bestehen, etwa ein bereits nutzbares Zahlungskonto.
- P-Konto: Eine natürliche Person kann verlangen, dass ihr bestehendes Zahlungskonto als Pfändungsschutzkonto geführt wird. Das P-Konto wird ausschließlich auf Guthabenbasis geführt.
- Nur ein P-Konto: Jede Person darf nur ein Pfändungsschutzkonto unterhalten.
- Kontowahl: Bestehen beim kontoführenden Institut eigene offene Forderungen, sollte die Kontosituation frühzeitig geprüft werden. Aufrechnung, Pfändungsschutz und Insolvenzrecht greifen hier ineinander.
- Dispo: Eine neue Kreditlinie wird während des Verfahrens normalerweise nicht eingeräumt.
Wie ein Pfändungsschutzkonto funktioniert, lohnt sich vorher zu verstehen: Der Grundfreibetrag wirkt automatisch, höhere Freibeträge für Unterhaltspflichten oder bestimmte Leistungen müssen dagegen nachgewiesen werden. Ohne diesen Nachweis bleibt Geld gesperrt, das dir eigentlich zusteht. Die Bescheinigung stellen unter anderem Schuldnerberatungsstellen aus.
Bleibt gar kein nutzbares Konto übrig, greift das gesetzliche Recht auf ein Basiskonto. Welche Wege es dabei gibt und welche Ablehnungsgründe zulässig bleiben, steht in Girokonto trotz SCHUFA. Wichtig ist, den Antrag schriftlich zu stellen und die Antwort aufzubewahren.
Der Umstieg auf ein Konto auf Guthabenbasis fühlt sich am Anfang wie ein Rückschritt an und ist tatsächlich der wichtigste Schritt zur Ruhe: Gehalt, Miete und Strom laufen weiter, aber es kann nichts mehr überzogen werden. Wer den Dispo ohnehin dauerhaft ausgereizt hat, verliert damit vor allem eine teure Gewohnheit. Wie sich ein Dispo außerhalb eines Verfahrens ablösen lässt, zeigt Umschuldung: teure Kredite und Dispo ablösen.
Einen Engpass nicht mit neuen Schulden lösen
Ein neuer Kredit wird nicht von der laufenden Restschuldbefreiung erfasst. Eine Abschlagszahlung des Arbeitgebers auf bereits verdientes, noch nicht abgerechnetes Arbeitsentgelt ist davon zu unterscheiden; ein Gehaltsvorschuss oder Arbeitgeberdarlehen kann rechtlich anders ausgestaltet sein. Auch ein Ankauf bereits entstandener Arbeitsentgeltforderungen sollte während einer laufenden Insolvenz wegen der pfändungs- und insolvenzrechtlichen Behandlung vorher geprüft werden. Kreditvermittler sind erst für die Zeit nach dem Verfahren sinnvoll.
Versicherungen, Verträge und Altersvorsorge
Eine Privatinsolvenz beendet laufende Versicherungs-, Strom-, Telefon- oder ähnliche Verträge nicht automatisch. Ob ein Vertrag fortbesteht, gekündigt wird oder nur gegen laufende Zahlung weiterläuft, hängt von Vertragsart, Rückständen und den insolvenzrechtlichen Regeln ab. Rückstände aus der Zeit vor der Verfahrenseröffnung sind grundsätzlich Insolvenzforderungen.
Kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen mit Rückkaufswert können zur Insolvenzmasse gehören und verwertet werden. Für bestimmte Altersvorsorgeprodukte oder besonders ausgestaltete Verträge kann Pfändungsschutz bestehen. Kündige oder übertrage solche Verträge nicht eigenmächtig, bevor die rechtliche Einordnung geklärt wurde.
Besonders bitter ist es, wenn jemand vor dem Antrag in Panik die eigene Lebensversicherung auflöst, um damit einen einzelnen Gläubiger zu bedienen. Das Geld ist dann weg, die Bevorzugung kann beanstandet werden, und der Pfändungsschutz, der für den Vertrag vielleicht bestanden hätte, ist mit der Kündigung erledigt. Erst prüfen lassen, dann entscheiden – diese Reihenfolge rettet in der Praxis mehr Vermögen als jede Verhandlung mit der Bank.
Kredit kurz vor dem Antrag aufgenommen – was dann gilt
Diese Konstellation kommt häufiger vor, als man denkt: Wenige Monate vor dem Antrag wurde noch ein Kredit aufgenommen oder eine Karte ausgereizt, oft in dem Versuch, das Loch doch noch zu stopfen. Rechtlich ist das kein automatischer Ausschlussgrund. Heikel wird es dort, wo im Antrag auf Kredit falsche oder unvollständige Angaben zu den wirtschaftlichen Verhältnissen gemacht wurden oder wo in Kenntnis der eigenen Zahlungsunfähigkeit unangemessene Verbindlichkeiten begründet wurden.
Das Gesetz kennt für solche Fälle Versagungsgründe, über die ein Gläubiger im Verfahren einen Antrag stellen kann. Und es kennt die Ausnahme für Forderungen aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung, die von der Restschuldbefreiung ausgenommen bleiben können. Was passiert, wenn ein solcher Antrag Erfolg hat, beschreibt Restschuldbefreiung versagt. Beides ist kein Automatismus, sondern muss geltend gemacht und festgestellt werden – aber wer weiß, dass es diese Angriffspunkte gibt, geht anders in das Verfahren.
Der zweite Blick gilt den Zahlungen, die du selbst in den Monaten vor dem Antrag noch geleistet hast. Wurde ein einzelner Gläubiger bevorzugt bedient – etwa das Darlehen der Eltern zurückgezahlt, während alle anderen leer ausgingen –, kann der Insolvenzverwalter dieses Geld zurückfordern. Der Rückgewähranspruch aus einer erfolgreichen Insolvenzanfechtung richtet sich grundsätzlich gegen den Empfänger; das eigene Verhalten des Schuldners kann daneben insolvenzrechtlich relevant bleiben. Auch das ist ein Gespräch, das besser vorher stattfindet.
Umschuldung oder Privatinsolvenz ist die Grundsatzfrage, die vorher beantwortet gehört. Reicht das Einkommen aus, um alle Raten in einer zusammenzufassen und tatsächlich zu bedienen, ist die Umschuldung der ruhigere Weg. Ist die Summe der Schulden auch mit der besten Rate nicht mehr zu tilgen, verschiebt eine Umschuldung das Problem nur nach hinten.
Wer noch vor dem Antrag steht und nach Alternativen sucht, findet in Raus aus den Schulden über eine Schuldnerberatung die außergerichtlichen Wege: Vergleich mit den Gläubigern, Ratenvereinbarung, Stundung. Staatlich anerkannte kommunale oder gemeinnützige Beratungsstellen arbeiten häufig kostenlos; bei gewerblichen Angeboten müssen Kosten und Anerkennung geprüft werden.
Wer von der Insolvenz erfährt
Der Arbeitgeber erfährt nicht in jedem Fall automatisch von der Privatinsolvenz. Er wird aber regelmäßig einbezogen, wenn er pfändbare Lohnanteile an Insolvenzverwalter oder Treuhänder abführen muss oder bereits eine Lohnpfändung bearbeitet. Die Insolvenz allein ist grundsätzlich kein allgemeiner Kündigungsgrund; bei besonderen Vertrauens- oder Vermögenspositionen kann dennoch eine individuelle arbeitsrechtliche Prüfung nötig sein.
Das Verfahren wird im Insolvenzportal der Länder öffentlich bekannt gemacht. Die Veröffentlichung ist jedoch zeitlich begrenzt und nicht mit einer allgemeinen Mitteilung an Vermieter, Nachbarn oder Bekannte gleichzusetzen. Einzelheiten stehen in Wer erfährt von meiner Privatinsolvenz.
Für Kreditentscheidungen können Auskunfteidaten eine wichtige Rolle spielen. Banken berücksichtigen daneben eigene Informationen wie Einkommen, Haushaltsrechnung und bestehende Verpflichtungen. Vermieter erhalten je nach verwendeter Bonitätsauskunft einen dafür vorgesehenen Bonitätsnachweis, nicht automatisch deine vollständige SCHUFA-Dateneinsicht. Nach der Löschung der Insolvenzangaben können weiterhin andere Bonitätsmerkmale gespeichert sein.
Die sechs Fehler, die das Verfahren gefährden
Zu wenig Einkommen allein ist kein Versagungsgrund. Problematisch sind dagegen insbesondere Handlungen und Pflichtverletzungen, die das Verfahren oder die Restschuldbefreiung gefährden können:
- Einen Gläubiger eigenmächtig bevorzugen. Zahlungen kurz vor der Eröffnung können unter den gesetzlichen Voraussetzungen der Insolvenzanfechtung zurückgefordert werden; nach Beendigung des Verfahrens darfst du Insolvenzgläubigern nach § 295 InsO keinen Sondervorteil verschaffen.
- Vermögen verheimlichen oder problematisch übertragen. Unvollständige Angaben und Vermögensverschiebungen können je nach Umständen Anfechtungs- und Versagungsfolgen auslösen.
- Gläubiger oder Forderungen vorsätzlich oder grob fahrlässig unvollständig angeben. Auch Ratenkäufe, private Darlehen und alte Rechnungen gehören in die vorgeschriebenen Verzeichnisse.
- Unangemessene neue Verbindlichkeiten begründen. Neue Forderungen werden nicht von der laufenden Restschuldbefreiung erfasst. Unter den Voraussetzungen der §§ 290, 295 und 296 InsO können unangemessene neue Verbindlichkeiten außerdem die Restschuldbefreiung gefährden.
- Mitwirkungs- und Erwerbsobliegenheiten verletzen. Welche Pflichten gelten, hängt von der Verfahrensphase ab: Während des eröffneten Verfahrens gilt insbesondere die Erwerbsobliegenheit; nach dessen Beendigung kommen die Obliegenheiten nach § 295 InsO hinzu, etwa die Anzeige von Wohnsitz- und Beschäftigungswechseln.
- Post nicht öffnen. Fristen im Insolvenzverfahren laufen auch dann, wenn der Umschlag ungeöffnet in der Schublade liegt.
Umgekehrt gilt: Wer offen mitwirkt, Änderungen fristgerecht meldet und im Zweifel nachfragt, schafft gute Voraussetzungen für einen geordneten Verfahrensablauf. Es ist kein Wettbewerb, sondern ein Ablauf mit klaren Regeln.
So gehst du mit deinem laufenden Kredit jetzt vor
- Alle Verträge zusammensuchen. Kreditverträge, Leasing, Ratenkäufe, Kreditkarten, Dispo, private Darlehen. Für jeden Vertrag notieren: Gläubiger, offener Betrag, Rate, Sicherheit, weitere Unterzeichner.
- Sicherheiten markieren. Suche nach den Wörtern Sicherungsübereignung, Abtretung, Grundschuld, Eigentumsvorbehalt und Mithaftung. Diese Verträge sind die, über die zuerst gesprochen werden muss.
- Mit der Schuldnerberatung sprechen. Kommunale und gemeinnützige Stellen beraten häufig kostenlos und stellen die Bescheinigung aus, die für den Antrag gebraucht wird. Wartezeiten einplanen und früh anmelden.
- Zahlungen abstimmen, nicht selbst entscheiden. Kläre schriftlich, welche Rate weiterläuft und welche nicht. Bestehende Lastschriften ansprechen, bevor die nächste Abbuchung kommt.
- Mit Bürgen und Mitkreditnehmern reden. Lieber ein unangenehmes Gespräch jetzt als ein Brief der Bank später. Für die andere Person kann eine eigene Lösung sinnvoll sein.
- Konto sortieren. Zahlungskonto möglichst nicht bei der Bank führen, bei der noch eine offene Forderung besteht; Umstellung auf P-Konto prüfen.
- Post beantworten, nicht bezahlen. Aktenzeichen und Gericht durchgeben, Schreiben sammeln, nichts unterschreiben.
Diese sieben Schritte schaffen eine belastbare Grundlage für die weitere Abstimmung. Wichtig ist vor allem der erste: Ohne vollständige Übersicht über alle laufenden Kredite ist jede Entscheidung ein Ratespiel.
So sieht es aus, wenn das Verfahren durch ist
Am Ende steht ein Beschluss, und mit ihm ändert sich der Alltag spürbar. Nach Ende der Abtretungsfrist wird aus dem Restschuldbefreiungsverfahren grundsätzlich kein pfändbarer Einkommensanteil mehr abgeführt. Die Restschuldbefreiung wirkt gegen die erfassten Insolvenzgläubiger; ihre Forderungen können gegen dich grundsätzlich nicht mehr durchgesetzt werden. Ausgenommene Forderungen nach § 302 InsO, neue Verbindlichkeiten sowie bestehende Sicherungsrechte bleiben davon unberührt.
Ist die Restschuldbefreiung erteilt, beginnt die eigentliche Aufräumphase: Rechtskraft abwarten, Beschluss sicher ablegen, Daten prüfen. Mit der Restschuldbefreiung bist du von den erfassten Insolvenzforderungen befreit. Ausgenommen bleiben insbesondere die Forderungen, die § 302 InsO nennt, sowie Rechte an Sicherheiten. Einen automatischen Anspruch auf einen neuen Kredit gibt es danach nicht: Banken entscheiden weiterhin nach Einkommen, Haushaltsrechnung, Sicherheiten, SCHUFA-Daten und ihren eigenen Annahmekriterien.
Nach aktuellen Angaben der SCHUFA werden Informationen über Verbraucherinsolvenzverfahren und die Erteilung der Restschuldbefreiung unmittelbar gelöscht, sobald die jeweilige Veröffentlichung aus dem öffentlichen Verzeichnis entfernt wurde. Die Veröffentlichung der Restschuldbefreiung dauert derzeit sechs Monate. Andere eigenständige Bonitätsmerkmale können eigenen Speicherfristen unterliegen. Die Löschung erfolgt regulär automatisch. Prüfe anschließend deine Datenkopie und beanstande nur falsche oder überfällige Informationen. Beantragen kannst du sie direkt bei der SCHUFA. Das genaue Vorgehen samt Fristen steht in SCHUFA-Eintrag löschen nach Privatinsolvenz.
Realistisch bleibt die erste Zeit danach zäh: Filialbanken lehnen häufig noch ab, solange das Ereignis in den Daten steht oder das Einkommen frisch ist. Warum das so ist, erklärt Kredit trotz Insolvenz bei Sparkasse, Targobank und Co..
Wer dann trotzdem finanzieren muss, sollte die Wege und ihre Kosten kennen – die Übersicht dazu steht in Kreditvermittler und Alternativen im Vergleich.
Welche Bank nach der Restschuldbefreiung überhaupt zusagt, hängt weniger vom Institut als von deiner aktuellen Haushaltsrechnung ab. Direktbanken entscheiden stärker nach Kennzahlen, Vermittler fragen mehrere Häuser gleichzeitig an. Beides ersetzt kein Einkommen, das die Rate trägt.
Nutze für den ersten Vergleich eine schufaneutrale Konditionsanfrage; sie beeinflusst den Score nicht und wird lediglich zu Dokumentationszwecken gespeichert.
Nach der Restschuldbefreiung den Markt prüfen
Ist das Verfahren abgeschlossen, entscheidet wieder die aktuelle Situation: Einkommen, Haushaltsrechnung, Sicherheiten. Ein Vermittler fragt mehrere Partnerbanken gleichzeitig an, statt dass du dir bei jeder Bank eine Absage holst. Eine Zusage ist damit nicht verbunden. Eine Vermittlungsvergütung wird bei Verbraucherdarlehen grundsätzlich erst bei erfolgreicher Vermittlung und unter den gesetzlichen Voraussetzungen fällig.
Begriffe kurz erklärt
Die wichtigsten Wörter aus Beschlüssen und Anschreiben in einfacher Sprache. Deutlich ausführlicher, mit allen Nebenbegriffen, steht das im großen Glossar zu Privatinsolvenz, Restschuldbefreiung und Umschuldung.
Insolvenzforderung
Eine Forderung, die bereits vor der Eröffnung des Verfahrens begründet war. Sie wird zur Tabelle angemeldet, aus der Masse quotal bedient und am Ende grundsätzlich von der Restschuldbefreiung erfasst.
Absonderungsrecht
Das Recht eines Gläubigers, sich vorrangig aus einer bestimmten Sicherheit zu befriedigen – etwa aus einem sicherungsübereigneten Fahrzeug. Nur der danach offene Rest ist eine gewöhnliche Insolvenzforderung.
Sicherungsübereignung
Bei der Sicherungsübereignung wird das Eigentum zur Sicherheit auf die Bank übertragen, während du die Sache weiter nutzt. Typisch beim Autokredit. Wann das Eigentum zurückübertragen wird, richtet sich nach der Sicherungsabrede, regelmäßig nach vollständiger Tilgung der gesicherten Forderung.
Eigentumsvorbehalt
Der Verkäufer bleibt Eigentümer der Ware, bis sie vollständig bezahlt ist. Üblich bei Möbeln, Küchen und Elektronik auf Raten.
Insolvenzmasse
Das Vermögen, das im Verfahren verwertet wird, zusammen mit dem pfändbaren Teil des Einkommens. Unpfändbare Gegenstände gehören nicht dazu.
Insolvenztabelle
Das Verzeichnis der angemeldeten Forderungen beim Insolvenzverwalter. Dort steht auch, ob eine Forderung mit dem Zusatz „aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung“ angemeldet wurde.
Nachrangige Forderung
Eine Forderung, die erst nach allen anderen bedient wird – dazu zählen unter anderem die Zinsen, die erst nach der Eröffnung des Verfahrens auflaufen. In der Praxis bleiben sie fast immer unbedient.
Abtretungserklärung
Die Erklärung, mit der du den pfändbaren Teil deines Einkommens für die maßgebliche Dauer an den Treuhänder abtrittst. Sie ist Voraussetzung für die Restschuldbefreiung.
Obliegenheiten
Pflichten, die je nach Verfahrensphase unterschiedlich ausgestaltet sind. Während des eröffneten Verfahrens gilt insbesondere die Erwerbsobliegenheit nach § 287b InsO; nach Beendigung des Verfahrens bis zum Ende der Abtretungsfrist gelten die Obliegenheiten des § 295 InsO, darunter die Anzeige von Wohnsitz- und Beschäftigungswechseln sowie das Verbot unangemessener neuer Verbindlichkeiten.
Insolvenzanfechtung
Das Recht des Insolvenzverwalters, bestimmte Zahlungen und Übertragungen aus der Zeit vor dem Verfahren rückgängig zu machen – vor allem, wenn ein einzelner Gläubiger bevorzugt wurde.
Restschuldbefreiung
Der gerichtliche Beschluss, mit dem du von den erfassten Insolvenzforderungen befreit wirst. Ausgenommen bleiben die gesetzlichen Sonderfälle und die Rechte aus Sicherheiten.
P-Konto
Ein Girokonto, das als Pfändungsschutzkonto geführt wird. Es schützt Guthaben bis zu bestimmten Freibeträgen und wird ausschließlich auf Guthabenbasis geführt. Jede Person darf nur eines unterhalten.
Häufige Fragen
Muss ich meinen Kredit in der Privatinsolvenz weiter abzahlen?
Nicht eigenmächtig. Forderungen aus der Zeit vor der Verfahrenseröffnung werden grundsätzlich im Insolvenzverfahren behandelt. Ob bei einem besicherten Kredit oder einem fortgeführten Vertrag noch Zahlungen sinnvoll oder erforderlich sind, muss mit dem Insolvenzverwalter oder der Schuldnerberatung geklärt werden.
Was passiert mit den Raten, die ich schon gezahlt habe?
Ordnungsgemäß geleistete Raten bleiben grundsätzlich bei der Bank und haben die offene Forderung vermindert. Bestimmte Zahlungen kurz vor der Verfahrenseröffnung können jedoch vom Insolvenzverwalter geprüft und gegebenenfalls angefochten werden.
Laufen die Zinsen meines Kredits während der Insolvenz weiter?
Zinsen auf Insolvenzforderungen laufen rechtlich auch nach der Eröffnung weiter. Sie sind nach § 39 Abs. 1 Nr. 1 InsO jedoch nachrangig und werden in der Praxis nur in Ausnahmefällen bedient.
Kann die Bank meinen laufenden Kredit kündigen?
Das ist unter den gesetzlichen Voraussetzungen möglich, etwa bei einer wesentlichen Verschlechterung der Vermögensverhältnisse oder bei erheblichem Zahlungsverzug. Mit der Kündigung wird der Restbetrag fällig und in dieser Höhe zur Insolvenzforderung.
Darf ein Inkassobüro mich während des Verfahrens noch anschreiben?
Schreiben kommen in der Praxis weiterhin vor. Insolvenzgläubiger können ihre Forderungen jedoch grundsätzlich nur noch im Insolvenzverfahren verfolgen, und Einzelvollstreckungen sind während des Verfahrens grundsätzlich unzulässig. Sinnvoll ist, das Aktenzeichen des Verfahrens mitzuteilen und nichts zu unterschreiben.
Was passiert, wenn die Bank ihre Forderung gar nicht anmeldet?
Die Restschuldbefreiung wirkt grundsätzlich gegenüber allen Insolvenzgläubigern, also auch gegenüber denen, die ihre Forderung nicht zur Tabelle angemeldet haben. Entscheidend ist, wann die Forderung entstanden ist.
Ist mein Auto weg?
Bei einem sicherungsübereigneten Fahrzeug besitzt die finanzierende Bank regelmäßig ein Absonderungsrecht. Die berufliche Notwendigkeit schützt ein fremdfinanziertes Fahrzeug deshalb nicht automatisch vor der Verwertung. Bei einem unbelasteten eigenen Fahrzeug kann die notwendige Nutzung für Arbeit oder Gesundheit dagegen Pfändungsschutz begründen.
Was gilt bei einem Leasingfahrzeug?
Der Leasinggeber bleibt Eigentümer. Ob der Vertrag fortgeführt wird oder das Fahrzeug zurückzugeben ist, hängt vom Vertrag, vom Stand der Zahlungen und von der Entscheidung im Insolvenzverfahren ab. Rückstände aus der Zeit vor der Eröffnung sind grundsätzlich Insolvenzforderungen.
Was passiert mit einem Ratenkauf oder einer Null-Prozent-Finanzierung?
Je nach Gestaltung handelt es sich um einen Ratenkauf unmittelbar beim Verkäufer oder um ein Darlehen eines Finanzierers. Offene Ansprüche aus der Zeit vor der Eröffnung sind grundsätzlich Insolvenzforderungen und gehören vollständig in die Gläubigerliste; Eigentumsvorbehalte oder andere Sicherungsrechte können zusätzlich bestehen.
Was passiert mit meinem Bürgen?
Die Restschuldbefreiung schützt nur den insolventen Schuldner. Die Rechte der Bank gegen einen Bürgen bleiben bestehen, soweit die Bürgschaft wirksam ist. Die Bank kann den Bürgen daher nach den Bedingungen der Bürgschaft in Anspruch nehmen.
Und wenn mein Partner mit im Vertrag steht?
Ein Mitkreditnehmer bleibt nach dem Kreditvertrag für die offene Forderung verantwortlich. Die Restschuldbefreiung des anderen Kreditnehmers beseitigt diese eigene vertragliche Haftung nicht.
Haftet mein Ehepartner automatisch für meinen Kredit?
Nein. Eine Ehe allein macht den anderen Ehepartner nicht automatisch zum Mitschuldner. Wer den Kreditvertrag nicht unterschrieben und keine Bürgschaft oder Mithaftung übernommen hat, haftet dafür grundsätzlich nicht. Eine gesetzliche Mitverpflichtung kann im Einzelfall jedoch bei Geschäften zur angemessenen Deckung des Lebensbedarfs der Familie nach § 1357 BGB entstehen. Außerdem haftet der Ehepartner, wenn er selbst Kreditnehmer, Bürge oder Mithaftender geworden ist.
Kann der Bürge sich das Geld bei mir zurückholen?
Durch seine Zahlung entsteht grundsätzlich ein Rückgriffsanspruch. Die Restschuldbefreiung wirkt gegenüber dem Bürgen oder anderen Rückgriffsberechtigten jedoch in gleicher Weise wie gegenüber den Insolvenzgläubigern. Das gilt grundsätzlich auch dann, wenn die Forderung nicht zur Tabelle angemeldet wurde.
Was ist mit dem Haus?
Grundpfandrechte bleiben bestehen. Die Bank kann ihre Sicherheit verwerten; ein Verkauf oder eine Zwangsversteigerung ist daher möglich. Reicht der Erlös nicht aus, ist die verbleibende Forderung grundsätzlich eine Insolvenzforderung, soweit keine gesetzliche Ausnahme greift.
Wird mein Konto gekündigt?
Eine Insolvenz führt nicht zwingend zur Kündigung des Girokontos. Kreditlinien und Kreditkarten werden aber häufig beendet. Besteht kein nutzbares Zahlungskonto, gibt es unter den gesetzlichen Voraussetzungen einen Anspruch auf ein Basiskonto.
Behalte ich meinen Dispo?
In der Regel nicht. Der in Anspruch genommene Dispo wird als Forderung behandelt und eine neue Kreditlinie wird während des Verfahrens normalerweise nicht eingeräumt. Ein P-Konto darf ausschließlich auf Guthabenbasis geführt werden.
Was passiert mit einem privaten Darlehen von Familie oder Freunden?
Auch ein Darlehen aus dem privaten Umfeld ist eine Insolvenzforderung und muss angegeben werden. Eine bevorzugte Rückzahlung an Angehörige kurz vor dem Verfahren ist besonders anfechtungsgefährdet und kann später zurückgefordert werden.
Was passiert mit meinen Versicherungen?
Reine Risikoversicherungen können weiterlaufen, wenn die laufenden Beiträge bezahlt werden und der Versicherer den Vertrag nicht beendet. Kapitalbildende Lebens- oder Rentenversicherungen mit verwertbarem Rückkaufswert können dagegen zur Insolvenzmasse gehören, soweit kein besonderer Pfändungsschutz besteht.
Zahlt eine Restschuldversicherung meinen Kredit bei Insolvenz?
In der Regel nicht. Eine Restschuldversicherung deckt nur die in den Bedingungen genannten Ereignisse ab; Zahlungsunfähigkeit gehört dort üblicherweise nicht dazu. Die Unterlagen sollten trotzdem geprüft und der Beratungsstelle vorgelegt werden.
Erfährt mein Arbeitgeber davon?
Das ist möglich, aber nicht in jedem Verfahren automatisch der Fall. Der Arbeitgeber erfährt regelmäßig davon, wenn er pfändbare Lohnanteile abführen muss oder bereits eine Lohnpfändung bearbeitet. Die Privatinsolvenz allein ist kein allgemeiner Kündigungsgrund.
Wie lange dauert es, bis der Kredit erledigt ist?
Für Verbraucher, die seit dem 1. Oktober 2020 einen Antrag gestellt haben, dauert der Weg zur Restschuldbefreiung in der Regel drei Jahre ab Eröffnung des Verfahrens. Die Dauer hängt nicht davon ab, wie viel in dieser Zeit tatsächlich zusammenkommt.
Darf ich während des Verfahrens einen neuen Kredit aufnehmen?
Ein gesetzliches Totalverbot gibt es nicht. Ein neuer Kredit ist während der Insolvenz aber schwer erhältlich und wird von der laufenden Restschuldbefreiung nicht erfasst. Unter den Voraussetzungen des § 290 InsO kann das vorsätzliche oder grob fahrlässige Begründen unangemessener Verbindlichkeiten außerdem zur Versagung beitragen, wenn dadurch die Befriedigung der Insolvenzgläubiger beeinträchtigt wird und ein antragsberechtigter Gläubiger dies zulässig beantragt.
Wann bekomme ich wieder einen Kredit?
Dafür gibt es keinen festen gesetzlichen Zeitpunkt. Nach der Restschuldbefreiung entscheiden Banken weiterhin nach Einkommen, Haushaltsrechnung, Sicherheiten und ihren eigenen Annahmekriterien. Nach aktuellen Angaben der SCHUFA werden Informationen über Verbraucherinsolvenzverfahren und die Erteilung der Restschuldbefreiung unmittelbar gelöscht, sobald die jeweilige Veröffentlichung aus dem öffentlichen Verzeichnis entfernt wurde; die Veröffentlichung der Restschuldbefreiung dauert derzeit sechs Monate. Andere eigenständige Bonitätsmerkmale können eigenen Speicherfristen unterliegen.
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Kredit trotz SCHUFA – der Leitfaden für die Zeit, in der der Eintrag noch steht und die Hausbank bereits abgelehnt hat. Er zeigt, welche Wege es tatsächlich gibt, welche davon Geld kosten und woran unseriöse Angebote zu erkennen sind. Wichtig ist die Reihenfolge: erst die eigenen Daten prüfen, dann vergleichen, dann entscheiden. Wer das umdreht, zahlt fast immer drauf.
SCHUFA-Score einfach erklärt – nach dem Verfahren ist der Score einer von mehreren Faktoren, die in eine Kreditentscheidung einfließen. Der Beitrag erklärt, welche Informationen überhaupt einfließen, welche Löschfristen gelten und welche verbreiteten Ratschläge nachweislich nicht stimmen. Das ist die Grundlage dafür, die eigene Bonität wieder aufzubauen, statt an den falschen Stellen zu drehen.
1.000 Euro Kredit trotz Privatinsolvenz – wenn es nur um einen kleinen Betrag geht, ist der klassische Ratenkredit selten der beste Weg. Arbeitgebervorschuss, eine Ratenvereinbarung mit dem Gläubiger oder der Verkauf nicht benötigter Gegenstände sind oft schneller und deutlich weniger riskant. Während eines laufenden Verfahrens müssen diese Wege allerdings ebenfalls mit den insolvenzrechtlichen Pflichten vereinbar sein.
Kredit trotz Privatinsolvenz: Erfahrungen – hier bündeln sich die Praxisfälle: was Betroffene tatsächlich erlebt haben, wo sie abgelehnt wurden und welche Anfrageart den Unterschied macht. Eine Konditionsanfrage beeinflusst den Score nicht, eine verbindliche Kreditanfrage ist davon zu unterscheiden. Wer das kennt, holt sich nicht unnötig Spuren in die Auskunft.
Über den Autor: Michael Radtke schreibt auf alarm.de über Finanzen, Kredit und digitale Sicherheit. Der Anspruch: keine Versprechen, die niemand halten kann – sondern die Wege benennen, die es wirklich gibt, und die Fallen, die dabei lauern.
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